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dyne:bolic ist eine Live-CD mit dem Schwerpunkt Multimedia, funktioniert ohne Installation und ist kürzlich in der Version 2.5 erschienen. Sie richtet sich speziell an Medienaktivisten und Künstler: ein umfangreiches Multimediastudio bei minimalen Systemanforderungen.

Neben einem ein vollwertigen Betriebssystem mit den gängigen Anwendungen (Webbrowser, eMailclient, Textverarbeitung, Chat/IM, Verschlüsselung…) beinhaltet dyne:bolic eine umfangreiche Auswahl an Programmen für Konvertierung und Streaming, sowie Audio-, Video- und Bildbearbeitung; so z.B. XMMS, Audacity, Jashaka, Gimp und Ardour. Das besondere Konzept des „Nests“ - ein Homeverzeichnis, das trotz nicht-installierter Live-CD bestehen bleibt - funktioniert in der aktuell erschienenen Version 2.5 sogar auf Systemen mit NTFS (Windows), und selbstverständlich auch mit externen Speichermedien, wie z.B. ein USB-Stick. Dieses „Nest“ kann automatisch verschlüsselt werden. Alle nötigen Geräte erkennt dyne:bolic nach eigener Aussage problemlos und schnell. Die unabhängigen Entwickler, die oftmals zugleich selbst Künstler und Nutzer sind, optimieren das System seit sechs Jahren und haben an sich den hohen Anspruch, dass diese Distribution auf den üblichen Rechnern in allen fünf Kontinenten läuft. Inzwischen läuft sie sogar auf der xBox!

Da dyne:bolic wegen der geringen Systemanforderungen auch auf älteren Rechnern läuft, könnte es für den Multimediakünstler eine besondere Rolle einnehmen; denn man kann unterwegs, z.B. von Konzerten oder Ausstellungen, ohne eigenen Rechner und ohne etwas installieren zu müssen, ohne Einschränkungen live produzieren.

Quellen:

Ein EU-Gericht legte in erster Instanz Microsoft die Verpflichtung auf, in sachgemässer und nicht diskriminierender Weise Protokoll-Spezifikationen in einer Form zu veröffentlichen, so dass damit vollständig interoperable Software zu Windows-Servern erstellt werden kann. Die SerNET GmbH ist einer der führenden Samba-Dienstleister und fordert von Microsoft nun diese Verpflichtungen ein. Das Samba-Team, ein internationaler Zusammenschluss von Entwicklern, soll so die Arbeit an der OpenSource-Software Samba verbessern können. Samba leistet in erster Linie die Implementierung des SMB/CIFS-Protokolls unter Linux/Unix und einigen anderen Betriebssystemen.

Bisher ergaben sich Schwierigkeiten in der Entwicklung interoperabler Software vor allem, weil Microsoft Protokoll-Spezifikationen nur unzureichend offenlegte. Derzeit versucht das Samba Team die Interoperabilität von Samba- mit Windowsservern und Active Directory zu verbessern. Ein Proposal des Teilprojekt`s “samba4AD” ist bereits frei verfügbar: ftp://ftp.sernet.de/pub/samba4ad.

Die darin beschriebenen Aufgaben können aber nur umgesetzt werden, wenn Microsoft seine Protokolle offenlegt. Sollte es Verzögerungen oder gar eine Weigerung seitens Microsoft geben, würde dies um so mehr den bislang praktizierten Missbrauch belegen.

Problematisch ist zudem, dass die durch Microsoft angebotenen Lizenzverfahren MCPP und WSPP für Samba nicht praktikabel sind. Samba soll weiter unter GPL in der Version 3 entwickelt werden. Microsoft hat entsprechend der Fristsetzung des Gerichts noch Zeit bis zum 15. Januar 2008.

Quellen:
http://www.sernet.de/News!/PM-20071001.html

Diese Forderung erhebt das Brüsseler Globalisation Institute, nachdem der Europäische Gerichtshof die Sanktionen gegen Microsoft bestätigt hat. Nach Ansicht des Instituts könnten sich günstigere Alternativen nicht durchsetzen, da der Verbraucher in der Regel gar keine Wahlmöglichkeit habe. Außerdem habe die Dominanz von Windows dazu geführt, dass technische Entwicklungen insgesamt verlangsamt wurden. Das “Bundling” von PCs mit Windows stehe also weder im öffentlichen Interesse, noch führe es zu einem gesunden Wettbewerb. Die Hardware-Brance hingegen mache vor, wie eine große Zahl von Herstellern, dennoch Kompatibilität auf breiter Basis erreichen könne. Die Kommission soll nun dafür sorgen, dass auch bei Desktop-Betriebssystemen offene Standards und Interoperabilität Einzug halten.

Das Globalisation Insitute hat unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, an dieses Ziel zu gelangen. Eine Möglichkeit wäre, dass Online-Anbieter dem Kunden die Auswahl unterschiedlicher Betriebssysteme ermöglichen, was man jedoch mit logistischen Problemen verbunden sieht. Eine andere Möglichkeit könnte darin bestehen, PCs weiterhin mit Windows auszuliefern, jedoch den Kunden eine Rückerstattung anzubieten, wenn sie sich letztlich für ein anderes Betriebssystem entscheiden. Die Folge davon, sei aber nur bürokratischer Aufwand, der ohne wesentliche Auswirkungen für den Betriebssystemmarkt bliebe.

Die beste Lösung ist nach Ansicht des Instituts nur konsequentes “Unbundling”. PC-Hersteller könnten mit der Zertifizierung möglichst vieler Systeme werben und einfachen Nutzern sollte es möglich sein mit einer DVD und menügeleiteter Installtion das gewünschte Betriebsystem zu installieren.

Quellen:

http://www.heise.de/open/news/meldung/96425/
http://www.globalisation.eu/briefings

Die Europäische Union hat sich erfolgreich gegen Microsoft durchgesetzt. Vorausgegangen war ein jahrelanges Kartellverfahren, das Microsoft verpflichtete eine Strafe von 497 Millionen Euro zu zahlen, sowie einige Schnittstellen offen zu legen. Die Kartellstrafe gegen wurde durch den europäischen Gerichtshof(EuGH) in großen Teilen bestätigt. Gegen das Urteil wiederum kann Microsoft Berufung einlegen. Die Frist dazu dauert bis Ende November. Microsoft hat angekündigt, das Urteil zunächst sorgfältig zu prüfen, wobei eine Klage als wahrscheinlich gilt.

Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe(FSFE) kommentierte die Entscheidung folgendermaßen: “Mit Taktiken, die in anderen Teilen der Welt erfolgreich die Antitrust-Verfahren ausgehebelt haben, sogar in den USA, hat es Microsoft bisher geschafft, den heutigen Tag um fast ein Jahrzehnt hinauszuzögern. Dank der Beharrlichkeit und der hervorragenden Arbeit der Europäischen Kommission haben diese Taktiken in Europa nun versagt.” Ähnlich sieht man es auch in der EU-Kommission und sieht die eigene Wettbewerbspolitik durch das Urteil gestärkt.

Quelle:

http://mail.fsfeurope.org/
http://www.spiegel.de/
http://www.faz.net/

Die Free Sofware Foundation Europe (FSFE) unterstützt die Demonstration „Freiheit statt Angst“, die am 22. September in Berlin stattfindet. Anlass der Demonstration sind die Pläne des Bundesinnenministers Schäuble zur Online-Durchsuchung. Nach Ansicht von Berhard Reiter (Deutschland-Koordinator der FSFE) stellt der Innenminster für 10 Durchsuchungen, die im Jahr durchgeführt werden sollen, ganz Deutschland unter Generalverdacht. Reiter fürchtet nicht weniger als einen „Angriff auf unsere Kultur und unser Rechtssystem“. Er weist darüber hinaus auf finanzielle Schäden für den Softwareexport hin, da niemand an Software interessiert sein wird, die unter Umständen mit Spionageelementen versehen ist.

Sicherheitsexperte und FSFE Mitglied Werner Koch spekuliert, dass wenn es der Regierung gelingt fremde Systeme auszuspähen, es ebenso auch Hackern möglich sein wird. Konkret würde dies bedeuten, dass die Nutzer künftig einem verstärktem Missbrauchsrisiko ausgesetzt sind. Befürchtungen hegt die FSFE auch was die Entwicklung freier Software angeht, einseits aufgrund des sog. Hackerparagraphen, anderseits da besonders freie Software sicher gemacht werden kann.

Berhard Reiter kommt deswegen zu dem Fazit, dass derartige Enwicklungen zu einer Abschottung Deutschlands führen müssen und die kreative Pool der Bundesrepublik so nur gehemmt, statt gefördert wird.
Quelle:

http://mailman.fsfeurope.org/pipermail/press-release-de/2007q3/000115.html

VerA.web ist ein Organisationsprogramm, das vom Auswärtigen Amt für Veranstaltungen entwickelt wurde und als freie Software zur Verfügung steht. Das Programm besitzt Funktionen wie eine vollständige Addressverwaltung, das Erstellen von Einladungslisten und E-mail-Verteilern, das Berücksichtigen von Zusagen, Absagen und Nachrückern sowie das Einteilen von Teilnehmern in verschiedene Statusgruppen. Relevant wird es damit auch für den deutschen Bundestag, der eine ähnliche Anwendung sucht.

Das Auswärtige Amt besitzt im Gegensatz zu anderen Ministerien und Behörden eine konsequente Open-Source-Philosophie und bietet alle Entwicklungen des Hauses der Allgemeinheit frei an. Damit ist das Außenministerium auch das günstigste Ministeriums des Bundes, was IT-Kosten anbelangt. Insgesamt wird dort weniger als ein Drittel der durchschnittlichen Pro-Kopf-Augaben für IT aller Bundesressorts ausgegeben.

Im Auswärtigen Amt surft und mailt man ausschließlich mit Firefox und Thunderbird. Die Laptops sind allesamt mit Linux und OpenOffice ausgestattet. Durch mittelständische Unternehmen hat man sich zudem die Programme “Fitz”(Finanzen im Netz) oder die biometriefähige Passanwendung und Fahndungsdatenpank “RK-Pass” und “RK-Lissy” anpassen lassen, was wiederum der heimischen Wirtschaft hilft.

Quelle:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/96047

Die OpenOffice.org Gemeinschaft kündigte an, dass sich IBM in Zukunft an der Entwicklung von OpenOffice beteiligen werde. IBM wird anfänglich Code beizusteuern, der ursprünglich für Lotus Notes entwickelt wurde. Ziel ist es so mehr Reichweite und Qualität für OpenOffice zu erreichen, zudem sollen so zahlreiche neue Features möglich werden. IBM will daneben OpenOffice.org Technologie auch in eigenen Produkten unterstützen.

John McCreesh von OpenOffice.org freut sich über die Unterstützung des ISO ODF Standarts durch IBM. ODF sieht er als einen Standart, der einerseits der Industrie die einmalige Gelegenheit bietet, sich auf einen Standart zu einigen und von dem anderseits die Nutzer proftieren können. Mike Rhodin von IBM spricht in ebenso hohen Tönen über die Zusammenarbeit und geht davon aus, dass so eine breitere Palette von ODF unterstützenden Applikationen aufgebaut werden kann.

Seit das Projekt im Jahre 2000 von Sun Microsystems ins Leben gerufen wurde, verzeichnet es beinahe 1oo Millionen Downloads; bei tausenden Unterstützern. Es ist verfügbar in über 100 Sprachen und läuft auf allen wichtigen Betriebssystem, einschließlich Windows Vista, Linux, Solaris und Mac OS X. Ein internationales Team von Freiwilligen und gesponserten Entwicklern macht OpenOffice.org heute zum wichtigsten Open-Source Projekt in der Welt. Es kann für jeden Zweck, privat oder kommerziell unter LGPL-Lizenz genutzt werden.

Quelle:
http://www.openoffice.org/press/ibm_press_release.html

Dem großen Angebot an freier Software steht häufig ein signifikantes Defizit an entsprechenden Kursangeboten und Unterrichtsmaterialien gegenüber. Um das zu ändern, hat sich vor einem Jahr das SELF Projekt(Science, Education and Learning in Freedom) gegründet.

Ziel war die Entwicklung einer zentralen Plattform für barrierefreien Zugang zu didaktischem Material über freie Software und offene Standards. Das Ergebnis kann jeder ab dem 5. September 2007 in der Beta-Version ausprobieren sowie bei der Entwicklung mithelfen. Offiziell startet die Plattform im Rahmen einer Konferenz zu freier Software.

Die neue Plattform soll neben frei verfügbaren Kursunterlagen auch die Möglichkeit bieten, einzelne Lerninhalte auszuwählen, um sie zu einem maßgeschneiderten Kurs in der eigenen Muttersprache zusammenzufügen oder für e-learning zu exportieren. Die Qualität der Dokumente wurde nach eigenen Angaben von einem Expertenteam auf Qualität, freie Lizenz und Gültigkeit hin überprüft. Als Nutzer soll man u.a. Lernmaterialien zu OpenOffice.org, The Gimp oder GNU/Linux finden können.

Die Plattform selbst basiert wie zu erwarten auf freier Software und soll nach dem Wikipedia-Modell funktionieren. Den Benutzern gibt man die Möglichkeit zu evaluieren, anzupassen, zu verfassen und auch zu publizieren. Davon erhofft man sich nachhaltige Effekte, was die Funktion der neuen Seite als Wissenplattform auf der einen und als Communityportal auf der anderen Seite anbelangt. Joachim Jakobs von der FSF Europe geht sogar davon aus, dass sich so die IT-Ausbildung weltweit verändern wird und empfiehlt die Übertragung auf andere Wissensbereiche.

Quelle:

http://selfproject.eu/en/SELFNews/August2007


Nach einer Umfrage von DesktopLinux.com setzen 38.500 der teilnehmenden Personen Ubuntu oder eine Abwandlung davon als Hauptbetriebssytem ein. Auf Platz zwei findet sich openSUSE von Novell(19,6 Prozent), gefolgt von Debian(11,7 Prozent), Gentoo(7,2 Prozent) und Fedora(6,0 Prozent).

Die beliebteste Desktop-Umgebung ist GNOME und wird von 44,8 Prozent der Befragten genutzt. KDE nutzen laut DesktopLinux.com 34,8 Prozent. Xfce liegt mit 7,9 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von Fluxbox(3,9 Prozent) und Enlightenment (3,9 Prozent).

Die am häufigsten genutzen Browser sind Firefox( 59,6 Prozent), Konqueror( 13,6 Prozent) und Opera(11,9 Prozent). Erst einige Prozentpunkte danach folgen der Text-Browser (4,3 Prozent) und Mozilla(3,7 Prozent).

Die Liste der E-mail Clients führt mit Thunderbird(29,6 Prozent)wiederum ein Mozillaprodukt an, danach folgen Evolution (25,0 Prozent), Web-Clients (16,8 Prozent), KMail (13,5 Prozent) und Mutt (2,7 Prozent).

Wine wurde am öftesten (31,5 Prozent) auf die Frage genannt, welche Laufzeitumgebung sie zur Nutzung von Windows-Applikationen unter Linux verwenden. Weitere beliebte Applikationen sind VMWare(19,2 Prozent), VirtualBox(6,1 Prozent) sowie Cedega(4,6 Prozent). Mehr als 28 Prozent der Befragten setzen keinerlei Software zur Ausführung von Windows-Applikationen ein.

Quelle:

www.pro-linux.de/news/2007/11622.html

Heute wurde die neue und stark verbesserte 3.0 Version des Content-Management Systems Plone veröffentlicht.

Plone setzt auf dem Python-basierenden Webanwendungsserver Zope auf und ist als Freie Software verfügbar. Die jüngste Version soll nach Angaben der Entwickler mehr Sicherheit, besseren Informationsaustausch und Kontrolle über den Inhalt bieten.

Neu ist die automatische Versionsverwaltung der Beiträge, eine inkrementelle Suche auch über Word- und PDF-Dokumente sowie Verbesserungen beim WYSIWYG-Editor, der Rechteverwaltung und bei Sicherheit und Performance. Plone 3 zählt so insgesamt 20 neue Features im Gegensatz zu seiner Vorgängerversion. Plone wird u.a. von Ebay, der CIA sowie Oxfam genutzt und erreichte jüngst eine Million Downloads. Wer sich selbst davon überzeugen will, findet hier die gerade erschienene Version.

PloneGov, eine Plattform für die Zusammenarbeit in öffentlichen Verwaltungen ist aktuell im Finale des E-Governments Awards. Wer also für die freie Lösung abstimmen will, muss dies schnell tun, da dies nur noch in den nächsten Tagen möglich ist.

Quelle:
www.plone.org

Im Streit um die Rechte am Betriebssystem UNIX hat das zuständige Gericht in weiten Teilen im Sinne von Novell und damit gegen die SCO-Group entschieden. Novell besitzt folglich die Copyright-Rechte an Unix und Unixware, sowie das Recht, Verträge zu kündigen, die dieses Copyright verletzen. Die SCO-Group hatte stets behauptet, sowohl im Besitz der Unix-Lizenzrechte zu sein, als auch sämtliche Copyrights von Novell erworben zu haben.

Aus der Sicht von SCO stellt die Entscheidung jedoch keinen Grund dar, ein Ende der Auseinandersetzungen anzustreben. Vielmehr sieht man sich bei SCO durch das Gericht in soweit bestätigt, dass Lizenzrechte an der Marke Unixware, sowie weitere Copyrights an von SCO entwickelten Verfahren und Techniken nicht angezweifelt wurden. Daraus leitet die Firma die Hoffnung ab, das anhängige Verfahren gegen IBM erfolgreich weiterzuführen zu können. Der Vorwurf in diesem Verfahren lautet: Big Blue soll Source-Code oder „nicht wörtlich kopierte“ Programmier-Methoden und -Konzepte in AIX und später in Linux verwendet haben.

Offen ist auch noch die Entscheidung über Lizenzzahlungen, welche SCO an Novell zu leisten hat. Für die Nutzung des UNIX-Code hatte SCO 36 Millionen Dollar von Microsoft aus Lizenzabkommen erhalten. Zahlungen von SCO an Novell waren aber bei Beginn der Rechts-streitigkeiten 2003 eingestellt worden.

Quellen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94271/from/rss09
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94223/from/rss09

Auf der CD finden sich neben Open Source Softwarepaketen auch dynamische Multimediainhalte, die unter der Creative Commons-Lizenz stehen.

Möglich wird dies durch einen neuen Open Source-Entwicklungsprozess, der die Erstellung individueller Distributionen und Appliances begünstigt. Bei der Open Source-Gemeinschaft Fedora sieht man darin einen ersten Schritt zur Verbindung beider Gemeinschaften, bei Creative Commons schätzt man die Zuverlässigkeit der Red Hat Entwickler von Fedora.

Für die Anwender sieht dies so aus: Fedora 7 bootet direkt von der LiveContent CD und verfügt über Open Source-Software-Applikationen wie OpenOffice, The Gimp, Inkscape, Firefox, Multimedia Viewer und offene Dokumentvorlagen. Vom Desktop aus lassen sich freie und offene Inhalte ausprobieren und man kann daneben noch mehr über Unternehmen erfahren, die kreative Gemeinschaften durch Sammelplattformen und Suchwerkzeuge unterstützen.

Neben der Entwicklungsunterstützung durch Red Hat wirken auch viele andere Mitglieder der Open Source-Gemeinschaft an der Entwicklung an den auf der CD enthaltenen Softwareapplikationen mit. Worldlable.com stellt etwa durchgehenden Support für die LiveContent CD zur Verfügung. Die ersten CD`s sind auf den Ständen von Fedora und Creative Commons auf der LinuxWorld-Konferenz in San Francisco erhältlich.

Quelle:
www.pressebox.de

Bereits 2003 hat die vietnamesische Regierung beschlossen, Microsoft-Produkte von den Verwaltungsrechnern zu verbannen und gegen freie Software auszutauschen. Seitdem nimmt die Nachfrage nach freien Software-Experten in Vietnam stetig zu.

Die Bonner Internationalen Weiterbildung und Entwicklung GmbH (InWEnt) hat nun gemeinsam mit dem französischen Institut für IT-Forschung INRIA und dem vietnamesischen Institute of Information Technology (IOIT) das Projekt “FOSS Bridge EU-Vietnam” gestartet. Die Finanzierung haben die Europäische Kommission im Rahmen ihres Asien-Investitionsprogramms und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernommen.

Ziel des Projekt ist es, den Austausch zwischen europäischen und vietnamesischen Firmen im Bereich freier Software zu verstärken und so die Sozialistische Republik bei der Umrüstung von Behörden und Unternehmen auf Linux zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittelständigen Betrieben.

Interessierte europäische Firmen können sich über können sich über die Website des Projektes bewerben, um konkrete Software-Projekte gemeinsam mit vietnamesischen Unternehmen in Angriff zu nehmen. Das Projektkonsortium organisiert den “Matchmaking-Prozess” zum Interessens- und Erfordernisabgleich mit potenziellen Partnern auf beiden Seiten und veranstaltet Treffen mit einschlägigen Vereinigungen wie Linux-Usergroups oder Unternehmensverbänden in Vietnam. Firmen mit beschränkten Ressourcen werden in begrenztem Umfang finanzielle Mittel für anfallende Kosten wie etwa für Flug und Unterkunft zur Verfügung gestellt.

Quelle:
http://foss-bridge.org

Die Linux Distribution “Skolelinux”, im Rahmen des Debian-Edu Projekt speziell für Schulen entwickelt, steht ab sofort in Version 3.0 zum Download bereit. Und mit Juxlala ist eine unter GPL veröffentlichte Linux-version verfügbar, mit der auch die Kleinsten sich schon am Rechner üben können.
Das Projekt Skolelinux wurde in Norwegen gestartet und basiert auf der Linuxdistribution Debian. Ähnlich wie bei Edubuntu, ist es Ziel des Projektes, Lehrern und Schulnetzwerkadministratoren zu ermöglichen, schnell und einfach ein komplettes digitales Klassenzimmer aufzusetzen.

Neben normalen Workstation- und Notebook-Installationen unterstützt Skolelinux 3.0 Thin-Clients sowie Low-Fat-Rechner ohne Festplatte. Basierend auf Debian 4.0 enthält die Version den Kernel 2.6.18 sowie KDE 3.5.5. Darüberhinaus sind in dem Skolelinux 3.0 Paket über 80 Anwendungen in über 50 Sprachen enthalten, die sich für den pädagogischen Einsatz eignen sollen. Eine Übersicht über die Software gibt es im deutschsprachigen Wiki des Projektes, indem sich auch Anleitungen zur Installation und Ähnlichem finden.

An Kinder im Vorschulalter hingegen richtet sich die Linux-Distribution JUXlala, die im Juni 2007 unter der GPL veröffentlicht wurde. Die Distribution soll im Kindergarten-Alltag, aber auch zuhause einsetzbar sein. JUXlala ist eine Live CD, d.h. das System wird direkt von der CD gestartet, eine Installation auf einer Festplatte ist nicht noetig. Die Desktopoberfläche wurde wie eine Kinderzeichnung gestaltet und startet bei einem Klick auf bestimmte Figuren die dazu passenden Anwendungen. Daten, die von den Programmen erzeugt werden, können z.B. auf einen USB-Stick gespeichert werden, ansonsten sind sie nach dem Ausschalten verloren. Zu den mitgelieferten Programmen gehören GCompris, Tuxpaint, Tux Typing 2, Pysycache, Circus Linux! und ein Fraktalgenerator.

Quellen:
http://www.skolelinux.de

http://www.jux-net.info

Linux kann in Italien einen Erfolg verbuchen: Das italienische Parlament hat beschlossen alle seine Desktop- und Server-Rechner von Windows auf SUSE Linux umzustellen. Italien ist damit nach Frankreich das zweites europäisches Parlament, dass sich für eine Open Source Lösung entscheidet.

Insgesamt seien rund 3.500 Rechner betroffen, so der kommunistische Abgeordnete Pietro Folena, von dem die Initiative zur Linux-Migration ausgegangen ist. Die 630 Laptops der Abgeordneten werden hingegen nur auf ausdrücklichen Wunsch umgestellt, da diese sich im Privatbesitz der einzelnen PolitikerInnen befänden.

Die Entscheidung wird in erster Linie mit den erheblichen Kosteneinsparungen begründet. Alleine für MS Office zahle man derzeit pro Rechner rund 900 Euro. Zusätzlich sei aber auch die Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ein entscheidender Punkt. Im Fall des Falles kann man bei Linux recht flott auf eine andere Distribution wechseln und auch die Entwicklung ist nicht in einer einzigen Hand.

Italien folgt damit dem französischen Vorbild. Die dortige Nationalversammlung hatte schon im vergangenen Jahr beschlossen ihre 1145 Desktop-Rechner auf das Open Source-Betriebssystem zu migrieren.

Auch in Japan zeichnet sich eine Kehrtwende ab. Nachdem bislang bei Ausschreibungen jene Software bevorzugt wurde, die sich an marktdominierenden Produkten wie etwa Microsoft Office orientiert, hatte das Wirtschaftsministerium kürzlich beschlossen, dass in den Verwaltungen künftig Software bevorzugt werden muss, die sich an offene Standards wie das Dokumentenformat ODF (Open Document Format) hält.

In Deutschland stellt dagegen die jüngste Entscheidung des Ältestenrat des Deutschen Bundestages, die Groupware-Anwendung Microsoft Exchange einzuführen, einen herben Rückschlag dar. Nachdem die Migrierung der Bundestags-Server zu Linux im September 2005 abgeschlossen wurde, ist mit dieser Entscheidung nicht zuletzt ein erheblicher Mehraufwand verbunden, denn die proprietäre Software aus dem Hause Microsoft läuft nicht in Linux-Umgebungen. Der deutsche Linux-Verband prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die umstrittene Entscheidung.

Quelle: www.heise.de

Auf der Website OpenMoko.com kann die erste Version des Smartphones mit Linux-Betriebssystem bestellt werden.

Das OpenMoko - Projekt, das im Verlauf der letzten Monate gestartet wurde, um den Mobilfunkmarkt umzukrempeln, ist mittlerweile ein Unternehmen innerhalb der taiwanesischen FIC-Gruppe. Hard- und Software des OpenMoko Mobiltelefon sind völlig offen und können seitens der Nutzer frei angepasst werden.

Das Gerät wird über einem 2,8 Zoll große Touchscreen mit einer Auflösung von 640×480 bedient. Ausgestattet ist es mit einem Samsung-Prozessor mit 266 MHz, USB 1.1, AGPS, Vierband-GSM, CSD, GPRS, Bluetooth 2.0, ein Micro-SD-Slot und ein Audio-Chip für hohe Audioqualität. Der Akku besitzt eine Kapazität von 1200mAh. UMTS oder gar HSDPA kennt das Neo1973 allerdings noch nicht.

Aktuell wird das FIC Neo1973 in zwei Varianten angeboten. Das Neo Base wird mit Headset, Ladegerät, eine 512 MB Micro-SD-Karte und einem USB-Kabel geliefert. Das Neo Advanced, das sich an Entwickler richtet, soll einen zweiten Akku, eine zweite Micro-SD-Karte zusätzliche Kabel und Werkzeuge enthalten und wird in einem schwarzen Koffer geliefert.

Die jetzt angebotenen Geräte sind noch Revision 1 (GTA 01), sie werden daher günstiger angeboten als die für Herbst 2007 angekündigten Modelle für den Massenmarkt. Diese (GTA 02) sollen jedoch dann auch zusätzlich WLAN, einen Grafikbeschleuniger und 256 MB Flash enthalten.

Information: www.openmoko.com

Michael Tiemannn, Vorsitzender der Open Source Initiative (OSI), hat mit seinem Plädoyer für OSI-zertifizierte Lizenzen erneut einen Diskurs um den Begriff “Open Source” angestossen.

Die Frage, was Open Source ist und was nicht, sei in der Vergangenheit einfach zu beantworten gewesen, schreibt Michael Tiemann in dem aktuellen Blogeintrag “Will The Real Open Source CRM Please Stand Up?”. Es habe gereicht, Firmen, die ihre Produkte als Open Source anpriesen, auf die Open-Source-Definition hinzuweisen und diese hätten ihre Lizenz oder ihre Werbung geändert. Seit 2006 gebe es jedoch eine Reihe von Firmen, die für sich in Anspruch nähmen, dieselben Rechte, wie die OSI zu haben, den Begriff Open-Source zu definieren.

In erster Linie geht es dabei um CRM-Anbieter wie SugarCRM und SplendidCRM. Tatsächlich setzt etwa SugarCRM auf eine eigene Lizenz, die zwar an die Mozilla Public License angelehnt ist, aber auch festlegt, dass auf SugarCRM basierende Software das Sugar-Logo anzeigen muss. Der Anbieter selbst bewirbt die Software als “Commercial Open Source”.

Firmen wie SugarCRM könnten sich, sagt Tiemann, gerne einen anderen Namen für ihr Lizenzmodell ausdenken, so wie Microsoft es mit Shared Source gemacht hat. Der Begriff “Open Source”, schlägt Tiemann vor, sollte jedoch nur im Zusammenhang mit Lizenzen gebraucht wird, die durch die Open Source Initiative (OSI) zertifiziert sind. Andernfalls würden Kunden das Vertrauen in den Begriff Open Source verlieren. Open Source sei gewachsen, nun sei es an der Zeit, dafür einzutreten, schließt Tiemannn seine Forderung.

Quellen:
Was ist Open Source? - Michael Tiemannn plädiert für OSI-zertifizierte Lizenzen
Will The Real Open Source CRM Please Stand Up? - Michael Tiemann

Das vor über einem Jahr angekündigte Peer-Review Pilot Projekt des US-Patentamt zur gemeinschaftlichen Überprüfung von Softwarepatenten ist online.

Unter peertopatent.org findet künftig eine gemeinschaftliche Überprüfung von Softwarepatenten statt. Das Projekt ist vorerst auf ein Jahr ausgelegt und untersucht 250 Patente. CA, HP, IBM und Red Hat aber auch Microsoft unterstützen das Projekt. Mitmachen kann jeder, dazu ist lediglich eine Registrierung notwendig.

Die freiwilligen Teilnehmer können online bereits bestehende Softwarepatente überprüfen und diskutieren. Im nächsten Schritt sollen die Beteiligten dann Beweise suchen, ob die im Patent beschriebene Technik schon vor der Patentanmeldung verfügbar war. Diese werden dann wiederum untersucht und die zehn wichtigsten an das Patentamt weitergeleitet.

Für den aktuellen patentrechtlichen Konflikt zwischen Microsoft und der Open Source Community könnte der Peer-Review Projekt einen neuen Lösungsansatz darstellen. Der Linuxdistributor Red Hat hofft auf einen Erfolg von “Peer to Patent” und dass eine gemeinschaftliche Überprüfung von allen angemeldeten Software-Patenten in der Zukunft normal wird.

Quellen:
* dotank.nyls.edu/communitypatent
* www.peertopatent.org

Die Blender Stiftung startet im Herbst 2007 die Projekte Blender “Peach” Open Movie und Blender “Apricot” Open Game, die komplett auf Freier Software, offenen Formaten und Community-Beteiligung aufsetzen.Wie auch schon beim erfolgreichen Vorgängerprojekt “Elephants Dream”, das für weltweite Medienaufmerksamkeit sorgte, werden für den neuen Open Movie “Peach” einige der besten 3D Künstler und Entwickler eingeladen, um in Amsterdam gemeinsam eine kurze 3D Animation zu produzieren. Die bekannten Blender Animatoren: Sacha “Sago” Goedegebure (NL) und Lyubomir Kavachev (B) werden mit Ton Roosendaal zusammenarbeiten um die anderen Teammitglieder auszuwählen und das Konzept zu definieren.

Die genaue Handlung des neuen Streifens ist noch nicht bekannt, im Gegensatz zum Erstlingswerk »Elephants Dream«, soll die neue Arbeit jedoch mehr auf Humor setzen. Und wie bereits beim ersten »open movie« soll auch Peach kommerziell vertrieben werden.

Erstmals organisiert die Blender Stiftung außerdem in Kooperation mit der Crystal Space Community das Open Game Projekt “Apricot” zur Entwicklung eines offenen Spieles. Ziel der Zusammenarbeit ist eine Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten der Erstellung von professionellen und offenen 3D-Spielen. Wie das Projekt auf seiner Seite schreibt, sollen alle Modelle mittels Blender erstellt werden. Das eigentliche Spiel wird dagegen auf die Crystal Space-Engine setzen.

Als möglichen Start peilen die beteiligten Parteien das Ende des Jahres an. Die eigentliche Entwicklung soll zwischen sechs und acht Monaten dauern. Wie bei den Blender-Filmen wird sich ein festes Team um die Entwicklung des Spieles kümmern. Nähere Angaben über das Genre wollen die beteiligten Projekte im Rahmen der Crystal Space-Konferenz im Juli bekannt geben.

“Blender” war ursprünglich ein firmeninternes Programm des niederländischen Animationsstudios NeoGeo. Chefentwickler Ton Roosendaal gründete am 18. Juli 2002 die Blender Stiftung mit dem Ziel, Spenden zu sammeln, um die 3D Animations- und Modelling-Software unter der freien Softwarelizenz GNU General Public License weiterzuentwicklen und vertreiben zu können. Bereits ein Jahr später war das Ziel erreicht, auf der Blender-Konferenz 2007 in Amsterdam kann die Stiftung bereits ihren fünften Geburtstag feiern.

Quellen:
Blender Homepage
Elephants Dream

Der FSFE gibt sich unbeeindruckt von den kürzlich erneut geäußerten Anschuldigungen von Microsoft, Linux und andere Open-Source-Software würde insgesamt 235 Patente verletzten

“Es gibt keine Grundlage für diese Behauptungen. Wenn es davon etwas zu lernen gibt, dann dass Microsoft immer verzweifelter wird und nicht mehr weiß, wie sie der rasanten Entwicklung der freien Software durch Innovation entgegnen können.” sagt Georg Greve, Präsident des FSFE. “Dies ist ein Beweis für den stabilen geschäftlichen Erfolg von Freier Software, nicht nur in technologischer, sondern auch in legaler Hinsicht.”

In einem kürzlich erschienenen Artikel des US-Wirtschaftsmagazine Fortune hatte Microsoft der freien Software massive patentrechtliche Verstösse vorgeworfen. Laut Microsoft verstoße der Linux Kernel gegen 42 Patente, die freien grafischen Benutzeroberfläche gegen 65 Patente, die OpenOffice-Suite gegen 45 Patente, die freien Email-Anwendungen gegen 15 Patente sowie weitere unspezifizierte freie Programme gegen 68 Patente.

Auch vorher hatte Microsoft regelmäßig von den angeblichen Patentverstößen geredet, blieb jedoch bisher jeden Nachweis schuldig. Unwahrscheinlich ist, laut der Unternehmensberatung Gartner, dass Microsoft die Patente gegenüber Endkunden geltend machen wird. Vielmehr scheinen die eigentlichen Adressaten der neuen Anschuldigungen Linux-Distributeure oder andere Firmen zu sein, die mit dem frei verfügbaren Betriebssystem (etwa über Serviceleistungen) Geld verdienen. Microsoft möchte auf diese Firmen Druck ausüben, um sie zu Lizenzzahlungen zu bewegen.

Doch die Freie Software hat mächtige Verbündete. Bereits 2005 haben sich die sechs grossen Unternehmen IBM, Sony, Philips, Novell, Red Hat und NEC zu dem Open Inventions Network zusammengeschlossen, um ein Portfolio von Patenten zu erwerben, die möglicherweise ein Problem für Microsoft darstellen könnten. Falls Microsoft jemals zum Beispiel Red Hat aufgrund von Patent Verletzungen verklagt, könnte das Open Inventions Network Microsoft im Gegenzug verklagen, die Distribution von Windows einzustellen.

“Dies ist ein gutes Beispiel für den Einfluss von Software-Patenten. Der Haupteffekt solcher Patente ist nicht die Innovation, sondern die Monopolisierung und Etablierung einer Lizenz zum Klagen, oder zumindestens zum Verleumden” kommentiert Shane Coughlan, FSFE’s Koordinator für legale Aktivitäten.

Und das US-Wirtschaftmagazine Fortune schreibt: “Es herrscht kalter Krieg, was den Frieden erhält ist die Drohung von gegenseitig garantierter Vernichtung: Patente Armageddon - eine unendliche Serie von Klagen und Gegenklagen, die die Industrie und ihre Kunden zum Stolpern bringen würden.

Quellen:
Fortune Magazine: “Microsoft takes on the free world” by Roger Parloff
FSFE PR: “The MS message: Time to invest in Free Software”

Aktuelle IT-Expertise rät zu Umstellung auf Linux. Das Land Berlin könnte seine IT-Ausgaben erheblich senken, wenn es seine Behördencomputer auf Linux oder andere Open-Source-Software umstellen würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertise des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Berlin.

Open-Source-Software habe «in nahezu allen wissenschaftlich untersuchten Fällen langfristig zu Einsparungen geführt», heißt es in dem Papier von Professor Bernd Lutterbeck. So hätten beispielsweise Befragungen der Fraunhofer Gesellschaft ergeben, dass «Kostensenkungen von bis zu 50 Prozent» möglich seien. Schätzungen zufolge betragen die IT-Ausgaben in der Berliner Verwaltung etwa 250 Millionen Euro pro Jahr.

Als weitere Vorteile der Open-Source-Nutzung nennt die Studie die Unabhängigkeit von Microsoft-Vorgaben bei der Lizensierung und dem Update von Software, sowie die «Stärkung regionaler Wertschöpfung». Von einer Open-Source-Strategie profitieren demnach vor allem kleine und mittlere IT-Unternehmen aus der Region.

Das im Auftrag der Berliner Grünen erstellte Papier wurde am letzten Donnerstag bei einer so genannten Expertenanhörung im Berliner Abgeordnetenhaus präsentiert. Der Senat entzieht sich bereits seit mehreren Jahren der Aufforderung des Berliner Parlaments, eine Open-Source- IT-Strategie für die Hauptstadt zu entwerfen, mit dem Verweis auf den bestehenden «Open-Systems-Ansatz». Nach Einschätzung von Professor Bernd Lutterbeck ist jedoch das bislang vorliegende IT-Konzept der Stadt “weniger ein in sich konsistentes Konzept, sondern eher eine Ansammlung durchaus beachtenswerter Gesichtspunkte.”

Die Zeit drängt. Heute erscheint die Berliner IT-Landschaft in Regierung und Verwaltung wie ein buntes Flickwerk verschiedener Windows-Systeme und proprietärer Anwendungen mit einer Prise freier Software. Aber auch nach der Anhörung bleibt die IT-Strategie Berlins weiterhin unklar. Am 12. April wurde eine Strategie vorgestellt, die jedoch noch nicht zur Abstimmung bereit wäre. Darin sind viele Punkte aktualisiert, jedoch noch immer nicht konkretisiert worden. Außerdem kam die Frage, was mit der Verlängerung der Microsoft-Lizenzen in diesem Jahr geschehen solle, in der Anhörung nicht zur Sprache.

Während dessen zeigen die Erfahrungen aus Verwaltungen in ganz Deutschland, dass die Umstellung von Microsoft-Software auf Open Source nicht nur machbar, sondern auch technisch sinnvoll ist. Wilhelm Hoegners, dessen Migrationsprojekt «LiMux» 2003 deutschlandweite Beachtung erlangte, berichtete auf der Anhörung von seinen insgesamt positiven Erfahrungen bei der im letzten Jahr begonnenen IT-Umstellung der Stadt München auf Open-Source-Software.

Das Veranstaltungsprogramm des LinuxTag 2007 ist online. Vom 30. Mai bis zum 2. Juni findet die “Expo and Conference” unter dem Motto “Where .COM meets .ORG” auf dem Messegelände Berlin statt. Die Organisation übernimmt 2007 erstmals die Messe Berlin.

Auch in diesem Jahr wird auf der Konferenz rund um Freie und Offene Software ein umfangreiches freies Programm angeboten. Neben der kompletten Vielfalt an Open-Source-Themen, setzen die Veranstalter 2007 die thematischen Schwerpunkte: Virtualisierung zwischen Technik und Management, Web 2.0, AJAX und Mash-Ups: Hype oder Zukunft? und Neu in Linux: Wie finde ich mich in der Open-Source-Szene zurecht?

Zur besseren Übersicht wurden die Vorträge täglich in fünf parallelen Tracks organisiert. Das Programm beginnt am Mittwoch, dem 30. Mai, mit den Themen Behörden, Medizin, Virtualisierung & HA, Datenverwaltung und der OpenSuse Day. Am Donnerstag stehen Enterprise Linux, Open Source im Einsatz, Linux Wow!, Netzwerke & Administration und FUDCon auf dem Plan. Am Freitag laufen sogar sechs Vortragsreihen mit den Themenblöcken Enterprise Software Development, Mobile & Embedded Devices, Multimedia & DTP, Security, OpenSolaris Day und Managing & Building Communities. Für Samstag sind die Themen Web 2.0, Extreme Programming, Lernen mit freier Software, Open Books & Docs, LPI Day und Ubuntu-Love Day vorgesehen.

Mittwochs, Donnerstags und Samstags finden zusätzlich Firmenvorträge statt.

Neben den kostenlosen Vorträgen werden auch kostenpflichtige Tutorien angeboten, die sich an die fortgeschrittene Anwender richten. Die Themen der Tutorien werden voraussichtlich am 24. April veröffentlicht werden. Eine Voranmeldung ist notwendig.

Information: www.linuxtag.org