KDE 4: released!

Die K Desktop Environment (KDE) ist eine frei verfügbare Arbeitsumgebung bzw. Oberfläche für Unix-Systeme, die mit dem Ziel entwickelt wird, vollwertig, konsistent und leicht bedienbar zu sein. Neben KDE gibt es noch viele weitere, aber nur “Gnome” ist ähnlich weit verbreitet. Nach langem Warten wurde von den Entwicklern nun endlich eine stabile Version von KDE 4 herausgebracht. Es gibt viele Neuerungen. Das neue KDE wirkt insgesamt viel klarer als seine Vorgänger, der Desktop macht aber seinem Spitznamen “Eye-Candy” alle Ehre. Wer sich dies mal genauer anschauen möchte, kann auf kde.org eine bebilderte Führung
machen.

“Plasma” z.B. ist die neue Anwendung für den Zugang zur Arbeitsoberfläche die es u.a. erlaubt, kleine Programme auf dem Hintergrund zu platzieren. Diese von den Entwicklern “Plasmoids” benannten Widgets lassen sich über die Desktop-Toolbox am linken oberen Bildschirmrand auswählen - wie von KDE gewohnt sind diese Funktionen und Grafiken stark modifizierbar. Bei einer Neuinstallation ist ein Paket schon vorbereitet: Es gibt einen Notizblock, der kurze Texte scheinbar auf den Desktop klebt, eine Wörterbuchabfrage und einen Bilderrahmen; und natürlich die obligatorischen Tools wie Uhr, Batteriestandsanzeige für Notebooks und eine Anzeige für die Netzlast. “Superkaramba” konnte zwar ähnliches schon vorher, die Funktionen wurden aber optimiert.

Eine Generalüberholung gönnte man auch dem “Konqueror”: Er bleibt zwar Dateimanager und Webbrowser, für das Dateimanagment ist nun aber speziell “Dolphin” zuständig. Dolphin besticht mit Schlichtheit und voller Konzentration auf diese eine Aufgabe. Langfristig soll “Dolphin” mit dem Informations-Framework “Nepomuk” erweitert werden können, der versucht “tagging” in das Dateimanagment zu integrieren. Damit kann ein Objekt zugleich mehreren Kontexten zugeordnet werden, was einige Erleichterungen verspricht.

Auch für PFDs gibt es eine neue Anwendung: “Okular” ist der Nachfolger von KPDF und unterstützt zahlreiche Bild- und Textformate. Dies ist kein reiner Betrachter mehr, denn man hat einige Werkzeuge zur Verfügung um z.B. Bemerkungen und Markierungen innerhalb eines Dokuments anzubringen und zu speichern.
In der neuen Version von KDE hilft “Strigi”, den Desktop zu durchsuchen. Der Strigiclient ist einfach und minimalistisch: Ein Textfeld nimmt den Suchbegriff entgegen und präsentiert die Ergebnisse in einer Liste. Das “Oxygen”-Team von Grafikern innerhlab des KDE-Teams legt besonderen Wert auf Schönheit und Klarheit. KWin, der KDE-Fenstermanager unterstützt jetzt erweiterte, grafische Effekte um den Umgang mit Fenstern und natürlich die üblichen Effekte wie Transparenz und Schatten.

Unter der Nutzeroberfläche gab es auch noch einige Änderungen: der Wechsel auf die Grafikbibliothek Qt 4, der Umstieg vom DCOP-Protokoll auf D-Bus und “Solid”, eine neue Schnittstelle zur Anbindung von Peripheriegeräten.

Quellen:
http://dot.kde.org/1200050369/
http://kde.org/announcements/4.0/index-de.php