Der geplante Völker-Vertrag zum Thema Rundfunk-Urheberrecht, „Treaty on the Protection of Broadcasting Organizations“, der World Intellectual Property Organization (WIPO) hat schwerwiegende Folgen für die Podcast-Gemeinde. Kürzlich erst protestierte die UNESCO dagegen, jetzt schreitet die Electronic Frontier Foundation (EFF) zur Tat. Wie sie berichtet, würde dieser Vertrag den Rundkunksendern für 50 Jahre einen mit dem Urheberrecht vergleichbaren Schutz für alle ausgestrahlten Sendungen und deren Inhalte garantieren, auch wenn die Inhalte gar nicht den Sendeanstalten „gehören“. So würde ein Fernsehsender, der eine unter Creative Commons-lizenzierte Sendung ausstrahlt, sämtliche Rechte an den Inhalten behalten und könnte verfügen, dass niemand den Film weder aufzeichnen noch vervielfältigen darf.
Damit nicht genug: Laut der EFF sollen einige Länder auch für eine Ausweitung des Vertrags auf das Internet ausgesprochen haben. Jeder, der „eine Kombination von ‚Ton und Bild‘ über einen Web-Server verbreitet“, dürfte sich ebenso einmischen, was der Empfänger, also der Podcast-Nutzer damit anfangen möchte. Damit wird er zum Mittelsmann zwischen dem Hörer und dem Autor. Der Hörer wiederum wäre gezwungen, bei einer weiteren Verwendung zuerst alle Rechte eines Werks mit den zahlreichen Inhabern dieser Rechte klären. „Das würde nicht nur die Innovation und den Zugang der Bürger zu Information behindern, es würde das Internet als Kommunikationsmedium verändern“, so die EFF.
Deshalb ruft die gemeinnützige Orgnaisation zum Protest auf bittet um eine Unterstützung. Wer ihre Erklärung unterschreiben möchte, kann das auf der Seite der EFF tun.
