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Vorletzten Sonntag überraschte Jimmy Wales die Wikipedia-Gemeinde. In einer E-Mail schlug der Gründer der Wikipedia folgendes vor: Interessierte aus der Community sollen Wünsche einreichen, welche Dinge, Patente, Sachverhalte man frei zugänglich machen sollte, wenn man sie denn theoretisch erwerben könne. „Stellt Euch vor, es gäbe ein Budget von 100 Millionen Dollar, um Urheberrechte zu kaufen und sie unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen“, schlägt Wales vor. Was, so fragt er, würde man kaufen: Die Rechte an Fotoarchiven, Textbüchern oder Zeitungsarchiven? Bei dem Grund bleibt Wales vage und erklärt nur, dass ihn „kürzlich jemand, der in der Lage sei, das zu verwirklichen“ danach gefragt habe.

Spekulationen über den mysteriösen etwaigen Geldgeber gibt es bereits zahlreich: Im Forum von Heise.de denkt man gleich an Bill Gates. Heise selbst sieht Google als einen potentiellen Unterstützer, da die Wikipedia bereits bei der „Google Coop“ mit dem Suchmaschinen-Giganten zusammenarbeitet. Die Gemeinde zumindest hat sich schon einiges auf ihrer Wunschliste in der Wikimedia einfallen lassen. Sie fordert finanzielle Mittel beispielsweise für den Einkauf der Rechte an der Library of Congress oder den Aufbau einer Lobbyarbeit, um das Urheberrecht zu reformieren. Andere hätten gern den ganzen Planeten innerhalb von acht Jahren mit digitalen Karten erschlossen, begnügen sich aber auch damit, mit 100 Millionen eine kleine Insel zu erwerben und darauf einen urheberrechtsfreien Wikipedia-Staat zu gründen.

Wenn ein Arbeitgeber die private Nutzung des Internets für seine Angestellten verbietet, hat auch der Betriebsrat kein Mitspracherecht. Heise.de zitiert aus einem Urteil, über das in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Multimedia und Recht“ (10/2006) berichtet wird. Laut dem besagten Urteilsspruch des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az. 10 TaBV 1/06) kann ein Arbeitgeber das Surfen im Internet, sowie die Nutzung von E-Mail verbieten und darf schließlich eine Kündigung aussprechen, wenn sich die Mitarbeiter nicht an seine Anweisung halten. Das gilt auch, wenn der private Gebrauch vorher noch ausdrücklich erlaubt war. In diesem Fall kann auch der Betriebsrat keinen Einspruch erheben, um das Online-Verbot zu verhindern. Laut dem Paragraph 87 Absatz 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) hat der Betriebsrat zwar ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um Ordnung am Arbeitsplatz geht.

In dem Fall eines Dortmunder IT-Unternehmens traf dies aber nicht zu: Dort war bislang die außerbetriebliche Nutzung des Internets nach Feierabend ausdrücklich erlaubt gewesen. Eine neue Dienstanweisung verbot jedoch das private Surfen. Dies falle jedoch nicht unter den Paragraph 87, so das Arbeitsgericht, da es dort um die Mitbestimmung des Betriebsrats bei „Fragen der Lohngestaltung“ gehe. Da die erlaubte Nutzung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers war, kann er sie natürlich jederzeit auch wieder einstellen, so die Argumentation. Halten sich die Mitarbeiter bereits während der Arbeitszeit nicht an dieses Verbot, kann ihnen unter Umständen eine fristlose Kündigung winken.

Nach etlichen Release Candidates steht er ab heute zum Download bereit: Die lang erwartete Version 2 des populären Web-Browsers Firefox hat, wie immer, einige interessante Neuerungen zu bieten. Die überarbeitete Fassung bietet zum Beispiel eine verbesserte Handhabung der Suchmaschinen, die bequem durch den Suchleisten-Manager umgruppiert werden können. Ebenso lassen sich die Feeds nach Belieben anzeigen. Das Surfen mit Tabs, also den Unterfenstern, geschieht nun automatisch. Neu ist auch, dass eben geschlossenen Fenster leicht wieder aufgerufen werden können. Stürzt der Rechner ab, öffnet sich nach dem Neustart die zuletzt aufgerufenen Seite.
Weiterhin soll eine Rechtschreibkorrektur die Eingabe auf Browser-Seiten vereinfachen und Tippfehler beispielsweise in Newsletter-Fenstern verhindern. Eine wichtige Erweiterung ist der Umgang mit dem Phisching, dem Ausspionieren von privaten Daten. In der Firefox Version 2 soll das verhindert werden: Wird eine Seite aufgerufen, gleicht der Browser die Adresse mit einer sich regelmäßig aktualisierten Phishing-Liste ab. Ist eine unsichere Seite dabei, erscheint ein Fenster mit einem Warnhinweis.

Ihr erklärtes Ziel verfolgt sie weiter: Wie berichtet, will die Regierung des amerikanischen Bundesstaats ab 2007 sämtliche Behördenkorrespondenzen im OpenDocument-Standard verfassen. Doch die Verwendung des XML-basierten Standards ist nur eine der geplanten Umsetzungen: Die Verwaltung soll so weit wie möglich auf Linux migrieren. Auf der Government Open Source Conference (GOSCON) letzte Woche in Portland erläuterte der bundesstaatliche IT-Leiter Tim Vaverchack laut Linuxinsider.com noch mehr Details: Bereits 2003 seien die Offenen Standards beschlossen worden. Letztendlich sei das nur der Anfang, denn „unser Hauptaugenmerk liegt darauf, so viele Open-Source-Produkte wie möglich einzubringen und gleichermaßen eine Open-Source-Mentalität“, so Vaverchack.

Auf der Konferenz berichtete er weiterhin, wie die Behörden bei einzelnen Anwendungen vorteilhafter auf Open Source setzen. So habe die Personalabteilung ein neues System für Stellenangebote benötigt. Die Angebote an proprietärer Software waren aber zu teuer; deshalb beschloss man, einfach einen Fork eines bereits bestehenden Open-Source-Projekts zu benutzen. In Kürze soll diese Anwendung gestartet werden und der Source Code frei verfügbar werden. Als nächstes will man die Implementierung des Open Source Content-Management-Systems Joomla! angehen, außerdem benötigen die Ämter ein Freies Prozesslisten-System, das für alle zugänglich ist.

Die Mozilla Corporation zählt wie berichtet öfters stark auf die Unterstützung der Community. Jetzt will sie die User-Gemeinde bei der Verbesserung ihres Open-Source-Browsers Firefox noch effektiver einbinden: In einem neu aufgesetzten “Brainstorming-Wiki” ruft sie zum Ideenwettbewerb auf, um mit Vorschlägen, Tipps oder Wünschen seitens der User den beliebten Browser zu verbessern. Die Vorschläge sollen, sofern sie nicht gleich in die nächste Version 3 des Browsers einfließen, idealerweise in die kommenden Updates von Firefox integriert werden. Die fertige Liste an möglichen Verbesserungen steht für Diskussion und Kommentare offen.

Ende diesen Monats soll wie geplant die offizielle Version 2 veröffentlicht werden. Für Ungeduldige steht bis dahin der Release Candidate 3 zum Testen bereit.

Die neue PrOOo-Box mit dem neuen OpenOffice 2.0.4 ist veröffentlicht worden. Als herausragende Merkmale des populären Installationspakets werden unter anderem angepriesen: Das OOo-Wikipedia-Macro, das zwei neue Icons in das Menü installiert. Neu hinzugekommen ist eine ExtendedPDF-Erweiterung, die es ermöglichen soll, Dokumente als PDF-Dateien samt Links zu exportieren. Weiteres Feature ist OpenOffice.EÜR – eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Selbständige und Freiberufler. Vervollständigt wird die Abrechnung dann durch Rechnung-Easy für das einfachere, standardisierte Erstellen von Rechnungen.

Zusätzlich sind weitere internationale Sprachwörterbücher integriert und neben neuen Schriften natürlich auch wieder Cliparts. Mit dabei sind auch der Software Development Kit (SDK), das UNO Runtime Environment (UNO), sowie die Freien Browser und Programme von Mozilla, Firefox und SeaMonkey.

Als Schmankerl wird zusätzlich zum DVD-Image OpenOffice 2.0.4 eigenständig in einer Mitnahmegröße angeboten: Damit kann die Windows-Version der Suite platzsparend auf einen USB-Stick überspielt und von unterwegs unkompliziert angewendet werden.

Ab sofort können Nutzer die PrOOo-Box wahlweise als CD- oder als DVD-Image kostenlos herunterladen. OpenOffice.org empfiehlt allein schon aufgrund der Größe der Dateien das Laden mittels eine P2P-Netzwerks, nämlich über BitTorrent.

Vor gut einem Jahr wurde Joomla! in seiner Version 1.0 veröffentlicht. Seitdem hat das Open Source Content-Management-System (CMS) positiv von sich reden gemacht – jetzt ist die GPL-lizenzierte Fassung 1.5 versuchsweise als Beta kostenlos online verfügbar. Joomla! liefert ein äußerst vielseitiges wie robustes Framework, um verschiedenste Anwendungen individuell in einem Content Managment System zu gestalten. Als Verbesserungen werden in der Beta-Version eine neue API angegeben, um mit der neuen Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung Entwicklern mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben. Eine überarbeitete Sprachunterstützung sowie eine verbesserte Barrierefreiheit stehen ebenfalls auf der Liste der Beta.

Joomla! entsteht durch einen ständigen Austausch der Programmierer untereinander: Im offiziellen Joomla!-Forum treffen sich 60 000 angmeldete User, um gemeinschaftlich an der Weiterentwicklung des CMS zu arbeiten. Dadurch entstehen eine Vielzahl von Erweiterungen: Derzeit sind stattliche 890 für den eigenen Gebrauch registriert. Als Gemeinde-Ereignis fand kürzlich im September der „Joomla!-Day“ als Informationsveranstaltung in Bonn statt.

Das Freie CMS ist auf der Joomla!-Seite herunterladbar.

Der Freie Linux-Dekstop Ubuntu will sich zugänglicher gestalten: Ab sofort können bei Ubuntu Clips kleine Filme über die Anwendung von Ubuntu angesehen werden. Unter dem Titel „Video Howto`s for Human Beings“ führt unter anderem eine audiovisuelle Tour führt in das erfolgreiche Open-Source-Projekt ein, außerdem werden die Hauptmerkmale jeweils in Videos erklärt.

Geht es nach der französischen Regierung, sollten alle behördlichen Dokumente im allgemeingültigen Open Document Standard Format (ODF) verfügbar sein. Wie InfoWorld.com berichtet, geht das aus einem durch den Premierminister angeordneten Bericht hervor, der im September veröffentlicht wurde: In „Zu gleichen Konditionen“ spricht sich der Abgeordnete Bernard Crayon sogar für ein Gesetz aus, das den Ämtern vorschreibt, alle Dokumente im Open Document Standard Format anzulegen und zu verbreiten. Gleichermaßen schlägt er vor, auch die anderen Länder der Europäischen Union zu überreden, es Frankreich nachzutun.

In dem Bericht spricht sich Crayon darüber hinaus für ein staatlich finanziertes Forschungszentrum aus, das die Sicherheit bei Freier Software vorantreiben soll. Er möchte außerdem ein System einführen, mit dem sich nationale und lokale Regierungsstellen und Ämter besser untereinander über den Gebrauch von Freier Software austauschen können. Gleichermaßen rät er zu einer Institution auf europäischer Ebene, die sich um die technologische Unabhängigkeit der Europäischen Union kümmern soll.

Die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) des Bundesministeriums des Innern (BMI) hat zum dritten Mal einen Leitfaden für E-Government-Anwendungen herausgegeben: SAGA ist die Abkürzung für „Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen“ und wird als Report in einer Version 3.0 veröffentlicht.

Darin werden Standards, Verfahren und Methoden und gibt Empfehlungen für Anwendungen im Bereich des E-Government. Erstmalig werden auch die Mindestanforderungen für die Aufnahme in die SAGA erläutert: Der Standard muss offen sowie kostenlos zugänglich sein, deshalb dürfen keinerlei Lizenzgebühren verlangt werden.

SAGA will die Interoperabilität zwischen den Anwendungen verschiedener Ämter gewährleisten. Erstmals wird in der Version 3.0 daher auch das Open Document Format (ODF) als Offenes Format für die behördliche Arbeit vorgestellt.

Ziel der SAGA ist ein „dienstorientiertes Architekturkonzept“, das die Themen „Beschreibungssprachen für Metadaten von Dateien“, „Geodienste”, „Langzeitarchivierung“ und „Authentifizierung“ neu aufgenommen hat. Überarbeitet wurden weiterhin die Beschreibungen der Basiskomponenten, die Komponenten der Infrastruktur und der „Einer-für-Alle-Dienstleistungen“ (EfA-Dienstleistungen).

SAGA 3.0 ist beim BMI als PDF-Datei herunterladbar.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung (DIW Berlin) hat im September eine Studie zur Verbreitung von Open-Source-Software (OSS) im europäischen Raum herausgegeben. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut in seinem Wochenbericht 38/2006 unter dem Titel „Firmeninternes Fachwissen begünstigt Einsatz von Open-Source-Software“ erläutert, haben beim Thema Open Source vor allem die osteuropäischen Länder wie Ungarn, die Tschechische Republik und Polen die Nase vorn. OSS ist hierbei besonders im Krankenhaussektor verbreitet, so die Studie: 40 Prozent der Befragten setzen Open Source in diesem Bereich ein. Dahinter folgt erst die Telekommunikation mit 35 Prozent und der Sektor der Unterhaltungselektronik mit 28 Prozent. Dennoch nutzen nur 15 Prozent der Firmen Freie Browser wie Mozilla und Firefox. Im Vergleich dazu geben 39 Prozent der deutschen Internet-User an, den Freien Browser Firefox zu benutzen.

Die Studie kann noch nicht abschließend erklären, was die jeweiligen Firmen letztendlich zu einer Migration weg von proprietäter Software bewogen hat. Dennoch stellt sie klar, dass die Verbindung von firmeninterner IT-Entwicklung, dem fachlichen Wissen und die Größe des Unternehmens eine entscheidende Role spielen. Open-Source-Software wird vornehmlich bei Firmen eingesetzt, die entweder mit offenen Standards arbeiten oder verstärkt auf Interoperabilität angewiesen sind. Als großen Vorteil erachten Unternehmen den Vorteil, dass sich mittels OSS maßgeschneiderte Lösungen für den individuellen Bedarf anfertigen lassen, die gleichzeitig auch ein Fachwissen „von hohem Wert“ für die Unternehmen darstellen.

Als Nachteile von OSS werden häufig eine „ungewisse Weiterentwicklung, mangelnde Unterstützung durch die Entwickler, fehlende Anwendungen und mangelndes Know-how“ angegeben.

Die Studie kann für eine Gebühr von 6 Euro beim DIW online bezogen werden.

Das Digital Rights Managment (DRM), oft kritisch auch als „Digital Restrictions Management“ bezeichnet, hat einen neuen Gegner: Die Informationsplattform DRM.info will mit Fakten und Argumenten die Hintergründe zu dem umstrittenen Urheberrechtsverfahren liefern und gleichzeitig auch als Sammelpunkt für alle relevanten Aktivitäten und Veranstaltungen der Anti-DRM-Organisationen dienen. Die Plattform soll ein Beitrag zur globalen Debatte rund um DRM und Kopierschutzsysteme werden: In mehreren Sprachen wird zukünftig ausführlich über das Thema informiert und von zivilgesellschaftlicher Seite Stellung bezogen.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltungsplattform von mehreren Anti-DRM-Organisationen, die von der Free Software Foundation Europe (FSFE) und dem Fellowship of FSFE federführend koordiniert werden. Ähnlich der Mitstreiter von DefectiveByDesign.org, liefert DRM.info neben den Informationen zu DRM auch Berichte von den letzten Veranstaltungen beispielsweise in Zürich oder Gothenburg und von Aktionen wie die von Schweizer Künstlern gegen DRM. Einen prominenten Blogger hat das Portal bereits: Lawrence Lessig, Juraprofessor und Mitbegründer der Creative Commons, wird das Forum mit seinen Posts bereichern.

742 internationale Internet-Experten prognostizieren der “digitalisierten Menschheit” eine wenig rosige Zukunft: Das hat eine Umfrage des Instituts Pew Internet & American Life Project herausgefunden. Die Forscher aus den Reihen von ICANN, dem World Wide Web Consortium, Vertreter von Google oder IBM wurden befragt, wie sie sich den Menschen im Jahr 2020 vorstellen. Viele der befragten Forscher gehören zu den Pionieren des Internet: Die Hälfte gab an, bereits vor 1993, also vor der Einführung der HTML-Oberfläche, im Netz gewesen zu sein.

In der Zukunftsvision tauchen so genannte “Technikverweigerer” auf: Wer bei der Technoelite zu kurz käme, würde sich möglicherweise gegen die Technisierung der Umwelt wenden – auch gewaltsam. So rechnet mehr als die Hälfte der Experten (58 Prozent) mit einer wachsenden Anzahl von so genannten „Refuseniks“ als eigene kulturelle Gruppierung; diese Refusenicks würden Technik boykottieren und bewusst „offline“ leben. Manche werden, etwa wie in der Vergangenheit der Una-Bomber, sogar mit Anschlägen gegen das Ausbreiten von Technologie reagieren, so die Befürchtungen.

Was die Ausweitung des realen Leben in den Cyberspace angeht, haben gut die Hälfte (52 Prozent) der Experten folgende Meinung: Während einerseits die virtuellen Welten Produktivität fördern, werden sie andererseits zu „ernsthaften Problemen der Abhängigkeit für viele führen, da wir die Leute an alternative Realitäten verlieren.“

Zudem sorgen sich die Experten vor einer drohenden Rundumüberwachung des Bürgers: Was die Überwachung, Sicherheit und Technologien zur Rückverfolgung angeht, soll im Jahr 2020 der Bürger keinerlei Einfluss mehr darauf haben. Intelligente Agenten und verteilte Kontrolle regeln sämtliche Informationsinputs, so die düstere Vision der Forscher. „Technologie jenseits unserer Kontrolle wird Gefahren und Abhängigkeiten generieren, die erst erkannt werden, wenn es schon zu spät ist.“ Alles in allem scheinen die Experten offensichtlich die Zukunft so zu sehen, wie sie in Cyberpunk-Romanen oder pessimistischen Science-Fiction-Filme wie „Terminator“ dargestellt wird.

Die Studie ist als PDF-Datei bei dem Institut herunterladbar.

Die Hälfte der Europäer, so die EU-Studie „eUser: Public Online Services and User Orientation“, bewertet den Online-Auftritt der europäischen Mitgliedsstaaten positiv. Wie eGov monitor berichtet, hat jedoch ein Drittel der Befragten aus zehn europäischen Staaten Probleme bei der Nutzung der amtlichen Angebote und Dienste: Das beginnt meist bereits damit, dass die Bürger gar nicht erst die betreffende Seite des Amtes finden.

Dann treten erst Probleme beim mangelhaften Inhalt auf oder eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Die Mitgliedstaaten sollten sich besser auf die Bedürfnisse der Bürger einstellen und gleichzeitig auch die Vorteile eines Internet-Auftritts nutzen.

Aus der Umfrage geht hervor, dass Bürger oft keine offensichtlichen Vorteile darin sehen, ihre Amtsgeschäfte online zu erledigen. Dinge, die besser in einem persönlichen Gespräch auf dem Amt geregelt werden könnten, werden nur unzureichend bei einer Online-Eingabe berücksichtigt, da diese nicht auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten ist.

„Während manche Länder wie Dänemark oder Großbritannien führen, haben andere EU-Staaten noch nicht genug dafür getan, ihre Dienste auf die Bürger zurechtzuschneiden. Die Nutzer werden noch viel mehr in Zukunft verlangen, und es gibt noch einiges an Raum für Verbesserungen“, sagt Werner B. Korte, Projekt-Manager von eUser.

Die Studie schlägt nun vor, die Bürger zunächst mit Initiativen an den richtigen Gebrauch der staatlichen Online-Angebote heranzuführen, damit sie diese sachgerecht bedienen und nutzen können. Weiterhin sollten, so der Vorschlag der Studie, andere Möglichkeiten („Multi Channel“) neben dem amtlichen Online-Zugang bereitgestellt werden. Um den Bürgern die Internet-Auftritte von Staaten schmackhaft zu machen, rät die Studie außerdem, an öffentlichen Plätzen - wie beispielsweise dem Rathaus - Terminals aufzustellen, um die Bürger an die neuen Verwaltungs-Technologien heranzuführen.

Der Linux-Verband will sich moderierend in den Diskussionsprozess um die neue Fassung der GPL-Lizenz einschalten und lädt zu Gesprächen ein.

Der Linux-Verband, Branchenverband der Linux- und Open-Source-Industrie, will sich moderierend in den Diskussionsprozess um die neue Fassung der GPL-Lizenz einschalten. Die von der Free-Software-Foundation vorangetriebene Neufassung hat eine kritische Diskussion ausgelöst. Zuletzt äußerten auch Linux-Kernel-Entwickler nachdrücklich Vorbehalte. Elmar Geese,1. Vorsitzender des Linux-Verbandes, hält „die Argumentation der Kernel-Entwickler zwar für nachvollziehbar“ doch weist er darauf hin, „dass das letzte Wort in Sachen Neufassung noch nicht gesprochen“ sei. „Wir hoffen, das sich die Free Software Foundation (FSF) davon überzeugen lässt, dass noch maßgebliche Veränderungen am aktuellen Entwurf der Lizenz erforderlich sind”, betont Geese. Der Verband habe Verantwortliche der FSF Deutschland und der FSF Europa kurzfristig zu Gesprächen eingeladen.

Problematisch ist laut Geese die so genannte „Patentklausel”. „Wir sehen zum Beispiel keinen Bedarf dafür, Verfahrensregeln in Bezug auf Softwarepatente in eine Lizenzvereinbarung aufzunehmen.“ Der Linux-Verband habe seit Jahren eindeutig Stellung gegen Patente auf computerimplementierte Erfindungen bezogen. „Solche Patente sind in Europa bisher nicht rechtskräftig, eine Lizenz ist kein geeignetes Werkzeug für die Auseinandersetzung mit diesem Thema.”

Wenn die Ablehnung der neuen Version der GPL in Entwickler- und Unternehmenskreisen weiter fortschreite, sieht Geese Nachteile durch verschiedene gleichzeitig in der Anwendung befindliche GPL-Versionen: „Während die Vorteile von GPLv2 lizenzierter Software bisher auch den Kunden einfach und klar kommunizierbar waren, bringt die neue Fassung mehr Unklarheiten und Probleme als Vorteile. Hier wollen wir Verbesserungen erzielen.”

Auch in anderen Bereichen des neuen GPL-Entwurfes sieht der Linux-Verband Diskussionsbedarf, etwa im Bereich Embedded Linux und der dort notwendigen strengeren Abgrenzung von freier und proprietärer Software oder im Bereich DRM und Trusted Computing. Der Beauftragte des Linux-Verbandes in Sachen Softwarepatente, Dr. Johannes Loxen, erklärt dazu: „Die neue GPL kann nicht dazu herangezogen werden, Rechtsprobleme, die nur randständig mit Lizenzierung als solcher zu tun haben, zu lösen.” Dies gelte beispielsweise in den Bereichen digitales Rechtemanagement oder Trusted Computing, so Loxen weiter. “Die dringend notwendige Diskussion über Gebrauch oder Missbrauch dieser Techniken darf nicht über Lizenztexte geführt werden.”

Negative Auswirkungen auf den Linux-Markt durch den Lizenzstreit sieht der Linux-Verband jedoch nicht. Das Geschäft mit Linux-Lösungen und Dienstleistungen entwickele sich weiterhin sehr gut. „Die GPLv3 wird eher ein Problem für die FSF als für die Unternehmen werden, wenn sie in wesentlichen Projekten und Lösungen keine Anwendung finden wird,” so der Verband in einer Stellungnahme.

Vor fast zehn Jahre startete das Projekt KDE: Matthias Ettrich initiierte 14. Oktober 1996 die Arbeit am beliebten KDE-Desktop. KDE zählt heute zu den am meisten gefragten Freie-Software-Projekten und ist Millionen von Anwendern vertraut. Aus diesem Anlass findet am 13. Oktober eine Geburtstagsfeier an der Technischen Akademie Esslingen - in Ostfildern bei Stuttgart - statt.

Das Programm setzt sich aus einem offiziellen Vortragsteil tagsüber von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr und einer Party abends ab 19 Uhr zusammen. Als Keynote-Sprecher im Vortragsprogramm sind KDE-Entwickler Matthias Ettrich und Mark Shuttleworth, Gründer der Ubuntu-Foundation, geladen.

Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere alle aktiven KDE-Entwickler, Beteiligte aus der KDE-Gründungszeit und diejenigen, die in der Vergangenheit das KDE-Projekt mitgestaltet haben.

Den genauen Programmablauf, weitere Infos und eine Anmeldemöglichkeit finden sich auf der Webseite von KDE.

In Kürze zusammengefasst ein paar Eckpunkte für die Feier:
Zeitpunkt: 13. Oktober 2006, Start 9:30 Uhr (offizieller Vortragsteil) bzw. 19:00 Uhr (Party)
Ort: Technische Akademie Esslingen, An der Akademie 5, 73760 Ostfildern (bei Stuttgart)

Zur Kostendeckung der Veranstaltung ist für Community-Mitglieder ein Preis von EUR 10 vorgesehen.

Das United Nations Environment Programme (UNEP) nutzt neue Applikationen, um auf die globale Umweltzerstörung aufmerksam zu machen: In einer Zusammenarbeit mit der digitalen Weltkarte von Google, der Google-Map, kann sich nun jeder aus der Distanz von oben - durch Satellitenaufnahmen - ein Bild vom Zustand der Erdoberfläche machen. Der „UNEP-Atlas of Our Changing Environment“ zeigt detailliert die ökologischen Veränderungen: Dies geschieht, indem jeweils eine Luftaufnahme von vor 25 Jahren mit einer aktuellen aus der jüngsten Zeit gegenübergestellt wird.

Der Atlas zeigt eine interaktive Google-Weltkarte mit den Markierungen der Orte. Klickt man auf ein Symbol, öffnet sich zunächst ein Fenster mit den beiden Aufnahmen. Durch einen weiteren Klick erhält man detailliertere Informationen über das Ausmaß und die Entwicklung der Zerstörung: Es gibt Informationen über bedrohte und ausgestorbene Tierarten; über schützenswerte Wälder, über die Folgen von Urbanisierung und Rodung, sowie über den Rückgang von großen Seen wie dem afrikanischen Tschad-See oder dem Aral-See in Zentralasien.

Eine Übersichtsliste der Orte, von denen vergleichende Luftaufnahmen existieren, findet sich ebenfalls auf der Webseite des Projekts.

Die beliebte freie Linux-Distribution Ubuntu soll ab der folgenden Version (Edgy Eft) nicht mehr per Post als CD versandt werden; Edgy Eft wird ausschließlich zum Download angeboten. Wie Pro-Linux berichtet, möchte die Entwicklerfirma Canonical damit die bereits erhältlich Version Ubuntu 6.06 LTS stärken und will diese auch weiterhin verschicken. Dies geschieht über den kostenlosen Post-Dienst ShipIt von Canonical, der jeweils die aktuelle Variante von Ubuntu ohne Gebühren als CD verschifft. Durch Verschickung des fertigen Produktes will Canonical für seine Leistungsfähigkeit garantieren und sich gegenüber der Konkurrenz wie Red Hat oder Suse behaupten.

Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war einer der Keynote-Speaker auf dem Wizards of OS 4-Kongress. Benkler ist im Moment einer der angesagtesten Analysten der Peer-Produktion: Sein Buch „The Wealth of Networks” wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und hat bislang einiges an Aufsehen erregt. Im folgenden Interview, das Markus Beckedahl auf der Wizards of OS 4 mit ihm führte, nimmt er unter anderem die Peer-Produktion in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft zum Gegenstand. Außerdem wird darin Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionsprozesse erklärt, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann. Im zwieten Teil des Interviews nächste Woche wird erklärt, was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten können.

Was bedeutet genau „Der Reichtum der Netzwerke“ („The Wealth of Networks“)?

Wir erfahren durch die digitalen Netzwerke eine Dezentralisierung der grundlegenden Fähigkeiten des Produzierens und Austauschens von Informationen, Wissen und Kultur. Als Resultat haben wir Innovation und ökonomische Produktion der am weitesten fortgeschrittenen Art. Darunter fällt zum Beispiel die Entwicklung einer ausgearbeitetsten Software, die in völlig neuen Modellen gebaut wird: dezentralisiert und ziemlich abhängig von sozialer Motivation und sozialen Strukturen, anstatt von Märkten, Firmen oder Regierungen abhängig zu sein. Zu diesen wirtschaftlichen Auswirkungen sehen wir, die wir in komplexen modernen Ökonomien leben, dass wir uns alle verschiedentlich innerhalb eines Kontextes der Massenmedien weiter entwickelt haben. Zum ersten Mal sehen wir nun was mit der Demokratie passiert, wenn Leute und Gruppen in verschiedenen Größenordnungen selbst entscheiden, was für sie wichtige Nachrichten sind und was sie abdecken oder berichten und kommunizieren. Auf einem größeren Level können Leute aktiv partizipieren und Kultur produzieren und ihre Geschichten als Text, Video oder Radiosendung vermitteln – im Gegensatz zu einer relativ kleinen Anzahl von Kulturschaffenden, die industriell hochwertig produzieren.

Und wie behandelt das Ihr Buch?

Mit dem „Reichtum der Netzwerke“ meine ich, dass ein Set von technologischen Konditionen Individuen und Gruppen zu einer größeren praktischen Kapazität und Autorität verholfen hat. Und das alles in einer Informationsumgebung, die wir als ökonomische Aktoren und noch wichtiger, als politische und soziale Wesen einnehmen. Ich habe mein Buch unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, um mit dem Grad, bis zu dem sich die akademische Presse von der traditionellen Presse zu einer genuinen Plattform für Konversation und Ausbildung wandeln kann, zu experimentieren. Es ist nicht nur als einfacher Download erhältlich, sondern in einem Wiki (3), damit Leser Anmerkungen machen können, Kommentare abgeben oder die Untersuchungen auf den neusten Stand bringen.

Wie beurteilen Sie die Free Software innerhalb der digitalen Revolution?

Freie Software hat auf einer größeren Ebene das erste beobachtbare wie effektive Beispiel für das Phänomen der Peer-Produktion geliefert. Wenn jemand im Jahr 2001 gefragt hätte: `Was würde passieren, wenn man im Internet tausend kleine Artikel-Teile hochlädt und jedem zur Verfügung stellt, ohne dass er sich einloggen müsste oder angeben, wieso er das tut?` Fünf Jahre später haben wir mit Wikipedia eine Enzyklopädie, die vielleicht nicht die beste ist, aber eine plausible Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica darstellt. Die kommerziellen Anbieter hätten dich damals für verrückt gehalten.

Durch ihre Traditionen bei der Software-Entwicklung von vor den 80ern und wegen ihrer messbaren Produktivität hat die Freie Software ein überaus starke Existenzberechtigung bewiesen. Außerdem hat sie gleich ein Idiom oder eine Metapher geliefert, damit die Leute das ganze Phänomen verstehen können, das sich so sehr von der industriellen, kapitalistischen Produktionsweise unterscheidet. Gleichzeitig unterscheidet es sich aber auch ganz und gar vom Kommunismus. Denn dieser ist, ebenso wie der industrielle Kapitalismus, ein Produkt der industriellen Ökonomie. In der Informationsökonomie der Netzwerke sind die Produktionsmittel jedoch nicht eine große Firma, die der Partei gehört, sondern der Computer, das Videotelefon oder eine Kamera, die jedem gehört. Dann spricht man nicht von einer Form des Kollektivismus, sondern von einer Form der individuellen Freiheit. Es gibt nämlich eine neue Form der Ausdifferenzierung, auf verschiedene Arten Information zu schaffen und auszutauschen. Das charakterisiert die Informationsökonomie der Netzwerke. Für diese neue Umgebung ist sie die zentrale Nutzerschnittstelle zwischen Markt und Nicht-Markt, zwischen Individuum und Kollaborative.

Kann man die Entwicklung Freier Software mit der Schaffung von Kulturgütern vergleichen?

Verschiedene kulturelle Formen haben verschiedene Charakteristiken. Mehr oder weniger werden sie bestimmten Strukturen unterworfen, um sie für Leute in ihrer Freizeit fassbar zu machen. Und das ohne Bezahlung. Bei Musik zum Beispiel macht es die Kohärenz eines Stückes ziemlich schwierig, dass es von einer großen Gruppe produziert werden kann, wo jeder einen kleinen Beitrag zuliefert. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie Künstler von ihrer Kunst leben können. Ich denke auch, dass wir weniger das Auftauchen einer neuen Starkultur erleben werden. Bei Filmen sieht es anders aus: Man sollte Film nicht als Hollywood-Blockbuster, sondern als visuelle, stimulierende kulturelle Narrative verstehen. Dann sehen wir das schon bei den Massive Multiplayer Online Games, die eine Plattform werden, indem sie genau das tun. Bei YouTube ist am Ende das Output nicht eine kohärente, hochqualitative Hollywood-Narrative, sondern ein Pastiche. Die kulturellen Formen werden sich ändern müssen. Aber haben wir die Bücher für das Fernsehen aufgegeben, oder Zeitungen für das Radio?

Schon wieder 15 Jahre ist es her, dass die Geburt des Linux-Kernels die Computerwelt zu revolutionieren begann: Am 17. September 1991 veröffentlichte der finnische Student Linus Torvalds die erste Version 0.01 des Linux-Kernels. Gerade mal 71 kb groß, sollte der Kernel der Beginn einer Alternative zu den damaligen, bislang nur kommerziellen Unix-Versionen darstellen. Mit bahnbrechendem Erfolg: Unter dem Maskottchen, einem niedlichen Pinguin namens Tux, sind Linux-Systeme heute nicht nur bei PCs, sondern vor allem bei Servern im Einsatz. Sie werden aber auch zunehmend bei Mobiltelefonen oder Routern eingesetzt. Von der Suchmaschine Google bis zu den Datenbanken der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist Linux in gebrauch.

Weithin ist bekannt, so eine Studie bei Infoworld, dass nicht nur 70 Prozent der Web-Server mit dem Open-Source-Porgramm Appache laufen, sondern dass auch große Bereiche mit der populären Datenbank MySQL betrieben werden. Die Untersuchung des Online-Rechercheportals SitePoint fand aber noch weitere erstaunliche Details bei der Befragung von 5 000 Entwicklern, was die Verbreitung von Open Source bei Online-Anwendungen angeht:

Bekanntlich werden Content Managment System vor allem bei der Veröffentlichung von Online-Texten, Audio- und Filmdateien bei Blogs und vielen Online-Portalen genutzt. Interessant dabei ist, dass gerade mal 11 Prozent der CMS von proprietären Anbietern stammen, aber stattliche 24 Prozent von Open-Source-Lösungen. Weitere 37 Prozent der verwendeten CMS sind individuell zugeschnittene Lösungen.

Der Report berichtet außerdem, wie wichtig immer mehr übergreifende Software-Lösungen werden, da zum Beispiel mit einer Programmiersprache wie Ajax heute zunehmend unterschiedliche Anwendungen wie Blogs, Podcasts oder Wikis auf eine Seite integriert werden wollen.

Infoworld schließt mit dem Kommentar: „Wenn man bedenkt, wie viele unserer Lebensbereiche sich in das Web verlagern, ist das nur ein Indikator mehr dafür, dass Open Source und nicht proprietäre Software das nächste Jahrtausend dominieren wird.“

Wie bereits berichtet, hat die Aktivistengruppe DefectivebyDesign.org einen großen Wettbewerb gestartet, um mit künstlerischem Output gegen das Digital Rights Managment zu protestieren. Die internationale Studentenbewegung FreeCulture.org schließt sich nun an und ruft ihrerseits zu kreativen Einsendungen auf: Der „Down with DRM“-Wettbewerb prämiert die fünf besten Video-Beiträge zum Thema. Die Videos können kurze Animationen sein oder auch Remixe / MashUps, die als virale Clips bei einer Anti-DRM-Kampagne eingesetzt werden sollen. Fertige Arbeiten werden in die üblichen Verbreitungsplattformen wie YouTube oder Archive.org eingespeist, sollen aber jeweils mit den Tags „downwithdrm” und „dbdoct3? für die Suchfunktion versehen werden. Den fünf Gewinnern winkt jeweils ein neuer Neuros OSD, ein portabler digitaler VCR. Weitere Deteils bei FreeCulture.org.

Schon zum vierten Mal trifft sich eine Mischung aus Theorie- und Nerd-Elite zum Informationsaustausch auf der dreitägigen „Wizards of Os“ - Konferenz in Berlin, diesmal vom 14. bis 16. September in der Columbiahalle. Das Gipfeltreffen kümmert sich um die „entstehende Wissensordnung digitaler Medien. Der Fokus liegt auf dem Potential von PC und Internet, freie Kommunikation und offene Kooperation bei der Schaffung von Wissen zu ermöglichen“, so die Selbstbeschreibung. Angesichts der Internet-Entwicklungen wurde als Thema „Information Freedom Rules“ gewählt.

Erstmal wird Larry Sanger, Mitgründer der Wikipedia, sein neues Enzyklopädie-Projekt vorstellen. Blockweise widmet sich dann die „WOS 4“ ab Donnerstag dieser Woche an jedem Tag einem Schwerpunkt: Der Donnerstag hat das Motto „Autorenschaft & Kultur“ und streift dabei die Lizenz-Gepflogenheiten in Brasilien oder die Veröffentlichungspraxis der Netlabels und lässt Rechtsprofessor Lawrence Lessig sein Verständnis von der „Read-Write Society“ erklären: Die „Read-Only“ Gesellschaft im 20. Jahrhundert, also einer „nur beschreibbaren“ Gesellschaft, die Informationen nur rezipieren kann, aber nicht aktiv dazu, sei „totalitär, zentralistisch und kontrollierend“ gewesen, so Lessig in der Ankündigung. Im 21. Jahrhundert sei die Gesellschaft wieder zu einer „Read-Write“-Gesellschaft geworden. Einer Gesellschaft, die analog zu den Nutzerrechten auf einem Betriebssystem Informationen lesen und schreiben darf, sich also aktiv am Mediengeschehen wie mit Blogs beteiligt.

Der Themenkomplex „Wirtschaft & Arbeit“ am Freitag beschäftigt sich unter anderem mit der Informationsfreiheit, mit Businessmodellen im Web 2.0-Kontext oder mit dem spannenden Thema Open-Source-Biotechnologien. Der Abschluß am Samstag läuft unter „Rules & Tooles of Freedom“ und behandelt Patentrechte, Freie Software und Offene Standards.

Zur Auflockerung finden am Freitag und Samstag Abends Netlabel Parties statt und es gibt unter anderem eine Freie Burn Station. Und entspannt kann man die Veranstaltungen mit Free Beer, also mit Bier, das unter der Creative-Commons-Lizenz gebraut wurde, geniessen. Unter den vielen neuen Projekten, die auf der „WOS 4“ präsentiert werden, soll auch ein neuer Web-Service für eine sichere Registrierung von Audio-, Video-, Bild, und Textdokumenten vorgestellt werden: RegisteredCommons.

Bereits seit einigen Jahren stellen kreativ Schaffende ihre Veröffentlichungen unter weniger restriktive Lizenzbedingungen online, zum Beispiel unter Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen. Große Medienunternehmen scheinen dagegen noch ratlos im Umgang mit den Möglichkeiten digitaler Distribution und daraus resultierenden Businessmodellen: Bedenken gegenüber illegalen Distributionen dominieren und lähmen deren Fähigkeit, auf diese Situation innovativ zu reagieren. Gerichtliche Klagewellen und Einführung von Kopierschutzverfahren scheinen mehr Ausdruck von Hilflosigkeit als zukunftsorientierte Strategie. Währenddessen erfahren viele Musiker oder Fotografen durch ihre alternativen Lizenzmodelle viel mehr Aufmerksamkeit, die bei nicht wenigen zu professionellen Karrieren geführt hat. Zu dem Modell der offenen Lizenzen entwickelt nun RegisteredCommons ein zuverlässiges Verfahren zur Registrierung, das es Urhebern erlauben wird, ihre Werkrechte besser zu wahren:

RegisteredCommons soll das Creative-Commons-Lizenzmodell auch für professionell Kreativschaffende attraktiver machen. Schließlich muss ein Autor im Fall von Urheberrechtsstreiten vor Gericht einen Beweis erbringen, wann und wo genau das betroffene Werk lizenziert wurde. Genau diese Informationen werden bei RegisteredCommons in Form eines von einem autorisierten Zertifikatanbieter erstellten Timestamps für sieben Jahre aufbewahrt.

Wizard of Os 4: Information Freedom Rules. 14. bis 16. September, Columbiahalle, Columbiadamm 13-21, Berlin. Anmeldung bei „WOS 4“.

Der geplante Völker-Vertrag zum Thema Rundfunk-Urheberrecht, „Treaty on the Protection of Broadcasting Organizations“, der World Intellectual Property Organization (WIPO) hat schwerwiegende Folgen für die Podcast-Gemeinde. Kürzlich erst protestierte die UNESCO dagegen, jetzt schreitet die Electronic Frontier Foundation (EFF) zur Tat. Wie sie berichtet, würde dieser Vertrag den Rundkunksendern für 50 Jahre einen mit dem Urheberrecht vergleichbaren Schutz für alle ausgestrahlten Sendungen und deren Inhalte garantieren, auch wenn die Inhalte gar nicht den Sendeanstalten „gehören“. So würde ein Fernsehsender, der eine unter Creative Commons-lizenzierte Sendung ausstrahlt, sämtliche Rechte an den Inhalten behalten und könnte verfügen, dass niemand den Film weder aufzeichnen noch vervielfältigen darf.

Damit nicht genug: Laut der EFF sollen einige Länder auch für eine Ausweitung des Vertrags auf das Internet ausgesprochen haben. Jeder, der „eine Kombination von ‚Ton und Bild‘ über einen Web-Server verbreitet“, dürfte sich ebenso einmischen, was der Empfänger, also der Podcast-Nutzer damit anfangen möchte. Damit wird er zum Mittelsmann zwischen dem Hörer und dem Autor. Der Hörer wiederum wäre gezwungen, bei einer weiteren Verwendung zuerst alle Rechte eines Werks mit den zahlreichen Inhabern dieser Rechte klären. „Das würde nicht nur die Innovation und den Zugang der Bürger zu Information behindern, es würde das Internet als Kommunikationsmedium verändern“, so die EFF.

Deshalb ruft die gemeinnützige Orgnaisation zum Protest auf bittet um eine Unterstützung. Wer ihre Erklärung unterschreiben möchte, kann das auf der Seite der EFF tun.

Aufgrund seiner überzeugenden Bedienung und Qualität wurde der Democracy Player schon mehrmals vorgestellt, seine Vorzüge als Podcast-Player gepriesen und als die „Evolution des Internet-Fernsehens“ angekündigt. Die neue Version 0.9 des handlich zu bedienenden Players soll „Entertainment garantieren“. Er spielt natürlich weiterhin Videocasts und Podcasts ab, allerdings jetzt mit einer neu gestalteten Oberfläche und ist in schon 30 Sprachen verfügbar:

Ein neues Merkmal ist die Playlist, also die Wiedergabeliste, die sich der Nutzer aus seinen Lieblingsvideosendungen zusammenstellen kann. Weiterhin können nun verschiedenen Channels übersichtlicher in Ordner einsortiert werden. Eine Neuerung beim Abspielen ist die Integration von Flash-Animationen. Die Democracy Player-Version in Windows und Linux können dies nun tun und darüber hinaus auch in den Archiven von Google Video und YouTube danach suchen.

Das Netzjournal DesktopLinux.com führte eine Online-Umfrage mit Linux-Nutzern durch: Die 14 535 Teilnehmer wurden nach ihren verwendeten Distributionen befragt, nach ihrem Lieblingsbrowser und ob sie auch Windows nutzen würden. Wenig überraschend war die Distro Ubuntu mit dem GNOME-Desktop mit 30 Prozent die bevorzugte Anwendung der Linux-Benutzer. Ihm folgen Kubuntu mit KDE, abgeschlagen folgen danach Debian GNU/Linux mit 12 Prozent und OpenSuse mit 10 Prozent. Bei den Desktops siegt KDE: Gut ein Drittel der Nutzer schwören darauf, fast ebenso viele (35 Prozent), bevorzugen GNOME. Weit abgeschlagen liegt dafür Xfce mit nur 10 Prozent.

Beim Surfen befürworten knapp zwei Drittel der Nutzer den Freien Browser Firefox von Mozilla. Ein Drittel verwenden den Email-Client Thunderbird, ebenfalls aus dem Hause Mozilla. Auf Platz zwei und drei kommen Evolution und KMail von KDE.

Die Linux-User zeigten sich rigoros bei der Verwendung von Microsoft-Produkten: 40 Prozent der Befragten gaben an, Windows gar nicht erst auf ihren Linux-Rechnern einzusetzen. Wenn es aber doch gebraucht wird, greifen ein Drittel der User auf Wine als Methode zurück, Windows-Anwendungen laufen zu lassen.

Nichteingeweihte haben es oft schwer, technische Begriffe zu verstehen und trockene Abkürzungen auseinander zu halten. Ganz abgesehen davon, dass in vielen Fällen Inhalte unklar erscheinen und nicht transparent genug vermittelt werden. Das gilt besonders auch für Lizenzen und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen. Das IT Manager`s Journal will mit Missverständnissen und Vorurteilen gegenüber der GNU General Public License (GPL) aufräumen und listet die zehn häufigsten Falschannahmen auf. Drei Experten befragte sie dazu: Rechtsanwalt Richard Fontana vom Software Freedom Law Center, David Turner, ehemals bei der Free Software Foundation und Harald Welte vom GPL-Violations Project.

Die Fachkundigen bereinigten unter anderem folgende Aussagen: „Die GPL ist viral“. Falsch: Software, die im Umfeld von oder mit GPL-lizenzierter Software zusammenwirkt, wird nicht automatisch gleich auch selbst Gegenstand dieser. Dieser verbreitete Irrtum geht auf eine Rede des Microsoft-Vice Präsidenten Craig Mundie zurück. „Man kann für GPL kein Geld verlangen“. Falsch: Es geht bei der GPL und Freier Software in erster Linie um Freiheit und nicht um Kostenfreiheit. „Vertreiber brauchen nur den Source Code beifügen, den sie verändert haben“. Falsch: In Abschnitt 5 der GPL wird genau geregelt, dass der gesamte Source Code weiter gegeben werden muss. „Ich glaube nicht, dass diese Wort das meint, was du denkst“. Für Verwirrungen sorgen laut Richard Fontana meistens die unterschiedlichen Meinungen, wie das Recht ausgelegt werden darf. Das beginnt schon mit der Auseinandersetzung darüber, was „Arbeit“ in Bezug auf Programme im Sinne des Urheberrechtsgesetzes bedeutet. Das gilt auch für die Distribution: Die Bedeutung hierfür variiert allein schon in den Vereinigten Staaten, abhängig davon, ob man vom Vertrieb in Bezug auf das Copyright spricht oder damit die gewöhnliche kommerzielle Nutzung meint. Die neue Version der GPL sollte im nächsten Jahr auch Widersprüchlichkeiten beseitigen und die Terminologien neu festlegen, so der Bericht.

Die Aktivistengruppe Defective by Design holt zu neuen Schlägen aus. Wie bereits berichtet, schreitet die amerikanische Gruppe vehement in Schutzanzügen gegen das umstrittene Digital Rights Management zur Tat und will auch U2-Frontmann Bonox Vox um Unterstützung bitten. Zum 3. Oktober ruft sie nun den weltweiten Anti-DRM-Tag. Jeder ist nun aufgerufen, seine Idee für eine Kampagne einzureichen, die dann am Anti-DRM-Tag umgesetzt werden könnte. Wem noch nichts einfällt, der kann sich zumindest an der Petition an Bono beteiligen, die man online ausfüllen und ihm übermitteln kann. Damit man auch weiß, wie die Industrie denkt, führt Defective by Design einen Disney-Mitarbeiter mit dem Zitat an: „Wenn die Konsumenten überhaupt wissen, dass es DRM gibt, was es ist und wie es funktioniert, dann haben wir schon versagt.“ Schon aus diesem Grund lohnt sich ein Mitmachen. Die Prinzipien von DRM sind noch nicht bekannt genug.

Was würde Jesus herunterladen? Das fragt sich nicht nur die gleichnamige Webseite für christliche PC-User, sie schlägt auch gleich etwas vor: Jesus wäre sicherlich begeistert von der Open-Source-Gemeinde. Ob er auch die christliche Version des Linux-Desktops Ubuntu installieren würde, wissen wir nicht.
Linux-affine Christen können sich zumindest den humanistisch angehauchten Desktop mit dem Mottto „Linux für menschliche Wesen“ herunter. Im Unterschied zur „normalen“ Ubuntu-Version enthält die christliche Variante die „beste, verfügbare christliche Software“. So beschreibt sie das Programm GnomeSword für Bibelstudien, das auf der Software SwordProject basiert und neben der Bibel auch Wörterbücher und Kommentare enthält. Als weiteres herausstehendes Merkmal wird der Kinderschutz Dansguardian gepriesen. Damit können Gläubige einstellen, was ihre Zöglinge im Netz ansurfen dürfen und was nicht. Ein wahrhaft frommes Betriebssystem.

Freunde des KDE-Desktops sei des weiteren das christliche Ichthux-Projekt ans Herz gelegt: Hier wird der Kubuntu-Desktop mit der bibelfesten Software ausgestattet. Wer sich als christlicher Chatter betätigt, kann außerdem seine überaus frommen Emoticons in das Freie Chat-Programm Kopete installieren.

Vor gut einem Jahr wurde das amerikanische Online-Projekt LibriVox gegründet: Das ehrenamtliche Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, Klassiker, die der Allgemeinheit bislang frei zugänglich sind, als Hörbücher online zu veröffentlichen. Unter dem Motto „acoustical liberation of books in the public domain“, der „akustischen Befreiung von Büchern des Allgemeinguts“, können Hörer in dem englischen Katalog stöbern oder sich Episoden als Podcast in einem Abspielprogramm wie Democraycy Player oder Podnova automatisch herunterladen. Erhältlich sind die bislang etwa 200 Audio-Files in der Regel im mp3-Format oder im Freien Ogg Vorbis.

Ob Plato oder „Die Kunst des Krieges“ von Sun Tzu, Werke von Jane Austen oder Shakespeare: Die Klassiker wurden unter dem amerikanischen Copyright vor 1923 veröffentlicht und dürfen frei und nicht-kommerziell weiter gegeben werden. LibriVox ist für seine Verbreitung von Hörbüchern natürlich völlig auf die freiwillige Mithilfe von motivierten Vorlesern angewiesen, die Bücher nicht nur für ihre Sprösslinge vortragen wollen.

Chumby ist ein kleines, aber feines Gerät, das so einiges an sozialer Interaktion über das Konzept des Web 2.0 verspricht: Gerade mal so groß wie ein Wecker, ist es mit einem kleinen Display ausgestattet und einem WLAN-Modul. Bedient wird er über seine Oberfläche: Neben dem Touchscreen verändert auch leichtes Berühren oder Drücken der weichen Oberfläche sein Programm. Für den Kontakt mit der Außenwelt können Freunde nun Nachrichten in Form von SMS, Emails oder über Chat-Programme an Chumpy senden, der diese anzeigt. Das gleiche gilt für das Versenden von Bildern und Musik-Dateien: Chumpy spielt mp3s ab und kann sich automatisch Podcasts herunterladen – und den Nutzer beispielsweise mit einer Lieblingssendung wecken.

Genauso kann man Chumby bei diversen RSS-Feeds anmelden und prompt zeigt er wahlweise die letzten Flickr-Motive, die News von Slashdot.org oder die Wettervorhersage an. Zur Not ist Chumby aber auch mit einem analogen Radioempfänger ausgestattet und kann AM und FM wiedergeben. Nicht größer als ein handelsüblicher PDS oder ein Handy, passt er in jede Umgebung. Im Gegensatz zu den meisten anderen elektronischen Geräten wird er aber komplett als Open Source entwickelt: Jeder kann, darf und soll ihn „hacken“, modifizieren und nach seinen Wünschen verändern. Ein angeschlossener Blog kann dafür ein Forum für die Entwickler-Gemeinschaft bilden.

Chumby ist bislang noch nicht auf dem Markt, soll aber ab März 2007 für hächstens 150 Dollar angeboten werden.

Der APC Chris Nicol Preis geht an Initiativen, die die Verbreitung und den Gebrauch von Freier und Open-Source-Software (FOSS) unterstützen und vor allem für Heimanwender ermöglichen. Ausgeschrieben wird der Preis von APC, The Association For Progressive Communication, einem internationalen Netzwerk für Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsgruppen. Der Preis trägt seinen Namen nach dem langjährigen australischen und mittlerweile verstorbenen APC-Mitarbeiter und Aktivisten Chris Nicol. Der gründete unter anderem in Spanien die Organisation Pangea als Teil des Netzwerks der spanischen Internet-Aktivisten.

„Making it easy to use free and open source software“:
Der Preis richtet sich vor allem auch an kleine und mittelgroße Projekte, die vor allem nutzerorientiert arbeiten und sich mehr um die Ziele der Nutzer-Gemeinde kümmern anstatt in erster Linie die kommerziellen Aspekte im Auge zu haben. Als weitere Kriterien müssen sie dokumentiert sein und nachweislich den Gebrauch mit Freier Software im Alltag verstärkt haben. Dennoch betont APC, ist es nicht das Ziel, FOSS kostenfrei zu entwickeln und zu verbreiten. Das sei ein Mythos und nicht zu verwirklichen. Deshalb stehen bei dem Preis auch mehr die Anstrengungen und die Verdienste um die Verbreitung von FOSS im Vordergrund.

OpenUsability kümmert sich als gemeinnütziges Projekt um eine verbesserte Nutzerführung bei Freier Software. Es gebe viele Experten bei der Anwendung und ebenso viele Entwickler, die ihre Programme gern nutzerfreundlicher programmieren wollen, erklärt das Projekt auf seiner Webseite. Beide sollten nun besser zusammengeführt werden, schließlich profitieren sie voneinander. Ellen Reitmayr von OpenUsability erklärt der fspa.de: „Die User sind diejenigen, die in direkter Weise von Usability profitieren, da das Ergebnis im Idealfall eine optimal zu benutzende Software ist. Dies kommt natürlich dem Ansehen von Linux und damit dem Markt-Erfolg zu Gute. Aber auch die Entwickler profitieren von (Open)Usability, da sie schwierige Design-Entscheidungen nicht mehr selbst treffen müssen, sondern Spezialisten Rat fragen können, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.“

Diesen sinnvollen Ansatz verwirklicht OpenUsability mit einer Ausschreibung, indem sie Studenten mit jeweils 700 US Dollar fördert, die sich der Nutzeroberfläche des Freien Bildbeartungsprogramms GIMP annehmen wollen: OpenUsability ruft Interactive Architekten auf, sich an der Gestaltung der Bedienoberfläche des unter der GNU General Public Licence veröffentlichten Programms zu beteiligen. „Es gibt nur wenige organisierte Versuche, Usability in die Linux-Entwicklung zu integrieren. Viele sind Firmen-getrieben, wie zum Beispiel betterdesktop.org oder die (wenigen) Usability-Labs der grossen Linux-Distributionen. OpenUsability arbeitet teilweise Hand in Hand mit diesen Labs. Gleichzeitig ist es aber eine freie Organisation, die allen Linux-Distributionen und Desktop-Umgebungen in gleicher Weise zu Gute kommen kann“, schildert Reitmayr den Ansatz für dieses Projekt.
Die Ausschreibung gestaltet sich interdisziplinär, deshalb sind auch bislang fachfremde Interessierte herzlich willkommen, sich zu bewerben: Designer, Programmierer, Psychologen oder Spezialisten aus dem Bereich Kommunikation sind aufgefordert, einen kurzen Lebenslauf und ein Begründungsschreiben per Email an das Projekt zusenden.

Das International Open Source Network (IOSN) bemüht sich vordergründig um den verstärkten Einsatz von Freier Software im asiatischen Raum. Der Ableger des United Nations Development Programmes wartet nun mit einer weiterem Überblick über den Einsatz von Freier und Open-Source-Software, abgekürzt FOSS, auf: das PDF-Blatt „Free/Open Source Software Licensing“ von Shun-ling Chen entwirft verschiedene Szenarios. Die Broschüre erläutert Grundlegendes zum Thema Urheberschaft/Copyright und wendet das auf den Software-Bereich an. Sie erklärt die Unterschiede zwischen FOSS und proprietären Programmen und durchleuchtet als Beispiellizenz die GNU General Public License. Der letzte Abschnitt widmet sich ganz der Alltagspraxis und zeigt, wie Freie und Open-Source-Software bei neuen Projekten eingesetzt oder in bereits bestehende integriert werden kann. Die Einführung kann als PDF-Datei eingesehen werden.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana setzt man das Betriebssystem Linux vermehrt in Klassenzimmern ein: Wie crn.com berichtet, wurden bereist im letzten Jahr 22 000 Schul-PCs mit Distributionen wie Novell SUSE, Ubuntu oder Red Hat ausgestattet. Realisiert wurde die Migration durch den staatlichen Zuschuss unter dem Programm Affordable Classroom Computers for Every Secondary Student (ACCESS) durch das Indiana Department of Education. Bislang sind 24 Schulen ausgestattet, etwa 80 werden wahrscheinlich dieses Jahr umsteigen, schätzt Mike Huffman vom Indiana Department of Education.

Als Gründe werden, wie so oft, die niedrigeren Kosten, eine größere Funktionalität und die Anfangserfolge angegeben. „Wir haben eine Million Kinder im Bundesstaat Indiana. Wenn wir jedes Jahr für jede Maschine 100 Dollar für die Software bezahlen müssten, wären das 100 Millionen für die Programme“, erklärt Huffman. „Deshalb ist Open Source so attraktiv. Wir können die Kosten auf 5 Dollar pro Jahr [für jeden Computer] senken.“ Ob Linux sich auf dem Markt behaupten kann, hängt aber vor allem davon ab, ob sich die Gemeinschaft zusammen organisiert, gibt Huffman zu Bedenken. Voraussetzung wäre aber ein gemeinsamer API und ein gleicher Installer: „Wenn das nicht gegeben ist, wird es keinen Wettbewerb geben.“

Auf der LinuxWorld letzte Woche in San Francisco wurden innovative Freie Projekte nominiert, eines erhielt den Preis: Die Freie Applikation ccHost schafft eine webbasierte Infrastruktur, die als Plattform und Netzwerk-Basis für Online-Videomixer wie den beliebten Freien ccMixter dient. Wie Creativecommons.org vermelden, gewann ccHost den Product Excellence Award „Best Open Source Solution“ für das Ziel, Musik-, Film- und andere unter Creative-Commons-lizenzierte Dateien im Internet zu verbreiten. Weitere Nominierte waren rPath Conary und Novell SUSE Linux 10.x. Das plattformunabhängige Programm kann kostenlos herunter geladen werden.

In den letzten Monaten gerieten, wie bereits berichtet, die Anbieter der populärsten Suchmaschinen wiederholt ins Kreuzfeuer. Die US-amerikanische Regierung hatte auf die Herausgabe von Suchanfragen gefordert, und alle Unternehmen hatten schließlich unauffällig nachgegeben – nur Google hatte öffentlich protestiert. User, die in Zukunft verhindern möchten, dass ihre sensiblen Kundendaten eventuell weiter gegeben werden, können nun selbst für mehr Privatsphäre sorgen:

TrackMeNot ist eine kleine Erweiterung sowohl für den Freien Browser Firefox, als auch für oft verwendete Suchmaschinen wie Google, AOL oder Yahoo!. Sie soll einfacher für anonymes Suchen im Internet sorgen: Einmal in den Web-Browser installiert, verschleiert es das Stöbern des Benutzers im Netz, indem es möglichst viele weitere „Geister“-Suchanfragen startet – bis zu drei Millionen, wie auf der Seite angegeben wird. Dadurch wird es für Data Mining-Software sehr schwierig, den Suchverlauf des Anwenders nachzuverfolgen. Die Applikation von den Dozenten Daniel C. Howe und Helen Nissenbaum von der New Yorker NYU lässt sich leicht über einen Klick im geöffneten Firefox-Fenster installieren.

KornkreiseAliens benutzen den Freien Browser Firefox – ginge es nach den Studenten der Orgeon State University. Sie setzten dem beliebten Web-Browser Firefox ein weithin sichtbares wie bleibendes Zeichen und fertigten ein riesiges Kornfeldbild in Gestalt des Firefox-Logos an. Nach zwei Wochen Vorbereitungszeit wurde die Freifläche in 24 Stunden präpariert: Nachdem ein Seil mit den Umrissen des Logos aufgespannt wurde, schritten die „Stampfer“ zur Tat und walzten die Ähren nieder. Mit dem „Firefox Crop Circle“ wollten die Freiwilligen ihren Enthusiasmus demonstrieren, den man selbst vom Weltraum aus ausmachen kann, so die Studenten.

Das gleiche Team erregte bereits mit vorher veranstalteten Aktionen für Firefox Aufsehen: So malten sie ein riesiges Browser-Logo auf den Vorplatz der Universität und ließen zum 100 millionsten Download einen Firefox-Ballon steigen

Podcasts erfreuen sich seit bald zwei Jahren wachsender Beliebtheit. Letztes Jahr war es das Wort des Jahres in England. Auch hierzulande ist das digitale Aufzeichnen von selbst erstellten Radiosendungen und deren Herunterladen per Abonnement so beliebt, dass Hörer mittlerweile wöchentlich dem Kanzlerinnen-Podcast von Angela Merkel lauschen können. So eine digitale Radiosendung ist natürlich genauso einfach auf dem Linux-Betriebssystem zu bewerkstelligen. Um sich einen oder mehrere Podcast-Sendungen regelmäßig herunterzuladen, benötigt man nur einen Player, der die gewünschten Sendungen mittels eines RSS-Feeds automatisch abruft.

Im aktuellen LinuxUser-Magazin, Ausgabe 09/06 werden drei Abspiel-Programme dazu vorgestellt, die leicht zu handhaben sind: KatchTV für SUSE wartet mit einer vereinfachten Nutzeroberfläche auf: Auf der linken Seite des Programmfensters steht eine Liste der verfügbaren Podcasts, nach einem Klick darauf sieht man jeweils auf der rechten Seite die weiteren Informationen zu den Sendungen.

Der Democracy Player läuft unter Ubuntu, Debian und Fedora, Windows und OSX. Das übersichtliche wie verständliche Abspiel-Programm versteht sich als neue Generation des „Volks-TV“. Seine Entwickler, die Participatory Culture Foundation, und ihr politischer Ansatz wurde bereits an dieser Stelle besprochen. Der Player soll als weiterer Aspekt der Social Software die Hörer verbinden: In der Community können User in dem umfangreichen Portal die Podcasts untereinander bewerten und empfehlen.

Podnova unter SUSE, Windows und OSX ist nicht nur ein Player, sondern gleichzeitig auch eine umfangreiche Suchmaschine für alle möglichen Sparten von Sendungen. Basierend auf dem Juice Player kann er aber auch Filme abspielen. Jedoch muss man nach 31 Tagen mit einem Gast-Status Mitglied werden, um die Such- und Abspielfunktion weiterhin nutzen zu können.

Eigentlich könnte die Software-Welt so schön sein – hätten die Menschen nicht von Natur aus unbestimmte Vorbehalte gegenüber Offene-Lösungen, so scheint es. Der Artikel „A closed mind about an open world“ in der Financial Times kommentiert, wie viele zunächst misstrauisch und ablehnend gegenüber Freien Projekten wie Offene Netzwerken, Software-Anwendungen oder auch Freien Wissens-Almanachen reagieren. Woran das liegt: Der Autor James Boyle nennt es „openness aversion“, eine Aversion gegenüber Offenheit. Denn befasst sich die Verhaltensforschung mit der Ökonomie, könne sie auch nur demonstrieren, dass sich Menschen nicht gemäß der Prognosen der Wirtschaftstheorien verhalten. Menschen rechnen zum Beispiel eher mit einem wirtschaftlichen Misserfolg, anstatt sich bessere Gewinnchancen auszumalen. Viele Entscheidungen werden nämlich durch kognitive Verhaltensmuster bestimmt.

Für den Autor trifft das ebenso auf den Umgang mit geistigem Eigentum im Zusammenhang mit dem Internet zu: Menschen neigen dazu, „die Wichtigkeit, die Rentabilität und die produktive Energie von Offenen Systemen, Offenen Netzwerken und der nicht-proprietären Produktion unterzubewerten“, erklärt Boyle. Er führt die Entwicklung des Internets an: Hätte man sich vor 15 Jahren eine totale Offenheit und den Freien Zugang zu Wissen vorstellen können, als das Netz in den Anfängen steckte? Hätte man sich entscheiden müssen zwischen einem Offenen System, das neben dem Bürgerjournalismus auch Spam, Online-Pornos und Viren zulässt – und einem regulierten System, das dem einzelnen User nur wenige Freiheiten in der Bedienung lässt und ihm alles vorgibt? 1991 hätte man wohl eher der Kontrolle und dem Eigentum den Vorzug gegeben, resümiert der Autor. „Es ist nicht so, dass die Offenheit immer das Richtige ist. Wir bräuchten besser eine Balance zwischen offen und geschlossen, besitzend und frei. Und systematisch scheinen wir die Balance falsch zu verstehen“, sagt er. Gründe dafür seien das Unverständnis gegenüber Eigentum in Netzwerken, weil es nicht greifbar ist. Intuitiv würden wir uns nicht für Eigentumsverhältnisse entscheiden, die sich nicht durch Überbeanspruchung abnützen, wie bei Software. Noch könnten wir Eigentum annehmen, das durch den Gebrauch von vielen erst wertvoll wird, wie Kommunikationsstandards. „Wie bei Astronauten, die an Schwerkraft gewöhnt sind, sind unsere Reflexe schlecht auf den freien Fall vorbereitet“, so Boyle. Aber vielleicht ist das eine Sache des Lernens und des Aneignens, sich auf veränderte Verhältnisse einzustellen.

Der E-Learning-Bereich ist in Aufruhr, wie die Posts bei O`Reilly zeigen: Die Firma Blackboard hat das so genannte Learning Management System (LMS) patentiert und damit viel böses Blut in der Branche verursacht. Nach amerikanischem Recht wurde der Firma ein Patent genehmigt, das ihr „ziemlich alles, was mit Learning Management Systemen zu tun hat, garantiert“ erklärt Open-Source-Programmierer Michael Feldstein in seinem Blog e-Literate, der unter anderem auch an Freien E-Learning-Projekten des MIT mitgearbeitet hat. Er interpretiert das Patent so, dass Blackboard die Rechte an jeder Art von Groupware hat, die bei Lernsoftware eingesetzt wird. Das würde schwerwiegende Folgen sowohl für proprietäre Entwickler als auch für die Open-Source-Gemeinde haben, so Feldstein. Damit nicht genug: Am gleichen Tag reichte Blackboard eine Patentklage gegen den Konkurrenten Direct2Learn ein. Nicht nur freie Lernprogramme wie Moodle und Sakai könnten damit ebenso belangt werden, sogar ein Content Management System (CMS) wie Drupal wäre im Visier des breit ausgelegten Patents, so Feldstein.

Die Gemeinde schritt zur Tat: Es wurde eine Seite ins Leben gerufen, um die juristische Sprache des Patents verständlich zu formulieren. Weiterhin gibt es einen großen Überblick über die Geschichte des E-Learning bei der Wikipedia. Außerdem wurde ein Boykottaufruf mit einer Online-Petition gegen Blackboard gestartet.

Mozilla, die Entwicklerplattform für weltweit beliebte Freie Software wie dem Browser Firefox und dem Email-Client Thunderbird, will den kollektiven Wissensfluss der Entwickler für neue Projekte ankurbeln: Im neu gegründeten Mozilla Lab und einem eigenen Wiki dürfen sich Programmierer ab sofort austauschen. Mit einem lockeren Brainstorming der Kreativlinge hofft Mozilla, neue Web-Techniken für die Allgemeinheit zu erschließen. Basil Hashem von der Mozilla Corporation betitelt es als „die Zukunft des Webs erforschen“ und will damit unter anderem die Diskussion in der Community anregen, natürlich die Innovation fördern und auch Mozilla ein öffentliches Gesicht als Marke geben. Ein Blog und eine Mailingliste sollen zum inspirierenden Austausch beitragen.

Das bislang unter dem Namen bekannte Vektorgrafik-Programm Xara ist in einer neuen Version erhältlich: Xara Xtreme 0.7 ist nicht nur eine Open-Source-Software, es will sich auch mit kommerzieller Profi-Software messen können. Zehn Jahre lang war es als Xara X für das Windows-Betriebssystem erhältlich. Nun will Xara Xtreme auch für die Linux-Plattform eine ernstzunehmende Alternative im Grafik-Sektor liefern: Seit Anfang diesen Jahres ist der Quell-Code für Programmierer zugänglich, das Resultat ist eine neue Version 0.7 mit erweiterten Merkmalen für Linux. Xara Xtreme bietet unter anderem einen verbesserten Import und Export von Formaten wie TIFF, BMP, Pict, PSD und PDF als Bitmap. Ein neuer SVG-Filter ist auch bereits im Einsatz, der noch erweitert werden muss. Nun ist auch bei Xtreme Drag&Drop möglich, um Bilder besser in Texte einzubinden.

Die europäische Finanzgesellschaft SWIFT, die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication tätigt beinah sämtliche Überweisungen ins Ausland sowie Eilüberweisungen im internationalen Bankenverkehr. In jüngster Zeit wurde jedoch skandalträchtig bekannt, dass die Genossenschaft der Geldinstitute mit Sitz in Belgien bereits seit immerhin fünf Jahren die Daten von insgesamt 20 Millionen Überweisungen an die US-amerikanischen Behörden übermittelt hat. Die vertraulichen Informationen wurden von der SWIFT sogar ohne Gerichtsbeschluss und Rechtsgrundlage versandt. Ohne jemals einen Anspruch vor einem ordentlichen Gericht geltend gemacht zu haben, soll das US-Finanzministerium offensichtlich solange Druck ausgeübt haben, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in New York ein Datenzentrum mit einer vollständigen Kopie aller Transaktionsdaten innerhalb der EU. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden bis heute mehr als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen – vom Bankengeheimnis keine Spur.

Die Bundesregierung ihrerseits gibt sich nun laut Tagesschau.de machtlos und verweist die Verbraucher an ihre jeweiligen Banken: „Wir haben keinen Zugriff auf ein belgisches Unternehmen”, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Deutschen Bankkunden bliebe wohl nur übrig, bei ihren Kreditinstituten nachzufragen, wie es denn um die Sicherheit der Daten bestellt sei. Die ungeheuerliche Weitergabe der Informationen an die amerikanischen Behörden durch die SWIFT können die Kunden nur unterbinden, indem sie bei ihren Banken dagegen protestieren. Schließlich müssten die Handlungen der SWIFT auch mit den deutschen Kunden der zusammenarbeitenden Banken vertretbar sein: Der Markt würde dann entscheiden, ob die Kunden dies akzeptieren oder nicht.

Jeder Verbraucher sollte jetzt dieser indirekten Aufforderung der Bundesregierung mit dem Verweis auf den Markt folgen: Quintessenz.at hat für österreichische Bankkunden eine Mustervorlage für ein Auskunftsbegehren gegenüber den Banken erstellt und bietet das auf seiner Webseite an. Das Blog Netzpolitik.org hat daraufhin die Musterbriefe an das deutsche Datenschutzgesetz und die hiesigen Verhältnisse angepasst und stellt sie als Kampagne zur Verfügung. Sie sind in den Formaten Winword 97/2000/XP DOC, OpenOffice OpenText ODT, RichTextFormat RTF oder als Acrobat PDF erhältlich und können ausgedruckt an die private Bank zurückgefaxt werden. Auf der Seite für “Datenschutzmusterbriefe” kann jeder das Schreiben mit seinen Angaben direkt als ein fertig gelayoutetes PDF generieren lassen, natürlich über eine sichere Verbindung.

Die SWIFT war schon öfters im Visier der Datenschützer, beispielsweise stand sie im Verdacht der Wirtschaftsspionage: Allein der Tatbestand der Weitergabe detaillierter Informationen über Flugbuchungen in die USA, den Passenger Name Records, die ähnlich wie die Finanzdaten bei SWIFT über das europäische Buchungssystem Amadeus laufen, rückt die SWIFT in kein gutes Licht. Die Weitergabe dieser Daten wurde im Juni 2006 vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt. Über die Leitungen von SWIFT sollen täglich Transaktionen von 8000 Finanzinstituten weltweit abgewickelt und damit internationale Handelsbeziehungen im Detail abgebildet werden.

Das IT-Marktforschungsinstitut Government Insights hat eine Studie vorgestellt, die Linux-Anwendungen eine glänzende Laufbahn auf dem Regierungs- und Ämtersektor vorhersagt: „The Long Term Impact of Open Source Solutions on Government IT Spending“ hat analysiert, dass Freie Software in den nächsten fünf Jahren seinen Marktanteil am stärksten im öffentlichen Sektor ausbauen wird. In den kommenden Jahren wird außerdem ein Wertewandel bei den Ämtern stattfinden, so die Studie, der dazu führt, dass Regierungen und Behörden ihre maßgeschneiderten Linux-Anwendungen untereinander tauschen und weiter verbreiten.

„Die Anforderungen an behördliche Programme sind einzigartig weil Regierungen eine einzigartige Funktion innehaben – sie dienen dem Bürger“, erklärt Shwan P. McCarthy von Government Insights. In den nächsten drei Jahren prognostiziert das Institut weiterhin eine jährliche Wachstumsrate der Open-Source-Software von 30 Prozent innerhalb der jährlichen Totalausgaben für IT-Belange. Dieser Trend soll anhalten und den Einsatz von Freier Software in Ämterkreisen zu einer nicht zu unterschätzenden Größe verhelfen. Auch liege die Betonung auf einem Personalisieren der Linux-Anwendungen auf die jeweilige Behörde, was eine stärkere Zusammenarbeit von Entwicklern und Ämtern zur Folge hat.

„Das Thema Frauen und Technik ist in der Gesellschaft immer noch mit einer Reihe von Vorurteilen besetzt. Da kommt es natürlich immer wieder vor, dass Frauen auch im Open-Source-Bereich nicht ernstgenommen und öffentlich belächelt werden“, gibt Gina Lanik, Systemadministratorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Rechenzentrums WSR im schweizerischen Pressetext zu Protokoll.

In die Welt der männlich dominierten Software-Branche soll sich deshalb im Bereich der Linux-Entwicklung etwas ändern: Das Projekt um die vom Unternehmen Red Hat finanzierte Linux-Distribution Fedora will mehr weibliche Unterstützung in die Welt des Open Source bringen: Durch das Wiki Fedora Women sollen mehr Frauen Fedora weiterentwickeln, benützen und unterstützen. Allein schon das Logo setzt sich aus einem geschwungenem „f“ zusammen und will die wechselseitige Beziehung von „infinity“, „freedom“ und „voice“ verbildlichen. Im Allgemeinen würde schließlich die Zahl der weiblichen Fedora-User unterschätzt, so die Macherinnen, deshalb „sind sie in der Community auch unterrepräsentiert“. Fedora Women will allen weiblichen Beteiligten ein eigenes Forum bieten und hat dazu eine Mailingliste und einen IRC-Kanal eingerichtet.

Auch bei anderen Distributionen haben sich Netzwerke und Portale für Entwicklerinnen gegründet: Währen die LinuxChix sich mit übergeordnet mit Terminen und Infos rund um die weibliche Linux-Userschaft kümmert, gibt es jeweils für die einzelnen Oberflächen GNOME, KDE, Debian und Ubuntu eigene Frauen-Portale.

Ubuntu Customization Kit ist eine Applikation, die die Live-CD von Ubuntu und seinen Variationen Kubuntu/Xubuntu und Edubuntu einfacher für den persönlichen Bedarf zuschneiden kann. Mit der neuen Version UCK 1.2 ist es möglich, verschiedene Päckchen der Live-CD wie Spracherweiterungen oder Einzelprogramme hinzuzufügen. Mit UCK 1.2 wurden einige Fehler behoben, jetzt kann auch der Packet-Manager von der CD benutzt werden. Der Support für GTK ist jetzt eingebunden, möglich über Zenit.

Mit dem Kit lässt sich eine startfähige Live-CD erstellen, die ein auf den Benutzer zugeschnittenes Root-Filesystem (Software installieren und deinstallieren), die ISO-Inhalte (docs und Dateinamen ändern) und initrd (Module zum Booten hinzufügen oder ändern). Das Kit steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Der beliebte Freie Web-Browser Firefox startet eine Werbe-Kampagne nach der anderen: Wie bereits berichtet, ist es das erklärte Ziel der Mozilla-Foundation und ihrem „Community Marketing Portal“ Spreadfirefox.com, mit den Mitteln der Grassroots-Bewegung den Open-Source-Browser innerhalb der User-Gemeinschaft durch die User zu bewerben. Mit Erfolg – der 200 Millionste Download ist bereits seit letzter Woche erreicht.

Zur Feier folgt bereits der nächste Streich von Mozilla: Das Unternehmen ruft zum Schreibwettbewerb auf. User sollen die Erfolgesgeschichte des Freien Browsers schildern, aber auch andere Beispiele von sensationellen Siegen aus dem Bereich Kunst, Musik oder Sport an den Blog „the fox tales“ senden. Als Beispiele wird die Erfolgsstory der Beatlemania angeführt. Unter allen Einsendern werden unter anderen 25 limitierte Firefox-Armbanduhren verlost.

Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro wurde es verkündet, seit drei Wochen veröffentlicht nun die staatliche brasilianische Agentur Radiobrás ihre Meldungen und multimedialen Beiträge unter der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen-Lizenz. Damit wird erlaubt, Inhalte von Radiobrás weiter zu verbreiten und auch kommerziell zu nutzen. Einzige Bedingungen sind die Namensnennung des Urhebers, also der Agentur, und die Weitergabe der Informationen unter den gleichen Lizenz-Bedingungen. Radiobrás sieht sich als Vermittler von interner wie externer Transparenz, gesteht jedem Bürger das Recht auf Information zu und versteht sich als direkter Bürgerkanal.

In der Geschichte der Creative Commons-Entwicklung zählt die Verkündung von Radiobrás zu den wichtigsten, kommentierte Rechtsprofessor Lawrence Lessig auf dem Gipfel die Entscheidung der Agentur und lobt den „wechselseitigen Nutzen“. Die Agencia Brasil hat bislang bereits Artikel und Fotos frei im Internet erhältlich angeboten, insofern ist die Veröffentlichung unter CC eine Formsache.

Auch die europäische Medienlandschaft hat sich den CC-Lizenzen geöffnet: Die italienische Tageszeitung La Stampa hat sich laut Creative Commons entschlossen, einen Teil ihrer Ausgabe unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen: Die führende Printausgabe aus dem nordwestlichen Turin bietet ab sofort ihre wöchentlichen Beilagen TuttoScienze für Wissenschaft und TuttoLibri für Bucherscheinungen unter einer nicht-kommerziellen CC-Lizenz zum Herunterladen als PDF-Dateien an: Die Weitergabe der Artikel ist unter Namensnennung erlaubt, nicht jedoch eine kommerzielle Auswertung. Genauso wenig dürfen die Texte und Rezension inhaltlich bearbeitet werden.

Die spanische Regionalbehörde in der Extremdura, einem Gebiet im Südwesten des Landes, will innerhalb des des nächsten Jahres komplett auf das Linux-Betriebssystem setzen: Wie die Debian-Mailingliste vermeldet, beschloss die Junta in der Extremadura, ihre Arbeitsrechner komplett auf Debian GNU/Linux migrieren und außerdem den Open Document-Standard ODF, sowie die PDF-Variante PDF/A, für ihre Korrespondenzen einsetzen. In der letzten Sitzung wurde bereits Ende Juni fest gelegt, dass die PCs mit der lokalen Linux-Variante gnuLinEx bespielt werden und außerdem die Rechner mit Freier Office-Paketen ausgestattet werden.

Luis Millán de Vázquez de Miguel, der behördliche Berater für Infrastruktur und technologische Entwicklung, betont: „Die Junta in der Extremadura ist die erste öffentliche Administration, die diese Standards einsetzt.“ Er spricht sich für die Vorzüge der Interoperabilität aus und die Reduzierung der behördlichen Abhängigkeit von proprietärer Software. In der Extremadura wird Freie Software seit ein paar Jahren speziell gefördert, um die ansässige Wirtschaft anzukurbeln: Seit zwei Jahren hilft der Konzern IBM bei der Umstellung von geschäftlichen Tätigkeiten im Gesundheitssystem auf Linux. In Krankenhäusern, Beratungsstellen und Gesundheitszentren werden Prozesse auf Linux-basierte Anwendungen umgestellt.

Entscheidend, so der Regierungsbeauftragte, sei das Jahr 2002 gewesen, als gnuLinEx entwickelt wurde. Die gerade in die Wege geleitete Migration ist Teil des Drei-Jahres-Plans zur „Modernisierung, Vereinfachung und ein Qualitätsplan für die Administration der Autonomen Gemeinschaft der Extremadura“ bis Ende nächsten Jahres. Dazu maßgebend ist ein „regionales Intranet“ für die innerbehördliche Kommunikation.

Letzte Woche trat Rechtprofessor Eben Moglen an die Öffentlichkeit und verkündete die zweite Überarbeitung der GNU General Public License Version 3. Der Rechtsberater der Free Software Foundation zeigt sich überzeugt von der Revision des ersten Entwurfs, zu dem tausende von Freiwilligen per E-Mail-Kommentierungen beigetragen haben.

Eine Revidierung der 15 Jahre alten GPL war nötig, um auf neue Rechtsumgebungen wie Entwicklungen im Internet eingehen zu können. Der Prozeß der Überarbeitung wurde im Januar 2006 begonnen und nach einer dritten Verbesserung im Herbst soll die engültige Neufassung Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht werden.

Eine „Vereinfachung und Internationalisierung“ stellt Newsforge fest und verweist auf eine Änderung in der Sektion 7 der GPL, die vor allem zusätzliche Genehmigungen und Restriktionen beinhaltet, die Verteiler anwenden können. Linux-Gründer Linus Torvalds dagegen kann sich von dem neuen Entwurf wenig begeistern: Laut heise.de favorisiert er noch die GPL2 und ihrem Prinzip des Copyleft. Die GPL3 würde nicht nur den Umgang mit GPL-zertifizierten Programmen regeln wollen, sondern gleich die Hardware mit. Die Free Softare Foundation argumentiert derweil, dass die neue Fassung natürlich auch aktuelle Entwicklungen wie das Digital Rights Management (DRM) und Software-Patente berücksichtigen muss. Das würde sie auch, so Torvalds, jedoch so weitgreifend, dass die GPL3 nicht mehr die Integrität von Open-Source-Programmen nicht mehr anhand ihrer Signaturen überprüfen können.

Bei Berlecon beäugt man die Überarbeitung ähnlich kritisch und sieht unter anderem ein Problem bei den Web Services: „Veränderte GPL-Software, die verteilt wird, muss unter der GPL verteilt werden, so dass die Änderungen für jeden sicht- und nutzbar sind.“ Durch Web Services könne man dieser Regel aber ausweichen, denn die Funktionalität von angepasster Software könne manchmal auch über Web Services verfügbar sein: „Weil in diesem Fall aber nicht die Software selbst verteilt wird, müssen die Änderungen nicht offen gelegt werden. Das ist natürlich nicht so ganz die Idee der GPL, und so wird zum Teil gefordert, in der GPL v3 auch bei Web Services eine Offenlegung zu verlangen. Das dürfte aber zu einigen Protesten führen. So nutzen zahlreiche Internetangebote GPL-basierte Software, Google etwa setzt bekanntermaßen Linux ein.“

Seit letzter Woche enthält die 24. Auflage des Duden ganze 3.000 neue Wörter. Darunter finden sich auch einige Begriffe aus dem IT-Bereich und der Welt des Internets: Wie Golem.de berichtet, haben unter anderem Blogs und das Voipen eigene Einträge. Auch das so genannte Phishing taucht in dem Standardwerk für die deutsche Rechtschreibung auf: Endlich hat das digitale Ausspionieren von persönlichen Daten wie von Passwörtern oder der Bankverbindung sein anerkanntes Plätzchen im Duden gefunden.

Andere Neuzugänge klingen dagegen befremdlich: Unter dem Voipen versteht der Duden „über das Internet telefonieren“. Das umschreibt den Vorgang des VoIP zwar schwammig, dafür kann nun jeder in einer Konversation Aussagen wie „Ich voipe dich später“ fallen lassen. Diese Wendung wird im Moment erwiesenermaßen von fast niemandem im Arbeitsalltag benutzt – wo man gerade glaubte, wenigstens in der Umgangssprache dem „Skypen“ verfallen zu sein. Doch diese überaus beliebte VoIP-Software ist dem Duden bislang unbekannt geblieben.

Wie ein Blog nun zu deklinieren ist, hat sich mit der Neuauflage des Rechtschreibstandards geklärt: Es heißt das oder der Blog, beziehungsweise Weblog. Beide Schreibweisen sind bei dieser „tagebuchartig geführten, öffentlich zugänglichen Webseite zu einem bestimmten Thema“ möglich, wie der Duden erklärt.

Vom 22. Oktober bis 3. November 2006 treffen sich Aktivisten aus der ganzen Welt in Dharamsala, Indien, zum Airjaldi Summit: Der diesjährige Höhepunkt der World Summits on Free Inforamtion Infrastruktures (WSFII) bietet Netzwerkaktivisten aus der ganzen Welt Gelegenheit, sich kennen zu lernen und gemeinsame Strategien zum Aufbau freier Kommunikationsinfrastrukturen zu entwickeln und umzusetzen.

Bereits während der freifunk.net summer convention 2004 „fresh air - free networks” in Djursland entstand die Idee, eines Tages eine ähnliche Veranstaltung außerhalb der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf die Beine zu stellen. Die Motivation resultierte vor allem aus der Tatsache, dass gerade in so genannten „Entwicklungsländern” das Interesse an kostengünstiger Informationsinfrastruktur besonders groß ist.

Allein nach Djursland kamen über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und 5 Kontinenten. Dies unterstrich das große Verlangen der Menschen aus allen Teilen der Welt, am lokalen und globalen Wissens- und Informationsaustausch zu partizipieren. Denn wenn man vergleichsweise preiswert mit WLAN flächendeckende Kommunikationsnetze aufbauen kann, wird schnell klar, warum gerade diese Technologie weltweit so viel Hoffnungen und Motivation freisetzt: Weil die Installation nicht von großen Firmen oder Organistationen durchgeführt werden muss, sondern die User, sofern sie über das notwendige Know-how und die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel verfügen, sich ihre eigenen Netze aufbauen. Eine Konsequenz aus der Summer Convention 2004 war deshalb die Gründung des „Djurslands International Institute of Rural Wireless Broadband” (DIIRWB).

So unterschiedlich die Kulturen dieser Welt und besonders die konkreten lokalen Bedürfnisse vor Ort sein mögen, die Anforderungen an die einander verbindende Infrastruktur sind gleich. Dies war eine der Lehren, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Djursland in ihre jeweilige Heimat mitnahmen. Einige kannten dieses Gefühl bereits seit der BerLon und den darauf folgenden internationalen Veranstaltungen CopenhagenInterpolation und der ersten freifunk.net summer convention 2003 – eben jener Ursuppe von Veranstaltungen, aus der sich im Jahr 2004 die Idee der World Summits on Free Information Infrastructures entwickelte: einer weltumspannende Veranstaltungsreihe rund um „Freie Kommunikations-Infrastrukturen”

WSFII hat einen klaren Fokus auf „Graswurzel”-Aktivitäten und „do-it-yourself”, den konsequenten Einsatz von Open-Source-Systemen und die offene und praxisnahe Weitergabe von Wissen bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Installation neuer Systeme. Im September 2005 fand in London die erste offizielle WSFII-Vorbereitungskonferenz statt: Es dauerte noch einige Iterationen bis sowohl ein Buch unter dem Titel „Wireless Networking in the Developing World” fertig gestellt, als auch der Veranstaltungsort für WSFII 2006 festgelegt waren. Doch beide Projekte waren ein großer Erfolg. Das Buch kann heute bereits in englischer und spanischer Sprache kostenlos herunter geladen werden. Die Freifunker dieser Welt treffen sich dieses Jahr zum Airjaldi Summit, gefolgt von 10 Tagen voller Workshops in Dharamsala, Indien, zum World Summit of Free Information Infrastructures – Dharamsa ist die Exilheimat Ihrer Heiligkeit des Dalei Lamas, der alle Teilnehmenden herzlich empfangen wird.

Die lokale Infrastruktur in Dharamsala ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer à la WSFII funktioniert: Der Campus der Tibetischen Exilgesellschaft ist per WLAN mit dem Internet verbunden. Der aus Israel stammende IT-Experte Yahel Ben-David und sein Team haben in Indien ein Mesh-Netz gespannt, das ganz ähnlich der freifunk.firmware in Deutschland, auf der Open-Source-Software OpenWRT und dem OLSR-Protokoll von Andreas Tønnesen aus Norwegen basiert.

Nicht alles ist dauerhaft allein über E-Mail möglich. Hin und wieder, diese Erfahrung teilen wohl alle „E-Worker”, muss man sich auch begegnen. Denn erst in der persönlichen Begegnung erlebt man die Gemeinsamkeiten, die die Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt miteinander verbindet. Treffen sind eine notwendige Voraussetzung, um den Grundstein künftiger Zusammenarbeit zu legen, schaffen Vertrauen und erleichtern Abstimmungs- und Koordinationsprozesse. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele engagierte Menschen aus der ganzen Welt nach Dharamsala kommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Digitale Spaltung zu reduzieren.

Auch wer nicht im Oktober nach Dharamsala kommt, kann einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Veranstaltung leisten. Die OPLAN-Foundation sammelt Geld, um möglichst vielen Entwicklern und Interessierten aus der ganzen Welt die Reise nach Dharamsala zu ermöglichen. Das Geld wird vor allem zur Deckung der Reise- und Unterbringungskosten benötigt, aber auch um das Buch „Wireless Networking in the Developing World” in weitere Sprachen zu übersetzen.

Ausgeschrieben bedeutet UNESCO die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation ausgeschrieben. Als Verfechter von Freiem Zugang zu Wissen bietet sie unter anderem bietet ein eigenes Portal mit zahlreichen Informationen zum Thema Open Source und Technologien mit Freier Software an: Frei erhältliche Manuskripte für Entwickler, Artikel zu Freien Programmen und Berichte zu den internationalen Aktivitäten der Organisation bezüglich Open Source vervollständigen das Programm – denn hier wird nicht nur für Freie und Open-Source-Software geworben, die UNESCO setzt sie auch selber ein.

Jetzt meldet sich die UNESCO mit einer Studie zu Wort, die einen geplanten Vertrag der WIPO, der Weltorganisation für geistiges Eigentum, scharf kritisiert. Unter dem Titel „The draft WIPO broadcasting treaty and its impact on freedom of expression“ konzentriert sich unter anderem auf die möglichen negativen Auswirkungen der WIPO-Gesetzesvorlage auf die Meinungsfreiheit. Seit fast zehn Jahren wird diese Vorlage nun bei der WIPO weiter entwickelt, in der unter anderem ein rechtlicher Schutz für Radioanstalten diesen exklusive Rechte auf ihre Produktionen gewähren soll. Auch DRM, das Digital Rights Management, wird dort verhandelt – und zwar als restriktive Maßnahme zur Gewährleistung der Eigentümerrechte. Die Studie der UNESCO befasst sich nun mit den Auswirkungen, sollte denn die WIPO mit ihrer Vorlage Erfolg haben: Sender hätten damit mehr Rechte; auch würde die rechtliche Sicherung von technischen Vorrichtungen Teile des Urheberrechts unterwandern. Darüber hinaus sei der vorgeschlagene Schutz einer Sendung von immerhin 50 Jahren weit übertrieben. Insgesamt würde der WIPO-Gesetzesentwurf den Zugang der Wissensgesellschaften zu Freien Informationen empfindlich behindern, resümiert die Studie.

Nicht nur die UNSECO möchte die Bewegung von Freier Software vorantreiben, sondern auch die UN: Unter der Ägide der Vereinten Nationen werden einige Projekte gefördert, die den „digitalen Graben“ schmälern und mit ihm den Freien Zugang zu Wissen, zu Information über Kommunikationsplattformen wie das Internet besonders in der Dritten Welt ermöglichen wollen. Da gibt es zum Beispiel die United Nations Information and Communication Technologies Task Force. Nur durch Bildung, so wird sie bei O`Reilly zitiert, haben Entwicklungs- und Schwellenländer eine Chance. Ein Schritt davon war die Ausarbeitung der Initiative FOSS: Policy and Development Implications (FOSS-PDI), um eine Lobby für Open Source zu bilden. Dies beinhaltet unter anderem eine Mailingliste, wo sich Vertreter verschiedener Länder über die Anwendung von Freier Software austauschen können.

Das United Nations Develpment Programme (UNDP) geht pragmatisch vor und gründete das International Open Source Network (IOSN), das von Bangkok aus Projekte rund um Freie Software speziell im asiatischen Raum koordiniert. So wird auf der Seite über die Anwendung von Freier Software informiert, mit der nach dem Tsunami schnell und effektiv ein Notfall-Management-System aufgesetzt werden konnte.

Ein weiteres UN-Ziel für Entwicklungsländer ist nicht nur die Bereitstellung von Online-Zugängen, sondern auch die Weiterentwicklung von kostengünstiger Hardware: Vor vier Jahren wandte sich Generalsekretär Kofi Annan an die Computer-Hersteller und regte die Entwicklung von Billig-Rechnern an. Das medienträchtigste Ergebnis ist der Laptop für 100 Dollar. Der ehemalige MIT-Direktor Nicholas Negroponte gründete dafür die gemeinnützige Organisation One Laptop per Child (OLPC). Das Laptop, das selbst ohne Strom betrieben werden kann, verfügt über ein WLAN-Modul und USB-Anschlüsse. Ab nächstem Jahr es in Produktion gehen.

Die Vorzüge und Nachteile der Entwicklung von Freier Software verständlich für Unternehmer und Neueinsteiger zu vermitteln, das haben sich die beiden Autoren Ron Goldman und Richard P. Gabriel vorgenommen: „Innovation Happens Elsewhere“ will auch für technisch weniger Versierte die wirtschaftlichen Vorzüge von Freier Software erklären. Das 2005 schienende Buch wurde jetzt online unter der Creative-Commons „Attribution-NonCommercial-ShareAlike“ Lizenz veröffentlicht und will zum einen zeigen, wie man mit Hilfe von Open-Source-Strategien gewinnträchtig Geschäftsmodelle erarbeiten kann. Zum anderen wollen die Autoren Manager an die Hand nehmen, wie sie Open Source im Arbeitsalltag profitabel integrieren können. „Innovation Happens Elsewhere“ befasst sich auch grundlegend mit der Geschichte von Freier Software Software und will neben seiner Philosophie auch die mögliche Weiterentwicklung des Projekts skizzieren.

Das Handbuch spart aber auch nicht mit Kritik und will Nicht-Eingeweihten die Illusionen nehmen, die sie über die Open-Source-Bewegung haben könnten: Sie warnen vor einer Falscheinschätzung und wollen helfen, doppelte Anstrengungen im Rahmen von Freien Projekten zu vermeiden.

KDE braucht Unterstützung: Das Freie Projekt wird vom gemeinnützigen KDE-Verein vorangetrieben, um die grafische Arbeitsumgebung für UNIX-Rechner zu verbessern. Derzeit ist die Oberfläche in der Version 3.5.3 erhältlich. Jetzt bittet der Verein um Spenden, um sein Portal KDE.org technisch aufzurüsten: Die Webseite für die Fehlerberichte (bug reports) läuft extrem langsam. Deshalb werden dringend neue Server und Festplatten benötigt, um das vier Jahre alte technische Gerät auf den neusten Stand zu bringen. KDE startet einen Spendenaufruf und bittet um elektronische Gaben via PayPal.

Hacktivismo nennt sich eine globale Kollektiv von Hackern, Juristen und IT-Sicherheitsexperten, die nach einigem Tüfteln ein Freies Chatprogramm vorstellen, das Gespräche verschlüsselt versendet: ScatterChat ist eine abgewandelte Version des freien Chat-Clients Gaim. Mittels ScatterChat soll es möglich sein, Internet-Gespräche über Yahoo!, AIM, MSN und ICQ zu verschlüsseln, um die Privatsphäre des Anwenders zu gewährleisten. Dies geschieht über eine TOR-Verbindung, über das Netzwerk The Onion Router der Electronic Frontier Foundation. Die Software ist derzeit nur für das Windows-Betriebssystem verfügbar, Versionen für Linux und OSX sollen aber selbstverständlich noch folgen.

Das International Open Source Network (IOSN) des UN Development Programme (UNDP) hat eine Broschüre zum Thema „Free/Open Source Software – Offene Standards” online veröffentlicht. Bereits das Vorwort von Peter J. Quinn führt ausführlich in die Thematik ein und argumentiert, warum Offene Standards nachhaltiger Innovation, Interoperabilität und den allgemeinen Zugang voran treiben als De-facto-Standards. Der Reader bietet eine ausführliche Liste mit Erklärungen zu zahlreichen Kürzeln, die im Software-Alltag gemeinhin gebräuchlich sind. Weder fehlt die Begriffserklärung zur Einführung, noch die Erläuterung zur Herkunft der verschiedenen Standards. Daneben werden Initiativen und Formate vorgestellt und für deren Nutzung geworben.

„Offene Standards stellen sicher, dass Produkte und Services interoperabel bleiben und zusammen arbeiten können, auch wenn sie von verschiedenen Parteien oder Einheiten stammen. Offene Standards stellen sicher, dass die nächste Anschaffung nicht von der letzten diktiert wird. Somit vergrößern sich die Wahlmöglichkeiten für den Anwender, beim Zugang zu Produkten, Informationen und Services, und bei Möglichkeiten des Teilens und der Zusammenarbeit“, wird für Offenen Standards argumentiert.

Die Broschüre hat 77 Seiten ist das PDF-Datei verfügbar.

Früher konnte man in Deutschland als schwächer Gestellter nur die GEZ-Gebühren erlassen bekommen. Die französische Regierung geht in Punkto Informationsverbreitung einen Schritt weiter und plant, 1,2 Millionen Armen einen Rechner und einen preiswerten Online-Zugang anzubieten: Wie The Register vermeldet, will die Regierung unter Dominic de Villepin Bürgern einen Breitband-Anschluss samt Rechner für einen Euro pro Tag subventionieren. Auf Basis eines Dreijahresvertrags sollen Internet-Provider einen Billig-PC liefern und einen DSL-Zugang für höchstens 15 Euro pro Monat anbieten. Beides zusammen soll für nicht mehr als 365 Euro im Jahr angeboten werden. Unklar ist jedoch, wie die Internet-Provider auf diese Ansage reagieren können und wollen.

Früher konnte jeder laut Andy Warhol dank des Fernsehens für 15 Minuten berühmt werden. Aber nicht erst seit der Big Brother-Ära ist es viel rühmlicher, sich für einen guten Zweck verewigen zu lassen: Die Mozilla Foundation hat zum „Welt-Firefox-Tag“ am 15. Juli, dem Gründungstag von Mozilla Firefox, eine Freundschaftskampagne gestartet. Wer in den nächsten zwei Monaten bis zum 15. September diesen Jahres einen Freund überzeugt, sich den überaus beliebten Browser herunter zu laden und zu installieren, der wird im Source-Code der Open-Source-Software verweigt. Der Werber und der neue User landen auf einer elektronischen „Freundeswand“, einer Art digitalem, schwarzen Brett, das beliebig erweitert werden kann. Die Firefox-Gründer versprechen, diese „Wand“ bei jedem Treffen oder Kongress mitzubringen und aufzustellen. Darüber hinaus wird jeder Freund in der nächsten Version 2 von Firefox integriert werden: Von dem Browser aus ist eine interaktive Anzeige mit allen Namen zugänglich.

Um sich an der Kampagne zu beteiligen, muss man sich auf der Firefox-Seite anmelden. Lustige selber gemachte Clips von Unterstützern des Browsers gibt es hier zu sehen.

„… writing with text is just one way to write, and not even the most interesting way to write. The more interesting ways are increasingly to use images and sound and video to express ideas“, hat Lawrence Lessig mal gesagt und damit sicher auch den Tatbestand gemeint, wenn jemand die Patzer von Bush und anderen sampelt und zum erbaulichen Clip online remixt. Das Remixen von Videos, das Mashen hat seine Kreise gezogen. War es letztes Jahr das fröhliche Rekontextualisieren, das ein geposteter, neuer Trailer für Stanley Kubricks „The Shining“ lieferte, lässt das San Francisco International Film Festival dieses Jahr freimütig Hand anlegen. Aus dem eben im Mai dort Gezeigten darf man Neues zusammen schnipseln: Beim Remix-Wettbewerb auf der Webseite kann jeder mit dem Tool Remixer die Festivalsbeiträge ineinander mixen und mit einem neuen Soundtrack versehen. Gebastelt wurde es von Yahoo! Research Berkeley, einer von Yahoo! gesponserten Abteilung an der Uni in Berkeley, die sich seit letztem Oktober hauptsächlich mit dem Phänomen der Social Software und dem Sharen, dem Teilen und Remixen im Web beschäftigt.

Das Mashen für Hobby-Schneidekünstler geht noch weiter: Was die britischen Sound- und Videotüftler Coldcut mit ihren Video-Mashups schon lange können und die VJs von Eclectic Method jüngst mit dem offiziellen Remix-Trailer für den Tanzfilm mit Antonio Banderas, „Take the lead“, darf jetzt jeder besser machen. Die Bootz von Audiofiles vor ein paar Jahren haben sich gemeinhin eingebürgert, die Remix-Kultur hat schon wieder ein neues Spielpferdchen des Web 2.0: Video 2.0 wird es getauft und schwelgt glücklich in dem gemeinschaftlichen Verwursten von Clips aus der großen Grabbelkiste von Portalen wie YouTube.

Genauer, jeder der will, ergötzt sich an Open Source und lädt seine Heimvideos auf die Seiten von Eyespot, vSocial oder Grouper. Andere dürfen sie im Einverständnis demokratisch mittels drag&drop zerschreddern und ihren eigenen Lieblingstrack darüber legen. Bei den Möglichkeiten des Schnitts sind die Tools meistens im Moment leider noch nicht ausgereift: Man kann mehrere, aus einer Bibliothek vorgegebene oder auch eigens hoch geladene Clips zur Kette aneinander reihen und sie lediglich an Anfang und Ende ein wenig stutzen. Am Schluss legt man noch ein Liedchen darüber – wenn es denn passt. Ganz so wie bei einer Präsentation in iPhoto, aber online. Die Freunde dürfen sich die ersten Gehversuche in Videoschnitt als Link per RSS-Feed gleich reinziehen. Einzig die versiertere Applikation/Webseite Jumpcut liefert eine kleine, feine Bedienoberfläche für den perfekten Schnitt, komplett mit einer Auswahl an überaus schicken Trash-Effekten und gezauberten Übergängen. Auf der Seite von Jumpcut durfte man bis vor kurzem auch mit diesem fortgeschrittenen Tool den Kinotrailer von Richard Linklaters neuen Sci-Fi „A Scanner Darkly“ remixen. Ganz neu ist die Erweiterung für Filme in anderen Sprachen: DotSub schafft eine Plattform, wo Untertitel für Videos in einer offenen und kollaborativen Weise für andere Sprachkreise zugänglich gemacht werden können. Jeder darf so bei einem englischen Video an den deutschen Untertiteln mitbasteln.

Doch: Irgendwann gibt es bestimmt eine Art FinalCut-Software für Masher im Netz, solange davor oder danach für etwas geworben wird. Apropos Werbung – kommerziell ausgeweidet wird das Online-Video-Remixen natürlich auch. Bei Eyespot kann man Audiosamples einer bestimmten Band hernehmen, sozusagen als frei verfügbaren Promo-Content. Bei Revver.com winkt sogar Geld, wenn man seine Clips hoch lädt: Das „Revverized video ad“ ist als pixeliges Standbild am Ende des Videos eingebettet und jedes Mal, wenn das Video weiter gepostet und angeguckt wird, soll der Autor Kohle bekommen. So bleibt man nah an der Zielgruppe, wird als Begründung auf den Seiten angegeben. Das war vielleicht nicht das, was Lawrence Lessig meint, wenn er die Freiheit auf den privaten Remix mit der Redefreiheit gleich stellt. Da geht es erstmal um die segensreiche peer production, die unter einer nichtkommerziellen Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wird. Eine Spielwiese ist Video 2.0 immer.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat sich mit einem neuen Vorhaben an die Blogger-Gemeinde gewandt: In einem „offenen Brief an die politische Blogosphäre“ stellt er seine neue Plattform Campaigns Wikia vor und will mit ihr die Funktionalität von Wikis auf ein neues Terrain bringen: die politische Kampagne. Seine Campaigns Wikia-Webseite soll ein überparteiischer Wegbereiter der politischen Teilnahme werden.

Das Fernsehen habe den Anfang gemacht: „Wenn die übertragenden Medien uns die Übertragung der Politik gebracht haben, dann werden uns die teilnehmenden Medien die politische Teilnahme bringen“, erklärt Wales in seinem Kommentar. Die Kandidaten von heute könnten ihren Wahlkampf wohl kaum mehr an der Blogger-Gemeinde vorbei führen und müssten diese einbeziehen. Die Campaigns Wikia soll Interessierte des gesamten politischen Spektrums versammeln, um sich auf eine demokratische Weise auszutauschen und auch bis dahin wenig Politikbegeisterte zur aktiven Beteiligung anzuregen. „Das könnte der Beginn einer Ära der politischen Teilnahme aus dem Netzt heraus sein“, verspricht sich Wales.

Den Anfang macht Wales mit einer Mailingliste, die sich politischen Themen widmen soll. Dafür kann sich jeder Interessierte anmelden, wie auch hinterher für das politische Wiki.

Vor allem für die Geschäftbuchführung von kleineren Firmen und privaten Anlegern dürfte die Freie Software GnuCash 2.0.0 in einer überarbeiteten Version attraktiv sein: Konten verwalten, aber ebenso Kunden, Aufträge, Lieferanten und Rechnungen sollen sich effizienter mit dem Kontoverwaltungsprogramm bearbeiten lassen. GnuCash ist ein Freies Programm, das die Ordnung in den persönlichen Kontenhaushalt bringen soll. Die neue Version kann nicht nur automatisch Auszüge von Online-Konten dank OFC Direct Connect laden. Vorraussetzung dafür ist allerdings die Unterstützung der eigenen Bank: Es soll auch die Arbeit mit verschiedenen Bankkonten, terminierten Buchungen und Wertpapierfonts erleichtern, Budgets verwalten und Abrechnungszeiträume einbeziehen. Auch eine doppelte Buchführung soll kein Problem sein. Als weitere Neuerung wurde das Dateiformat standardisiert, um mit der internationalen Zeichensetzung kompatibel zu sein. Hilfreich lassen sich jetzt auch Zusammenhänge in Balken- und Tortendiagrammen verbildlichen.

Das Open-Source-Programm ist für die Betriebsplattformen, Linux, Windows und OSX in immerhin 29 Sprachen verfügbar und steht unter der GNU General Public Licence (GPL).

Die PrOO-Box, die beliebte Zusammenstellung Freier Programme für das OpenOffice-Büropaket ist zur Vereinfachung auch auf DVD erhältlich. Gerade wurde die aktuelle Version auf CD herausgegeben, jetzt erweitert die DVD das reiche Angebot: Während die CD Versionen für die Betriebssysteme Linux Intel, Windows und OSX PPC bereitstellt, wurde die PrOO-Box in der DVD-Version 2.0.3 auch für Solaris Sparc, Solaris x86, Debian Linux, OSX Intel, Free BSD 5 und 6 entwickelt. Das bedeutet, dass die DVD-Version auch das neue MacBook Pro von Apple unterstützt. Ebenso enthält die DVD Installationsversionen eigens für den Start von USB-Sticks aus, für die Systeme Windows und OSX.

Um die Nutzerfreundlichkeit zu verstärken, sind auf der DVD die Sprachpakete für Englisch, Deutsch und Französisch enthalten, um sie dem User anpassen zu können. Entwickler dürfen sich an dem Sourcecode und dem beigefügten Software Development Kit (SDK) und dem UNO Runtime Environment (URE) erproben.

Die gesamte DVD kann als ISO-Datei bei OpenOffice heruntergeladen werden. Bei einer Dateigröße von 4 GB empfiehlt es sich jedoch, auf Filesharing-Netzwerke wie die BitTorrent-Umgebung auszuweichen.

Das übersichtliche Einführungsband „New Media Art“ von Mark Tribe und Reena Jana versammelt ein Kunstgenre, um das man sich in den letzten Jahren wenig gekümmert hat: Die Netzkunst oder Netart. „New Media Art“ stellt relevante Netart-, Hacker-, und Digitalmedien-Künstler ab Mitte der 90er vor und zeigt, wie vielfältig die Kunst das Aufkommen des Internets in den goldenen Zeiten der New Economy reflektiert hat: Von Corporate-Aktionen der Schweizer etoy über die Code-Zerleger wie das Duo Jodi bis zu den guten alten ASCII-Bildern von Vuk Cosic.

Herausgeber Mark Tribe gründete Mitte der 90er als einer der Netzkunst-Pioniere das Kunstportal Rhizome, das bis heute Netz- und Medienkunst vorstellt und kuratiert. Der fspa erklärt Tribe die Bedeutung von New Media Art und in diesem Zusammenhang auch die Netzkunst: „Die Netzkunst hat sich als Kunstbewegung etwa 2000 oder 2001 zurückgeschraubt, als der techno-utopische Geist, der sie nährte und gegen den sie reagierte, angesichts der kollabierenden Dot.Com-Wirtschaft verpuffte und eine neue Ära des globalen Konflikts anbrach. Wahrscheinlich wird heute mehr netzbasierte Kunst gemacht als jemals zuvor. Es wird aber selten unter der Bezeichnung `Netzkunst` verstanden, weil der Begriff wie die Bewegung als überholt angesehen werden. Verglichen mit Mitte der 90er ist die Netzkunst heute akzeptierter, deshalb ist es weniger nötig, sie von anderen Arten der zeitgenössischen Kunst oder Praktiken in den Neuen Medien zu unterschieden. Die sozialen Interaktionen durch Web 2.0-Applikationen erachte ich nicht als neue Formen der Netzkunst, sicherlich bieten sie aber eine interessante und fruchtbare künstlerische Umgebung.“ Auch Tribes eigenes Projekt Rhizome entstand Mitte der 90er: „1995 war ich das erste Mal auf der Ars Electronica und war fasziniert von der Community und ihrem kritischen Diskurs. Für diese Art von Interaktionen brauchte es einen weiterführenden und einschließenden Ort – einen, zu dem Künstler aus den Neuen Medien das ganze Jahr über Zugang hätten. Das Netz war damals die ideale Plattform für diese Art von Graswurzel-Veröffentlichung.“

Mark Tribe, Reena Jana (Hrg.): New Media Art, 96 Seiten, erhältlich bei Taschen.

Wo gibt`s denn so was: Vor einem Jahr trat das dänische Künstlerkollektiv Superflex an die Öffentlichkeit und präsentierte ein ganz besonderes Getränk. Sie entwickelten ihr so genanntes „Free Beer“, das erste Open-Source-Bier names “Vores Oel” mit frei zugänglicher Rezeptur, wobei das Rezept und das Branding unter unter einer freien Creative Commons Lizenz veröffentlich wurden. Laut Freebeer.org setzt sich das Open-Source-Bier aus den herkömmlichen Zutaten für klassisches Bier zusammen, allerdings speziell verfeinert mit dem Wachmacher Guarana. Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro präsentierten sie jetzt die Version 3.0. Diese wurde dort vom brasilianischen Kulturminister Gilberto Gil getestet und als gut schmeckend empfunden.

Markus Beckedahl hat einen der jungen Open-Source-Aktivisten mit besonderem Geschmack für das Blog Netzpolitik.org befragt. Henrik Moltke, Journalist und Sprachrohr der Kunstgruppe Superflex aus Kopenhagen erklärt: „Natürlich ist das kein Freibier. Es soll dem Free Culture Movement mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Die Grundlage ist das frei erhältliche Rezept, mittlerweile erhältlich in vier Variationen.“ Die erste Version, erzählt Henrik, wurde von einem Hobbybrauer mit Studenten der IT-Universität in Kopenhagen vor ungefähr anderthalb Jahren entwickelt. Superflex hielt damals ein Seminar über geistiges Eigentum und Kunst ab. „Sie suchten nach einer Abschlussarbeit, die die Prinzipien von Open-Source-Software auf ein physisches Projekt anwenden könnte. Das Ergebnis nannten sie `Unser Bier` (”Vores Oel”), ein schweres, dunkles Bier. Ein paar Monate später war es auf einmal in allen Weblogs, die Tageszeitungen nahmen das auf und das Telefon klingelte dauernd in unserem Büro. Wir wollten das Projekt weiter führen in einem quasi Open-Source-Weg“, sagt Henrik. Beim Übertragen der Lizenz muss er aber Einschränkungen machen: „Natürlich kann man nicht wirklich ein Bier selbst frei lizenzieren wie das bei den Open-Source-Lizenzen möglich ist. Nur beim Rezept und dem Branding ist es möglich. Auf ersterem gibt es aber kein Copyright, da Rezepte frei getauscht werden. Jetzt verwenden wir die Creative Commons Attribution-ShareAlike-Lizenz für beides.“

Die Community half tatkräftig bei der Verbesserung des Bieres mit. Die erste Version war noch sehr allgemein, sagt Henrik. Sie haben E-Mails von überall her bekommen, die nach mehr Details der Rezeptur gefragt haben. Das jetzige Rezept sei viel technischer und nicht mehr für den Hausgebrauch gedacht. Aber: „Es wird noch eine weitere, einfache Version für Hobbybrauer geben, wobei sich das Bier geschmacklich nicht unterscheidet“, so Henrik.

Merkwürdig an diesem speziellen Bier ist aber auch der Guarana-Anteil. Das hat eine eigene Geschichte. Henrik erzählt: „Das Guarana kommt von einem vorangegangenen Projekt von Superflex. Die engagieren sich sehr viel bei der Stärkung von lokalen Marktstrukturen. Vorher kreierten sie einen Power-Drink aus Guarana-Bohnen aus einem unabhängigen Kollektiv in Nordbrasilien. Sie importierten die Bohnen direkt und fanden einen eigenen Vertrieb in Dänemark. Das ganze war ein voller Erfolg. Schließlich hinterfragte das Logo eine große brasilianischen Power-Drink-Marke und das Quasi-Marktmonopol, indem es vom Original leicht abgeändert war. Und da Bier eine leicht einschläfernde Wirkung beim Genuss hat, war die Idee, ein leicht wachmachendes Bier herzustellen.“

Kaufen kann man das Open-Source-Bier vorerst nur in Dänemark: Die erste kommerzielle Version 3a ist in einer 0,75l - Version im eigenen Laden in Kopenhagen für etwa fünf Euro erhältlich und bisher in ein oder zwei spezialisierten Shops. Geplant ist aber auch der Vertrieb über eine dänische Supermarkt-Kette. Gebraut wird es im Moment nur von einer Mikro-Brauerei, die auf aussergewöhnliche Biersorten spezialisiert ist. Aber jede Brauerei wie zum Beispiel Heineken oder Becks kann es herstellen, wenn sie es möchte. „Solange sie die Credits und die Lizenz nicht auf dem Aufkleber vergisst“, merkt Henrik an.

Letzte Woche wurde nicht nur die Zukunft der französischen Filesharer, auch das von jedem französischen Internet-Nutzers besiegelt: Das französische Parlament hat am Freitag eine Nouvelle des Urheberrechts unter der Bezeichnung DADVSI („droit d’auteur et droits voisins dans la société de l’information“) verabschiedet und das Autorenrecht im Internet dramatisch erweitert, um Kopien einzudämmen. Wie heise berichtet, wurde auch der Zusatz aufgenommen, dass online angeboten Dateien in kompatiblen Formaten bereitgestellt werden müssen. Allerdings wurde dieser gegenüber einer vorherigen Version deutlich entschärft – nicht mehr die Verbraucher können dagegen Klagen, stattdessen wird es eine Art Selbstregulierung der Wirtschaft geben. Im Vorfeld der Gesetzesänderung hatte sich vor allem Apple mit seinem Download-Shop iTunes beschwert und angedroht, den Verkauf für Franzosen einzustellen. Schließlich sind im iTunes-Store die Musikdateien nur im proprietären ACC-Format erhältlich, ebenso wie andere Store Files im inkompatiblen Microsoft-Format WMA anbieten.

Das DADVSI geht aber noch einen Schritt weiter in Richtung Digital Rights Management (DRM): Aktivist Christophe Espern von der französischen Organisation EUCD.info kritisierte die Entscheidung: „Dieses Gesetz hat sich dem ungebührlichen Druck der Lobby gebeugt und bedroht uns durch die Unterhaltungsindustrie und die Firmen, die proprietäre Software herstellen. Ziel dieses Gesetzes ist, die Schemata von DRM aufzuerlegen, um für einige wenige den Profit zu erhöhen. Deren Profit ist aber eine Nebensächlichkeit, wenn die Freiheit von Millionen in Frage gestellt wird. Die französische Regierung hat die Freiheit der französischen Bürger an Vivendi, Microsoft und Apple verkauft.“

Wie bereits berichtet, hat die Free Software Foundation (FSF) ihre Kampagne „Defetive by Design“ gestartet, um gegen das Digital Rights Management (DRM) und damit gegen einen restriktiven Kopierschutz zu protestieren. Nach einer ersten Flash-Mob-Aktion zur Tagung von Microsoft-Angestellten Ende Mai, haben sie eine neue Aktion ausgetüftelt: Ausgerechnet U2-Frontmann Bono Vox soll tatkräftig gegen DRM ins Feld ziehen. Der Sänger, nach dessen Band gleich eine eigene iPod-Edition benannt ist, soll mittels einer Online-Petition zum Mitmachen überredet werden. Der Brief kann online versendet werden und beginnt mit: „Lieber Bono, du hast einen Großteil deiner Lebensarbeit damit verbracht, für gerechte Dinge zu kämpfen, indem du die Mächtigen und die politische Elite unter Druck gesetzt hast, um einen positiven Wandel zu erwirken. So, wie du nach Aktionen der weltlichen Führer gerufen hast, so rufen wir dich jetzt dazu auf, dir die Fakten rund um das Digital Restrictions Management (DRM) anzuschauen und uns dabei zu unterstützen, die Handschellen an Technologie und Kultur abzustreifen…“.

Der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) hat einen Praxisleitfaden zum Gebrauch von Open-Source-Software (OSS) im Internet veröffentlicht. In der 29-seitigen PDF-Broschüre „Leitfaden Open Source Software – Rechtliche Grundlagen und Hinweise” werden nicht nur die rechtlichen Grundlagen von Freier Software erläutert. Die Bitkom klärt darin auch über die Lizenzbedingungen von der GNU General Public Licence oder der GPL auf und beschreibt die Rechte und Pflichten von Open-Source-Anwendern.

„Diese Publikation will vor allem ein Bewusstsein für die rechtliche Situation schaffen und Grundanforderungen bei der Verwendung von Open Source Software kurz skizzieren, die ein Unternehmen in jedem Fall beachten sollte“, sagt die Bitkom und richtet sich dabei nicht nur an Rechtsvertreter oder Entwickler, die mit der Materie zu tun haben. Jeder Firmenleiter, der verschiedene Modelle von Freier Software für sein Unternehmen in Erwägung zieht – oder bereits einsetzt, findet in dem Leitfaden viele nötige Informationen und rechtliche Beratung.

Das Projekt Gutenberg begann als erstes mit einem Online-Angebot von frei erhältlichen, digitalisierten Büchern, genannt eBooks. Der Gründer dieser gemeinnützigen Organisation, die sich durch Spenden finanziert, ist Michael Hart, gleichzeitiger Erfinder der eBooks im Jahre 1971.

Vom Gutenberg-Projekt digitalisiert werden bis heute alle Werke, deren Urheberrecht abgelaufen und damit dem Allgemeingut angehören oder die willentlich frei gegeben wurden. Die Bücher bestehen aus internationalen Klassiker und sind in zahllosen Sprachen, unter anderem in Isländisch, Sanskrit oder in Afrikaans erhältlich. Ganz oben auf der aktuellen Download-Hitliste stehen nach wie vor „Die Notizbücher von Leonardo Da Vinci“ von 1247, die Abenteuer von Detektiv Sherlock Holmes oder die Fabeln des Griechen Æsop.

Zum 35. Jubiläum des Projekts werden nun ab heute einen Monat lang, außer den üblichen 18 000 Büchern, insgesamt 300 000 digitalisierte Exemplare kostenlos zum Download angeboten. Als Teil des Projekt World eBook Fair, einer Kampagne des Projekts mit mehreren Verbündeten, sind die Bücher auf dieser Seite bis zum 4. August herunterladbar. Das ehrgeizige Ziel der Kampagne ist bis zum nächsten Jahr eine halbe Million eBooks anzubieten und bis zum Jahr 2009 bereits eine ganze Million. Bis dahin ist erstmal bis zum 4. August das Archiv geöffnet.

Der Softwaregigant Microsoft hat wieder einen Rückschlag auf staatlicher Ebene zugunsten des OpenDocument Standards (ODF) hinnehmen müssen: Wie cnet.com vermeldet, will die belgische Regierung sämtliche behördliche Korrespondenzen auf einen Offenen Standard umstellen und setzt dabei auf das OpenDocument-Format (ODF). Für die Kommunikation innerhalb der Ämter soll der Standard ab September des nächsten Jahres flächendeckend eingeführt werden. Das von Microsoft entwickelte Open XML Format blieb in dem Beschluss außen vor. Das bedeutet aber nicht, dass die Regierung mit dem Standard auch erwägt, in Zukunft eventuell mehr auf Open-Source-Software statt dem Office-Paket von Microsoft zu setzen.

Der OpenDocument-Standard erfreut sich dank seiner großen Interoperabilität einer wachsenden Popularität. Auch von den staatlichen Einrichtungen anderer Länder: So hatte bereits der amerikanische Bundesstaat Massachusetts vor einiger Zeit beschlossen, den Dokumenten-Standard in allen Behörden einzusetzen.

Das Offene XML-basierte Format wird sowohl von Office-Paketen wie StarOffice, OpenOffice, KOffice und von Textmaker 2005 und AbiWord unterstützt. OpenDocument wird weltweit von einer regen Anhängerschaft umsorgt: Nicht nur die großen Unternehmen wie IBM, Sun, Red Hat oder Oracle haben sich zur ODF Alliance zusammen gefunden. Auch Organisationen wie das Open Document Fellowship oder die Friends of Open Document Inc setzen sich für den Standard ein.

Gut ein Jahr ist es her, dass das IT-Unternehmen Sun sein Betriebssystem Solaris 10 freigegeben hat. 600 neue Merkmale beinhaltete die Version 10 und unterstützte außerdem zum ersten Mal Linux. Die kostenlose Variante war und ist immer noch für x86 und SPARC-Architekturen verfügbar. Lediglich für die Updates verlangte Sun Gebühren. Ziel war, den Code einer Open-Source-Gemeinde offen zu legen, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen und effektiver Fehler beheben zu können.

Jetzt ein Jahr später zieht die Software-Firma Bilanz: Sun zählt stolz vier Millionen Downloads von Solaris 10, verzeichnet 14.000 Teilnehmer mit 29 Benutzergruppen und 31 aktiven Projekten. „Früher verdiente man ausschließlich beim Verkauf einer Technologie. Auf dem Markt der Zukunft lässt sich jedoch nur Geld verdienen, wenn ein Kunde tatsächlich mit einer Technologie Mehrwert erzielen kann. Der wichtige Punkt ist deshalb, den für die Kundenlösung verantwortlichen Entwicklern und Systemadministratoren so oft wie möglich zur Verfügung zu stehen“, resümiert Simon Phipps, Chief Open Source Officer von Sun. Dieses Ansinnen wurde auch belohnt: Das Projekt mit den vier erhältlichen Quelldistributionen wurde im Mai mit dem „SIIA Codie“ als beste Open-Source-Lösung ausgezeichnet.

„Maintain your head and share it“ – DeepaMehta ist eine Applikation, um das alltägliche Wissensmanagement effizienter und übersichtlicher zu gestalten. Die Open-Source-Software wurde von einer Gruppe an Wissenschaftlern unterschiedlicher Sparten entwickelt, die „die Verbindungen zwischen Mensch, Maschine und Gesellschaft neu überdenken“ wollen: Die Software wurde nach Maßstäben der Kognitionspsychologie aufgebaut, um es dem Anwender zu ermöglichen, seine Arbeitsstrukturen und gedanklichen Konzepte wie bei einer Art „Mind Map“ zu gliedern. Die Nutzeroberfläche ist als ein „semantischer Desktop“ aufgebaut und arbeitet mit einer grafischen Oberfläche, um verschiedene Arbeitsabläufe im Team darzustellen. DeepaMehta ist ab sofort in einer stabilen Version 2.0b7 erhältlich, die das Versenden von E-Mails erleichtern soll. Darüber hinaus wurden Installation und Handhabung wesentlich vereinfacht. Ferner gibt es mehr Farbauswahl und neue Icons.

Für die Anwendung wird das Programm entweder auf den eigenen Rechner heruntergeladen und darauf installiert. Es kann aber auch rein online verwaltet und genutzt werden. Dadurch kann der Anwender von überall her zugreifen, er muss nur vorher einen Account beantragt haben.

Wer sich in Berlin aufhält, kann jeden dritten Dienstag im Monat die kostenfreie Einführung in DeepaMehta im newthinking store besuchen. Möglichkeiten der Partizipation für Entwickler gibt es über das eigene Wiki. Persönliche Runden für Entwickler finden alle zwei Wochen im Berliner IT Pool statt.

Die im Handel erhältlichen Zeichenprogramme sind nicht immer die preislich günstigsten. Jetzt will die neue Version des Freien Programms Inkscape 0.44 professionellen Anwendungen wie Freehand und Illustrator Konkurrenz machen: Inkscape ist ein Vektorgrafikeditor und wurde als Open-Source-Software und für mehrere Plattformen entwickelt. Es arbeitet mit dem SVG-Dateiformat für „Scalable Vector Graphics“, einem standartisierten XML-Format für Webdarstellungen. Zu seinen Künsten zählen das Zeichnen mit Pfaden, Texten und Markierungen. Weitere Merkmale sind das Verarbeiten von Farbverläufen, Transparenzen, Mustern und Gruppen. Auch das Umfließen von Objekten mit Text, pfadgebundene Texte oder Bitmaptracing gehören zu seinem Repertoire. Neu ist der Umgang mit importierten Dateiformaten: Inkscape kann mit PostScript, EPS, JPEG, PNG und TIFF umgehen. Als Export bietet Inkscape PNG und mehrere andere Vektor-basierte Formate an.

Das Freie Zeichenprogramm ist selbstverständlich neben einer Version in Linux für die Betriebssysteme Windows und Mac OSX verfügbar und kann auf der Inkscape-Webseite herunter geladen werden.

Der Linux-Verband wählte auf seiner Versammlung letzte Woche den alten wie neuen Vorstand: Einstimmig gaben die Mitglieder wieder ihr „Ja“ zum bisherigen ersten Vorsitzenden Elmar Geese und bestätigten den geschäftsführenden Gesellschafter der tarent GmbH in Bonn für weitere zwei Jahre Amtszeit. Das bisherige Vorstandsmitglied Werner Gold von der Red Hat GmbH in München bekam die Stimmen für das Amt als stellvertretenden Vorsitzenden. Neuer Schatzmeister ist nun Wolfgang Schuster, Vorstand der bitbone AG in Würzburg. Alle Mitglieder wurden einstimmig gewählt, was der Verband als Bekräftigung seiner bisherigen Politik wertet.

Der erweiterte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Ralf Allrutz, Mitglied der Geschäftsleitung der science + computing ag ind Tübingen, Karsten Schulz, Geschäftsführer der natural computing GmbH in Dortmund, Georg Westbeld, Geschäftsführer der SCAI GmbH in Leverkusen und Werner Riek aus Remagen beziehunsgweise Berlin. Als neuer hauptamtlicher Geschäftsführer des Verbandes verstärkt Thomas Sprickmann Kerkerinck den Vorstand.

eCommerce

Computer und Internet tragen dazu bei, dass sich Sprachen und Kulturen auf manchmal ironische Weise vermischen. Die Ausstellung „cyber-Hangman: e-commerce“ von Danille M. Font im Berliner newthinking store illustriert dies pointiert vom 29. Juni bis zum 28. Juli an Bildern, mit denen Unternehmen der New Economy werben.

Viele dieser Bilder haben nicht viel mit den eigentlichen Produkten zu tun, die sie bewerben sollen. Aber sie zeigen einen umkämpften Markt jenseits traditioneller Geschäftsmodelle. Die „Do or Die“-Haltung, die in den Bildern zum Ausdruck kommt, soll die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen. Diese Einstellung weckte Interesse für das Internet und regte an, die neuen Technologien selbst auszuprobieren. Jedes einzelne Bild in der Ausstellung erzählt von der Geschichte einer sich neu entwickelnden Industrie.

Danille M. Font, M.F.A. integriert Kunst, Informatik und digitale Medien in die traditionellen Lehrpläne renommierter Einrichtungen in den Vereinigten Staaten, Europa und Südamerika. Danille Fonts spezielles Interesse ist die Dokumentation der Geschichte sowie aktueller Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien in den USA und im Ausland.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Künstlerin. Eine theoretische Einbettung ihrer Arbeiten ist dort in englisch und deutsch nachzulesen.

Zur Abendvernissage am 29. Juni im newthinking store in Berlin/Mitte sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juli 2006 zu sehen.

Adresse:

newthinking store

Tucholskystr. 48

10117 Berlin

Tel.: +49-30-288736-06

Di - Fr 13.00 - 20.00h

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat in einer Untersuchung über die Selbstzensur von chinesischen Internet-Suchmaschinen klar Yahoo! die größte „Kompetenz“ zuerkannt. Während die chinesischen Versionen von Google.cn und msn.cn noch prozentual mehr Informationen durchlassen, die nicht von den Behörden autorisiert wurden, arbeiten die Filter bei Yahoo.cn ähnlich strickt wie bei der chinesischen Suchmaschine Baidu.cn.

Bei den Tests wurden in den Augen der chinesischen Regierung „subversive“ Suchwörter eingegeben und sowohl bei Google.cn, wie auch bei msn.cn waren dreiviertel der Ergebnisse prompt regierungsfreundlich, nämlich je 83 Prozent bei Google beziehungsweise 78 Prozent bei msn. Bei vergleichenden Suchen bei der internationalen Google.com waren dagegen nur 28 Prozent der aufgelisteten Seiten regimetreu. Bei Yahoo.cn waren die Suchergebnisse jedoch alarmierend: Zu 97 Prozent wurden von der Regierung „bereinigte“ Webseiten aufgezeigt. Das ist ungefähr der gleiche Wert, wie er bei der chinesischen Suchmaschine Baidu.cn erscheint. Die Zensur greift aber noch weiter: Werden bei Yahoo! kritische Schlüsselwörter wie etwa „Tibetische Unabhängigkeit“ eingegeben, blockiert die Webseite und verweigert dem Nutzer für eine ganze Stunde den Dienst, auch wenn danach neutrale Schlüsselwörter angefragt werden. Diese Praxis wird sonst nur auch von Baidu angewendet. Google.cn und msn.cn blockieren dagegen nicht die Suche nach „subversiven“ Wörtern, jedoch werden bei den Suchergebnissen keine Seiten angezeigt, die von den Behörden verboten wurden.

Auf dem Mobilfunkmarkt bestimmen bekanntlich zwei Systeme bislang zum Großteil das Geschehen: Microsoft und Symbian. Doch jetzt haben sich die großen Mobiltelefonkonzerne zusammengeschlossen, um eine vereinte Plattform auf Linux zu entwickeln. Ab Ende 2007 soll die gemeinschaftliche Plattform von den Netzbetreibern Vodafone und Net DoCoMo und den Herstellern Motorola, Samsung, NEC und Panasonic für Handys betriebsfähig sein.

„Linux ist attraktiv für die Hersteller von Handhelds, da sein Code nicht von einer einzigen Firma gehört und deshalb der ein harter Wettbewerb zwischen Unternehmen entsteht, die benutzbare, eingebettete Linux-Versionen für Telefone entwickeln. Dies drückt die Preise, wohingegen Microsoft und Symbian die Preise höher halten können“, vermeldet Reuters die frohe Botschaft. Die Global Player wollen dafür eine unabhängige wie gemeinnützige Stiftung ins Leben rufen. Damit wollen sie einmal die Entwicklung von Handys vorantreiben, aber natürlich auch die Kosten für die Programmierung verringern. Davon sollen nicht nur die Hersteller profitieren, sondern auch die Netzbetreiber, die auch andere Geräte auf Linux-Basis entwickeln können.

Democracy ist nicht nur ein Freies und offenes Abspielprogramm und Webbrowser in einem für TV-Sendungen, Videocasts, Podcasts und Audio-/Video-Quellen über BitTorrent, es steckt noch viel mehr in ihm: Durch die Integration von RSS-Feeds kann der Benutzer aus einer Liste mit den verschiedenen Videocast- oder Sendungen von Fernsehsendern auswählen. Die Open-Source-Applikation ist ein Projekt der Participatory Culture Foundation: Diese gemeinnützige Organisation entwickelt und fördert mehrere Freie Video-Sharing- und TV-Projekte im Internet, um bei dem Massenmedium Internet-TV vor allem auch die Meinungsfreiheit online zu garantieren. Ihre Hauptprojekte sind der Player Democracy, die Suchmaschine Videobomb und die Videocast-Software Broadcast Machine. Allesamt werden sie als Freie Software entwickelt, wobei Programmierer aus aller Welt dazu aufgerufen werden, im eigenen Wiki mitzuhelfen und so zur Verbreitung von Tools und Sendungen beizutragen.

Der so genannte Channel Guide von Democracy bietet derzeit eine Auswahl an 400 verschiedenen Podcast- und anderen Kanälen. Alternativ können einzelne Programme wiederum über die Feeds abonniert und automatisch herunter geladen werden. Als „TV auf dem Desktop“ preist sich Democracy an und hat auch wirklich die Fähigkeiten hierfür. Democracy betont, dass die Clips, Filme und Sendungen auch im Vollbildformat abspielbar sind. Damit die Clips nicht zu viel Platz auf der Festplatte des Rechners einnehmen, wird jedes Video automatisch fünf Tage nach dem Ansehen oder nach einer beliebigen Dauer gelöscht – es sei denn, man möchte es abspeichern und behalten.

An den Player gekoppelt ist die eigene Suchmaschinenseite Videobomb, „einem demokratischen Spielplatz für Internet-Video“. Als gelungenes Beispiel für eine Web 2.0-Applikation können Nutzer hier ihre Lieblingsvideos vorstellen und bewerten und sich eigene „Sende-Kanäle“ zusammenstellen. Die Suchmaschine erleichtert das Finden einzelner Videos nach Themen und präsentiert herausragende Clips.

Der Player ist sowohl für das Windows- wie auch das OSX-Betriebssystem erhältlich und als Beta-Version für die Linux-Distributionen Fedora, Ubuntu und Debian.

Seit Monaten kann man ihn testen: Jetzt gibt es Flock, die Fusion aus Social Software und Webbrowser in einer stabileren Betaversion 0.7, die seinem Ziel schon ein Stück näher kommt. Flock basiert auf dem beliebten Browser Firefox, nur ermöglicht er als selbst ernannter „Social Web Browser“ zusätzlich Elemente der Interaktion. So ermöglicht Flock beispielsweise über ein eingebautes Modul das Bloggen, weiterhin lassen sich direkt über die Applikation Tabs bei dem Fotosharing-Portal Flickr verwalten und hochladen. Auch die Linksharing-Webseite del.icio.us kann man bequem über Flock bedienen und Links darüber hinzufügen. Wie bei Firefox lassen sich natürlich auch RSS-Feeds integrieren, um sich die jeweils neusten Schlagzeilen im Menü anzeigen zu lassen. Flock wird von kalifornischen Entwicklern entworfen, die die Geschehnisse um den „sozialen“ Browser in einem eigenen Blog dokumentieren.

Einige Versuche hat sie benötigt, doch jetzt ist endlich die finale Verson 1.0 von Serendipity erschienen: Das PHP-basierte, offene System will das Bloggen, wie auch das Arbeiten mit Content Management Systemen (CMS) erheblich erleichtern. Als Funktionen preist das Entwicklerteam die Möglichkeit an, mehrere Autoren an den Texten arbeiten zu lassen. Um das System zu bedienen, muss man keinen Programmiercode anwenden können, sondern kann auf vorgefertigte Schablonen für Seiten (Templates) zurückgreifen und diese nach Belieben variieren. So soll eine offene Plugin-Architektur beispielsweise mit einem Klick 120 neue Veränderungen erlauben. Entwickler können den offenen Code nach ihrem Belieben erweitern. Das System ist in mehreren Sprachen erhältlich und erlaubt ein internationales Zusammenarbeiten von Bloggern und Autoren anderer Web-Portale.

“A time to make sense”: Unter diesem Motto sendet die newthinking communications GmbH seit dem 09. Juni 2006 die tägliche Videoblog-Fußballshow “WMStudio06″. Auf der Webseite www.wmstudio06.de kommentiert Teddy Turbo aka Christian Ahlers die Spiele, Skandale, Gerüchte, Gefühlsausbrüche und das ganze Geschehen rund um die heißen 31 Tage. Darüber hinaus gibt es Expertengespräche, Taktikanalysen, eine tägliche Presseschau und den “WM-Artikel des Tages”. Teddy Turbo erklärt: „Für alle, die keine GEZ-Gebühren zahlen und trotzdem gut über die Geschehnisse rund um die WM informiert sein wollen, bin ich nun täglich auf Sendung.“

Das Ziel des WMStudio06 beschreibt der Geschäftsführer der newthinking communications GmbH, Andreas Gebhard: „Zur WM wollen wir nicht nur eine abwechslungsreiche, aufrüttelnde und spannende Unterhaltung präsentieren. Unsere Verbindung von freier Software, freien Formaten und offenen Lizenzen dürfte bei der bewegten WM-Berichterstattung einzigartig sein. Denn schließlich sind neue Medienformate, die kreative Nutzung neuer Internet-Technologien und Open Source Strategien unsere tagtäglichen Aufgabenfelder. Mit Teddy Turbo und seinem Redaktionsteam haben wir genau die richtigen Partner für das WMstudio06 gefunden.“

Bis zum 9. Juli wird die Webseite jeden Nachmittag nun mit neuen Video-Inhalten bestückt. Bei der Produktion von WMStudio06 wird die Einsatzfähigkeit von Freier Software im Videobereich bewiesen: Alle Clips werden mit Freier Software produziert und stehen selbstverständlich auch unter freien Formaten zur Verfügung, damit niemand ausgeschlossen wird. Und da die erhältlichen Videos unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, ist das Kopieren und Weiterverbreiten ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Das WMStudio06 ist eine Co-Produktion der newthinking communications GmbH, eitelsonnenschein berlin und den „Good Old Boys and Girls“

Um afrikanischen Entwicklungsländern den Sprung ins digitale Zeitalter, sprich die nötigen Hard- und Software-Ressourcen, als auch eine Internet-Verbindung zu ermöglichen, wurden einige Projekte ins Leben gerufen. Mark Shuttleworth, der bereits mit seinen kostenlosen Linux-Distributionen Ubuntu, Edubuntu, Kubuntu und Xubuntu die Entwicklung voran treibt, finanziert über seine Shuttleworth-Stiftung auch das gemeinnützige Projekt Freedom Toaster: Das Kiosk-System kann zumindest die Lücke bei den mangelnden Programmen schließen und besteht aus einem Automaten, um Open-Source-Software auf CD und DVD lokal zu brennen. Über ein Nutzermenü auf einem Touchscreen kann man dort problemlos Freie Software auswählen und sie auf ein mitgebrachtes Medium wie eine CD brennen lassen. Bereits sind einige dieser „Brenn-Stationen“ in afrikanischen Läden im Einsatz.

Wenn nun im nächsten Jahr das Stiftungsgeld für das nichtkommerzielle Projekt ausläuft, will Gründer Jason Hudson sein eigenes Unternehmen starten, um das Open-Source-Kiosk-System auch weiter betreiben zu können – dann aber kommerziell. „Es gibt eine überwältigende Nachfrage von Leuten, die den Freedom Toaster kaufen wollen“, erklärt Hudson bei Tectonic. Als nichtkommerzielle Organisation könne man dem bislang nicht nachkommen, aber das geplante Unternehmen würde das. Deshalb rechnet er sich gute Erfolgschancen für die Firma im nächsten Jahr aus. Dennoch wird er nicht der einzige sein, der den „Brenn-Automaten“ vertreiben wird: Demnächst soll laut Hudson eine Bedienungsanleitung online erhältlich sein, die es jedem Geneigten ermöglichen soll, selbst so ein Kiosk-System zusammen zu bauen.

Warum hängen Hacker immer so lange vor ihrem Rechner herum? Der Psychologe Falko Rheinberg von der Universität Potsdam veröffentlichte nun eine Studie zur Motivation von Hackern und ihrem Verhalten außerhalb der Arbeitszeit. Insgesamt 300 Probanden, darunter Informatikstudenten, -fachschaften und Mitglieder des Chaos Computer Club, nahmen an der Umfrage teil. Dabei stellte Rheinberg fest: Den größten Anreiz hat das stundenlange Ausharren vor dem Rechner, wenn es um Dinge geht, „die etwas mit gemeinsamen Aktionen am Rechner und mit Vernetzungen zu tun haben“. Der gemeinschaftliche Gedanke ist also laut der Studie am wichtigsten für die User. Ein weiteres Ergebnis war aber auch die völlig unterschiedliche Motivation von „Hackern“ und „Crackern“, die beide unerlaubt in geschützte Systeme eindringen, dabei aber von völlig gegensätzlichen Anreizen angetrieben werden.

Die mehrheitlich männlichen PC-User (87 Prozent) lassen sich nun in drei Typen unterscheiden: Die zweckorientierten Nutzer stellen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte dar und sind die typischen Freizeitbastler, die gerne Zeit für die Optimierung ihres Rechners aufbringen. Die zweite Gruppe der selbstbezeichneten „Hacker“ (22 Prozent) liebt es, in der Freizeit fremde Systeme zu überwinden, um eventuell Informationen für alle offen zu legen. Das bezweckt die dritte Gruppe auch, nur haben die „Cracker“ (20 Prozent) zweifelhafte Absichten, wenn sie in Systeme eindringen und dort Schaden anrichten, indem sie Informationen verändern oder zerstören. Deshalb muss zwischen den beiden letztgenannten „Hackern“ und „Crackern“ eine Unterscheidung gemacht werden: Beide legen zwar einiges Engagement an den Tag, in geschützte Systeme einzudringen, doch unterscheiden sie sich in ihrer jeweiligen Motivation völlig. Während die „Hacker“ laut der Studie durch Kompetenzfreude angetrieben werden und dadurch eine größere Expertise erlangen können, handeln die „Cracker“ andererseits mehr aus einer „rebellischen Illegalität“ motiviert heraus. Doch destruktive Energie sei oft weniger freudvoll und effizient, so Rheinberg.

Vor mehr als einem Jahr erschien die letzte Version des beliebten freien Videoabspielprogramms MPlayer. Dieser Player erlaubt das ansehen verschiedener Filmdateien im AVI-, MOV-, Real-, Vorbis- und anderen Formaten. Jetzt ist endlich eine stark überarbeitete Version MPlayer 1.0pre8 erschienen, um eventuelle Fehler im AVI-, MOV- und Real-Codec und dem für H.264, also für MPEG-4 zu beheben. Außerdem verspricht die Entwicklercrew namens „NeuTeam strikes back“ eine Unterstützung von DVD-Menüs in der Windows-Version von MPlayer. Der Player ist für das Linux-, Windows- und das OSX-Betriebsystem erhältlich und kann kostenlos herunter geladen werden.

Vor ein paar Wochen wurde an dieser Stelle bereits „A Swarm of Angels“ vorgestellt: Das bislang einzigartige Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, einen Spielfilm rein mit den Mitteln des Internets, sprich über eine offene Vernetzung zu finanzieren, zu produzieren und fertig zu stellen. Von dem Open-Source-Projekt können Anteile und damit auch ein Mitspracherecht für je 25 britische Pfund erworben werden und das Ergebnis soll hinterher unter einer Creative-Commons-Lizenz zur kreativen Weiterverarbeitung und Remixen veröffentlicht werden. Die Idee stammt vom Briten Matt Hanson, der 1996 das erste Digitalfilmfest der Welt gründete. Mit im Boot sind außerdem Boing Boing-Blogger Cory Doctorow, der Comic-Autor Warren Ellis und Tommy Pallotta, der soeben Richard Linklaters düstere Version von „A Scanner Darkly“ produzierte.

Matt Hanson erklärt der fspa, was er unter „Remixing Cinema“ versteht: Das Filmprojekt „A Swarm of Angels“ will Open Source mit einer filmischen Web 2.0-Initiative verbinden. Anfang des Jahres fiel ihm auf, dass in Hollywood die Produktionsmühlen bedächtig lange arbeiten, bis jedes Script durch die Einsprüche der Studiobosse zerfleddert wird. „Cinema 2.0“ sei anders, sagt er: Das Filmprojekt soll als eigenständiges Produkt über Online-Netzwerke durch eine globale Internet-Filmproduktion zusammen getragen werden. Die vielen fleißigen Beteiligten kommunizieren und operieren hauptsächlich online. Hanson mailte seine Idee an Freunde und hatte bis letzten Monat etwa 100 Leute zusammen, die Anteile zu je 25 britischen Pfund, rund 36 Euro, kauften. Mittlerweile sind es 500 Interessierte, die ersten 1 000 sollen später das Konzept auf robuste Beine stellen. Aber: „Nur ein Kleinteil davon will wirklich selber beim Schreiben mitmachen. Das ist fein, weil ich letztendlich die Kontrolle darüber habe und genug Input und Feedback bekomme“, erklärt Hanson. Die Geschichte des Films mag er noch nicht preisgeben, es soll sich aber um einen Sci-Fi-Thriller handeln.

Matt Hanson hat sich schon jahrelang mit digitalen Filmprojekten auseinander gesetzt. Anfang der 90er noch als Filmjournalist für das englische Hippster-Magazin Dazed&Confused. 1996 gründete er das erste digitale Filmfestival onedotzero in London. 1997 erklärte er „The End of Celluloid“, und dass die digitale Revolution auch die Produktionsmittel verändern würde. „Einerseits geht die Geschichte von Video im Internet zurück zu den Basics. Das musste so sein, technologisch. Deshalb hatte ich immer ein Problem damit, weil es auf die geringsten gemeinsamen Nenner zurückgreift: Pornos und schlechte Schülerwitze. 1996 gab es Web-Clips sowieso nur in Briefmarkengröße auf dem Monitor zu sehen. Also ging ich anders herum und schaute auf die neue Medienkultur.“ Damit war er der erste, der Flash-Animationen im Kino zeigte und zu Kunstfilmen erhob. Sein aktuelles Projekt ist die Konsequenz: „Jetzt mache ich das wieder anders herum. Ich stelle eine große Medienproduktion mit Hilfe des Internets zusammen, um das Ergebnis weiter auf andere Medien zu bringen, sei es auf das Handy oder ins Kino.“ An einer Online-Filmproduktion versuchten sich bereits andere: Die Leipziger VEB Film nennt sich ein „Open Source Film Net Label“, das seit zwei Jahren Filme unter CC produziert und ausschließlich über Online-Spenden finanziert. Im Moment krankt es jedoch nur an den freiwilligen Spenden: Mit 8 000 Euro sind sie in den Miesen und hoffen, ihren zweiten Langfilm bald beenden zu können, ohne das Equipment verkaufen zu müssen.

Matt Hanson gibt sich zum Gelingen seines Open-Source-Films zuversichtlich. Er findet die Zeit reif für derlei Web 2.0-Projekte und bezieht die Spender aktiv in den Schaffensprozess ein: So ist bereits ein Dokumentarfilm über „A Swarm of Angels“ geplant. Die Teilnehmer sollen sich selber bei den Vorbereitungen mit Webcams filmen und hinterher den Drehbericht mittels eines freien Video Sharing Services wie Jumpcut gemeinschaftlich schneiden.

Ende letzter Woche hat das Verbraucherportal iRights.info in Köln den begehrten wie angesehenen Grimme Online Award verliehen bekommen. Der jährlich vergebene Preis ging in der Kategorie „Information“ an die Webseite. Das Portal wurde vor zwei Jahren durch Gelder des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft finanziert. Seitdem vermittelt es anschaulich wie informativ die Themen rund um das Urheberrecht. Weiterhin erfreulich ist es, dass ein Sonderpreis an den Berliner Blog-Verlag Spreeblick geht.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für iRights.info ausführlich:

„Sich im 21. Jahrhundert an Musik, Filmen oder Software zu erfreuen, ist ein schwieriges Unterfangen. Gesetzgeber verwirren den Konsumenten mit ersten und zweiten Novellierungskörben, Lobbyverbände der Unterhaltungsindustrie drohen in ihren Kampagnen mit Handschellen und Haftstrafen, während beim so genannten digitalen Rechtemanagement (DRM) jeder Anbieter sein eigenes Süppchen kocht und so das Nervenkostüm des Verbrauchers bei jedem Kauf erneut auf Strapazierfähigkeit testet.

Das Angebot iRights.info leistet in diesem Dickicht, das oft genug selbst Juristen Rätsel aufgibt, vorbildliche Orientierungsarbeit. In angenehm unaufgeregter Tonalität und in verständlicher Sprache klärt die Website all jene Alltagsprobleme, die zwischen CD-Brenner, DVD-Ländercode und MP3-Download auftauchen. iRights geht über lexikalische Ausführungen hinaus und nutzt die Dialogfähigkeit des Netzes zur Beantwortung konkreter Fragen.

iRights.info informiert nicht nur Konsumenten, sondern richtet sich mit praktischer Hilfestellung auch an Produzenten digitaler Werke, seien es Musiker, Filmemacher, Podcaster oder Autoren, und leistet so einen wertvollen Beitrag zur digitalen Kultur.

Mit der Auszeichnung artikuliert die Jury auch ihre Hoffnung, dass dieses wichtige Aufklärungsangebot die künftigen Entwicklungen weiterhin kritisch begleiten wird, und so dazu beiträgt, möglichst vielen Menschen den Umgang mit digitalen Medien zu erleichtern.“

Der britische Ableger der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zusammen mit der britischen Tageszeitung The Observer und der OpenNet Initiative eine Kampagne gegen Internet-Zensur gestartet: Irrepressible.info will demonstrieren, dass niemand davon abgehalten werden kann, seine freie Meinung „online wie offline“ uneingeschränkt zu äußern und nicht durch Repressalien bedrängt werden kann, so die Kampagne. In China, Vietnam, Tunesien, Iran, Saudi Arabien und Syrien würden zu den Staaten zählen, die den Zugang zum Internet zensieren und Einwohner verfolgen und inhaftieren, weil sie online ihre Kritik zu den Verhältnissen geäußert hätten. „Internet-Repression geht nicht nur von Regierungen aus“, erklärt Amnesty International weiter: „IT-Unternehmen haben Systeme mit aufgebaut, die den Einsatz von Überwachung und Zensur ermöglichen. So hat Yahoo! die privaten Daten von E-Mail-Nutzern den chinesischen Behörden übermittelt und damit dazu beigetragen, dass in Fällen unrechtmäßige Verhaftungen statt fanden. Microsoft und Google sind beide den Forderungen der Regierung nachgekommen, aktiv chinesische Nutzer von ihren angebotenen Services einzuschränken.

Amnesty International ruft die Bürger nun auf, selber die Zensur solcher Staaten zu unterwandern. Einmal durch eine Unterschrift bei ihrer „Internet Freiheit“-Kampagne. Wer aktiv zur Meinungsfreiheit beitragen möchte, kann in anderen Ländern zensierte Webinhalte auf seinen eigenen Seite zugänglich machen. Im Falle der chinesischen Zensur bitte Amnesty International um E-Mail-Beschwerden an die chinesische Regierung, um den Journalisten Shi Tao freizulassen. Der wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine E-Mail an eine Pro-Demokratie-Organisation geschickt haben soll. Weitere Infos dazu auf der Seite von Irrepressible.info.

Auf der diesjährigen Cebit wurde sie bereits von Klaus Knopper vorgestellt, jetzt ist auch die CD / DVD der neuen Knoppix Version 5.0.1 online erhältlich: Das Image ist mittels des BitTorrent-, sowie des Emule-Netzwerks oder natürlich über gespiegelte Webserver mühelos herunterladbar. Die komplett von CD- oder DVD-Laufwerk ausführbare Zusammenstellung populärer GNU/Linux-Software enthält den Linux-Kernel 2.6.17, den KDE-Desktop in der Version 3.5.2 und Gnome 2.12. Als Office-Paket ist selbstverständlich auch OpenOffice.org dabei, hier in der aktuellen Version 2.0.2. Darüber hinaus ist der X-Server auf dem DVD-Image in der Ausführung X.org 7.0 integriert. Ob als Schulungs-CD oder als Rescue-System, die Daten auf der CD beziehungsweise DVD müssen nicht auf der Festplatte installiert sein. Durch das effektive Komprimierungssystem sind auf der CD-Version bis zu 2 Gigabyte, auf der DVD-Version bis zu 9 Gigabyte an Freier Software enthalten. Neu dabei ist eine Installierungssoftware, durch die bestehende Knoppix-Installationen auf den neusten Stand gebracht werden können. Als wichtige Neuerungen gibt es einmal die Erkennung von onboard IDE-Raid Controllern und Raid Disk Komponenten. Außerdem kann durch udev und hwsetup automatisch Hardware erkannt werden. Neu ist weiterhin ein transparenter Schreibsupport für NTFS-Partitionen durch libntfs und fuse.

Ubuntu ist eine Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Zu ihren Vorteilen zählen die einfache Installation und eine leicht durchführbare Erweiterung, die sie zum idealen Einsteigerwerkzeug für Linux-Neulinge macht. Nicht umsonst lautet der ironische Slogan von Ubuntu: „Linux for human beings“. Denn für die Gemeinschaft von Ubuntu verkörpert die Distribution folgende Standpunkte: Die Software sollte kostenlos erhältlich sein und ihre Tools sollten von Anwendern in ihrer lokalen Sprache uneingeschränkt verfügbar sein. Und dass die Nutzer die Freiheit haben sollten, ihre Software anzupassen und zu verändern, wie auch immer sie möchten.

In der jetzt frei gegebenen Version 6.06 „LTS“ für „Long Term Support“ ist ein Kernel in der Version 2.6.15.6 inbegriffen, der Desktop Gnome wird in der Version 2.14.1 geliefert. Weitere beliebte Programme auf der CD sind der Browser Firefox 1.5.0.3, das E-Mail-Programm Thunderbird 1.5.0.2, als Office-Suite OpenOffice.org 2.0.2 und Evolution 2.6.1.

Das Image der Installations-CD ist über verschiedene Webseiten herunterladbar.

Die Free Software Foundation (FSF) stellt eine ihrer neuen Initiativen vor: DefectiveByDesign ist eine Anti-DRM Kampagne, die zum Kampf gegen „Medienmogule, wenig hilfreiche Hersteller und Vertreiber der DRM-Implementierung“ aufruft. DRM steht für „Digital Restrictions Management“ und ist ein in die Eingeweide von Rechner und Elektronik-Gütern montiertes System, dass auf digitale Weise die Urheberrechte schützen soll. Das Verfahren ist umstritten, da sich dadurch bislang ungeklärte Probleme bei Privatkopie oder Datenschutz ergeben können.

Ihre erste öffentliche Aktion zeichnete sich durch ein „gesundheitsgefährdendes“ Auftreten aus: Am 23. Mai tagten die Microsoft-Entwickler in Seattle. Zur Eröffnungsrede von Bill Gates startete DefectiveByDesign gleich eine Grasswurzel-Aktion, wobei eine Gruppe Protestierende in neongelben Schutzanzügen aufmarschierten.

Bei den Bemühungen der Aktivisten geht es konkret um „Flash-Proteste, direkte Aktionen und praktische Anleitungen, damit die Leute sich beteiligen können und dazu beitragen, dass die Dummheit von DRM ein Ende hat“, erklärte Gregory Heller von DefectiveByDesign die Vorgehensweise. Der Name „Defective by Design“ bedeutet „Fehlerhaft durch Design“ und soll sich auf Computer und andere Elektronikgüter wie HDTV, Telefone oder DVD-Player beziehen, die von Werk aus schon fehlerhaft, will heißen mit einem DRM-System, ausgeliefert werden: „Diese Produkte respektieren nicht die Rechte des Nutzers auf eine Privatkopie seiner digitalen Medien“, erklärt die FSF.

Im Internet preisen bekanntlich viele Musik-Portale, über Download-Shops Musikstücke im MP3-, Ogg Vorbis und restriktiveren Formaten an. Dass man Lieder auch alternativ, aber nichtsdestotrotz kommerziell unter einer Creative-Commons-Lizenz anbieten kann und die Künstler an ihren Werken verdienen, beweisen Webseiten wie Magnatune. Auch das Portal Jamendo versucht neue Wege bei der Bandpromotion einzuschlagen: Junge, noch wenig bekannte Künstler sollen hier eine Plattform zur Eigenwerbung bekommen. Wenn ihre Musik bei den Nutzern Gefallen findet, können diese nämlich auch an die Künstler spenden.

Bei der Distribution greift das Portal auf die beliebten Peer-to-Peer-Netzwerke zurück und nutzt die Technologie von Verbreitungssystemen wie BitTorrent oder eMule. Dabei ist das Herunterladen der Files nicht illegal, da die Künstler ihre Stücke allesamt unter Creative Commons Lizenzen veröffentlichen und zur Weitergabe frei gegeben haben.

Als weitere Erscheinung des Web 2.0 setzt Jamendo vor allem auf den Communitygedanken und dabei auf die Beurteilung der User: Musik soll von anderen Nutzern empfohlen und bewertet werden, damit die Musikliebhaber diese untereinander weitergeben und tauschen.

Die schottische 3D-Schmiede Strange Company ist vor allem auf dem Gebiet der Machinima bewandert. Das sind Animationen, die über die Engine eines Games produziert werden. Vor zehn Jahren trat dieses Filmgenre erstmalig auf: Als die leistungsstarken 3D-Rendermaschinen von Games dafür benutzt werden konnten, um innerhalb des Game-Settings eigene Animationen zu erstellen.

Nach ihrer Independent-Produktion „Ozymandias“ stellt Strange Company nun ihren ersten komplett mit einer Game-Engine hergestellten Machinima-Langfilm vor: „BloodSpell“ ist bislang das längste seiner Art und taucht in die Fantasywelt von Magiern und Zauberern ein, wo Auserwählte mit „magischem Blut“ ausgestattet sind und verfolgt werden.

Geschrieben wurde die Geschichte von Machinima-Pionier Hugh Hancock, die Technik setzt auf dem Game Neverwinter Nights auf. Wie Open Business berichtet, wurde der Film mit einem Bruchteil des sonst üblichen Budgets hergestellt. Nur 10 000 Dollar betrugen die Kosten, vergleichsweise gering zu einer Animation aus Hollywood, die leicht um die 100 Millionen Dollar verschlingt. „BloodSpell“ wurde zur nichtkommerziellen Weitergabe frei gegeben und unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Die Animation ist in kleine Episoden aufgestückelt und kann jeweils nach deren Fertigstellen in regelmäßigen Abständen herunter geladen werden, bis der ganze Film verfügbar ist.

Das „Geotaggen“, das Markieren von realen Orten auf einer virtuellen Weltkarte im Internet, ist seit der Einführung von Google Maps zum äußerst beliebten Hobby geworden. Verschiedene Spielarten haben sich dabei herausgebildet: Einerseits verbinden Projekte wie Semapedia die physische Welt mit der realen, indem sie in grafische Barcodes Links zur Wikipedia einbetten, um diese dann als ausgedruckte Aufkleber, als „Tags“ an Sehenswürdigkeiten anzubringen. Auf der Google-Maps-Karte sind die Tags auf der ganzen Welt markiert und mit den Wikipedia-Infos versehen.

Ein weiterer, allerdings nur im Netz statt findender Versuch, kommt von der WikiMapia: Das neue Projekt will ebenfalls Google Maps und die lexikalischen Einträge der Wikipedia verlinken, und fordert die Netz-Community auf, das direkt auf der Weltkarte von Google zu tun. Auf der Internet-Seite der WikiMapia können Interessierte Tags für bestimmte Orte und Sehenswürdigkeiten anbringen und selbstständig mit der entsprechenden Info-Seite auf der Wikipedia verlinken. Zu den neuen Markierungen zählen bislang touristische Örtlichkeiten wie die Notre Dame in Paris, das Opernhaus in Sydney oder der Nürburgring.

Da wollten sich die Grunge-Musikanten von Pearl Jam mal fortschrittlich zeigen, doch so ganz hat ihr Plattenlabel wohl nicht mitgespielt: Das neue Video „Life Wasted“ der amerikanischen Rockband aus Seattle wurde bereits unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, genauer unter der „Creative Commons Attribution-Non-Commercial-NoDerivs license“. Das bedeutet, dass der Clip frei vervielfältigt, kopiert und weiter gegeben werden darf, aber nicht in irgendeiner Form abgeändert. Laut Creative Commons ist dies das erste Mal, dass eine Plattenfirma wie hier J Records / Sony BMG ein Video unter CC herausbringt. Als Download erhältlich ist der Musik-Clip nämlich bei Google Video.

Der Haken an der Sache: Nur bis zum 24. Mai, also morgen, soll das Video kostenlos anzusehen sein. Danach müssen Fans den Clip im Online-Shop kaufen. Das ist einmal verwirrend, da sämtliche, von Creative Commons ausgearbeitete Lizenzen nicht zeitlich beschränkt sind und der Vorgang einer von vorneherein eingeplanten Änderung des Urheberrechts des Clips dabei nicht vorgesehen. Zweitens bleibt die Frage, wieso sich noch jemand den Clip kaufen soll, nachdem er bereits von Seiten wie Google Video oder YouTube gerippt wurde und in diverse Musik- und Video-Blogs gepostet.

„Offenheit“ und „Freiheit“ sind im Bereich der Software fein ausnuancierte Begrifflichkeiten. Will man nun bei sämtlichen anderen im Netz veröffentlichten Werken klar definieren, wie ein Anwender damit verfahren darf, kann der Urheber seit fünf Jahren auf die Lizenzen von Creative Commons zurückgreifen. Jedoch bleiben gerade bei den veröffentlichten Texten wie den Lexikon-Einträgen der Wikipedia Graubereiche, die für Verwirrung sorgen. Das Projekt FreedomDefined möchte nun Licht in den Lizenzen-Dschungel bringen und gerade bei Texten für genauere Definitionen in Bezug auf „offene“ oder „freie“ Texte sorgen. In einem Wiki darf jeder Interessierte seine Anmerkungen zu der „Free Content and Expression Definition“ liefern und so selbst dazu beitragen. Initiiert wurde FreedomDefined vom Berliner Journalisten und ehemaligen Wikimedia-Aktivisten Erik Möller, dem Debian-Autor Benjamin Mako Hill, von Mia Garlick (Creative Commons) und Angela Beesley von der Wikimedia Foundation.

Erik Möller erklärt für fspa.de die Probleme mit den Lizenzen und die Ziele des Projekts:

1) Warum besteht bei den Lizenzen Klärungsbedarf?

„Die Vielzahl von Lizenzen zum Beispiel unter dem Label `Creative Commons` verursacht Unklarheit darüber, welche Freiheiten dem Nutzer letztlich gewährt werden und steht im Konflikt mit einer großen und wachsenden Bewegung, die sich für ein Höchstmaß an intellektueller Freiheit engagiert.

Vielen Urhebern ist nicht bekannt, dass zum Beispiel NC- und ND-Lizenzen (Verbot kommerzieller Nutzung oder von Derivaten) in einem frei lizenzierten Werk wie Wikipedia nicht akzeptiert werden. Auch die rechtlichen und praktischen Inkompatibilitäten zwischen Lizenzen unterschiedlicher Restriktivität sind nicht intuitiv offensichtlich. In Bezug auf die NC-Lizenzen habe ich das in einem Artikel vor einiger Zeit ausführlich dargestellt.

Das ist - leider - ein bisschen das Ergebnis der `pragmatischen` Lizenzpolitik von Creative Commons. In der Welt der freien Software gibt es dagegen schon seit langem klare Standards: Weitergabe und Veränderungen sind erlaubt, kommerzielle Nutzung ist willkommen, alle Lizenznehmer werden gleich behandelt. Wir möchten sowohl Urhebern als auch Nutzern mit einem einzigen Piktogramm klar machen, wann sie es mit Lizenzen oder Werken zu tun haben, die ein ähnliches Maß an Freiheit erfüllen.

Langfristig erhoffen wir uns daraus, dass die gesamte Bewegung für in diesem Sinne freie Inhalte (freie Software, freie Kunst, freies Wissen, …) klarer als solche erkennbar wird und agiert, zum Beispiel auch in der Politik. Unser erstes Ziel ist es aber, diese Freiheiten zunächst konkret zu definieren, sowohl auf der Ebene eines Lizenzvertrags als auch auf der Ebene eines Werkes. Diese Definition soll unpolitisch in dem Sinne sein, dass alle Parteien (Creative Commons, FSF, Wikimedia usw.) sie anerkennen.“

2) Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen „Offenheit” und „Freiheit”?

„Beide Worte werden erst durch Definitionen mit Leben gefüllt. Die Definition von `Open Source` ist weitgehend mit der von ´Freie Software´ identisch, hier halte ich die Differenzierung für irrelevant. In letzter Zeit gab es allerdings eine Inflation der ´Open´-Begriffe, ´Open Access´, ´Open Content´, ´Open Knowledge´, die überwiegend schwammig definiert waren. Deshalb verwenden wir Begriffe wie ´Free Software´ und ´Free Content´, um den Aspekt der maximalen Freiheit hervorzuheben.“

3) Das Projekt ist als work in progress gedacht – bis wann soll es
ungefähr laufen bzw. plant Ihr, „Ergebnisse” vorzustellen?

„Zunächst mal ist jeder herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Neben den schwer verdaulichen inhaltlichen Diskussionen gibt es auch den Logo-Wettbewerb. Wir suchen ein Symbol mit Wiedererkennungswert, um freie Inhalte zu taggen. Wer mit dem Wiki nicht klarkommt, kann mir gerne eine Mail schicken.

Wir hoffen, im Juni eine 1.0 der Definition vorstellen zu können. Dann möchten wir sie in möglichst viele Sprachen übersetzen. Wir werden dafür nochmal ein bisschen Wind machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in dem Zusammenhang eine separate Website starten, um die Bewegung für freie Inhalte - mit der Definition als Grundlage - zu unterstützen. Ein Lizenzwahlsystem für freie Inhalte nach Creative-Commons-Vorbild wäre meiens Erachtens ebenfalls eine gute Idee.“

„Roadmap for ICT ecoysystems“, eine Roadmap für offene ICT Ökosysteme nennt sich ein neuer Führer über Open Source in der Wirtschaft vom Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University. ICT steht hier für Informations- und Kommunikationstechnologien, wobei auf 53 PDF-Seiten eingehend die Prinzipien von Open Source, sowie Fallbeispiele dargelegt erden. Die Roadmap soll ein „Führer für Politikmacher, Manager, Aktionäre aus der Industrie und die Bürgergesellschaft“ sein, der nutzerfreundlich und verständlich erklärt, warum „Offenheit“ bei den heutigen Technologien so wichtig ist: „Das Steuern auf eine Globalisierung schafft ein neues Set an einzigartigen Nachfragen an die Regierung, die Wirtschaft und unseren Alltag. Zunehmend richten Entscheider aus allen Bereichen ihre Augen auf die Technologie, die ihnen zu Lösungen und einem Antrieb zu erwünschten Veränderungen verhelfen soll, in dem sie lokale, nationale und globale Ressourcen auf innovative Weise vermischen.“

„Elephants Dream” ist eine Animation in 3D, die als „Open Source” veröffentlicht wurde. Das bedeutet, dass der komplette Film gemeinschaftliche finanziert und mit freier Software wie dem 3D-Tool Blender erstellt wurde. Da der Kurzfilm unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz steht, dürfen alle Rohdateien weiter gegeben und verarbeitet werden. Als Download stehen verschiedene Formate wie Quicktime, AVI oder mpeg4 zur Verfügung. Auch der Soundtrack ist zur kommerziellen Weiterverbreitung und -verwendung und zum Üben online erhältlich. Herunterladen lassen sich die Files mittels des Torrent-Netzwerks oder als direkter Download. Abspielen lässt sich die Animation mit dem VLC-Player oder dem MPlayer.

In Stuttgart fand letzte Woche die Verleihung des Animago statt, einem Design-Wettbewerb, der jährlich die besten Arbeiten in den Kategorien Animation, Interaktives Design, Still und Compositing verleiht. Zum zehnjährigen Bestehen wurde ein Publikumspreis ins Leben gerufen, bei dem die Animation „Trusted Computing“ als beste prämiert gewählt wurde: Der Studentenfilm von Benjamin Stephan und Lutz Vogel vereinfacht verständlich das Konzept von Trusted Computing auf eine einprägsame visuelle Weise und illustriert das beispielhaft mit Motion Graphics, einem Mix aus animierter Collage und Grafik Design.

Die Animation erklärt nämlich das Prinzip der nur scheinbaren Wahlfreiheit, wie es sich große Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM, HP oder AMD vorstellen, die sich zur Allianz der Trusted Computing Group (TCG) zusammen geschlossen haben. Die englische Wikipedia merkt zu diesem Begriff kritisch an, dass die Industrie mit „Vertrauen“ nicht zwingend auch „vertrauenswürdig“ aus der Anwender-Sicht meint. Der strittige Begriff des Trusted Computing bedeute einerseits, so die Wikipedia, dass dadurch die Nutzung des Rechners reibungsloser ablaufen würde und besser vor Viren geschützt wäre. Dagegen spricht, dass mit dieser Technologie die Entscheidungsmacht darüber, was für diverse Anwendungen auf einem Computer gestartet werden dürfen, allein bei den Entwicklern, Herstellern und Rechteinhabern liege und nicht beim Kunden. Auch ist dabei wohl keine Anonymität gewährleistet. Die Electronic Frontier Foundation beschreibt ihre Argumente gegen Trusted Computing, unter anderem wie folgt: „Zum einen sind bereits existierende Software-Designs grundlegend fehlerhaft, weil sie die Öffentlichkeit den neuen Risiken eines anti-konkurrenzfähigen und konsumentenunfreundlichen Verhaltens aussetzen. Zweitens könnte es vorkommen, dass diese Designs von Herstellern der besonders „vertrauenswürdigen“ [trusted] Computern und Komponenten im Geheimen nicht korrekt implementiert werden.“

Die Animation von Benjamin Stephan und Lutz Vogel verdeutlicht deshalb, wie Trusted Computing dem Endandwender keine Wahl mehr lässt, welche Programme er auf seinem Computer installieren und benutzen darf oder nicht. Den Clip kann man in verschiedenen Datei-Größen als Quicktime-Format bei Archive.org herunterladen. Alternativ ist der Film auch bei Lafkon in verschiedenen Kompressionsformaten wie Avi oder Xvid und mit Untertiteln in mehreren Sprachen zum Download erhältlich.

Die Stadt Nürnberg, die Universität in Erlangen-Nürnberg und einige Linux-Experten haben letzten Freitag den Verein Linux Business Campus zur Stärkung von Unternehmen gegründet, die Linux-Projekte entwickeln. „Open-Source-Lösungen zählen zu den Technologiefeldern mit deutlich überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial“, begründet die Stadt Nürnberg ihren spektakulären wie weitsichtigen Schritt, die lokale Wirtschaftskraft in diesem Bereich zu stärken. Der Verein Linux Business Campus hat die Gebäude des Maxtorhofs in Nürnberg als neues Gründerzentrum ausgewählt. Hier bieten sich noch genügend freie Räumlichkeiten, um Start-ups aufzunehmen.

Das gewerbliche Haus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Software-Unternehmens SuSE/Novell samt seinem angegliederten Porting und Migration Center. Dies soll Anreize für Innovation liefern und den Standort Nürnberg stärken. „Mit dem gesammelten Know-how der Campus Coaches wollen wir die jungen Firmen nicht nur bei der Entwicklung von Open-Source-Lösungen unterstützen, sondern sie auch konsequent an den Markt heranführen. Wir verfügen weltweit über Partner, und nichts ist wichtiger für innovative junge Unternehmen als internationale Vertriebskontakte, Marketing-Wissen und der direkte Zugang zu Wagniskapitalgebern”, erklärt der designierte Vereinsvorsitzende Richard Seibt, ehemals bei IBM, United Internet, SuSE und Novell in der Nürnberger Pressemitteilung.

Das Vorurteil, dass Open-Source-Programme natürlich keineswegs nur auf Linux-Systemen verwendbar sind, wurde schon lange widerlegt. Auf der neuen Opensource-CD in der Version 6.0 gibt es nun wieder über 200 Programme, die für den Gebrauch unter Windows zugeschnitten sind. Das sind 15 mehr als auf der letzten CD und erfreulicherweise sind darauf nun auch Freie Applikationen für Content Management Systeme vertreten: Neben dem populären Typo3 finden sich noch Apache Lenya und Plone, um Inhalte im Web einzupfelegen und zu verarbeiten. Selbstverständlich wurden viele Programme auf der Opensource-CD aktualisiert, außerdem wird die Kategorie Internet-Anonymität durch eine neue Software bereichert: Tor garantiert die Privatsphäre im Netz durch Verschleierung der IP-Adresse und mit der Überwachungssoftware Ethereal wird der Netz-Traffic transparenter.

Als Neuheit gibt es jetzt auch eine CD komplett mit Open-Source-Games: Games Version 1.0 bietet 30 Spiele für den Windows-User. Die Opensource-CD beziehungsweise die CD-Version Games kann kostenlos als Image-Datei herunter geladen werden. Sie muss danach allerdings aufgrund ihrer Größe als DVD gebrannt werden. Weiterhin ist es möglich, eine DVD-Version mitsamt OpenOffice.org online zu bestellen.

Kernel-Maintainer Andrew Morton sorgt sich um die Qualitätssicherung des Linux-Kernels. Der Chefentwickler bangte in seiner Keynote auf dem LinuxTag letzte Woche in Wiesbaden um die Zukunft von Linux Version 2.6. Zusammen mit Linus Thorvalds koordiniert Morton die Kernel-Entwicklung, bei ihm liegt am Ende auch die Entscheidung, welcher Code integriert wird oder nicht. Gut 9 200 Zeilen Code fliessen so jeden Tag in die Verbesserung des Kernels ein, so Morton. Jedoch würde dieser Code deshalb umso fehlerhafter, weil man bei der Beseitigung von Problemen gar nicht mehr nachkomme.

Seine Vermutung schloss Morton aus den Fehlerberichten, die ihm per E-Mail eingesandt wurden. Im schlimmsten Fall, nämlich einer zu hohen Fehlerquote, bleibe nur ein vorübergehendes Aussetzen der Entwicklung des Kernels, bis die Fehlerquellen behoben seien. Sein Fazit lautete klar: „Wir müssen vorsichtiger sein und mehr Zeit für die Fehlerbehebung aufbringen.” Daher steht nicht nur eine neue Version 2.7 noch in den Sternen. Auch eine reine Entwicklerversion des Kernel lehnt Morton ab: Wenn die Verbesserungen nur der Testversion zu Gute kämen, wäre den vielen Anwendern und Distributoren nicht geholfen, weil die schließlich bei der stabilen, bereits veröffentlichten Version bleiben. Die Qualität des Linux-Kernel sei vor allem der Test-Gemeinschaft zu verdanken, die mit Arbeitseifer gemeinschaftlich wie gemeinnützig durch ihre unermüdlichen Tests die Verbesserung vorantreibe.

Weltraumfahrer Mark Shuttleworth beehrte den LinuxTag vom 3. bis 6. Mai in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen. Die Eröffnungsrede des südafrikanischen Unternehmers und Gründers von Ubuntu wurde mit Spannung erwartet. Er gab bereits erste Details zur neuen Version Drapper Drake bekannt. Als wichtige Neuigkeit verkündete Shuttleworth aber auch, dass Canonical, seine Firma hinter Ubuntu, in Zukunft auch KDE-Entwickler einstellen will. Kein Wunder, denn in dem am 1. Juni erscheinenden Drapper Drake sollen die Anwender künftig zwischen drei Desktops auswählen können: KDE in Kubuntu, Gnome und Xfce in Xubuntu. Doch künftig wird sich eines nicht ändern: Laut Shuttleworth werden Ubuntu und seine Updates auch künftig nicht kostenpflichtig erhältlich sein. Die Einnahmen will sich der Entwickler allein durch den Support für Unternehmen sichern. Die kommende Version von Ubuntu namens „Edgy Eft“ ist für das zweite Halbjahr 2006 geplant und soll laut Shuttleworth zunächst einen experimentellen Status besitzen und viele Neuerungen wie XGL ausprobieren. Zum Thema DRM stellte er klar: „The 21st century is all about distribution“ und DRM würde er keine Chance geben. Wichtig sei vielmehr das Zusammenspiel der Entwickler bei Freier Software.

Die britische Sendeanstalt BBC ist nicht selten ein Vorreiter bei ihrem Webauftritt: Letztes Jahr öffnete sie Teile ihre reichhaltigen Archivs und lud zunächst Künstler, später alle Interessierte zu einem Remix-Wettbewerb ihres Materials zu visuellen Clips ein. Dieses Jahr will sie noch weiter gehen: Bis zum Jahr 2012 sollen Elemente der Social Software integriert werden. Darunter fallen Blogs von Höreren und Zuschauern, die fester Bestandteil der Seiten werden sollen wie Videocasts von Privatpersonen. Ab sofort ist ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem die beste Umsetzung mit Flickr, YouTube, Wikipedia und Technorati auf der zukünftigen BBC-Seite prämiert wird. Das Ziel der Umstrukturierung der Webseite ist, eine Version von MySpace.com zu verwirklichen. Auf dem amerikanischen Freundschaftsportal darf sich jeder ausgiebig darstellen, auch Bands und sogar Konsumprodukte werden dort mit einem Blog beworben. Das Projekt läuft unter dem Titel „Creative Future“ und soll die BBC mit ihrer Hompage auf das Web 2.0 einstimmen. Als erster Schritt hat die Anstallt nun ihr Archiv seit 1937 geöffnet, auf das ab sofort per Suchmaschine zugegriffen werden kann.

„We want to invent the future of film. Call it Cinema 2.0.“ Hoch gesteckt, aber nicht unmöglich: Die Gruppe „A Swarm of Angels“ will sich den ersten Internet-Film nur mit freiwilligen Spenden finanzieren. 1 Million britische Pfund wollen die Filmemacher für das Projekt zusammen bringen, das sind umgerechnet fast 1,5 Millionen Euro. Die stolze Summe soll sich aus vielen kleinen und Kleinstspenden zusammensetzen: 50 000 Freiwillige können Geld geben und erwerben dafür einen Teil des Films – fast so wie die Aktionäre bei der Tageszeitung die taz. Diese Methode wurde schon öfter bei Low-Budget-Projekten erfolgreich umgesetzt. Auf diese Weise finanzierte beispielsweise der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“) seinen Erstling „Pi“. Die „Angels“ gehen dabei aber noch weiter und wollen ihren fertigen Film unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlichen. Jeder Beteiligte erhält mit seinen Anteilen das Recht, nicht nur beim Entstehen des Produktes beteiligt zu sein und mitzuhelfen. Auch das fertige Werk darf er beliebig auf DVD kopieren und remixen. Zu den Organisatoren zählen bislang unter anderem Tommy Pallotta, der Produzent von Richard Linklaters neuem Werk „A Scanner Darkly“, onedotzero-Festivalsgründer Matt Hanson, Cory Doctorow (Boing Boing Blog) und Warren Ellis, Comic-Autor von „Transmetropolitan“.

Bislang sind bereits 100 interessierte Teilhaber geworben, in der nächsten Runde sollen sich bis zu 1 000 Filmbegeisterte für nur 25 Pfund, umgerechnet gut 35,60 Euro, Anteile erwerben.

„Sehen, was kommt“: Unter diesem Motto öffnete heute der LinuxTag 2006 in Wiesbaden seine Tore. Das Konzept des LinuxTag verbindet den Gedanken einer technischen Fachmesse mit einer Leistungsschau für Business-Entscheider. In weit über 100 Vorträgen und von 150 Ausstellern wird bis zum Samstag die ganze Welt aus dem Open-Source-Umfeld in den Rhein-Main-Hallen vermittelt. Seit 1996 bekommt man auf dem LinuxTag jährlich die aktuellen Trends zu sehen. Zu den Höhepunkten der nächsten Tage zählen der Vortrag am Freitag vom Linux Kernel-Maintainer Andrew Morton, sowie der Auftritt von Mark Shuttleworth am Samstag, dem Weltall bereisten Gründer von Ubuntu-Linux, mit seiner neuen Version von „Drapper Drake“.

Das Freie Vortragsprogramm bietet eine Fülle von Einzelbeiträgen zu verschiedensten Themen und Aspekten Freier Software. Die Themen reichen dabei von neuen Trends in der Kernelentwicklung über skalierbare Systeme im Rechenzentrumseinsatz hin bis zur Vorstellung innovativer Methoden der Softwareentwicklung und des Applikationsdesigns. Auch nicht-technische Themen, insbesondere rechtliche und politische Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit Freier Software häufig stellen, werden behandelt und für jedermann verständlich erklärt: So berichtet beispielsweise Dr. Leon Shiman, CEO von Shiman Associates aus Boston, über die Entscheidung des Bundesstaates Massachusetts, künftig nur noch offene Standards zu verwenden.

Auch private Nutzer erleben auf dem LinuxTag die Stärke des modernen Linux-Desktops mit seinen „Killerapplikationen”: Multimedia-Player amaroK stellt selbst iTunes in den Schatten; ekiga ist Videoconferencing, wo andere noch von VoIP sprechen; Video On Demand wird Realität mit dem vorgestellten LinVDR-Projekt, das für wenig Geld einen kompletten Harddiskrecorder mit Zusatzfunktionen bietet.

Tickets:

Vergünstigte Tickets können online und in den Filialen der Buchhandlung Lehmanns erworben werden. Weiterhin bietet die Deutsche Bahn verbilligte Gruppenreisen zum Gruppe&Spar-Tarif an.

Das Projekt CampOpenOffice.org will Kids im Grünen an die Arbeit mit Open Source näher bringen. Wie OpenOffice.org ankündigt, wird am 12. und 13. August in der Jugendherberge Diez in der Nähe von Montabaur ein Camp mit verschiedenen Arbeitsgruppen und gemeinschaftlichen Aktivitäten vor dem Rechner wie im Freien veranstaltet. Auf der zweitägigen Agenda stehen Qualitätssicherung und Programmtests, Anwendungsentwicklung mit OpenOffice.org, Datenbanken mit Base und Marketing im Projekt OpenOffice.org. Das CampOpenOffice.org ist abgesehen von einer symbolischen Teilnahmegebühr kostenfrei. Mit dem Beginn des LinuxTag in Wiesbaden können sich Jugendliche, Azubis und Studenten zwischen 16 und 27 Jahren für das Camp bewerben. Interessierte melden sich beim OpenOffice.org-Stand auf dem LinuxTag (Stand 950) und finden weitere Informationen auf der Seite von OpenOffice.org.

OpenOffice.org ist übrigens auch mit zwei Vorträgen auf dem LinuxTag vertreten: Mittwoch Vormittag um 11 Uhr erklärt Jacqueline Rahemipour „OpenOffice.org – ein Blick hinter die Kulissen“. Und am Freitag Mittag, den 5. Mai um 13 Uhr geben André Schnabel und Uwe Altmann eine Einführung in Sicherheitstests mit „QA bei OpenOffice.org - Smoketests auf dem Mac?“.

Ein Jahr lang wurde an der nächsten Veröffentlichung von Drupal - zu deutsch „Tropfen“ - getüftelt, dem Open-Source-Content-Management-System (CMS) auf PHP-basierten Web-Servern. Die Freie Software wurde ursprünglich vom Niederländer Dries Buytaert entwickelt und steht unter der GNU General Public License. 338 Entwickler feilten nun an der lang erwarteten, neuen Version 4.7.0 mit insgesamt 1 500 Patches. Zu den Verwendern dieses nutzerfreundlichen CMS mit vielfältigen Communityfunktionalitäten zählen unter anderem Tim Berners-Lee mit seinem Blog, Community-Seiten wie SpreadFireFox.com oder Medien wie TheOnion.com.

Drupal rückt mit seinen neuen Erweiterungen und Möglichkeiten in die Nähe von „Social Software“ und “Web 2.0″: So erlaubt das Programm unter anderem Das „Free Tagging“, ein „Site-Wide“ Kontaktformular für Feedback von Lesern auf Basis von AJAX oder die Generierung von RSS-Feeds, sowie die Unterstützung von Atom-formatierten Feeds.

Was bei der Installation im Detail beachtet werden muss, wird auf der Seite von Drupal geklärt. Dort kann auch das Programm herunter geladen werden.

So wird die digitale Fernsehaufnahme leicht werbefrei gemacht: Der „Linux Video Disk Rekorder“ (VDR) von Klaus Schmiedinger erlaubt unter Linux das digitale Aufzeichnen von TV-Sendungen. Drei Jahre wurde die aktuelle Version 1.4.0 entwickelt, doch das Warten hat sich gelohnt: Der Rechner wird zum Videorekorder, Vorraussetzung ist dafür natürlich eine DVB-Karte. Der VDR kann nun in seiner neuen Version den Datenstrom, den er von der DVB-Karte empfängt, in einzelne Kanäle differenzieren. Jetzt unterstützt er auch gänzlich das „Video Programming System“ (VPS), um Sendeverschiebungen mittels des so genannten „Time-Shifting“ zu berücksichtigen. Soweit die Karte es ermöglicht, kann sie den Sound im AC3-Format ausgeben. Als weitere Neuheit von vielen kann man unter anderem aus verschiedenen Designs eine ansprechende Nutzeroberfläche auswählen. Genauere Nutzerinfos und Hilfestellung finden sich auf dem eigenen Wiki, auf der Seite von Cadsoft ist die neue Version 1.4.0 verfügbar.

Das Komitee für wirtschaftliche Entwicklung in Washington, D, C., (CED – Committee for economic development) hat den Bericht „Open Standards, Open Source, and Open Innovation: Harnessing the Benefits of Openness“ veröffentlicht. Erarbeitet wurde die Studie vom Digital Connections Council (DCC), der gleichfalls vom CED, einer wirtschaftlich geführten „Public Policy Group“ und „unabhängigen und überparteilichen Organisation aus Führern der Wirtschaft und der Bildung“, finanziert wird. Das Dokument betont, dass im Namen der Innovation und des ökonomischen Wachstums der USA die „Offenheit“ (openness) bei der Schaffung von Software ausgebaut werden muss. „Offene Standards werden bei der digitalen Technologie gebraucht, um im Informationszeitalter weiter zu entwickeln und das wirtschaftliche Wachstum zu vermehren“, erklärt Paul Horn, Vorsitzender des DDC und Senior Vice President / Research bei IBM beim CED, und geht noch einen Schritt weiter: „Open Innovation regt außerdem den Handel jenseits der Grenzen von Software und Informationstechnologie an, bis hin zu physischen Waren.“

Auf 72 Seiten, auch als PDF-Download verfügbar, werden unter anderem Offene Standards, Open Source Software und Open Innovation jeweils eingehend angesprochen und Empfehlungen für deren Einsatz gegeben: So empfiehlt der DDC, dass Regierungen Offene Standards so weit wie möglich unterstützen sollten und das durch das größtmögliche Mitwirken aller. Der DDC sieht eine friedliche Koexistenz von proprietärer und offener Software. Es müsse eine Interoperabilität gewährleistet sein, deshalb dürfe die US-amerikanische Regierung auch nicht eine bestimmte Lizenz verlangen, noch von dem Bürger erwarten Hard- und Software eines bestimmten Herstellers zu nutzen.

Bei der Open Innovation verweist der DDC auf neue Innovationsprozesse wie die „peer production“, das Zusammentragen, Schaffen und Verwalten von Information durch den Beitrag vieler. Dabei führt sie die Online-Enzyklopädie Wikipedia und die Käuferrezensionen bei eBay an. Regierungen sollten diese Entwicklungen unterstützen. Darüber hinaus spricht sich der DDC gegen Gesetze zugunsten des geistigen Eigentums aus – es sei denn, die Befürworter dieser neuen Gesetze könnten beweisen, dass sie der Gesellschaft durch einen größeren Zugang zur Technologie nutzen.

Im Fall Microsoft gegen die Europäische Union lässt sich die EU noch ein Hintertürchen offen, befürchtet die Free Software Foundation Europe (FSFE). Seit gestern nun finden die Anhörungen zum Kartellrechtsverfahren in der ersten Instanz statt. Wie die FSFE erklärt, untergrabe jedoch der augenscheinlich freundliche Kurs der EU-Kommission gegenüber den Softwarepatenten gleichzeitig den weiteren Verlauf des Kartellrechtsverfahrens: „Die gleiche Kommission, die Microsoft einerseits für das Übertreten des Kartellrechts belangt, sanktioniert andererseits neue Patentrechte, die wiederum Microsoft die Macht geben könnten, den Wettbewerb völlig zu vernichten“, argumentieren Jonas Öberg von der FSFE und Anwalt Carlo Piana. Sollten diese Gesetze in Europa verabschiedet werden, würden Unternehmer im Wettbewerb gegen Microsoft an jeder Stelle von den Softwarepatenten ausgebootet und vom innovativen Entwickeln abgehalten. Auf lange Sicht, so die FSFE, würde der Gigant aus Redmont auf die europäischen Softwarepatente als Feuerleiter bauen. Denn selbst wenn Microsoft zur Offenlegung seiner Softwareprotokolle gezwungen wäre und fortan einzelne Elemente nicht mehr in sein Betriebssystem Windows integrieren dürfte – ein europäisches Patentrecht würde den Wettbewerb mit Freier Software ausmerzen.

Bereits im März bezog der Linux-Verband Stellung: „Die Ankündigung von Microsoft, in den USA möglicherweise mit Patentklagen gegen den Wettbewerber Linux vorzugehen, sollte für die EU-Kommission in Brüssel ein schrilles Warnsignal vor neuerlichen Aktivitäten sein, die gescheiterten Initiativen zugunsten einer Ausweitung des Patentsystems auf Software in Europa wieder aufleben zu lassen“, erklärte Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbandes. „Europa hat es noch selbst in der Hand, sich und seine Unternehmer vor einer feindlichen Übernahme durch Softwarepatente zu bewahren“, warnte er. Jedoch stehe dem eins im Weg: „Dazu benötigt vor allem die EU-Kommission mehr Distanz gegenüber Softwarepatenten.“

Zum Thema Linux und Freie Software bei Behörden und Verwaltung ist der LinuxTag (3. bis 6. Mai in Wiesbaden) die erste Adresse: Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mitteilt, wird es nächste Woche in den Rhein-Main-Hallen den neuen Behördendesktop ERPOSS4 erstmalig vorstellen. ERPOSS bedeutet „Erprobung Open Source Software“ und stellt ein System zum Einsatz Freier Software in der Verwaltung dar. Konzipiert von der credativ GmbH in Jülich setzt ERPOSS4 auf der aktuellen Version des freien Betriebssystems Debian GNU/Linux 3.1 (sarge) und der grafischen Oberfläche KDE 3.3.2 auf. Als technische Spezifikationen werden eine vorkonfigurierte und aktivierte Personal-Firewall genannt und DCC Linux Kernel 2.6.12 mit hardwareunabhängigem Ruhezustand. Bei KDE inbegriffen ist das E-Mail-Programm KMail, die Verschlüsselungssoftware Ägypten und der Groupware-Client Kontact zur Nutzung der Kolab Groupware. Darüber hinaus enthält der Behördendesktop selbstverständlich auch OpenOffice und den Browser Firefox.

Der große Vorteil ist das Wegfallen von zusätzlichen Lizenzkosten innerhalb der Behörde: ERPOSS4 kann unproblematisch für die besonderen Bedürfnisse jeder Behörde, wie auch für jeden Anwender individuell konfiguriert werden, ohne dass durch die Verbreitung Mehrkosten entstehen. ERPOSS4 lässt sich nicht auf die Preispolitik der Hersteller ein und wird unabhängig von deren Veröffentlichungszyklen veröffentlicht.

Ab Mai kann man sich ein DVD-Image von ERPOSS4 auf der Seite des Bundesamts herunter laden, einen ersten Eindruck kann man sich bereits auf dem LinuxTag verschaffen.

ERPOSS4 auf dem LinuxTag: Mitarbeiter von Behörden und interessierte Bürger können sich in Halle 9 der Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden auf dem Stand 931 des BSI über den Behördendesktop und den effizienten Einsatz von Open Source Software in der Verwaltung informieren.

Als besonderes Augenmerk des LinuxTag 2006 in Wiesbaden soll an dieser Stelle auch auf die Veranstaltungen um BSD und Open Solaris hingewiesen werden. Während der Donnerstag im Rahmen des Freien Vortragsprogramms vom 4. bis 6. Mai in den Rhein-Main-Hallen noch unter dem Zeichen von Sicherheit und Anwendungsentwicklung von Freier Software steht, werden am Freitag BSD, einer Version des Unix-Betriebssystems, nämlich der Berkleys Software Distribution, und OpenSolaris, das Open Source Projekt von Sun Microsystems, parallel in zwei Sälen groß geschrieben: Daniel Seuffert stellt „DesktopBSD - FreeBSD für den Desktop“ als vorgefertigtes System als Live-und Installations-CD vor. Weiter geht es mit der „BSD Zertifizierung“, deren Vor- und Nachteile von Axel Gruner erläutert werden. Am Mittag wird ein praktisches Projekt vorgeführt: Marc Ballmer berichtet von den Entwicklungen von „OpenBSD als strategische Plattform für die öffentlichen Schulen von Basel“. In der schweizerischen Stadt erhalten derzeit alle Schulkinder einen Nutzer-Account samt eigenem E-Mail-Konto, auf das sie während ihrer gesamten schulischen Laufbahn zurückgreifen dürfen. Anschließend erklärt Claudio Jeker das Routing mit OpenBSD unter zu Hilfenahme von OpenOSPFD und OpenBGPD. Weiter geht es dann erneut mit Marc Ballmer, der „Time Signal Stations using OpenBSD“ decodiert. Abschließend führt Ignatios Souvatzis von der Universität Bonn in die maschinenunabhängige Implementierung der Laufzeitumgebung unter NetBSD von zwei Sprachen zur Parallelprogrammierung: Die Sprachen für Parallelverarbeitung “SR” und “MPD” von der University of Arizona wurden auf NetBSD portiert. Diese erlauben es, eine Gruppe vernetzter gleichartiger Unix-artiger Rechner als Parallelrechnersystem zu benutzen und dabei eine Hochsprache zur Beschreibung von paralleler Programmierung, Kommunikation und Synchronisation von Prozessen zu verwenden.

Parallel wird ebenfalls am Freitag das Open Source Projekt OpenSolaris hauptsächlich von Mitarbeitern von Sun Microsystems vorgestellt: Zunächst erklären Franz Haberauer und Ulrich Graef praktisch die Werkzeuge zum Systemmonitoring und zur Performance-Analyse von Open Solaris. Hartmut Kaiser vermittelt danach ein Bild des Projekts OpenSolaris und von seiner Community. Hernach vermittelt Detlef Drewanz „BrandZ“, den Solaris Container for Linux Applicationen. Bei „Multithreaded Software Development“ beschreiben die Programmierer Alexander Gorshenev, Ivan Pazymenko, Sergei Pikalev und Roman Shaposhnick das Sun Studio 11. Als Abschlussvortrag am Freitag erläutert erneut Ulrich Graef die technischen Grundlagen und die praktische Nutzung des „ZFS Zettabyte File System“.

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten noch bis zum 29. April zu vergünstigten Konditionen erworben werden.

Der LinuxTag 2006 präsentiert am Freitag, den 5. Mai 2006 in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen einen Tag lang im Rahmen der Workshops das Debian Projekt: Der Debian Day oder Debian-Tag ist traditionell eine eintägige Subkonferenz auf dem LinuxTag, die von der Debian-Gemeinschaft für interessierte Anwender und Entwickler organisiert wird. Das Debian-Projekt ist mit seinen rund 1000 Entwicklern und zahllosen weiteren Mitgliedern eines der größten Software-Projekte im Internet. Ein derart großes Projekt zu organisieren und am Leben zu erhalten erfordert daher eine klare Philosophie und verlässliche Strukturen. Im Projekt selbst werden die Kernaufgaben von mehreren Personen übernommen, um so die Infrastruktur bereit zu stellen und das generelle Funktionieren des Projekts zu gewährleisten.

Die Hauptarbeit bringen die Anwender auf, die Software testen, Dokumentation schreiben und Hilfestellung leisten, sowie die Entwickler, die Software für die Distribution paketieren und warten. Um das Projekt am Leben zu halten ist verständlicherweise einiges an Infrastruktur erforderlich. Ein Teil dessen wird in dieser Subkonferenz vorgestellt. Dabei werden neben Fragen zur Anwendungen wie „About finding the right packages with debtags?“ oder wie man große, verteilte Netze verwaltet auch darüber hinaus grundlegende Themen angesprochen wie: Kann man von der Open-Source-Entwicklung leben? Warum und wie benutzen wir überhaupt Debian? Wie belebe ich Debian auf alter Hardware wieder?

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten noch bis zum 29. April zu vergünstigten Konditionen erworben werden.

Auch dieses Jahr finden wieder die Projekt-Workshops auf dem LinuxTag statt, diesmal am Freitag und Samstag, den 5. und 6. Mai 2006 in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen: Als integrale Bestandteile des LinuxTag 2006 werden die Workshops von den teilnehmenden Freien Projekten gemeinsam mit dem LinuxTag organisiert. Die behandelten Themen sind in der Regel sehr fachspezifisch und richten sich an Entwickler und fortgeschrittene Anwender. Der Freitag befasst sich zuerst mit einer Podiumsdiskussion über Blobs - mit dabei sind Wilhelm Buehler, Claudio Jeker und Marc Balmer. Danach zeigt Jacqueline Rahemipour, wie man umfangreiche Dokumente mit OpenOffice 2.0 erstellt. Uwe Altmann und André Schnabel führen hernach automatisierte GUI-Tests („Smoketests”) und manuelle Testscenarien („TCM-Test”) beim Workshop „QA bei OpenOffice.org - Smoketests auf dem Mac“ vor. Als Abschluss des ersten Workshop-Tracks gibt Herbert Pötzl ein „Linux-VServer Hands-On“. Im zweiten Vortrags-Track zeigt derweil Christian Theune „Das dreckige Dutzend - 12 Tricks, die Zope 3 unwiderstehlich machen“: Mit der Entwicklung von Zope 3 hat der auf Python basierende Web-Applikationsserver eine neue Ära eingeleitet. Zope richtet sich nun verstärkt an Entwickler, die klassische Werkzeuge und Entwicklungsmodelle gewöhnt sind und nicht auf ihre Editoren und Versionskontrollsysteme verzichten wollen. Freitag Abend laden Ubuntu Deutschland e.V. und Oekonux e.V. jeweils zur ihrer Mitgliederversammlung ein.

Auch der Samstag bietet eine Bandbreite an Linux-Anwendungen. Neben einem „Hacker Contest“, geleitet von Kester Habermann, trifft sich der Verein OpenOffice.org Deutschland zur Mitgliederversammlung. Bei den Workshops werden unter anderem angesprochen: „LPI exam development“, „StrongSwan II“, „Barrierefreies Arbeiten mit Grml und Texttools“, „Linux Kernel debugging over Firewire“ oder „Linux/Unix on-access virus scanning“.

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten noch bis zum 29. April zu vergünstigten Konditionen erworben werden.

Auch beim diesjährigen LinuxTag 2006, vom 3. bis 6. Mai in Wiesbaden, findet wieder ein Hacker-Wettbewerb statt. Im Rahmen der Workshops treffen sich clevere Administratoren am Samstag, den 6. Mai ab 14 Uhr zum „5. Internationalen LinuxTag-Hacking Contest“. Gesponsert von der Astaro AG bereiten die Teilnehmer zunächst ein Linux-System vor und „härten“, schützen es vor feindlichen Angriffen. Anschließend versuchen die Mitspieler, Schwachstellen aufzuspüren.

Linux gilt als eines der sichersten Betriebssysteme, denn im Gegensatz zu proprietären Ansätzen lassen offene Quellcodes die Überprüfung der Sicherheitsfunktionen durch Experten zu. Auf diese Weise können Schwachstellen schnell lokalisiert und behoben werden. Trotzdem gilt: Ein System ist nur so gut, wie der dazu gehörende Administrator, der es bedient und wartet.

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten noch bis zum 29. April zu vergünstigten Konditionen erworben werden.

Ein wichtiger Bestandteil des LinuxTag 2006 vom 3. bis 6. Mai in Wiesbaden ist das Practical Linux Forum. Es findet parallel zur Freien Vortragsreihe ebenfalls vom 3. bis 6. Mai jeweils von 10 bis 18 Uhr statt und wendet sich an Besucher, die praktische Tipps mit nach Hause nehmen wollen. Sowohl erfahrene Anwender wie auch Linux-Neueinsteiger lernen im Practical Linux Forum praxistaugliche Lösungsansätze für häufige Fragestellungen der Benutzung und des täglichen Betriebs. Die Präsentationen werden von erfahrenen Trainern und Dozenten gehalten und finden in unmittelbarer Nähe zur Ausstellung statt. Die Vorträge werden teilweise in deutsch und teilweise in englisch gehalten:

Der Mittwoch bietet ein breitgefächertes Programm von praktischen Anwendungen mit verschiedenen Desktop-Distributionen, die parallel in zwei Sälen vorgeführt und erklärt werden: Vom Anwendungspaket KOffice, über ein Blick hinter die Kulissen von OpenOffice.org, dem Aufbau von OpenJUMP bis zur Abspielsoftware amaroK. Auch wird eine distanzierte Beobachtung der Thematik nicht außer acht gelassen, wenn man sich mit den „Ethischen Fragen der Wikipedia“ befasst.

Der Donnerstag steht unter dem Zeichen der Datenbanken: MySQL, PostgreSQL, Fedora Directory Server und Samba 3.0.

Am Samstag findet parallel zum Ubuntu Day eine Vortragsreihe zu den Belangen und Anforderungen der Internet-Benutzung bei Content Management Systemen statt: Von Mozilla, PHP 6, Apache MyFacess und Hibernate bis zu Webapplikationen mit C++ werden zahlreiche Felder abgedeckt.

Wie beim Freien Vortragsprogramm ist für das Practical Linux Forum und auch die Fachausstellung keine besondere Anmeldung möglich. Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Vorverkauf können im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen bis zum 29. April verbilligte Tagestickets für 5 Euro erworben werden.

Das KDE-Projekt wartet frühlingshaft mit einer finalen Version des KOffice 1.5 auf: Die Freie, grafische Desktop-Umgebung für Linux und Unix, aktuell als Version 3.5.2 erhältlich, bietet ab sofort ihr Freies, integriertes Office-Paket zum kostenlosen Herunterladen als Quelltext an. Als wichtige Neuerungen begrüßt die Open-Source-Gemeinde: OpenDocument wird bei KOffice 1.5 von vorneherein als Standard-Format ausgegeben. Es gibt ein frame-basiertes, umfassendes Textverarbeitungsprogramm KWord, eine Tabellen-Kalkulationssoftware KSpread, das Präsentations-Tool KPresenter und ein Programm zum Erstellen von Diagrammen, Kivio. Sowohl KWord, KSpread und KPresenter unterstützen OpenDocument erfreulicherweise gänzlich.

Für das Pixel-basierte Bildbearbeitungsprogramm Krita wird ab 1.5 eine professionelle Farbunterstützung angeboten. Eine absolute Neuerung bei Koffice 1.5 ist die integrierte Datenbank-Software Kexi 1.0. Kexi soll mit vergleichbaren Verwaltungsprogrammen wie FileMaker oder Access Stand halten können und kann andere KOffice-Applikationen wie zum Beispiel KSpread als Ebene importieren. Das überarbeitete Vektorgrafikprogramm Karbon14 vervollständigt die Version. Diese erhält immerhin schon einen Ausblick auf das neue Projekt-Management-Tool KPlato, aber nur als Vorabversion.

Die Koffice-Entwickler haben sich für die 1.5-Version auch um eine behindertengerechte Anwendung gesorgt: „Die Entscheidung des Commonwealth of Massachusetts, sein zukünftiges Dokumenten-Format auf offene Standards zu gründen, entzündete eine hitzige Debatte mit vielen verschiedenen Beteiligten und Organisationen“, erklärt man bei KDE. „Der Stein kam mit der Behauptung seitens Microsoft ins Rollen, dass Programme mit OpenDocument als Dateiformat nicht von Behinderten benutzt werden könnten. Das Resultat dieser Debatte war, dass OpenOfice.org, KOffice und andere Software-Lieferanten hart daran gearbeitet haben, um diese Situation zu berichtigen.“ KOffice erklärt: „Diese Version von KOffice leistet eine Unterstützung für einen erweiterten Zugang ohne Mouse und einer Text-zu-Sprache-Funktion.“

Wenn es um den professionellen Einsatz von Linux und Freier Software geht, gilt der eintägige Business- und Behördenkongress am 3. Mai im Rahmen des LinuxTag 2006 europaweit als wichtige Informationsquelle. Hier können sich Entscheider aus dem IT-Bereich ein Bild über neue Technologien machen und erhalten Hilfskriterien für Investitionen in ihre IT-Infrastruktur. Der Kongress ist aber nicht nur für Unternehmer gedacht, sondern besonders auch für Ansprechpartner aus der Verwaltung. In dem in Zusammenarbeit mit dem LIVE Linux-Verband gestalteten Programm informieren Experten in verständlicher Sprache das ganze Themenspektrum des Einsatzes von Freier Software und Linux in Unternehmen und Behörden.

Der Business- und Behördenkongress deckt eine Bandbreite an unternehmensrelevanten Topics ab:

Als immer aktuelles Thema wird die Fragestellung „Unternehmerisches Risiko Freie Software?“ geklärt: Schließlich bestimmen in jüngster Zeit Ängste um Urheberrechtsverletzungen und Software-Patente die Frage nach dem Vorteil des Einsatzes von Freier Software wie Linux im Unternehmen. Dieses Schwerpunktthema des Kongresses beleuchtet potenzielle Gefahren und stellt Strategien zur Minimierung der Risiken vor.

Ein weiteres Themengebiet sind die „Businessanwendungen mit Freier Software“: Viele Anwendungen aus dem heutigen Büroalltag sind bereits auch unter Linux ausführbar. Seien es ERP-Software, Customer Relationship und Conten-Dokumentenmanagement als Schwerpunktandwendungen – auch sie sind heute beim Einsatz in Unternehmen auf dem alternativen Betriebssystem möglich.

Nicht nur in diesem Zusammenhang ist eine gute Infrastruktur wichtig. Doch viele Entscheider fragen sich, wie sie genauer für die Bedürfnissen des Unternehmensalltages planen können. „Mehr Flexibilität durch freie Infrastruktur?“ gibt mit Berichten aus der Praxis Auskunft darüber und will neue Anstöße zu einem erfolgreichen IT-Systemeinsatz anregen.

Neue Perspektiven will auch das „Visionarium“ erarbeiten. Auf dieser Veranstaltung soll umrissen werden, wie sich Freie Software in Zukunft auf die IT-Industrie auswirkt. Darüber hinaus soll ausgemalt werden, mit welchen langfristigen Vorteilen Anwender aus dem Unternehmensbereich durch die Verbreitung von Freier Software zu rechnen haben. Abschließend wird erörtert, wo langfristig Kosten gespart oder die IT-Infrastruktur verbessert werden kann.

Gerade in letzter Zeit taucht im Zusammenhang mit Behörden und Ämtern immer wieder die Frage nach einer möglichen Migration auf. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa ist Open Source in vielen Ministerien ein wichtiges Thema. „Linux in öffentlicher Verwaltung“ stellt Projekte vor und liefert Erfahrungsberichte von erfolgreichen Migrationen. Präsentationen über Studien wie den Migrationsleitfaden ergänzen die praktischen Einsatzszenarien für das eGovernment.

Ergänzung zum Programm

Zusätzlich zum Vortragsprogramm findet an allen Tagen des LinuxTag die Fachausstellung statt. Das Ticket zum Business- und Behördenkongress ermächtigt ebenfalls zum Eintritt für das Freie Vortragsprogramm und das Practical Linux Forum. Die Registrierung und Anmeldung geschieht online.

Der LinuxTag 2006 vermittelt bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung vom 2. bis 5. Mai mit Tutorien verschiedene businessrelevante Themen: „Von Profis für Profis“ werden jeweils ein- bis zweitägige Kurse für Anwender und Systemverwalter angeboten, die bereits über Kenntnisse in der jeweiligen Thematik verfügen und diese vertiefen wollen. Die Tutorials werden von renommierten Experten geleitet, die über langjährige Erfahrung in IT-Firmen oder Freien Projekten verfügen und ihr Wissen vor allem verständlich und anschaulich vermitteln. Deshalb ist es auch möglich, in fortgeschrittene Themen einzusteigen. Um den größten individuellen Mehrwert für jeden Teilnehmer zu bieten, sind die Referenten der Tutorien direkt in die jeweiligen Projekten involviert. Eine ausführliche inhaltliche Darstellung der einzelnen Tutorien sowie Informationen zu den Preisen und Teilnahmevoraussetzungen sind auf der LinuxTag-Webseite (1) zu finden.

Ein Auszug aus dem Themenpaket der Tutorien, die eine hohe Bedeutung für den Unternehmensalltag haben:

“Alles im Blick ?!? - Netzwerküberwachung mit Open Source Tools”: Durch die wachsende Abhängigkeit unseres täglichen Lebens von einer funktionierenden IT-Landschaft und die gleichzeitig rapide zunehmende Komplexität der dazu benötigten Infrastrukturen, gewinnen die Themen Netzwerkmanagement und Netzwerküberwachung immer mehr an Bedeutung. Dieses zweitägige Tutorial am 2. und 3. Mai zeigt, wie ein Höchstmaß an Netzwerk-Sicherheit mit spezialisierten, freien und quelloffenen Programmen erreicht werden kann. Es wird dabei sowohl auf technische, organisatorische und rechtliche Aspekte eingegangen.

Einen Tag lang wird das so genannte „Grid Computing“ am 2. Mai vorgestellt: R. Berlich und K. Schwarz beschäftigen sich mit diesem Themenbereich an der Schwelle zwischne Forschung und Anwendung und gehen insbesondere auf EGEE (Enabling Grids for E-SciencE) ein. Das Projekt ist die bisher größte Grid-Initiative der Europäischen Union und betreibt weltweit eine Linux-basierte Grid Infrastruktur von rund 20.000 CPUs. Einen Einstieg in die effiziente Web-Entwicklung mit „Ruby on Rails“ bietet das gleichnamige eintätige Tutorial. Das Open-Source-Framework wird von T.Baustert vorgestellt. Ein weiteres eintägiges Tutorial beschäftigt sich mit möglichen Sicherheitslücken bei Linux-Servern: SELinux von R. Spenenneberg sorgt mit dem richtigen Patch-Management für Sicherheit. Um „Asterisk“, dem „Apache der Telefonie“ geht es bei dem eintägigen Tutorial von S. Wintermeyer. Zielsetzung ist, Interessierten seine flexible Architektur nahezubringen, die heute ganz andere Lösungen wie noch vor ein paar Jahren parat hält.

Zwei zweitägige Tutorien vermitteln jeweils verständlich: „Kerberos / LDAP“ von J. Keltsch und M. Weiser erklärt die Nutzerverwaltung und das Single-Sign-On in heterogenen Umgebungen am 4. und 5. Mai. „IPv& mit Linux“ demonstriert praktisch ebenfalls am 4. und 5. Mai, wie man aus mehreren Rechnern ein IPv6-Netzwerk aufbauen kann. Am 4. Mai findet schließlich ein weiteres Tutorial zur Netzwerküberwachung statt, das auch als ideale Ergänzung des Zweitägigen zu verstehen ist: „System- und Netzwerkmonitoring mit Nagios“ von S. Semmelroggen erklärt, wie man mit diesem beliebten Open-Source-Tool Netzwerkaktivitäten anschaulich darzustellen.

Die Tutorials noch einmal im Überblick:

Zweitägiges Tutorium am 02. und 03. Mai 2006:

Netzwerküberwachung mit Open Source Tools von W. Dolle, T. Fritzinger, J. Link und C. Wegener

Eintägiges Tutorium am 02. Mai 2006:

Grid Computing von R. Berlich und K. Schwarz

Verschiedene eintägige Tutorien am 03. Mai 2006:

• Ruby on Rails von T. Baustert

• SELinux von R. Spenneberg

• Asterisk von S. Wintermeyer

• Samba von V. Lendecke

Verschiedene zweitägige Tutorien am 04. und 05. Mai 2006:

• Kerberos/LDAP von J. Keltsch und M. Weiser

• Einführung in IPv6 mit Linux von B. Stockebrand

Eintägiges Tutorium am 04. Mai 2006:

• System- und Netzwerkmonitoring mit Nagios von S. Semmelroggen

Preise:

Der erste Tag Tutorienteilnahme kostet 580 Euro, jeder weitere Tag 344 Euro. Die Anmeldung sollte nach Möglichkeit online erfolgen, dort besteht auch die direkte Möglichkeit, ein Hotelzimmer in Wiesbaden zu reservieren.

GUUG-Mitglieder erhalten 10% Rabatt.

Wer sich bis zum 13. April anmeldet und bis zum 21. April bezahlt, erhält zusätzlich weitere 10 Prozent Frühbucherrabatt.

Bei Fragen hilft die Open Services GmbH unter orga@linuxtag.org per E-Mail weiter und gibt telefonisch Auskunft unter: 0700-54 68 98 24.

Zum dritten Mal organisiert die German Unix User Group den Free Software/Open Source Telephony-Summit, internationaler Workshop und technische Konferenz in einem, veranstaltet für Entwickler und Anwender von Free-Software- beziehunsgweise Open-Source-Telefonie-Applikationen. Aber auch Interessenten, die sich über die Free-Software- und Open-Source-Welt im Telefonie- und VoIP-Bereich informieren wollen, finden hier kompetente Ansprechpartner.

Dieses Jahr wird die Veranstaltung zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem LinuxTag, Europas wichtigster Open-Source-Veranstaltung, angeboten. Teilnehmer am Telephony-Summit können so auch die Angebote des LinuxTag nutzen, um ihr Wissen zu vertiefen.

Der Telephony-Summit gliedert sich in zwei Teile: Vom 29. April bis zum 1. Mai findet ein Entwickler-Workshop statt. Dieser Workshop ist nur für eingeladene Entwickler von Free-/Open-Source-Software, die dort ihre Kollegen treffen und zusammen an neuen Versionen ihrer Software arbeiten, Interoperabilitätstests durchführen und ganz allgemein ihre Projekte besprechen können.

• Am Dienstag, den 2. Mai findet in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden eine eintägige Konferenz mit zwei parallelen Tracks statt, die Entwickler und Anwender von Telephony-Software zusammenbringt. Eine Abendveranstaltung rundet das Programm ab.

Teilnehmer am Telephony-Summit können an den folgenden Tagen die Ausstellung und das Freie Vortragsprogramm des LinuxTag besuchen, der am gleichen Ort stattfindet. Wer seine Kenntnisse weiter vertiefen will, kann ein zusätzliches Asterisk-Tutorium buchen.

Wer sich informieren will, was der Telephony-Summit in den letzten Jahren geboten hat, kann sich die Webseiten aus den Jahren 2004 und 2005 ansehen.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, oder Interesse haben, diese Veranstaltung zu unterstützen, wenden Sie sich bitte an ts2006@guug.de.

Vom 3. - 6. Mai findet in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden der LinuxTag 2006 statt. Heute wurde das Freie Vortragsprogramm veröffentlicht, welches vom 4. - 6. Mai verschiedene Schwerpunkte anbietet:

Der Donnerstag steht im Zeichen von Sicherheit und Anwendungsentwicklung von Freier Software. Fans der BSD-Betriebssysteme sowie Linux-Kernel-Hacker kommen am Freitag jeweils mit einem Track auf ihre Kosten. Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Tag sind Open-Source Content-Management-Systeme im Rahmen des OscomTag. In diesem Track werden verschiedene populäre freie CM-Systeme und Anwendungsszenarien vorgestellt.

Am Samstag behandelt ein technischer Track die Themen Virtualisierung und Clustertechnologien. Multimedia und Linux ist schon lange kein Widerspruch mehr, wie ein weiterer Schwerpunkt am Samstag beweist. Besucher erfahren hier mehr über das Potential von Linux im Wohnzimmer oder über komfortable Podcasting-Systeme. In die gesellschaftlichen Auswirkungen von Freier Software führen Vorträge am Samstagvormittag ein. Nachmittags organisiert die Free Software Foundation Europe einen Track zur Diskussion der GPL V.3.0.

Schon einen Tag vor dem offiziellen Start des LinuxTag findet der Free-Software / Open-Source-Telephony-Summit statt, internationaler Workshop und technische Konferenz für Entwickler und Anwender von Free Software / Open Source-Telefonie-Anwendungen zugleich. Dieser wird bereits zum dritten Mal von der German Unix User Group organisiert und findet zum ersten Mal auf dem LinuxTag statt.

Das Freie Vortragsprogramm bietet eine Vielzahl an Vorträgen in englischer und deutscher Sprache. Weitere Unterkonferenzen und das Practical Linux Forum sind kurz vor der Fertigstellung. Hierzu wird es kommende Woche noch mehr Informationen geben.

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten zu vergünstigten Konditionen erworben werden. Jedes Tagesticket kostet über Lehmanns 5 Euro, dazu kommt pro Bestellung eine einmalige Vorverkaufsgebühr von noch einmal 5 Euro. An der Tageskasse beträgt der Eintritt etwas mehr, nämlich 15/25/35/45 Euro für 1/2/3/4 Tage.

Das freie Film- und Musikabspielprogramm VLC wird künftig für die neue Generation der Apple-Computer mit INTEL-Prozessoren weiter entwickelt. Grund für die Software-Unterstützung seitens der plattformübergreifenden Software aus Frankreich war die Haltung des Apple-Konzerns gegen das umstrittene französische DADVSI-Gesetz, so VideoLAN in einer Erklärung: Das Gesetz, für das im März die Abgeordneten stimmten, gefährde das Entwickeln von VLC, da es französischen Bürgern verbiete, Software zu benutzen, die das Digital Rights Management (DRM) umgehe.

Apple setzte sich gegen das Gesetz zur Wehr, weil es seinen iTunes-Musikstore im Internet bedroht sah. Schließlich sieht das Gesetz auch vor, dass Musikdateien in einem für jedermann zugänglichen Format wie MP3 online verkauft werden – nicht so bei Apple, das sein eigenes Format pflegt. „Dennoch – OS X wurde auf den bestatteten Resten von FreeBSD gebaut und nutzte für Safari, was noch vom aufgeblähten Browser von KDE gerettet werden konnte. Das kann nur bedeuten, dass sie Open Source gänzlich annehmen“, merkt VideoLAN-Entwickler Sam Hocevar an. Das VideoLAN-Team erkennt die Bemühungen von Apple gegen das Gesetz an und hat beschlossen, den VLC-Player künftig nicht mehr für die Mac-Versionen G4 und G5 zu entwickeln, sondern gleich für die schnelleren Macs mit den neuen INTEL-Prozessoren. Der Player ist laut versiontracker.com das am häufigsten heruntergeladene Programm für OS X. Eine neue Version soll den Wechsel von alten G4-Rechnern auf die neuen INTEL-basierten erleichtern und beschleunigen.

Die juristischen Fakultät der Georg-August-Fakultät Göttingen hat jetzt einen Leitfaden für alle kostenlos online verfügbar gemacht, die etwas unter Open Access veröffentlichen wollen. Herausgeber Gerald Spindler von der Fakultät klärt mit seinem interdisziplinären Forschungsprojekt „Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen“: Nicht nur für wissenschaftliche Mitarbeiter ist eine Veröffentlichung ihrer Werke über Hochschulen, Bibliotheken und Rechenzentren immer attraktiver, weil für die Universitäten mit weniger Kosten verbunden. Ein freier Zugang zu Forschungsmaterialien wirkt dem entgegen, dass die Ergebnisse anschließend nach der Veröffentlichung bei kommerziellen Verlagen wiederum gekauft werden müssen. Der Leitfaden untersucht nun, welche Probleme beim Aufbau und Betrieb eines institutionalen Servers aufkommen, um wissenschaftliche Publikationen als Open Access, also frei zugänglich und kostenlos für jedermann online anzubieten.

Von der Begriffserklärung über den Einsatz an Hochschulen bis zu den urheberrechtlichen Problemen wie den Lizenzen und der Rechteübertragung sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden, die nach Meinung des interdisziplinären Forschungsprojekts heute bereits ausreichend vorhanden sind. Neben den rechtlichen Möglichkeiten des so genannten „Digital Peer Publishing“ werden auch die Creative-Commons-Lizenzen auf ihren Einsatz unter deutschem Recht abgeklopft: Auch wenn sich manche Klauseln nicht mit deutschem Recht decken, wird CC als mögliche Alternative angesehen. Vorgenommen hat sich der Leitfaden auch das Verhältnis technischer Schutzmaßnahmen und die Fragen einer Retrodigitalisierung, also der Digitalisierung von analogen Medien wie Printerzeugnissen, Film- und Tonbänder.

„Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen“ kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden, in Buchform ist er mit 267 Seiten beim Universitätsverlag bestellbar.

(Kassel und Kaiserslautern, Deutschland - 28.März 2006): Das Linux Professional Institute bietet vom 3. - 6. Mai beim LinuxTag 2006 in Wiesbaden zwei LPI Prüfungen, 101 und 102, auf Deutsch und Englisch an. Der LPI e.V. German übernimmt die Organisaton für die Examensprüfungen des LPI bei diesem wichtigen Event.

Martin Schulte, Geschäftsführer der Open Services GmbH, die für die Organisation des diesjährigen LinuxTages zuständig ist, sagte dazu: “Die Examensprüfungen des LPI auf dem LinuxTag sind mittlerweile ein integraler Bestandteil des Veranstaltungsprogramms. Auf dem LinuxTag im vergangenen Jahr in Karlsruhe hat das LPI fast 300 Prüfungen abgenommen, und auch in diesem Jahr haben wir zu diesem Angebot schon viele Anfragen vorliegen. Wir freuen uns deshalb sehr darüber, den LPI e.V. German in diesem Jahr wieder als Prüfungspartner des LinuxTag e.V. begrüßen zu können.”

Die Linux New Media AG unterstützt die LPI-Prüfungen beim LinuxTag 2006 als Sponsor und stiftet Preise für die zehn besten Examensergebnisse. Die Kandidaten auf Rang eins bis fünf erhalten wahlweise je ein Linux-Magazin- oder LinuxUser-Jahresabonnement. Die Plätze sechs bis zehn honoriert der Verlag mit drei Jahres-CDs 2005 von Linux-Magazin, LinuxUser und EasyLinux.

Dr. Achim Leitner, stellvertretender Chefredakteur beim Linux-Magazin, freut sich für die Gewinner: “Hut ab! Wer die LPI-Prüfungen auf einem Spitzenplatz absolviert, beweist dass er Linux nicht nur anwendet, sondern seine Funktion im Detail versteht. Ich wünsche den Absolventen Erfolg im weiteren Berufsleben sowie viel Vergnügen mit Linux und unseren Magazinen.”

Das LPI ermittelt die zehn Bestplatzierten nach der zentralen Prüfungsauswertung in Kanada. Für die Papierprüfungen sind dazu etwa vier Wochen nötig. Im Anschluss entscheidet jeder Gewinner, ob sein Name veröffentlicht wird.

Die Prüfungen finden vom Mittwoch, den 3. Mai, bis Samstag, den 6. Mai, auf dem LinuxTag in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden statt. Es werden täglich zwei Prüfungstermine angeboten, um 11:00 Uhr und um 14:30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils 5 Minuten vor Prüfungsbeginn am Raum 12, der innerhalb der Rhein-Main-Hallen für die Prüfungen ausgeschildert ist. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Ein gültiger Lichtbildausweis muß vor Beginn der Prüfung vorgelegt werden. Der LPI e.V. wird auch als freies
Projekt mit einem eigenen Stand auf der Fachmesse vertreten sein, die
Ansprechpartner stehen hier allen Interessenten für Fragen und Infos zur
Verfügung.

Für Besucher des Kongressprogramms und der Fachmesse wird die LPI-Prüfung in Wiesbaden für 60,- EUR angeboten, das entspricht der Hälfte der Standardgebühr. Die Bearbeitungsgebühr ist vor der Prüfung in bar zu begleichen. Außerdem muß eine gültige LPI-Identifikationsnummer vorgelegt werden, die unter dieser Adresse beantragt werden kann:

https://www.lpi.org/de/register.html

Da ein begrenztes Angebot an Prüfungsplätzen besteht, ist eine vorherige Anmeldung dringend angeraten. Bitte melden Sie sich mit dem nachstehenden Formular zur Prüfung an:

http://lpievent.lpi-german.de

Bei Fragen zur Prüfung wenden Sie sich bitte direkt an den LPI e. V. German. Unsere E-Mail-Adresse für Fragen zu LPI-Prüfungen: lpievent@lpi-german.de

LPI e. V. German Leipziger Str. 242 D-34123 Kassel

Tel: +49-561-80700-50 Fax: +49-561-80700-20

Das LPI e.V. German betreibt ein Partnerprogramm für Schulungsanbieter. Bei diesen Schulungszentren werden zeitnah Vorbereitungskurse für LPI-Prüfungen angeboten. Die Partner und ihre Schulungsangebote sind über die LATP-Kursdatenbank unter folgender Adresse im Internet zu finden:

http://latp.lpi-german.de

Das Linux Professional Institute (LPI) ist eine international anerkannte, herstellerunabhängige Organisation, die den professionellen Einsatz von Linux, Open Source und freier Software vertritt und unterstützt. 1999 als eine gemeinnützige Organisation gegründet, ist das LPI Gemeinschafts-basiert und -unterstützt. Das LPI-Zertifizierungsprogramm wird weltweit in sieben Sprachen ausgeliefert. Die Organisation hat weltweit über 105.000 Stufe 1 und Stufe 2 Zertifizierungen seit dessen Einführung ausgeliefert. Das Linux Professional Institute (LPI) entwickelt professionelle Zertifizierungen für das Betriebssystem Linux, unabhängig von Softwareherstellern und Schulungsanbietern. Das LPI entwickelt zugängliche, international anerkannte Zertifizierungsprogramme, die sich den Respekt von Herstellern, Arbeitgebern und Administratoren verdient haben und wurde im Jahre 1999 durch die Linux-Gemeinschaft etabliert. In die Aktivitäten des LPI sind Hunderte von Freiwilligen und Fachleute aus der ganzen Welt mit vielen verschiedenen Fähigkeiten einbezogen, und die Gruppe ermutigt zur aktiven öffentlichen Mitarbeit durch Mailing-Listen und ihre Website auf www.lpi.org. Das mehrstufige Prüfungsprogramm wird weltweit durch die Testzentren von Pearson VUE und Prometric verwaltet. Die finanziellen Hauptsponsoren des LPI sind die Platin-Sponsoren IBM (NYSE:IBM), Linux Journal, Linux Magazine, Maxspeed, Novell (Nasdaq: NOVL), SGI (NYSE:SGI), sowie der Gold-Sponsor Hewlett-Packard (NYSE:HWP).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Klaus Behrla Pressesprecher LPI e.V. E-Mail: behrla@lpi-german.de

Anreiseinfo zum LinuxTag2006:

Beim Kartenvorverkauf für den LinuxTag 2006 kooperieren die German Unix User Group und Fachbuchhandlung Lehmanns: Im Lehmanns-Online-Shop sowie in allen 32 Lehmanns-Filialen können LinuxTag-Eintrittskarten zu vergünstigten Konditionen erworben werden. Jedes Tagesticket kostet über Lehmanns 5 Euro, dazu kommt pro Bestellung eine einmalige Vorverkaufsgebühr von noch einmal 5 Euro. An der Tageskasse beträgt der Eintritt etwas mehr, nämlich 15/25/35/45 Euro für 1/2/3/4 Tage.

Wie berichtet, hatte erst kürzlich „Podfather“ Adam Curry gegen ein niederländisches Magazin geklagt, das Fotos aus seinem Zugang beim Foto-Portal Flickr ungefragt abdruckte. Das Gericht bestätigte die Bilder, die unter den Creative-Commons-Lizenzen (CC) veröffentlicht wurden und untersagte eine wiederholte Verwendung im Magazin. Das Lizenzmodell bietet verschiedene urheberrechtliche Unterscheidungen für den kommerziellen und den nichtkommerziellen Gebrauch von Musik-, Film- und anderen Dateien und definiert ebenso deren Weitergabe und Veränderung.

Jetzt hat auch ein spanisches Gericht eine Creative Commons Lizenz anerkannt. Laut creativecommons.org hatte in dem Fall die spanische Verwertungsgesellschaft Sociedad General de Autores y Editores (SGAE) gegen einen Barbetreiber in Badajoz in Extremadura geklagt, weil er die pauschalen Lizenzgebühren nicht an die Gesellschaft entrichten wollte. Da er in seiner Disko ausschließlich Musik abspielen würde, die unter den CC-Lizenzen veröffentlicht seien und nicht bei der SGAE gemeldet, habe er auch nicht an die SGAE gezahlt. Da die SGAE wie die meisten europäischen Verwertungsgesellschaften, darunter die deutsche GEMA ihren Mitgliedern untersagt, ihre Werke unter CC-Lizenzen zu veröffentlichen, konnten die gespielten Künstler also per Definition nicht durch die SGAE vertreten sein. Das Gericht in Badajoz gab dem Barbetreiber recht und erkannte damit Creative Commons als rechtskräftige Lizenzen an – ein Präzedenzfall, denn bislang siegte die Verwertungsgesellschaft stets mit ihren Belangen. „Diese Entscheidung zeigt, dass Autoren selbst wählen dürfen, wie sie ihre Rechte zum eigenen Nutzen verwalten und jeder kann von ihrer Wahl profitieren“, kommentiert Ignasi Labastida vom spanischen CC-Verbund bei creativecommons.org. Das Urteil ist in spanisch als PDF-Datei erhältlich.

Das International Institute for Software Technology von der United Nations University (UNU-IIST) hat das „Global Desktop Project“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Fakultät mit Sitz im chinesischen Macao will auf lange Sicht erreichen, dass mehr Open-Source-Experten im asiatischen Raum ausgebildet werden. Denn obwohl der größte Bedarf für Linux und Open Source in den Entwicklungsländern vorhanden wäre, wären Länder wie China, Ostasien, Brasilien und Südamerika großteils nur „passive Konsumenten“, so das Institut. Open Source bedeute endlich die „technologische Selbstbestimmung“ für diese Länder, jedoch würde es an ausgebildeten Fachkräften mangeln.

Während nun Europa, Japan und die USA die Open-Source-Entwicklung weltweit anführen würde, wäre China bisher weitgehend abgeschlagen, lautet die Erklärung. Mit dem „Global Desktop Project“ soll konkret die Entwicklung des Open-Source-Desktop vorangebracht werden. Der Desktop ist für jedermann die Oberfläche des PCs und mit einer größeren Verbreitung eines Linux-Desktops könnte auch die Aufmerksamkeit dafür zunehmen. Das Projekt unterteilt sich in die Bereiche Forschung, Linux-Training an Bildungseinrichtungen und ein Programm zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen IT-Verkäufern, staatlichen Organisationen und der Open-Source-Gemeinschaft. Umgesetzt will das „Global Desktop Project“ unter anderem mehr Anwender-Programme für den Linux-Desktop entwickeln und außerdem Versionen in zahlreiche Landessprachen übersetzen.

„Open-Source-Software, dazu gehört auch Linux, ist die treibende Technologie hinter dem Internet und verändert IT auf vielerlei Arten“, bilanziert das Institut und liefert Zahlen: „Bei der Internet-Aktivität werden heute 50 bis 75 Prozent über Open-Source-Software abgewickelt; acht der zehn schnellsten Supercomputer auf der Welt werden unter Linux betrieben[...]; Open-Source-Software ist überall integriert, von Mobiltelefonen bis zu Video-Recordern.“

„Renaissance“ nennt sich der futuristischer Film Noir von Christian Volckman, angesiedelt in einem düsteren Paris des Jahres 2054, der komplett in 3D in schwarz-weiß animiert ist. Der Thriller, der jetzt zumindest in Frankreich im Kino zu sehen ist, hat als Look eine Mixtur aus Manga und Sfi-Fi im Geiste eines „Blade Runner“ und ähnelt stilistisch den Überzeichnungen des Rotoskop-Verfahrens. Das wurde bereits vor fünf Jahren von Regisseur Richard Linklater bei seiner Studie „Waking Life“ entwickelt, wobei Schauspieler aufgenommen und hinterher die gefilmten Bilder komplett übermalt werden. Regisseur Christian Volckman drehte seinen Thriller komplett im Blue-Screen-Studio und nahm die Bewegungen der Schauspieler über Motion Capture auf. Anschließend wurde alles in 3D animiert. Dass dafür eine ungeheure Rechenleistung nötig war, versteht sich von selbst. Die Produktionsfirma Attitude Studio griff dabei auf verlässliche Linux-Server zurück und liess die Umsetzung von Motion Capture in animierten Scharz-Weiß-Film auf 200 Linux-Servern mit der Gentoo-Distribution rendern, wie ZDnet berichtet. „Auf einer Microsoft-Plattform wäre das mit Maya nicht möglich gewesen“, erklärt dort Julian Doussot von Attitude Studio die Anforderungen seiner verwendeten 3D-Software. Zwei Jahre und 14 Millionen Euro hat die Produktion in den Film investiert, was sich für zukünftige Projekte mit den Linux-Servern auszahlen soll.

Wo finde ich noch mal den nächsten IT-Spport? Der Linux-Verband e.V., der sich für Freie Software und Linux-relevante Belange einsetzt, schafft mit seiner neuen Suchmaschine Abhilfe. Mit dieser lässt sich einfach und schnell ein Überblick über die unternehmerische Open-Source-Landschaft in Deutschland verschaffen und auf überregionaler Ebene den passenden Linux-Spezialisten für den eigenen Bedarf finden. Die Suchmaske erlaubt eine genaue Unterscheidung in verschiedene Bereiche wie beispielsweise IT-Infrastruktur, Sicherheit oder Basissoftware und eine weitere Unterteilung in Schwerpunkte wie unter anderem Produkte, Beratung oder Training. Über eine dritte Wahlmöglichkeit kann der „Markt“, die Zielgruppe eingegrenzt werden: Zur Auswahl steht eine weite Bandbreite von Behörden über Medizintechnik bis zum Einzelhandel.

Der Linux-Verband ist ein Branchenzusammenschluss, dem sowohl Software-Entwicklerfirmen und Kundendienste, als auch Linux-Anwender und Linux-Unterstützer angehören.

Kann man die GPL, die GNU General Public Licence mal eben verbieten lassen, weil sie gegen das Kartellrecht verstoßen soll? So einfach ist es nicht: Ein amerikanisches Gericht im Bundesstaat Indiana hat die Klage von Daniel Wallace gegen die Free Software Foundation (FSF) abgewiesen. Der Programmierer berief sich dabei auf den vierten Verfassungszusatz und beklagte, dass sich die FSF mit internationalen Unternehmen wie Red Hat Inc. und Novell Inc. verschworen hätte, um „die Lizenzen für ihr urheberrechtlich geschütztes, geistiges Eigentum zu verbinden und miteinander zu kreuzen, um so auf räuberische Weise die Preise zu binden“, wie er im Groklaw-Blog zitiert wird. Zu deutsch, er wirft der FSF vor, mit kommerziellen Anbietern von Distributionen Festpreise mittels der GPL ausgehandelt zu haben. Damit würde sie einem Kartell gleich den freien Wettbewerb verhindern, vor allem nämlich den von Mitbewerber Wallace und seinem eigenen Betriebssystem.

Die Klage wurde vom United District Court abgewiesen und Richter John Daniel Tinder bestätigte damit gleichzeitig auch die GPL als eigenständige Lizenz. Er verdonnerte Wallace nicht nur, die Prozesskosten aller Beteiligten zu bezahlen, er gab ihm auch eine Erklärung mit auf den Weg: „Vielmehr als dass sie vereitelt, unterstützt [die] GPL den freien Wettbewerb und die Distribution von Betriebssystemen, deren Nutzen direkt an die Benutzer weiter gegeben werden. Diese Vorteile beinhalten niedrigere Preise, einen besseren Zugang und mehr Innovation.“

Lernen an der Fernuni – für viele Berufstätige die einzige Möglichkeit, sich weiter zu bilden. Um so besser, wenn die Inhalte für alle Wissensbegierige frei zugänglich sind. So geschehen bei der britischen Fernuniversität „The Open University“: Sie plant zusammen mit der BBC, eine Auswahl ihrer Lehrinhalte unter die Creative-Commons-Lizenz zu stellen und im Internet frei für Lehrer und Schüler verfügbar zu machen. Ab Herbst diesen Jahres wird eine eigene Webseite der „Open Content Initiative“ auf das Angebot verweisen, in zwei Jahren soll das mit 5,65 Millionen Pfund geförderte Projekt abgeschlossen sein, so die Pressemitteilung der Initiative: „Die Online-Bereitstellung von ‚freien Lehrressourcen‘, frei verwendbar und zugänglich für jeden, reflektiert die Mission von ‚The Open University‘, einen gerechten Zugang für alle zu unterstützen.“ Die Lehrmaterialien sollen alle Wissensbereiche abdecken und speisen sich aus Abteilungen wie Kunstwissenschaften und Geschichte oder Wirtschaft und Management.

„The Open University“ ist die einzige Fernuniversität in Großbritannien, an ihr studieren rund 150 000 Studenten und weitere 30 000 Postgraduierte. Für die Universität ist es eine weitere Zusammenarbeit mit der BBC, denn mit der britischen Fernseh- und Rundfunkanstalt hat sie bereits das Lernportal Open2.net aufgebaut und war damit eine der ersten Einrichtungen, die Lehrmaterial frei zugänglich gemacht hat.

Eines der Sprachrohre des Chaos Comuputer Club (CCC) ist das mittlerweile langläufig bekannte „Chaosradio“. Nicht nur relevant für die deutsche Hackerszene, versorgt es Interessierte mit Themen rund um den Datenschutz wie beispielsweise gerade aktuell die Vorratsdatenspeicherung und andere Inhalte betreffend die Privatsphäre des Bürgers. Nun hat die Homepage ein neues Gewand bekommen. Der Content, der Inhalt, wurde komplett überarbeitet und gestaltet sich nach zweiwöchigem Einsatz folgendermaßen: Ab sofort werden die medialen Inhalte unter dem Bereich des Chaosradio Podcast Network aufgeteilt: Einmal in das Chaosradio, dem monatlichen Live-Talk auf Radio Fritz. Hier ist er online erhältlich und kann kostenlos herunter geladen werden. Ein weiterer Abschnitt ist dem Chaosradio Express gewidmet, den Sendungen im Podcast-Format „für Zwischendurch“ und als letztes ChaosTV – darunter ist ein Archiv an diversen Video- und Audio-Dateien zu verstehen, das sich mit Inhalten rund um das Chaosradio beschäftigt. Weiter stehen als Podcast zur Verfügung: Die Sendung der „Datenschleuder“, dem gedruckten Info-Magazin des CCC. Wer sich für die Hackergeschichte in Deutschland begeistert, wird im Bild- und Ton-Archiv des „Dossier Chaotique“ fündig. Zuletzt wendet sich der CCC mit dem Podcast „Chaosradio International“ an die englischsprachigen Hörer.

Ein automatischer Download der Radio-Programme auf den heimischen Rechner funktioniert am einfachsten, indem man sich einen News-Feed abonniert. Das Chaosradio erlaubt hier die Kombination aus wahlweise Chaosradio, Chaosradio Express und ChaosTV oder nur aus Chaosradio und Chaosradio Express.

Seit Google Earth sind Satellitenaufnahmen und Geotags in aller Munde. Währen sich jedoch eine Applikation wie Google Earth aus häufig frei zugänglichen amerikanischen Erdaufnahmen unter der Creative-Commons-Lizenz speisen kann, darf sie das vielleicht in Zukunft für europäische Aufnahmen nur noch gegen Geld. Der Grund ist die INSPIRE-Direktive, die bereits am 23. Januar in der EU formal angenommen wurde. Jetzt hat sich die Initiative http://publicgeodata.org/Home gegründet, die besagte Direktive vereiteln will. Mit der Unterzeile „Staatlich gesammelte Geodaten sind Allgemeingut“ hat sie eine Petition gestartet, die verhindern soll, dass die Geodaten, gesammelt von europäischen Agenturen, zukünftig bei eben diesen verbleiben dürfen und nicht frei für alle verfügbar sind.

Eine Forderung der Petition lautet nämlich: „Europäische Steuerzahler sollten freien Zugang zu den geografischen Daten haben, die mit ihren eigenen Steuergeldern gesammelt wurden“. Oft, erklärt die Petition, werden die Geo-Daten von nationalen Abbildungs-Agenturen erhoben. Sollte die INSPIRE-Direktive verabschiedet werden, „würden diese Agenturen ermutigt werden, sämtliche durch öffentliche Mittel finanzierten Daten unter ein Urheberrecht zu stellen und es damit für Firmen und Bürger noch schwerer machen, Dienstleistungen aufzubauen und zu nutzen, die auf die Geodaten zurückgreifen.“ Die Folge sei eine „Politik des Bezahlens“.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne von der Software-Entwicklerin Jo Walsh und dem Geographen Benjamin Henrion, um zu verhindern, dass die Debatte um die Geodaten in Brüssel „hinter verschlossenen Türen stattfindet.“

Interessierte können nun die Petition für den freien Zugang von Geo-Daten unterstützen, indem sie auf der Webseite ihre digitale Signatur hinterlassen.

Ein niederländisches Gericht hat jetzt in einem Urteil die „Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen” - Lizenz bestätigt: Der ehemalige MTV-Moderator und „Podfather“ Adam Curry, Erfinder der ersten Podcast-Software iPodder, hatte gegen das Magazin „Weekend“ geklagt. Grund für den Fall Curry vs. Weekend war, dass das Magazin für einen Artikel Fotos von Currys Account bei dem freien Online-Fotoportal Flickr verwendet hatte. Die standen jedoch unter der genannten Lizenz „Creative Commons NC-BY-SA Lizenz“ und waren damit rechtlich gegen die unerlaubte kommerzielle Vervielfältigung geschützt. Die Lizenz sieht vor, dass die Bilder zu nichtkommerziellen Zwecken verwendet werden dürfen, wenn alle Änderungen wiederum unter derselben Lizenz veröffentlicht werden. Da das Magazin die Bilder kommerziell verwendet hatte, ohne den Urheber Curry zu fragen, beging es eine Urheberrechtsverletzung.

Wie Curry in seinem Blog „Curry.com“ berichtet, hat er die Klage gewonnen: Die Zeitung darf die Fotos nicht noch einmal drucken. Sollte sie es dennoch ohne Einwilligung Currys erneut tun, drohen ihr pro veröffentlichtes Foto jeweils 1 000 Euro Strafe. „Offensichtlich hält das niederländische Gericht nicht viel von Besitz- und Eigentumsrechten in den Neuen Medien, aber das Creative-Commons-Copyright bleibt aufrecht!“ resümiert Curry im Blog.

Fazit: Dennoch ist es ein großer Schritt, dass die Creative-Commons-Lizenzen zum ersten Mal von einem Gericht bestätigt worden sind. Die Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) wurden bereits 2001 von Rechtsprofessor Lawrence Lessig entwickelt. Seit dem Jahre 2004 gibt es auch an das deutsche Rechtssystem angepasste Lizenzen.

Herzlichen Glückwunsch: Vergangenes Wochenende feierte die Free Software Foundation Europe ihren fünften Geburtstag! Genau am 10. März 2001 wurde der europäische Ableger der amerikanischen Organisation ins Leben gerufen, um für Freie Software auch hierzulande zu kämpfen. Gegründet wurde die Free Software Foundation bereits 1985 vom Pionier Richard Stallman, der bis heute das Amt des Präsidenten innehat. Stallman trieb damals das GNU-Projekt mit dem Ziel voran, ein freies Betriebssystem zu entwickeln. Die FSF Europe begeht ihr Jubiläum unter der Zielvorgabe „Heute noch mehr den Bedarf an starken, koordinierten Aktionen für die Freiheit eines jeden zu erkennen!“, so die Pressemitteilung.

Als bisherige Errungenschaften in den letzten fünf Jahren zählt die FSFE unter anderem die Audio-Linux-Distribution AGNULA auf, eines der ersten freien Software - Projekte, das von der Europäischen Kommission Unterstützung erhielt. Außerdem kämpft die FSFE nach wie vor an vorderster Front bei der Monopol-Klage gegen Microsoft. Letztes Jahr konnten im Verbund mit weiteren Organisationen dank der FSFE die Einführung der Software-Patente in Europa vorerst verhindert werden. Ebenfalls 2005 rief die FSFE das „Fellowship-Programm“ ins Leben, eine „Gemeinschaft für digitale Freiheit“.

Die überarbeitete Version von OpenOffice 2.0.2-1 ist ab sofort als kostenfreier Download und im Paket der PrOOo-Box als CD erhältlich. Dieses handliche Office-Paket ist ideal für alle Arten von Textverarbeitung und als Open Source-Software frei erhältlich. Die praktische und einfach zu bedienende Alternative zu Microsoft-Programmen ist für die Linux- und Windows-Plattformen verfügbar. Auf die Version 2.0.1 können auch Mac OS X-Anwender zurückgreifen. Weitere Programme auf der CD sind unter anderem der beliebte Webbrowser Firefox und das Email-Programm Thunderbird 1.5. Darüber hinaus wurden die Programme 7zip auf Version 4.32, XrayTool auf 5.1 und der Software Development Kit auf die Version 2.0.0rc2 aktualisiert. Als Erweiterungen sind auf der CD, beziehungsweise dem Image zum Download, die „OOo WIkipedia“, extendedPDF und einige weitere Makros erhältlich.

Im Installationspacket sind sowohl viele Open-Source-Programme enthalten, als auch zum allgemeinen Gebrauch frei gegebene Vorlagen, die nicht extra im Nachhinein installiert werden müssen: Wörterbücher für die neue Rechtschreibprüfung mitsamt Silbentrennung und Thesaurus, Dokument-Vorlagen, Schriften, Clip-Arts und natürlich die Software Java.

Als Installations-CD ist die so genannte PrOOo-Box online erhältlich, die als sogenanntes ISO-Paket gratis herunter geladen werden kann. Anleitungen für das Brennen der ISO-Images mittels der Software Nero oder WinOnCD finden sich ebenfalls bei OpenOffice. Wer es außerdem auf eine ansprechende Verpackung Wert legt, kann sich auf der OpenOffice-Seite das passende CD-Cover, das Cover der Hülle samt dem PrOOo-Box-Logo ausdrucken.

Bereits zum dritten Mal erscheint das „Open-Source-Jahrbuch“, herausgegeben von der Berliner Arbeitsgruppe für Informatik und Gesellschaft der TU Berlin unter Bernd Lutterbeck. Es beleuchtet aktuelle Entwicklungen und Ausblicke im Bereich Freie Software und Open-Source. Rechtsprofessoren wie Lawrence Lessig berichten über Creative Commons, Juristen wie Eben Moglen erklären die neue GPLv3, die GNU General Public Licence, und Wirtschaftsexperten beschreiben die Migration auf Linux. Auch Bereiche wie Open Access und Open Content werden ausführlich auf den mehr als 500 Seiten behandelt. Das Jahrbuch des Open Source, für Interessierte wie für Experten ein Muss, kann gratis als PDF-Datei kapitelweise oder komplett herunter geladen werden. Wer es lieber in den Händen halten möchte, hat bis Ende März die Möglichkeit, den gedruckten Band zum Vorzugspreis von 20 Euro (danach 25 Euro) online anzufordern.

Der LinuxTag 2006 freut sich, bekannt geben zu können: Das Linux-Projekt Ubuntu wird Sponsor des LinuxTag, der vom 3. bis 6.Mai 2006 in Wiesbaden stattfindet. Neben der obligatorischen Ubuntu-Vertretung auf der Messe wird das Freie Vortragsprogramm mit einem besonderen Event durch die Ubuntu-Gemeinde angereichert: Der „Ubuntu Love Day“ ist eine Unter-Konferenz am Samstag, den 6. Mai 2006 im Rahmen des Practical Linux Forum. Hierfür wird Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth persönlich die Eröffnungsrede halten.

Vom 3. bis 10. Mai, beinah zeitgleich zum LinuxTag 2006 in den Rhein-Main-Hallen, findet darüber hinaus ebenfalls in Wiesbaden eine Ubuntu-Entwickler-Konferenz statt. Es versteht sich von selbst, dass dabei hochkarätige Entwickler zugegen sind, die auch die Konferenzen des LinuxTag bereichern werden.

Die Linux-basierte Plattform Ubuntu ist nach einem altafrikanischen Wort benannt und bedeutet übersetzt „Menschlichkeit gegenüber anderen“. Das Motto nimmt die Ubuntu Gemeinschaft ernst – schließlich ist ihre Software nicht nur gratis erhältlich. Sie soll in Zukunft in vielen regionalen Sprachen ohne Einschränkungen verfügbar sein und selbstverständlich beliebig erweiterbar.

Ubuntu gilt aber auch als Betriebssystem für Trendsetter, denen die technische Weiterentwicklung so wichtig ist wie ein reibungsloser Support. Beides könnte Ubuntu leisten: Dem System gelingt der Spagat zwischen den versierteren Debian-Benutzern und den großen kommerziellen Anwendern, die auf professionellen Support angewiesen sind – denn hier greift Ubuntu auf seine zuverlässige Hilfestellung aus der Community zurück: „Die Idee ist, ein Ökosystem aus Menschen zu schaffen, die über die Freie Software miteinander zusammen arbeiten“, erklärt Mark Shuttleworth bei slashdot.org.

Seit zwei Jahren treibt der Südafrikaner Mark Shuttleworth mit seiner Firma Canonical die Entwicklung von Ubuntu Linux für eine nutzerfreundliche Version des Betriebssystems samt einfacher Installation voran. Seit letztem Jahr fördert die eigens gegründete Ubuntu Foundation die Weiterentwicklung mit insgesamt 10 Millionen Dollar. Aktuell ist Ubuntu in der Version 5.10 erhältlich, die beiden Varianten Kubuntu mit der KDE-Oberfläche als Standard und Edubuntu für den Einsatz in Schulen vervollständigen den Linux-Kanon.

Der LinuxTag ist als das bedeutendste Ereignis rund um Freie und Open-Source-Software zurecht die europäische Messe mit der größten Gewichtung. Auch dieses Jahr wieder, wo er vom 3. bis 6. Mai in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden abgehalten wird. Dank einer Kooperation der German Unix User Group mit der Fachbuchhandlung Lehmanns können ab sofort verbilligte Eintrittskarten online und in den Filialen vorbestellt werden. Jedes Tagesticket kostet über Lehmanns 5 Euro, dazu kommt für jede Bestellung eine einmalige Vorverkaufsgebühr von noch einmal 5 Euro. An der Tageskasse beträgt der Eintritt 15/25/35/45 Euro für 1/2/3/4 Tage.

Weiterhin gibt es für LinuxTag-Besucher die Möglichkeit, das Plan&Spar-Angebot der Deutschen Bahn zu nutzen: Bei Fahrten aus Hamburg, Berlin, Leipzig oder München können Fahrkarten inklusive Reservierung bereits für nur etwa 30 Prozent des eigentlichen Preises gekauft werden.

Vor allem Behörden und andere Regierungsstellen sollten sich mehr auf den offenen Dokumente-Standard verlassen – diese Ansicht ist nicht neu, doch jetzt hat sich erneut ein Verbund an 35 Firmen, Organisationen, NGOs und Bildungseinrichtungen, als „ODF Alliance“ zusammengetan: Ihre ins Leben gerufene Allianz zum Wohle des Open Document entstand unter dem Dach der amerikanischen Software & Industry Information Asscoation (SIIA), dem Haupthandelsverband für die ansässige digitale Branche.

Alein das OpenDocument Format (ODF) habe sich als einzigstes bewährt und sei hervorragend für den „Austausch von Dokumenten verschiedener Programme zwischen Agenturen oder Geschäftspartner unabhängig vom Betriebssystem“ geeignet, so die ODF Alliance in ihrer Mitteilung. Unter den 35 MItbegründern sind unter anderem IBM, Novell, Sun Microsystems oder der Massachusetts High Tech Council.

Der Standard OpenDocument ist ein XML-basiertes Format und wurde von der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS), einem gemeinnützigen, global operierendem Konsortium ausgearbeitet. OpenDocument findet nicht nur allgemeingültige Verwendung und hat bereits an früherer Stelle seine Fürsprecher gefunden: Letztes Jahr erklärte das Open Document Fellowship, Aufklärungsarbeit darüber zu leisten, welche Programme den Standard nutzen können und wie man am besten die Weiterentwicklung fördern kann.

Um OpenDocument noch mehr den staatlichen Stellen schmackhaft zu machen, hatte OASIS den Standard jüngst der International Organization for Standardisation (ISO) zur Beurteilung vorgelegt. Eine Anerkennung von dieser Seite könnte es für Behörden noch attraktiver machen. Doch staatliche Befürworter hat es bereits: Neben der EU-Kommission setzt sich auch die Regierung des amerikanischen Bundesstaat Massachusetts für den Standard ein. Im letzten September hatte sie in ihrer Neuregelung, dem Enterprise Technical Reference Model (ETRM) Version 3.5 erklärt, ab 2007 ihre Arbeit komplett auf den OpenDocument-Standard umzustellen.

Wie jedes Jahr werden auch diesmal wieder einige Gratis-Produkte auf der Elektronikmesse CeBit in Hannover verteilt. Dass sich darunter hochkarätige Linux-Anwendungen finden, sollte hervorgehoben werden: Wie heise berichtet, wird diesmal wieder die beliebte Knoppix-DVD verteilt. Das System von Klaus Knopper gibt es zum einen kostenlos auf der Messe. Interessierte können sich ein Exemplar am Stand des Heise-Verlags (Halle 5, Stand E38) und bei der Fachhochschule Kaiserslautern (Halle 9, Stand C39) abholen. Die DVD ist ebenfalls im Internet bei emedia (4) für 6 Euro zuzüglich der Versandkosten von 1,60 Euro erhältlich. Die reinen Daten sind selbstverständlich auch auf der eigenen Knoppix-Seite herunterladbar.

Knoppix ist ein Linux-System, das auf Debian basiert. Als so genanntes Live-Betriebssystem kann es direkt von der DVD gebootet und ausgeführt werden – aber natürlich auch auf der Festplatte installiert. Das überarbeitet Knoppix ist zur CeBit im neuen Gewand 5.0 als DVD erhältlich, der Kernel läuft unter der Version 2.6.15 und KDE unter 3.5.1. Weitere unverzichtbare Bestandteile sind OpenOffice 2.0, Thunderbird 1.5 und Gimp 2.2.10. Die letzten drei genannten Komponenten sind außerdem auf der DVD parallel als Windows-Versionen erhältlich.

Erstmalig wird der Free Software / Open-Source-Telephony-Summit am 2. Mai 2006 im Rahmen des LinuxTag in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden, Europas wichtigster Veranstaltung rund um Freie Software, angeboten. Zum dritten Mal bereits organisiert die German Unix User Group den Free Software / Open-Source-Telephony-Summit, ein internationaler Workshop und technische Konferenz für Entwickler und Anwender von Free Software / Open Source-Telefonie-Anwendungen zugleich. Die Veranstaltung richtet sich aber genauso an Interessierte, die mehr über die Free Software / Open-Source-Welt im Telefonie- und VoIP-Bereich erfahren wollen. Eine Verquickung mit dem LinuxTag bietet Vorteile für die Teilnehmer, schließlich können sie gleichzeitig die Angebote des LinuxTag nutzen. Eine Abendveranstaltung rundet das Programm ab.

Interessierte sind nun aufgefordert, Vorträge zu Software, Projekten, Protokollen und Erfahrungen im Bereich der Telefonie unter Verwendung von Open-Source-Software, ob nun im Internet oder mithilfe des klassischen Telefonsystems, einzureichen. Auf der Konferenz sind zwei parallele Vortragsschienen geplant. Die Dauer der Einzelvorträge beträgt zwischen 20 und 40 Minuten, inklusive der anschließenden Frage- und Antwortrunde. Englisch ist die Konferenzsprache des internationalen Free Software / Open-Source-Telephony-Summit, daher sollten die Vorträge auch bevorzugt in englisch gehalten werden. Deutsch ist jedoch ebenfalls möglich.
Einreichungsschluss: Montag, der 13. März.

Nachstehend eine thematische Auswahl der möglichen Vorträge, weitere Themen sind genauso willkommen:
- Einführung und Statusberichte von Open-Source-Telefonieprojekten
- VoIP (Voice over IP)
- Verbindung und Interoperabilität mit klassischen Telefonsystemen
- Interoperabilität zwischen VoIP-Systemen
- Sicherheit
- Erfahrungen mit Open-Source-Telefonie-Produkten im Unternehmen
- ENUM-Dienste
- Sprach-, Chat- und Konferenz-Systeme, Voice Mail, VoiceXML
- Integration von Sprache und Video

Neben den Vorträgen können zu diesen Themen auch Vorschläge für Tutorien eingereicht werden. Diese werden dann zusammen mit den Tutorien des LinuxTag am Mittwoch, den 3. Mai durchgeführt. Selbstverständlich erhält jeweils ein Vortragender je eingereichtes Paper den freien Eintritt zur Konferenz und anderen Veranstaltungen wie der Ausstellung, das Freie Vortragsprogramm oder den Tutorien des LinuxTag. Interessenten werden gebeten, die Webseite des LinuxTag Conference Center zu nutzen. Dort kann man sich zunächst einen persönlichen Account samt Passwort einrichten, um danach unter der Kategorie „Telephony-Summit“ Vorschläge für Vorträge einzugeben. Informationen über das Programm des Telephony-Summit der letzten Jahre sind auf den Webseiten 2004 und 2005 einsehbar.

Workshop vom 29. April bis 1. Mai
Direkt vor dem Telephony-Summit wird ein dreitägiger Workshop für aktive Entwickler von Freier Software / Open Source im Telefonie-Bereich veranstaltet. Gedacht ist dieser Workshop für den Austausch unter Kollegen, die Zusammenarbeit an neuen Versionen gemeinsamer Software oder zur Projektbesprechung.

Interessierte Entwickler werden gebeten, sich diesbezüglich mit einer E-Mail an die Adresse ts2006@guug.de zu wenden. Die vollständigen Informationen zum Call for Papers werden auf der Webseite des LinuxTag erläutert.

Linux als vorherrschendes Betriebssystem auf einem Uni-Campus wie auf dem Amt – in Südkorea wird das bald pragmatisch und zeitnah umgesetzt. Wie die Korea Times berichtet, macht das südkoreanische Ministerium für Information und Kommunikation (MIC) eine Migration den städtischen Behörden mit finanzieller Unterstützung schmackhaft. Derzeit können sich südkoreanische Kommunen wie Universitäten für den Umstieg bewerben. Ende März wird das Ministerium eine Stadt und eine Universität auswählen, bei der die gesamte Infrastruktur auf das Freie Betriebssystem migrieren wird. Die finanziellen Mittel sowie die erforderliche Hardware für die Umstellung liefert dabei das Ministerium. „Die Testumgebung wird das Nachfolgen anderer Städte und Universitäten beschleunigen und demonstrieren, dass Linux das Hauptbetriebssystem ohne irgendwelchen technischen Ungereimtheiten oder Probleme mit der Sicherheit ist“, erklärt Lee Do-kyu vom Ministerium.

Korea war bislang weniger für seinen vorbildlichen Einsatz des Linux-Betriebssystems oder Open-Source-Anwendungen bekannt: Derzeit laufen nur etwa 1 Prozent der koreanischen PCs unter Linux. Doch möchte die Korea IT Industry Promotion Agency mit staatlichem Rückhalt die nächsten vier Jahre den Satz auf wenigstens 5 Prozent anheben, bei den Servern soll der Einsatz auf 40 Prozent ansteigen. Denn die koreanische Wirtschaftlichkeit sieht unter dem Windows-System keine Zukunft: „Korea hat, um ein einzigartiges Maschinenhaus für Software zu werden, keine Wahl, als sich Source-Technologien zu sichern. Unter der Herrschaft von dominanten Programmen ohne offen gelegten Code können wir dieses Ziel nicht erreichen“, sagt Ko Hyun-jin, Präsident der Agentur.

Als erstes hat bereits die nationale Korea Post ein Vierjahresprogramm zur Migration gestartet, wovon 4 748 Rechner betroffen sind. Das Ministry for Planning and Budget beginnt dieses Jahr 37 Informationsprojekte zu Linux. darüber hinaus läuft bei dem eben gestarteten Online-Informationssystem für Schulen, dem National Education Information System (NEIS), auf sämtlichen Servern Linux.

8,4 Millionen DSL-Anschlüsse wurden laut des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) im Jahr 2005 gezählt – damit haben aber nur 6,7 Prozent der Deutschen solch einen schnellen Internet-Zugang. Im Vergleich dazu hatten in Estland im Jahr 2004 bereits 7,8 Prozent der Bevölkerung DSL. Der VATM und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) haben sich deshalb zusammengetan und dokumentieren in der Studie „Breitbandbindung von Kommunen“ (PDF-Datei), wie es mit um den DSL-Internetzugang in deutschen Kommunen bestellt ist. Unter der amtlichen Bezeichnung „DStGB Dokumentation No. 56“ wird minutiös aufgeschlüsselt, wo es vor allem hapert: Abseits der Großstädte und Ballungszentren sieht es mit der Breitband-Anbindung von privaten Haushalten recht mager aus. Häufig ist ein DSL-Anschluss bislang technisch gar nicht möglich.

Als „unbefriedigend“ bezeichnet Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, die Zögerlichkeit eines großen deutschen Anbieters. „Die Deutsche Telekom AG (DTAG) [hat vielen Kommunen] oft jahrelang eine Absage erteilt und erst dann einen Breitbandausbau ankündigt, nachdem Bürgermeister und Wirtschaftsförderer einen alternativen Anbieter finden konnten. Denn anders als in Ballungszentren reichen häufig die Kundenzahlen in ländlichen Gebieten und kleineren Orten gerade einmal für einen Anbieter, wenn sich Netzinvestitionen rechnen sollen.“ Das würde sich nachteilig für die deutsche Wirtschaft auswirken: „Wenn genau hier der einstige Monopolist mit quersubventionierten DSL-Preisen junge innovative Unternehmen angreift und sie gezielt vom Markt drängt, birgt dies vor allem Nachteile für den Standort Deutschland, da auf diese Weise ein flächendeckender Breitbandausbau verzögert oder gar verhindert wird. Das Problem ist dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) seit geraumer Zeit bekannt“, so Grützner.

Um die viel beschworene Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beim Online-Zugang zu verbessern, geben der VATM und der DStGB den Kommunen einen Leitfaden zur Hand, der mehrere technische Alternativen vorstellt, um den Ausbau des Breitband-Netzes schmackhaft zu machen und mit „innovativen Lösungen Versorgungslücken [zu] schließen“. Das ausführliche Dossier „Breitbandbindung von Kommunen“ geht darauf ein, wie der DSL-Zugang immer mehr zum wichtigen Standortfaktor wird – immerhin ist das laut der Studie die mit 97 Prozent dominierende Technik auf dem Internet-Markt. Alternative Zugänge mittels WIMAX, via Satellit oder über TV-Kabel werden mit Vor- und Nachteilen beschrieben und an bereits eingesetzten Beispielen in der deutschen Praxis vorgestellt. Im Anhang findet sich eine Liste mit weiterführenden Ansprechpartnern.
Die Studie mit 16 Seiten kann als PDF-Format herunter geladen oder auf der Webseite des VATM als Ausdruck bestellt werden.
Mehr Informationen zu Anbietern und aktuellen DSL-Verbreitung liefert auch der Breitbandatlas, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Der LinuxTag ist als das bedeutendste Ereignis rund um Freie und Open-Source-Software zurecht die europäische Messe mit der größten Gewichtung. Auch dieses Jahr wieder, wo er vom 3. bis 6. Mai in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden abgehalten wird.

Eben wurde nun die erste Etappe des Bewerbungsverfahrens, dem Call for Projects beendet: Bis zum 3. Februar konnten Interessierte ihre Projekte einreichen, die sich wissenschaftlich oder praktisch mit dem Thema Freie Software auseinandersetzen. Rund eine Woche nach Abschluss der ersten Runde zieht das Projekt-Komitee des LinuxTag eine überaus positive Bilanz: „Unsere Absicht, mit dem offiziellen Bewerbungsprocedere ein transparentes Verfahren zu schaffen, ist sehr gut aufgenommen worden”, berichtet Community-Beauftragter Wolfgang Drotschmann von LinuxTag e. V.

„Von den über 80 Projekten, die sich beworben haben, entspricht der Großteil den Anforderungen. Der LinuxTag 2006 wird in dieser Beziehung alle vorherigen Veranstaltungen übertreffen und seiner Bedeutung als Europas größtes Event erneut gerecht werden. Und wer sich jetzt noch bewerben möchte, hat immer noch gute Chancen – Projekte können sich auch nach Abschluss der ersten Runde weiterhin vorstellen”, so Drotschmann.
„Where .com meets .org” lautet das eingeführte Motto des LinuxTag. Zu dessen Verwirklichung wird seit diesem Jahr ein Call for Projects gestartet, um Freien Projekten die Möglichkeit zu geben, sich kostenlos auf Europas größter Linux-Messe und -Konferenz zu präsentieren: Ausgewählten Projekten werden Ausstellungsflächen inklusive Komplettstand zur Verfügung gestellt. Finanziert werden diese kostenlosen Werbeoptionen mit Hilfe der Einnahmen aus dem Verkauf kommerzieller Standflächen und Sponsoring. Seit Beginn des LinuxTag ist es Philosophie, das Miteinander von Unternehmen und Projekten zu fördern. Den Community-Projekten wird eine Plattform zur Selbstdarstellung geboten, um so einer breiteren Öffentlichkeit die Vielfalt Freier Software vor Augen zu führen.

2005 besuchten 12.000 Interessierte den LinuxTag, eine kombinierte Veranstaltung aus Messe, Konferenzen und Workshops. Seit bereits 1996 findet der LinuxTag statt, auch diesmal wieder ist er nicht nur ein besonderer Event für die Community – hier bringen sich Entwickler, besonders Forscher und professionelle Nutzer auf den neuesten Informationsstand.

Allianzen haben sich zusammen getan, um vereint gegen die Argumente von Microsoft und seinem proprietären Betriebssystem vorzugehen. Schließlich betrieb der Software-Gigant einigen Aufwand, um die Nachteile des Linux-Betriebssystems gegenüber der Windows-Plattform zu betonen. „Get The Facts on Windows and Linux“ nannte sich die prominente Kampagne vor einem Jahr, die Microsoft anstrengte und dabei verschiedene Wirtschaftsprüfer sprechen ließ: „Kosten und Erträge ziehen immer noch Windows dem Linux unter mittleren Unternehmen vor“ hieß es da bei einer Studie von Gartner auf der Webseite von Microsoft. Weiter zitierte man die Analysten von Forrester: „Die finanziellen Details belegen, dass die Gesamtkosten bei Linux um 5 bis 20 Prozent höher sind als die Gesamtkosten unter Windows“.

Die Firma Levanta und die Open Source Development Labs (OSDL) wollten das Argument der höheren Gesamtkosten, der „total cost of ownership“ (TCO), bei Linux-Servern widerlegen. Sie gaben eine Studie bei den Enterprise Management Associates (EMA) in Auftrag, die die vorangegangenen Ergebnisse unter die Lupe nahm und jetzt den Windows-Analysten widerspricht. Die EMA sieht die Microsoft-Studie als überholt und parteilich an und fasst bei ihrer neuen „Get the Truth on Linux Management“ als PDF-Datei die wichtigste Erkenntnis so zusammen: Bei den 200 untersuchten Firmen, die unter Linux arbeiten, würde das System schnell, reibungslos und effektiv arbeiten. Die zumeist amerikanischen Firmen kamen weit gehend aus dem mittleren Segment und hatten in der Regel weniger als 20 Linux-Server in Betrieb. Einige Großfirmen mit einem Jahresumsatz von mehr 100 Millionen Dollar waren jedoch auch vertreten. Diese nutzen über 1 000 Server.

Letztlich belegt die Studie „Get the Truth on Linux Management“ eine höhere Effizienz der Linux-Server, angefangen beim Support: Durchschnittlich kümmern sich die Linux-Administratoren um mehr Rechner als die Administratoren unter Windows, wobei die Server unter Linux in der Regel auch noch mehr Daten verwalten. Bei der Fehlerbehebung benötigen die Linux-Techniker in fast drei Viertel aller Fälle nur eine halbe Stunde, um den Fehler auszumachen und zu beseitigen – das ist acht Mal schneller als der Durchschnitt in der IT-Industrie. Allein das Aufsetzen des Linux-Servers würde nur eine Stunde benötigen und die wöchentliche Verwaltung ganze fünf Minuten.

Abhängig von der eingesetzten Hardware, der Datenbank und weiteren Komponenten können die Einstiegskosten für Linux-Server bis zu 60 000 Dollar unter den Beschaffungskosten von Windows-Servern liegen.

Die Ähnlichkeit zum überaus beliebten, proprietären Abspielprogramm iTunes wird an der formschönen schwarzen Nutzeroberfläche deutlich: Songbird Version 0.1 ist der neue Open-Source-Media-Player, der gleichzeitig auch Web-basiert arbeitet und damit eine Art Surf-Tool für Musik darstellen soll. Als Oberfläche stehen zwei Themen zur Auswahl, auch inhaltlich bindet sich der Player nicht: Er beschränkt sich nicht auf einen DRM-geschützten Musikanbieter und soll, soweit abspielbar, alle verfügbaren Audio- und Videodateien online laden können, darunter mp3, mp4a, Ogg Vorbis, AAC und sogar die arg eingeschränkten WMA-Dateien. Das geschieht direkt im Programmfenster, ohne dafür erst die Applikation wechseln zu müssen.
Entwickelt wurde Songbird auf der Engine des Webbrowsers Firefox und dem Codec des verbreiteten, freien Videoabspielprogramms VLC des VideoLAN-Projekts. Die freie Musikabspielsoftware wurde unter der GNU General Public License veröffentlicht und operiert über das Internet: Sie soll Webseiten als Playlisten darstellen und einfach verwalten – in dieser Version lassen sich allerdings noch keine Musik-CDs einlesen und brennen.

Hinter Songbird stehen die so genannten “Pioneers of the Inevitable LLC”: Der Verbund an Entwicklern aus San Francisco stellt sich auf seiner Programm-Webseite bis auf den Koordinator Rob Lord nur als Kumpanen mit den Vornamen Aus, Mig und Koshi vor. Das Team war bereits an der Entwicklung des Windows-Musikabspielprogramms Winamp, sowie am Player der Suchmaschine Yahoo!, der Y! Music Engine und an Muse.net beteiligt. Teilweise rekrutieren sie sich auch aus dem Entwicklerverbund der Mozilla Foundation.

So verlockend der Songbird Player klingt: Es gibt ihn zwar bereits als Download, aber zunächst nur für das Betriebssystem Windows. In den nächsten Wochen sollen aber Versionen für Linux und OSX folgen.

Lawrence Lessigs letztes Buch „Free Culture“ ist nun hierzulande auf deutsch als „Freie Kultur - Wesen und Zukunft der Kreativität“ erschienen. Der Münchner Verlag Open Source Press hat das informative wie unterhaltsam verfasste Werk über den andauernden Kampf um das Copyright und den Zugang zu Wissen und Kultur als gebundene Ausgabe für 24,90 Euro heraus gebracht. „Freie Kultur“ argumentiert, wie das Copyright ein Übergewicht zugunsten der Industrie geschaffen hat, ohne genug die Interessen der einzelnen Bürger zu vertreten.

Überfliegen lässt sich das englischsprachige Original vor dem Kauf auch online und kann kostenlos als PDF-Datei eingesehen werden. Das Original-Manuskript selbst ist als offenes „work in progress“ konzipiert: So wird man bei Creative Commons dazu aufgefordert, es inhaltlich weiter zu entwickeln, zu remixen und zu erweitern, oder es in einem Wiki zu bearbeiten. Außerdem existiert bereits ein englisches Hörbuch.

Zehn Vereinigungen, bestehend aus Datenschützern, Verbraucherverbänden und Stimmen aus der Presse haben sich in einer gemeinsamen Erklärung am heutigen Dienstag gegen die geplante „Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten“ ausgesprochen. Vertreter der Medien wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und digitale Bürgerrechtler wie der Chaos Computer Club e.V. (CCC) oder das Netzwerk Neue Medien kritisierten die zu befürchtende Überwachungsoffensive. Sie bestehen auf einer Überprüfung, ob die Vorratsdatenspeicherung mit den Grundrechten des Bürgers vereinbar sei und betonen, dass die Neuerung in der Überwachung nicht nur Millionen an Euro verschlingen würde – davon abgesehen könne sie nicht effektiv vor Kriminalität schützen.

Vielmehr „ebnet die Vorratsdatenspeicherung den Weg in eine immer weiter reichende Massenüberwachung der Bevölkerung“, so die Erklärung. „Eine demokratische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass nicht der Staat die Bürger, sondern die Bürger den Staat kontrollieren“, äußerst sich vzbv-Vorstand Edda Müller besorgt in der Mitteilung.

Dass von staatlicher Seite alles gegen den Terrorismus unternommen wird, wird vorausgesetzt. Dass dabei jedoch mitunter die Privatsphäre der Bürger in Mitleidenschaft gezogen wird, ist an der jüngsten Debatte um die Vorratsdatenspeicherung ersichtlich: Gemeinhin wird darunter speziell die massenhafte Speicherung von Telekommunikationsdaten durch die Ordnungsmächte verstanden, um eventuell später gezielt gegen verdächtige Personen strafrechtlich vorgehen zu können. Mit einer dauerhaften Speicherung beispielsweise aller Internetverbindungen ist jedoch der Grundstein für eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur gegeben. Im Dezember hatte eine Mehrheit im Europaparlament die Speicherung aller Telekommunikations- und Internetdaten zwischen 6 Monaten und zwei Jahren beschlossen. Für eine endgültige Richtlinie in der Europäischen Union müssen die EU-Justizminister noch ihr Einverständnis geben. Noch vor einem Jahr hatte sich der deutsche Bundestag betont gegen die Datenspeicherung der Telekommunikationsdaten auf Vorrat ausgesprochen.

Bereits im Januar fand die Konferenz Africa Source II (AS II) in Uganda statt. Abgehalten auf einer Insel mitten im Viktoriasee wurde in einem achttägigen Workshop die Einbindung von Freier und Open Source Software (FOSS) bei Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) praktisch erörtert. Über 130 Mitarbeiter der NGOs und angeschlossene Experten kamen – geladen wurden unter anderem Wahlhelfer, Projekt-Manager, System-Administratoren aus gemeinnützigen Organisationen und Berater.

Auf der Africa Source II wurde vor allem ein Punkt eingehend erörtert, nämlich die Frage, wie Technologie am besten beim digitalen Zugang und für die Inhalte gemeinnütziger Projekte angewendet werden kann. Ziel war, die NGOs an die Anwendung von Open Source-Software heranzuführen, um ihre Effizienz zu verbessern. Ein wichtiger Bereich war dabei die Vermittlung und Anwendung Freier Software: wie jeder Bürger damit Informationen verarbeitet und sie eigenständig im Internet veröffentlicht. Als wichtigstes Ergebnis von Africa Source II bezeichnet Mitorganisator Allen Gunn bei newsforge die Stärkung des sozialen Netzes der Open Source-Verfechter untereinander. „Das ist wesentlich für den Aufbau von FOSS-Kapazitäten in Afrika“, erklärt Gunn. Er begrüßt die relativ hohe Beteiligung an weiblichen Teilnehmern mit 35 Prozent und hofft, in Zukunft die Geschlechterverteilung ausgleichen zu können. Das sei auch afrikanischen Frauenorganisationen wie LinuxChix Africa zu verdanken.
Die Konferenz wurde bereits in ähnlicher Form seit 2003 in Kroatien, Namibia, Indien und Tadschikistan abgehalten und soll dieses Jahr noch einmal im Mittleren Osten stattfinden.

Zeichner aufgepasst: Noch bis zum 3. März ruft die OpenOffice.org-Gemeinschaft zum Wettbewerb auf, für die kommende Version des beliebten Office-Pakets neue, nützliche wie fantasievolle Vorlagen zu erstellen: Seien es Grafik-Gallerien, Clip-Art oder hilfreiche Makros, alles ist erwünscht. Die siegreiche Vorlage wird natürlich in der nächsten Version der Distribution PrOOo-Box enthalten sein.
Entsprechend den Vorgaben von OpenOffice.org müssen die Entwürfe im OpenDocument-Format eingesendet werden und unter der GNU LGPL lizenziert sein. Ein Formular zur Lizenzierung findet sich auf der Seite von OpenOffice.org.
Die beste Vorlage wird mit der kompletten Office-Bibliothek des Galileo-Verlags prämiert, unter allen Einsendern werden weitere Bücher des Software-Verlags verlost. Die Bekanntgabe der Gewinner findet schließlich am 11. März am OpenOffice.org-Stand auf der CeBIT statt.

Als weitere Neuerung steht ab sofort eine überarbeitete Version 2.0.1-1 der PrOOo-Box auf deutsch zum Download bereit. Die Zusammenstellung des OpenOffice.org-Pakets als Alternative zum Windows Office-Paket ist neben Linux auch für die Betriebssysteme Windows und OSX erhältlich. Neben vielen Erweiterungen und Verbesserungen enthält sie natürlich auch neue Vorlagen und Schriften.

Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut hat in seiner Studie „Open Source Software: Einsatzpotenziale und Wirtschaftlichkeit“ die Anwendung von OSS eingehend geprüft. Im Praxistest wurde Freie Software mit proprietären Anwendungen verglichen und die Vorzüge und Nachteile eingehend herausgearbeitet, um deutschen Unternehmen bei der Entscheidung für eine Migration handfeste Argumente in die Hand zu geben. Am Beispiel eines großen Unternehmens wurde die alltägliche Arbeit mit OSS untersucht. Das Fraunhofer-Institut arbeitete folgende Vorteile von Freier Software heraus: Neben der besseren Anpassbarkeit, der Wiederverwendbarkeit des Codes, einer höheren Sicherheit und Produktqualität und dem Vorteil der Anbieter-Unabhängigkeit werden auch die wegfallenden Lizenzkosten in Feld geführt. OSS kann von jedem Fachkundigen für individuelle Bedürfnisse verändert und beliebig angepasst werden. Die sonst langwierige Entwicklungszeit eines Programms ist bei Freier Software erheblich beschleunigt, da auf bereits bestehende offene Komponenten eines Programms zurückgegriffen werden darf. Da es bei Freier Software aufgrund ihrer Sonderstellung auf dem Markt keine festen Veröffentlichungstermine gibt, besteht weniger die Gefahr, sie überstürzt im Rohzustand auszuliefern, nur um hinterher Verbesserungen nachzuliefern. Freie Software bindet den Nutzer nicht an einen bestimmten Hersteller, wie es bei proprietärer Software der Fall ist und verhindert damit die Monopolstellung eines Anbieters auf dem Markt. Sicherheitslücken und Probleme werden bei Freie Software in der Regel schneller und effizienter behoben, da der Quellcode für jeden einsehbar und verbesserbar ist. Ein weitere Vorteil davon ist der konsequente Gebrauch von offenen Standards, die den uneingeschränkten Austausch von Dateien in verschiedenen Formaten gewährleisten.

Das Fraunhofer-Institut lässt aber genau so wenig die Nachteile von Freier Software außer Acht: Es werden der mangelnde Support durch Hersteller oder Entwickler bemängelt, sowie der höhere Aufwand, der bislang noch mit der Schulung der Anwender verbunden ist. Die Support-Situation verändert sich aber rasant. Immer mehr Firmen bieten individuellen Support an. Nach wie vor besteht natürlich wie bei proprietärer Software auch keine Garantie, dass das Produkt immer weiter entwickelt wird. Ebenso wenig haben die Anbieter von proprietärer Software vor wenig Interesse an einem Zusammenspiel mit Freien Programmen, deshalb sind die Anwender leider immer noch in einigen Fällen wie bei den Dateiformaten des Microsoft Office-Pakets auf proprietäre Software angewiesen. Die Schlussfolgerung der Studie lautet unter anderem: „Insgesamt sind die Vorteile von Open Source Software als deutlich bedeutsamer zu betrachten, als die Nachteile. Open Source Software sollte daher durchaus als ein strategischer Faktor in der IT Landschaft verstanden werden.“

Die Studie des Fraunhofer-Instituts ist online als pdf-Datei verfügbar, kann aber ebenso als Printerzeugnis (1) mit 184 Seiten für 50 Euro beim Institut angefordert werden. Dem Institut ist die Anwendung von Freier Software ein Anliegen, so wird auch unter der Projektbezeichnung „Strategy Garden“ an anderer Stelle eine strategische Planung für kleine und mittlere Unternehmen vorgezeichnet.

(1) Print-Bestellung bei andrea.giemsch@iao.fraunhofer.de, ISBN 3-8167-7008-8

Letzten September hatte die Regierung des amerikanischen Bundesstaats Massachusetts als erste überhaupt erklärt, bis Januar 2007 gänzlich mit Dokumenten im OpenDocument-Standard zu arbeiten. Dieser Standard basiert auf dem XML-Format und wurde von der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) entwickelt, die ihn bereits zur Absegnung der der International Organization for Standardisation (ISO) vorgelegt hat. Der bisher Verantwortliche in Massachusetts, Chief Information Officer Peter Quinn von der Information Technology Division (ITD), musste jedoch wegen dubioser Vorwürfe zweifelhaften Ursprungs zurücktreten. Dennoch hat der Wechsel innerhalb der Führung dem Beschluss in Massachusetts keinen Abbruch getan: Zur Erleichterung der Open Source-Gemeinde bleibt der neu ernannte Louis Gutierrez, Absolvent in Harvard und des MIT, der Entscheidung seines Vorgängers treu und bekräftigte jetzt wiederholt die geplante Umstellung in einer Mitteilung.

Das Frühjahrsfachgespräch (FFG) ist eine der drei Hauptveranstaltungen, die von der German Unix User Group (GUUG) e.V. neben dem Linux-Kongress und seit diesem Jahr auch dem LinuxTag organisiert wird. Sie ist die jährliche Veranstaltung von und für professionelle Systemadministratoren und -programmierer. Gleichzeitig ist sie der “Hauskongress” der GUUG und damit die ideale Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen der Mitglieder. Der Schwerpunkt des Frühjahrsfachgespräches liegt auf technischen Fragestellungen, wobei sowohl der kommerzielle als auch der Open Source-Bereich von Interesse sind. Daneben kommen auch rechtliche, ethische, soziale und ökonomische Fragestellungen nicht zu kurz, die mit dem Einsatz und der Administration von Informationsverarbeitungssystemen in Zusammenhang stehen.

Auch in diesem Jahr hat die GUUG wieder ein aktuelles und interessantes Programm mit namhaften und hochklassigen Referenten zusammengestellt – das Programm des Frühjahrfachgespräches steht nun fest, ab sofort kann man sich für die Konferenz anmelden.

Weitere Informationen

Lange wurde sie erwartet: Anfang letzter Woche präsentierte die Free Software Foundation (FSF) endlich auf der ersten International Public Conference for GPLv3 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ihren ersten Entwurf der überarbeiteten GNU General Public Licence (GPL) . Diese Fassung der bedeutenden Freie Software - Lizenz steht ab sofort zur Debatte und soll nach lebhaften Diskussionen und Anregungen erweitert und verbessert werden. Jeder Interessierte kann sich auf der Homepage der Free Software Foundation anmelden und konstruktiv Änderungsvorschläge einbringen. Nach dem Stand des bisherigen Ablaufplans werden im Lauf des Jahres mehrere Vorlagen im Sommer sowie im Herbst veröffentlicht, die letzte wird bis Mitte Januar 2007 Gegenstand der Programmier-Gemeinschaft sein. Spätestens im März 2007 soll offiziell die GPL Version 3 verabschiedet werden.

Eine Entwicklung der neuen Version 3 war nach 15 Jahren notwendig, schließlich war der Vorgänger auf technische Neuentwicklungen oder die Interoperabilität mit anderen Lizenzen nicht eingestellt. Wichtige Themen sind außerdem der Umgang mit Softwarepatenten und das Digital Restriction Management (DRM). Gerade DRM wird von den Befürwortern der GPL äußerst kritisch betrachtet und für jeden Gebrauch im Zusammenhang mit GPL-lizensierter Software strikt abgelehnt. Auch die möglichen juristischen Neuerungen um die Software-Patente geben den GPL-Entwicklern Anlass zur Sorge. Wer einerseits Software unter der GPL vertreibt, darf andererseits nicht für die Patente dieser Programme Lizenzkosten verlangen.

Rechtsprofessor Eben Moglen, Mitentwickler der Vorgängerversion und juristischer Berater der FSF, sieht in der GPLv3 nicht weniger als die “Evolution der Lizenz”. Diese stellt sich auf die verschlechterten rechtlichen Bedingungen wie auf die besagte Problematik mit den Softwarepatenten im Zusammenhang mit den Rechten um das geistige Eigentum ein, so Moglen. Im Interview mit CNET erklärt er: “Im Unterschied zum Copyright kontrollieren Patente, so sagt man, die Ideen statt ihren Ausdrucksformen. Die Seele der Freien Software-Bewegung ist jedoch die Rückanwendung von einwandfreien Erweiterungen, die wir uns ausgedacht haben, ganz egal, wie wir uns die beigebracht haben oder wie wir darauf gekommen sind.”

Die FSF sieht den Erfolg der GPL in ihrem fundamentalem Designprinzip: die Freiheit des Nutzers zu schützen, individuell oder gemeinschaftlich die Software so zu entwickeln, dass sie ihren Wünschen entspricht. Der wesentliche Bestandteil der GNU GPL ist das Copyleft. Darunter versteht die Free Software Foundation die Methode, ein Programm für die Öffentlichkeit frei zu geben (”public domain”), und auch seine erweiterten oder modifizierten Versionen für den freien Gebrauch zugänglich zu machen.

Die GNU General Public Licence wurde von Richard Stallman erarbeitet, einem der Pioniere der Freien Software-Entwicklung. Die bisherige Version 2 existiert seit bereits 15 Jahren und wird laut der FSF bei etwa drei Viertel aller freien Programme angewendet.

Die Vorgeschichte: Nach Verhandlungen zwischen der größten Suchmaschine und dem amerikanischen Justizministerium sollte Google im letzten Sommer sämtliche Suchanfragen innerhalb einer Woche und eine Million indizierten URL-Seiten herausgeben. Hintergrund war der Versuch des Ministeriums, das als kontrovers gehandelte Gesetz des “Child Online Protection Act” (COPA) gegen Internet-Pornografie umzusetzen.

Doch neben Google wurden auch MSN, AOL und Yahoo aufgefordert. Die delikate Angelegenheit kam jedoch erst jetzt heraus, da allein Google sich weigerte. Die restlichen Unternehmen gingen offensichtlich der Anfrage des Ministeriums nach oder zeigten sich zumindest gewillt, sensible Kundendaten zu übermitteln. Seitens der Suchmaschine Yahoo! wurde bereits die Herausgabe von Suchanfragen bestätigt. Allerdings waren diese Daten für die Justiz nicht von großem Nutzen, wie Anwalt Aden Fine von der American Civil Liberties Union (ACLU) resümiert. Yahoo!-Sprecherin Mary Osako rechtfertigt sich bei Zdnet: “Als Antwort auf die Vorladung des Justizministeriums haben wir keinerlei persönlichen Daten herausgegeben. Unserer Meinung nach handelt es sich nicht um eine Angelegenheit, die die Privatsphäre betrifft.”

Auch die Electronic Frontier Foundation (EFF) meldet sich zu Wort und begrüßt ausdrücklich die Weigerung der Firma Google auf die Vorladung. Sie nennt die Aktion eine “Übervorteilung” der Regierung, die Google für ihre “Drecksarbeit heranzieht und Informationen über die Redeumtriebigkeit der Google-Nutzer im Internet sammeln lässt”, so EFF-Anwalt Kurt Opsahl in einer Pressemitteilung.
Für das sichere anonyme Surfen des Bürgers im Internet empfiehlt die EFF die Verwendung von Anonymisierungs-Software wie beispielsweise TOR, damit einer Suchmaschine wie Google keinerlei persönliche Daten sowie die IP-Adresse übermittelt werden können.

Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar äußert sich in der c`t besorgt über das Vorgehen der US-amerikanischen Behörde: “Ich gehe auch davon aus, dass die IP-Adressen, von denen aus diese Anfragen ausgelöst werden, sowie die angesprochenen URLs registriert werden. Das bedeutet, dass die Suchanfragen letztlich auf einzelne Nutzer zurückführbar sind und in die Verfügungsgewalt von Justizbehörden gelangen können.” Hierbei sind natürlich alle Suchanfragen im Visier, auch diejenigen, die aus Deutschland gesendet werden. Auf den ersten Blick lassen die Anfragen keine Rückschlüsse auf die IP-Adressen des Websurfers zu, jedoch kann man diesen durchaus einengen: “Im Hinblick auf den Umfang der Informationen muss man sich bewusst machen, dass jeder eingegebene Suchbegriff Bestandteil der URL der Suchanfrage ist. Das verrät sehr viele Erkenntnisse über das Interessensprofil des Nutzers. Es beschränkt sich nicht nur auf Kinderpornographie oder sonstige Gebiete, die als illegal zu bezeichnen sind. Letztlich sind gerade bei solchen generellen Protokolldaten, wie sie bei den Suchmaschinenbetreibern geführt werden, auch zum Beispiel politische, literarische, sexuelle, religiöse oder kommerzielle Interessen nachvollziehbar. Etwa ob und mit welchem Kontext nach bestimmten Personen gesucht worden ist”, erklärte Schaar.

Die Affäre um Google ist gerade in Bezug auf die laufende Debatte zur Vorratsdatenspeicherung im deutschen Bundestag sowie im Europa-Parlament aktuell. Darunter ist das massenhafte Speichern von personenbezogenen Daten zu verstehen, ohne dass ein Verdachtsmoment besteht. Der Bundestag sprach vor einem Jahr ausdrücklich gegen eine bloße Speicherung von Telekommunikationsdaten auf Vorrat aus. Im Dezember wurde jedoch die Vorratsdatenspeicherung im Europa-Parlament einhellig beschlossen.

Programme für das Desktop Publishing gibt es zahlreich, doch Scribus ist ein besonderes Programm zum Erstellen von Seiten-Layouts. Von der Textverarbeitung bis zum Satz für den Druck bietet die Open-Source-Software vielfältige Möglichkeiten. Die neue Version 1.3.2 namens “Egalité” ist ab sofort nicht mehr nur für Linux verfügbar, sondern auch für die Betriebssysteme Windows und OS-X; was vielleicht besonders für Liebhaber des Apples interessant sein dürfte.

Innerhalb von vier Jahren hat sich Scribus mühelos einen vorderen Platz unter den freien DTP-Programmen erobert. Das verdankt es nicht nur seiner Kompatibilität: Als eine der ersten Softwares unterstützt sie mit den ISO-Standard PDF / X-3. Kein Problem sind für Scribus ausserdem der Import von PDF-Dateien, der Import und Export von EPS-Files und Text in Unicode. Darüber hinaus liefert die Software Werkzeuge zum Erstellen von Vektorgrafiken, sie ermöglicht das Importieren von SVG-Grafiken und unterstützt OpenType-Fonts.

Scribus bietet alles, was ein Nutzer für seine professionelle Veröffentlichung von Texten benötigt, um sie für den Druck vorzubereiten: Neben dem Arbeiten mit der CMYK-Farbpalette und dem ICC Farbmanagement werden verschiedenerlei Arten der PDF-Generierung angeboten.
Das Programm lässt sich für die verschiedenen Betriebssysteme herunterladen, eine ins Deutsche übersetzte Anleitung ist selbstverständlich auch erhältlich.

Wo heute bereits die Hälfte der Medienfirmen in Europa teilweise unter Freie Software arbeiten, gaben sich europäische Unternehmen im Allgemeinen in Umfragen vor einem Jahr noch zögerlich, auf diese Technologien umzusteigen. Laut dem Institut Forrester spielten im November 2004 noch 43 Prozent mit Gedanken oder waren in der Testphase, Freie Software teilweise einzusetzen.
Ein weiteres Drittel plante, gänzlich zu migrieren. 58 Prozent der Unternehmer hatten zumindest vor, mehr Mittel für Freie Software-Anwendungen aufzubringen. Was vor allem damals noch als Hindernis angegeben wurde, war die Unsicherheit über einen ausreichenden Support seitens der Service Provider.

In Amerika ist man da schon weiter: In einer Umfrage des Forrester Instituts im November diesen Jahres gaben laut Info World dagegen mehr als die Hälfte (56 Prozent) der amerikanischen Firmen mit einer Größe von Mindestens 95 Angestellten an, bereits Freie Software anzuwenden.

Doch die europäischen Medienagenturen haben aufgeholt: In einer aktuellen Studie beschränkt auf Medienfirmen, werden Freie Software-Anwendungen gleichermaßen bereits bei der Hälfte der Befragten europäischen und amerikanischen Unternehmen eingesetzt. Einige dieser Agenturen und Presseunternehmen erwägen eine Migration beim Content Management von Webseiten (WCM). Allerdings raten Forrester im Moment noch von einem Umstieg ab, da der „Markt noch nicht reif genug für die anspruchsvollen WCM-Anforderungen großer Firmen ist“.

Rechtsprofessor Lawrence Lessig möchte die Copyleft-Lizenzen, darunter auch die von ihm herausgearbeitet Creative Commons-Lizenzen (CC) sprachlich zusammenfassen, um eventuelle rechtliche Probleme zu vermeiden. Die unter dem Oberbegriff „Copyleft“ versammelten Lizenzen zur Regelung des freien Gebrauchs und der freien Weitergabe von beispielsweise Audio- und Videodateien wären untereinander nicht kompatibel und könnten zu Klagen führen. Die Problematik sieht folgerndermaßen aus: Dokumente, die unter der GNU Free Documentation License (FDL) der Free Software Foundation veröffentlicht wurden, dürfen nicht ohne weiteres in Auszügen für ein Werk benutzt werden, das wiederum unter CC lizenziert wurde.
Gerade unter Produzenten von Musik erfreuen sich die CC-Lizenzen wachsender Beliebtheit, schaffen sie doch mehr Klarheit im Rechtedschungel. Laut Technology Review sollen mittlerweile um die 45 Millionen Webseiten eine Rückmeldung geliefert haben, das sie Dateien unter CC-Lizenzen enthalten. Zur konkreten Änderung der CC-Modelle soll sich nun Anfang nächsten Jahres eine Gruppe um Lessig die Angleichung von Creative Commons an die FDL kümmern.

Im Jahr 2001 entwickelte Lawrence Lessig von der Universität Stanford verschiedene Modelle, um bei jeder künstlerischen Dateien festzulegen, ob sie kopiert werden darf, kommerziell genutzt oder für einen Remix verwendet. Die Creative Commons-Lizenzen waren ursprünglich entwickelt worden, um Autoren von Musikdateien, Texten oder Filmen ein Werkzeug zur Hand zu geben, das die rechtliche Situation verständlicher machen sollte. Dateien können sowohl völlig frei für die „public domain“ frei gegeben werden, aber genauso für jede Weitergabe oder Veränderung gesperrt werden, abhängig von der Palette der CC-Lizenzen.

Bei der GPL wurde geregelt, dass man eine Software kopieren, verändern und verbessern darf und sie unter entsprechender Angabe aller beteiligten Autoren weiter verbreitet. Übertragen auf Filmdateien und MP3s, werden bei CC verschiedene Option angeboten, die die rechtliche Weitergabe einer Datei klar stellt.

Im Streit um die Softwarepatente gibt es eine überraschende Wendung: Sieben amerikanische Hochschulen haben sich mit den vier großen Technik-Giganten IBM, Intel, Hewlett-Packard, Cisco und der Ewing Marion Kauffman Foundation im Namen von Open Innovation zusammengetan. Mit ihren „Open Collaboration Principles“ haben sie allgemeingültige Richtlinien erstellt, die die gemeinschaftliche Entwicklung von Freier Software massiv beschleunigen sollen. Die üblichen Einschränkungen von Urheber- und Patentrecht sollen dabei zugunsten der „kollaborativen Innovation“ vernachlässigt werden: „Freie Software und Offene Standards, die zusammen von Universitäten, der Regierung und der Industrie entwickelt werden, können dafür eine mächtige Plattform schaffen“, erklärt John E. Kelly III, IBM-Vizepräsident für „Technology & Intellectual Property“ bei der Kauffman Foundation.
Unter dem so genannten „Free Public Commons“-Modell (im PDF-Format) soll das aus der Zusammenarbeit entstandene geistige Eigentum frei für die kommerzielle wie für die akademische Verwendung verfügbar sein. Die normalerweise rechtlich geschützten Entwicklungen sollen ausschließlich in Open-Source-Projekten zum Einsatz kommen, bei Standards eingesetzt werden oder die Interoperabilität von Programmen vereinfachen. Zweitens stimmen die Beteiligten einem Set an Richtlinien zu, das sich an die Rechte der Teilnehmer wie an die der Öffentlichkeit wendet. „Diese Prinzipien gründen auf einer ausgewogenen Herangehensweise an IP [Intellectual Property] Management und sind gedacht, zusätzlich verbundene Unternehmen wie universitäre Forschungsprojekte anzuregen“, sagt Kelly III weiter.
Besagte Prinzipien gehen auf einen Kongress „University and Industry Innovation Summit“ an der Georgetown University in Washington, DC, im August zurück. Dort beschäftigte man sich mit den bestehenden Hindernissen im Zusammenhang mit geistigem Eigentum.
Der Commons-Forscher David Bollier kommentierte die Ankündigung im Madisonian.net-Blog: Natürlich würde die Umsetzung des geistigen Eigentums in der Praxis meistens einen schwerfälligen und kostenintensiven Rechtsapparat nach sich ziehen. Eine Zusammenarbeit von Industrie und Forschung könnte nun gleichzeitig nicht nur die Kommerzialisierung des IT-Sektors vorantreiben, sondern hätte auch Auswirkungen auf die universitäre Praxis: Die neuen Leitlinien wären auch eine explizite Absage an den ethischen Prinzipien des Bayh-Dole Act von 1980. Damals sei man von der Annahme ausgegangen, dass die universitäre Forschung schneller kommerzialisiert würde, wenn die Universitäten ihre Ergebnisse patentieren könnten. In letzter Zeit habe man aber erkannt, dass die „Einschränkungen durch das IP [Intellectual property] Forscher davon abhalten, Informationen zu handeln, zu kollaborieren und innovativ tätig zu sein.“ Es sei ermutigend, dass die größten Technik-Unternehmen praktische Schritte unternähmen, die Wissensallmende als unverzichtbares Fundament für ihr kommerzielles Glück wieder zu beleben.
Neben den vier IT-Firmen sind folgende sieben Universitäten beteiligt: Rensselaer Polytechnic Institute, Georgia Institute of Technology, die Universitäten von Stanford, California in Berkeley, Carnegie Mellon, Illinois und Texas.

Die Öffnung eines Unternehmens für Entwicklung durch Freie Software könnte das Geschäft langfristig beflügeln und andererseits freien Entwicklern ein Einkommen bieten. Zu diesem Resultat kamen zwei amerkianische Forscher, Doktorand Marshall Van Alstyne von der Boston Univercity und dem MIT - Center for E-Business und Geoffrey Parker, außerordentlicher Professor an der Tulane University in New Orleans. Bereits im September veröffentlichten sie ihre Wirtschaftsanalyse „Innovation Through Optimal Licensing in Free Markets and Free Software“, die sich mit verschiedenen Lizenzen, von der proprietären bis zur Freien Software-Lizenz beschäftigt. Ihr Ergebnis als PDF-Datei: „[Wir] finden, dass das Öffnen einer Plattform die Gewinne steigern kann, basierend exklusiv auf den Netzwerkeffekten, exklusiv auf der Innovation, oder auf beidem. Die Fähigkeit einer Firma, nach gelagerte Innovation zu kontrollieren, gibt ihr Gründe, sich rational mehr wie ein Sozialplaner zu verhalten und sogar Piraterie auf einem begrenzten Niveau zu tolerieren. Die wird sogar als freier Nutzerzugang interpretiert.“ Weiterhin wird wird vorgeschlagen, offene Verträge über bescheidene Tantiemen mit allen mitwirkenden Entwicklern abzuschließen. Diese wiederum könnten die Unterverträge mit den Hauptentwicklern bestimmen, die mittels des „Nash Bargaining”-Verfahrens fest geschlossen waren.

Van Alstyne und Parker spielten verschiedene Businessmodelle durch, von Open-Source-geführten bis zu gänzlich nach außen bei der Entwicklung geschlossenen. Das Resultat sieht eine Art Tantiemensystem für alle Beteiligten vor und beschreibt das Modell eines dreiteiligen Veröffentlichungszyklus: In der ersten Phase wird eine Beta-Version entwickelt. In der zweiten Phase wird die vollständige Version an Käufer abgegeben, die sie entwickeln, verbessern und weiter geben dürfen. Verkauft ein Anwender jedoch seine Verbesserungen, muss er Tantiemen an den ursprünglichen Entwickler entrichten. Das bedeutet, dass die Software zunächst für einen bestimmten Zeitraum gegen Gebühr abgegeben wird. Das Timing für die spätere zweite Veröffentlichung als Freie und Offene Software ist demnach entscheidend.

Der außergewöhnliche Pilotversuch „Creative Archive“ der britischen BBC geht in die nächste Runde: 80 Videos mit Aufzeichnungen von historischen Momenten werden zum freien Download angeboten und dürfen weiter verwendet werden. Nach diversen Remix-Wettbewerben für VJs öffnet die BBC nun auch Auszüge aus ihrem Nachrichtenarchiv zum offenen Remixen der Inhalte.
Sei es der Fall der Berliner Mauer, die chinesischen Studentenproteste am Pekinger Tiananmen Square oder die Berichterstattung des Fußballspiels Deutschland gegen England im Jahr 1966: Alles darf nach Belieben gesamplet, zerhakt und neu zusammengestellt werden. Dies geschieht natürlich unter der speziellen Creative Archive Licence. Zugang zum Archiv haben nur britische Staatsbürger. Für diese gilt auch nur die spezielle Creative Commons Lizenz. Jede kommerzielle Nutzung, auch für politische oder wohltätige Kampagnen, ist zudem nicht gestattet, dafür aber die Nutzung unter „Share-Alike“: Die Veränderung und Weitergabe ist unter der Bedingung möglich, dass alle Urheber in den „Credits“, im Abspann genannt werden. Beim „Creative Archive“ öffnet die BBC erstmalig überhaupt Teile ihres Archivs und gibt sie für die Allgemeinheit zur nichtkommerziellen Nutzung frei. Ein Modell der Zukunft? Das Projekt befindet sich nach wie vor im Versuchsstadium und soll unter anderem Ergebnisse zum Umgang der Nutzer mit der Technik liefern.

Gut 58 000 Arbeitsplatz-PCs sind in der Berliner Hauptverwaltung im Einsatz. Geht es nach dem Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, könnte auf den Servern bald Freie Software benutzt werden oder die Rechner sogar komplett auf das offene Betriebssystem Linux migrieren. Letzte Woche wurde ein entsprechender Antrag der rot-roten Koalition während der Haushaltsdebatten verabschiedet. Bis Ende März 2006 soll nun ein Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplan zur Umstellung zunächst der Server-Betriebsystem-Ebene auf Freie Software vorgelegt werden. Bei der Anschaffung von neuer Hardware sollte unbedingt beachtet werden, dass darauf auch Freie Software uneingeschränkt eingesetzt werden kann, so eine Forderung der Parlamentarier. Wichtig sei auch bei neuer Software, das sie offene Standards wie das Open Document Format (ODF) und die Extensible Markup Language (XML) unterstütze, statt sich mit „herstellerabhängigen Quasi-Standards“ einzuschränken.

Der Grundstein für mögliche Open-Source-Anwendungen in der Berliner Verwaltung wurde 2004 gelegt: Damals war eine Studie von der bezirklichen Koordinierungsstelle für den Einsatz in der bestehenden IT-Struktur in Auftrag gegeben worden. Die Berliner Innenverwaltung hatte schließlich in diesem März klar gestellt, dass eine komplette Migration von vorne herein unrealistisch sei, da in der Hauptverwaltung mehrere hundert unterschiedliche Verfahren benutzt würden. Im August erklärte die Senatsverwaltung dann eine Migration der Hauptverwaltung auf Linux für möglich: Das System wäre unter dem Betriebssystem Linux sogar ein wenig günstiger. Nicht geklärt war aber die Höhe der Kosten einer Umstellung.

Parallel leistete das Software-Unternehmen Microsoft Lobbyarbeit und organisierte im September eine Infoveranstaltung nach den Plenarsitzungen im Festsaal des Abgeordnetenhauses. Mit friedlichem wie humorvollem Protest kommentierten Mitglieder des Chaos Computer Clubs die Microsoft-Veranstaltung: Als Pinguine verkleidet entrollten sie bereits am Nachmittag vor dem Gebäude ein Transparent mit dem Tastaturkürzel „Alt + F4“, was das Schließen des Windows-Desktop bedeutet. Auf der Veranstaltung später setzten sie den Puddingdesserts kleine Fähnchen mit der Aufschrift „Monokultur“ auf.

In mazedonischen Bildungsstätten ist man weiter als in den deutschen Pendants, was das Betriebssystem angeht: Das Gnome Journal berichtet, dass in der kleinen Republik auf der Balkan-Halbinsel bereits 5 000 Computer in 486 Schulen und 182 staatlichen Labors mit Ubuntu Linux ausgestattet wurden – genauer wurde Gnome 2.8 auf Ubuntu Warty installiert. Im Rahmen dieser Einführung wurden auch gleich in den meisten der Schulen, 460 an der Zahl, ein WLAN eingerichtet. Zu verdanken ist diese Entwicklung der nichtkommerziellen Organisation Free Software Macedonia, die seit drei Jahren Freie Software entwickelt, bewirbt und verteilt. Als Teil des Projekts „E-School.MK“ wurde der Einsatz zusammen mit der US Agency for International Development (USAID) dem Education Development Center (EDC) und dem mazedonischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MoES) beschlossen. Die Einführung ist nicht nur fortschrittlich, sie ist auch ein Akt der Vernunft: Nur rund zwei Millionen Einwohner hat das Land, von denen gerade mal verschwindend geringe 5 Prozent einen Online-Zugang besitzen. Umso höher ist Rate an raubkopierter Software.

Ubuntu ist eine Linux-basierte Distribution, die aktuell in der Version 5.10 frei erhältlich ist. Die Weiterentwicklung Edubuntu wurde speziell für den Einsatz in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen angepasst. In Mazedonien ist sie bisher noch nicht im Einsatz, sie könnte aber in der Zukunft interessant sein, sobald eine Version in die mazedonische Sprache übersetzt wird. „Ubuntu“ ist ein altafrikanisches Wort und bedeutet „Menschlichkeit gegenüber anderen“. Ziel der Distribution ist ihre Veröffentlichung weltweit in allen Landes- und Regionalsprachen. Im Jahr 2004 vom Südafrikaner Mark Shuttleworth ins Leben gerufen, soll Ubuntu eine nützliche und vor allem einfach zu installierende Alternative zu Betriebssystemen wie Windows bieten. Um die Weiterentwicklung kümmert sich seit diesem Jahr eigens die Ubuntu Foundation mit insgesamt 10 Millionen Dollar.

Oft streiten sich die Linux-Entwickler untereinander und noch mehr die Anwender, welcher Linux Desktop nun der bessere ist: KDE oder Gnome. Seit der Linux-Desktop-Konferenz in Portland, Oregon, wollen jetzt erfreulicherweise beide Firmen an einer gemeinsamen Arbeitsoberfläche arbeiten. Am Ende der von der Desktop Linux Working Group der Open Source Development Labs (OSDL) initiierten Konferenz wurde das Gemeinschaftsprojekt „Portland“. Beteiligt sind das KDE Projekt und die Gnome Foundation, zwei weitere Unternehmen sollen noch involviert sein.
Untereinander demonstrieren die Anbieter der verschiedenen Arbeitsoberflächen selten Einstimmigkeit, auf der Konferenz „hat es Freude bereitet, zuzuschauen,…wie Gnome- und KDE-Entwickler tatsächlich zusammensitzen und Spaß haben“, erzählt John Cherry, Ininitativmanager von OSDL bei desktoplinux.com. Geplant ist nun ein gemeinsames Set an Arbeitsoberflächen unter Linux, in das sich neue Applikationen einfacher integrieren können. Profitieren sollen davon vor allem Software-Entwickler, die für einen vereinheitlichen Desktop programmieren können. KDE-Entwickler Waldo Bastian vom Open Source-Projekt FreeDesktop.org sagte: „Das Großartige an dem Projekt ist, dass Entwickler von Applikationen sich einen Linux Toolkit aussuchen können, der am besten zu ihrem Geschäftsprojekt passt, ohne sich darum Gedanken zu machen, auf welcher Ausrichtung des Linux-Desktops ihre Kunden arbeiten.“

Das Projekt wird zunächst von vier Entwicklern vorangetrieben, die im Mai nächsten Jahres erneut zusammentreffen. Eine erste Version wird für Ende 2006 ins Auge gefasst, zeitgleich mit dem Erscheinen des Linux Standard Base (LSB) Version 4.0 des Linux Standard Base Desktop Projects.

In letzter Zeit ist sie war sie in Bedrängnis geraten: In dem frei zugänglichen Online-Lexikon Wikipedia hatte ein unliebsamer Verfasser einen absichtlich fehlerhaften Artikel verfasst, der lange Zeit unentdeckt bleib. Der Betreffende hatte sich einen Scherz damit erlaubt, allerdings mit weit reichenden Konsequenzen. Schließlich ist die Editierfunktion für jeden Benutzer das besondere an der Wikipedia: Jeder kann seinen Anteil an Informationen beitragen und helfen, einen Text zu einem beliebigen Thema zu optimieren. Um die Qualität der Texte weiterhin zu gewährleisten, muss man sich nun zumindest in der englisch-sprachigen Wikipedia anmelden, um an einem Artikel mitschreiben zu können.

Dennoch ist die Freie Enzyklopädie weiterhin eine der wichtigen Informationsquellen im Internet. Damit Nutzer nicht nur online darin nachschlagen können, gibt es in regelmäßigen Abständen eine Ausgabe als DVD. Der Verlag Directmedia Publishing bietet nun neben einer neuen DVD (Wissensstand: 27. November 2005) auch einen gedruckten Band über die Wikipedia an. Beides ist sowohl als haptische Ausgabe bei Directmedia erhältlich, sowohl die DVD wie auch Band 1 können genauso frei herunter geladen werden, denn die Inhalte stehen unter der GNU General Document Licence.
“WikiPress 1: Wikipedia - Das Buch” behandelt die Geschichte der Wikipedia und gibt praktische Hinweise, wie man Artikel erstellt, erklärt due grundlegenden Prinzipien des Lexikons und die rechtliche Lage bei Texten. Zusammengestellt wurden die Informationsschriften von “Wikipeditor” Henriette Fiebig vom Chaos Computer Club.
Das Image einer DVD mit Bildern hat das stolze Volumen von 7,9 GB, ohne Bilder kann man sie mit nur mehr 2,6 GB herunter laden. Band 1 ist frei als PDF-Datei online erhältlich.

Bei der Arbeit unter dem Linux-Betriebssystem spielen die E-Mail-Programme die wichtigste Rolle. Diese und andere Erkenntnisse veröffentlichte die OSDL Desktop Linux Working Group (DTL) in einer Studie zum Einsatz des freien Betriebssystems. Anhand einer Online-Umfrage konnten User vertraulich einen Monat lang einen Fragebogen ausfüllen. 3 374 Nutzer beantworteten Fragen, welche Gründe ausschlaggebend für den Einsatz von Linux waren und welche Software unter Linux entscheidend ist. Die Befragten gaben größtenteils an, in nordamerkanischen oder westeuropäischen Firmen als Programmierer und IT-Manager angestellt zu sein. Rund die Hälfte arbeitet bereits unter Linux mit einer Präferenz auf Ubuntu als Distribution.

Der Impuls für einen Umstieg auf Linux geht in der Regel in erster Linie von den Angestellten einer Firma aus. Als zweites wurde angeklickt, dass die Konkurrenz erfolgreich auf Linux umgesattelt ist und dies als Anreiz für den eigenen Wechsel verstanden wird. Der Kostenfaktor steht an dritter Stelle, wie auch die Einsparungen bei den Lizenzgebühren. Erst an fünfter Position wird die Sicherheit des Betriebssystems als Grund für den Wechsel auf Linux angegeben.
Bei der Arbeit unter dem Betriebssystem Linux ist überrraschenderweise das E-Mailen die wichtigste Funktion. Erst danach spielen Textverarbeitungsprogramme eine Rolle, als drittes schließlich das Surfen im Internet mittels eines Browsers. Wichtig für die Arbeit unter Linux ist für die Befragten vor allem der Support der Hilfswerkzeuge: Software zum Abspielen von Audio- und Videodateien wie Quicktime und WMA, sowie für die Darstellung von Webinhalten wie Macromedia Flash und der Acrobat Reader von Adobe müssen unter Linux unterstützt werden.

Nicht nur beim Unternehmen IBM wird der Open Source-Browser Firefox den Mitarbeitern schmackhaft gemacht, weltweit haben sich bislang geschätzte 100 Millionen Nutzer den beliebten Webbrowser herunter geladen. Die freie Version 1.5 von Firefox wird seit letzter Woche zum Download angeboten, doch das 2.0-Update steht schon in den Startlöchern: Im Februar soll eine erste Alpha-Version erscheinen, im Juni spätestens die fertige Neuauflage. Bis dahin wird der Freie Browser Firefox mit seinen Verbesserungen sicherlich noch zahlreiche neue User überzeugen können. Wie bereits letzte Woche angekündigt, wird die Software mit einem „intuitiven Interface“ beworben, das sich durch einen Pop-Up-Blocker auszeichnet und vor Viren und Spyware schützen soll.
Jetzt soll ein schnelleres Vor- und Zurückklicken zwischen Webseiten möglich sein, das dank einer verbesserten Programmierung der „Gecko-Rendering-Engine“ bereits einmal aufgerufene Seiten zügiger darstellt. Auch das Vektorformat SVG soll nun in Firefox darstellbar sein. Neu ist bei Firefox, dass Umlaut-Domains, die „International Domain Names (IDN) richtig dargestellt werden. Ausgebaut wurde unter anderem die Suchmaske: Nun kann bequem in mehreren Suchmaschinen gestöbert werden. Weiterhin vereinfacht wurde der Umgang und das Löschen von vertraulichen Daten. Mit nur einem Mausklick können Cookies, Cache, Browser-History und Web-Passwörter gelöscht werden. Und da auch Firefox Soziale Software unterstützen möchte, können mit der „Live Bookmarks“-Funktion Schlagzeilen oder neue Nachrichten aus Weblogs mittels RSS angezeigt werden.

Vor einem Monat kündigte der juristische Berater Eben Moglen von der Free Software Foundation (FSF) den ungefähren Ablauf an, bis die überarbeitete Version der GNU General Public Licence freigegeben wird. Diese Lizenz zur Lizenzierung Freier Software wurde von Linux-Wegbereiter Richard Stallman entwickelt und existiert in ihrer jetzigen Version seit bereits 15 Jahren. Laut FSF werden drei Viertel aller Open Source-Programme unter der GNU lizenziert. In fünf Jahren sollen sich mehr als 75 Prozent der IT-Unternehmen auf die eine oder andere Art wie bei Management Strategien mit Freier Software befassen, so eine Prognose der FSF.

„Das leitende Grundsatz zur Entwicklung der GPL ist die Verteidigung der Freiheit aller Benutzer“, erklärt FSF-Gründer Richard Stallman: „Wenn wir die von der Community aufgeworfenen Sachverhalte ansprechen, tun wir das zu den Bedingungen der vier Grundfreiheiten, die den Software-Nutzern zustehen – zu studieren, zu kopieren, zu modifizieren und die Programme weiter zu verbreiten, die sie anwenden. GPLv3 wird geschaffen, um diese Freiheiten unter den jetzigen technischen und sozialen Bedingungen zu schützen und neue Nutzungsarten sowie die gegenwärtigen globalen Anforderungen für kommerzielle und nichtkommerzielle Benutzer anzugehen.“ Der konkrete Zeitplan von FSF und dem Software Freedom Law Center (SFLC) gestaltet sich folgendermaßen: Am 16. Januar 2007 wird eine erste Version im Massachusetts Institute of Technology (MIT) auf der ersten „International Public Conference for GPLv3“ präsentiert. Durch öffentliche Diskussionen und Feedback aus der Community soll es zu einer überarbeiteten Fassung im Sommer 2006 kommen, eine weitere soll im Herbst folgen. Die endgültige Version 3 wird schließlich im Frühjahr 2007 erwartet. Interessierte sind nun aufgerufen, sich auf einer gesonderten Seite anzumelden, um ihre Anregungen für die Ausarbeitung der GPLv3 einfließen zu lassen.

Von staatlicher Seite wird der digitale Bürger beworben und von der elektronischen Regierung geschwärmt - die europäischen Staaten kümmern sich offenkundig aber herzlich wenig darum, dass alle, auch ihre behinderten Bürger uneingeschränkten Zugang zu Informationen auf den amtlichen Webseiten haben. Die Studie „eAccessibilty of public sector services in the European Union“ des britischen Cabinet Office zur Barrierefreiheit von amtlichen Webseiten bringt Frappierendes zu Tage: Nur 3 Prozent aller europäischen Behördenseiten sind so aufgebaut, dass sie auch Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt benutzen können. Von den 437 untersuchten Amtsseiten entsprachen stolze 97 Prozent nicht den allgemein bekannten Konventionen, unter denen Webseiten in der Regel erstellt werden sollten. Bei den beanstandeten Seiten mangelte es nicht nur an einer übersichtlichen Nutzerführung, schon der Quellcode war unvollständig angelegt, so dass Informationen nicht korrekt von Browsern gelesen und dargestellt werden konnten. Für die Studie zur Zugänglichkeit der amtlichen Seiten nahm sich das Cabinet Office von Mai bis Juli diesen Jahres die Internet-Auftritte der 25 Mitgliedsstaaten vor. Die Behörde, die in Koordination mit der britischen Schatzkammer und dem Büro des Premiers arbeitet, untersuchte 437 offizielle Seiten auf ihre Verträglichkeit nach den Richtlinien des World Wide Web Consortium (W3C).

Immerhin sind knapp die Hälfte aller 460 Millionen EU-Bürger online, also ungefähr 222 Millionen. In der EU leben aber auch etwa 39 Millionen Behinderte, denen der Internet-Zugang erschwert wird: So bedeutet eine barrierefreie Nutzung des WWW nicht nur, dass Menschen mit eingeschränkter Sehkraft zwischen verschiedenen Schriftgrößen wählen können. Wichtig sind unter anderem auch eine klare Navigation und eine übersichtliche Strukturierung samt einer Site Map – das Handwerkszeug für jeden HTML-Programmierer. Überschriften sollten eindeutig sein, überhaupt muss für alle Bilder und grafischen Elemente ein informativer Ersatztext geliefert werden. Doch was nützt der leichte Seitenaufbau, wenn der Anwender überhaupt nicht in der Lage ist, eine Maus für die Navigation zu bedienen? Auch hierfür sollte vorgesorgt werden und die Eingabe rein über das Keyboard möglich sein. Als vorbildliches Beispiel wird im britischen Report die Seite der spanischen Behörde für soziale Sicherheit angeführt. In Deutschland bemühen sich unter anderem Projekte wie „WEB for all“ um die Barrierefreiheit im Internet.