Greve: openXML ist “Danaergeschenk”

Als “Danaergeschenk” hat der FSFE-Vorsitzende Georg Greve Novells Ankündigung bezeichnet, den OpenXML-Standard in OpenOffice zu implementieren. Anlässlich der Anerkennung des Formats als EMCA-Standard machte Greve gegenüber dem Magazin Futurezone deutlich, dass es das Ziel von Standardisierung sein müsse, echten marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu ermöglichen; die ECMA-Zertifizierung von openXML aber laufe dem entgegen. Greve: “Microsofts Office-Formate sind aber nur von einem Unternehmen definiert und voll implementiert. Damit sind es monopolisierte, proprietäre Formate und keine Standards.”

Wie in Greves Blog zu lesen ist, kommentiert Bob Sutor, Vizepräsident von IBM das Verfahren um openXML mit der Aussage, die Implementierung ähnele mehr einer Denial-of-Service-Attacke als einem offenen Standard. Microsofts aktuelles Geschäftsgebahren sei als Veränderung der Strategie zu deuten: Anstatt Informationen durch Nichts-Sagen zu verschleiern, würde Microsoft nun die Informationen in möglichst viel Lärm ersticken - dies sei, so Sutor, die wohl erfolgreichere Strategie.

Die Spezifikation für openXML ist 6000 Seiten stark. Zum Vergleich: Ein Paket Kopierpapier enthält 500 Blatt.