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Der Linux-Verband schliesst sich der Kritik am IT-Gipfel an und fordert in einer Pressemitteilung “mehr Offenheit in der IT Politik des Bundes” - Open Source Software gehört in Zielkatalog.

Als Reaktion auf die Äußerungen von Politikern und Initiatoren zum IT-Gipfel sieht der Linux-Verband drastische Defizite in der Information der politischen Entscheidungsträger. “Die Möglichkeiten, die Open Source und Freie Software sowohl Anwendern wie auch dem Arbeitsmarkt durch eigene Wertschöpfung bieten, werden offensichtlich nicht wahr-genommen”, so Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbandes in Berlin. Es gäbe neben der Open Source Industrie kaum eine zweite Branche, die pro Jahr mehr als 40% Wachstum in Europa verbuchen kann, daher sei es wirtschaftspolitisch unverantwortlich, dies zu ignorieren.

Das Problem liege nicht in der mangelnden Ertragsmöglichkeit, die ausgerechnet der Gründer der extrem erfolgreichen SAP bemängelt hatte. Auch sei nicht die “mangelnde Begeisterung der Lehrer” schuld am angeblichen Mangel an Arbeitsplätzen, wie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck glaubte. “In der deutschen Politik ist die Wahrnehmung von Open Source als Standortfaktor nicht angekommen, ganz im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern. Wenn ein IT-Gipfel von den gleichen Großunternehmen und deren Lobbyisten dominiert wird wie andere Public/Private Partnerschaften wie z.B. Sicherheit im Internet, kann man auch keine weitergehende Erkenntnis oder gar sinnvolle Initiativen erwarten.”Weder Open Source Geschäftsmodelle noch die strategischen Optionen für Open Source würden von der Politik und den Öffentlichen Händen hinreichend genutzt und so wird eine große Chance für die Wissensgesellschaft in Deutschland vertan. “Es gibt in Deutschland viel Wissen im Bereich von Open Source, wie z.B. zu Linux, KDE, SAMBA, Apache, OpenOffice und vielen weiteren Projekten. Dieses Wissen wird auch erfolgreich von einer zunehmenden Anzahl von Unternehmen genutzt, weiterentwickelt oder vermarktet”, betonte Geese.

Mittelständische Software-Unternehmen produzierten nach wie vor hierzulande erfolgreich ihre Lösungen und sorgten so für viele Arbeitsplätze in Entwicklung und Service. Hochqualifiziertes Wissen sei die wichtigste Ressource in der IT-Industrie. “Unsere Stärken nicht zu nutzen und weiter auszubauen, wäre ein großer Fehler”, so der mittelständische Unternehmer und Verbandsvorsitzende. “Deshalb muss der Einsatz von Open Source Software eine Priorität im Zielkatalog der Politik erhalten.” Geese erklärte ferner, alle Aktivitäten seien kontraproduktiv, die weiter die technologische Abhängigkeit Europas von wenigen US-amerikanischen IT-Konzernen und deren geschlossener Entwicklungen zum Ergebnis hätten.

Der Linux-Verband als Vertreter des Linux Business in Deutschland werde sich zusammen mit den zahlreichen anderen Kritikern des Gipfels verstärkt um die Information der politischen Entscheidungsträger über die bereits existierende Bedeutung und das Zukunftspotential von Linux und Open Source bemühen, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

Aus der Reihe “NGO in a Box” ist jetzt eine neue Zusammenstellung erschienen: Neueste Version ist die “Open Publishing Box“. Enthalten
sind zahlreiche Freie-Software-Programme, aber auch Anleitungen und Hilfestellungen. NGOs, Aktivisten und Grassroots-Journalisten sollen eben nicht nur das technische Equipment zum Publizieren an die Hand bekommen, sondern auch das nötige Wissen.

Die “Open Publishing Box” besteht aus drei CDs; auf der ersten finden sich die neu zusammengestellten, auf Publishing ausgerichteten Programme und Informationen, auf der zweiten CD das freie Betriebssystem Ubuntu, die dritte CD enthält eine Zusammenstellung zahlreicher freier Programme für Windows.

Die Hilfestellungen in der neuen “Box” vermitteln NGOs und Aktivisten grundlegendes Wissen, so beispielsweise über Freie Lizenzen und gemeinsames Publizieren. Die “Open Publishing Box” ergänzt zudem die bereits länger verfügbare “Audio/Video Edition” sinnvoll. Auch die
Philosophie Freier Software will die “Box” bekannter machen; transportiert wird somit auch das Wissen um die (Entwicklungs-)Potenziale freier Kultur, freien Wissens - und nicht zuletzt Freier Software.

Firma pleite - dann kaufen wir sie eben leer! Das haben sich wohl die Spieler des Online-Rollenspiels “Ryzom” gedacht. Ziel ist es, der insolventen Firma Nevrax den Code und andere Bestandteile des Spiels einfach abzukaufen. Wenn das klappt, wird das Spiel als Freie-Software-Projekt weiterentwickelt werden. Dazu wurde die Free-Ryzom-Kampagne gestartet.

Auch die Free Software Foundation (FSF) hat sich bei den Unterstützern eingereiht: Für sie hat das “Free Ryzom Projekt” eine große Bedeutung. Deswegen hat sie am vergangenen Mittwoch angekündigt, die “Free Ryzom”-Kampagne mit 60.000 Dollar zu unterstützen; für einen Kauf müssen 200.000 Dollar zusammenkommen. Im Rennen sind aber noch weitere, nicht bekannte Bieter. Sollte die Free Ryzom-Kampagne den Zuschlag erhalten, soll der gesamte Source Code unter die GPL gestellt werden; genauso sollen alle anderen Elemente (beispielsweise Grafiken) unter vergleichbare freie Lizenzen gestellt werden.

Peter Brown, FSF-Geschäftsführer begründet, warum die FSF einen derart hohen Betrag zur Verfügung stellen will: “Wir sehen dies als einzigartige Möglichkeit, ein solches Spiel für die Freie-Software-Bewegung zu gewinnen.” Brown führte auch an, dass auf dem Gebiet der Computerspiele die Freie-Software-Bewegung noch nicht so stark vertreten sei. Computerspiele seien für viele Nutzer ein Argument gegen Freie Software. Das Geschäftsfeld der Computerspiele sei sehr kommerziell geprägt.

Hieraus erklärt sich, warum die FSF dem “Free Ryzom Projekt” eine derart hohe Bedeutung beimisst - hoch, wenn man das Ryzom-Engagement mit anderen FSF-Projekten hoher Priorität vergleicht, beispielsweise der Entwicklung freier Videokarten-Treiber. “Das ist eine Chance, einen großen Sprung zu tun,” sagte Brown, “Wir wünschen uns, dass unsere Gemeinschaft bei allem, was sie tut, die Möglichkeit hat, Freie Software zu benutzen.”

Wer die Kampagne unterstützen möchte, kann auf der FSF-Seite Gebote abgeben. Erst wenn die Auktion erfolgreich war, wird das Geld eingesammelt. Dort kann auch eine Liste der bisherigen Spender eingesehen werden.

Noch ist Windows Vista noch gar nicht so richtig gestartet - die Kritik an der neuen Version des Microsoft-Betriebssystems ist aber bereits jetzt vielstimmig. Jetzt hat auch die Free Software Foundation (FSF) eine (zweigleisige) Kampagne initiiert: BadVista will zum einen vor den Gefahren, die Vista-Usern drohen, warnen - zum anderen aber auch freie Alternativen aufzeigen.

Für John Sullivan von der FSF sind einige Vista-Features vergleichbar mit Schadsoftware: “Das wichtigste für den Besitzer eines Computers ist doch, kontrolieren zu können, was die Maschine tut. MS Windows war schon immer proprietär und sehr restriktiv. Das ist nichts gegen Vista: Die neuen “Features” ähneln einem Trojanischen Pferd, mit dem noch mehr Beschränkungen eingeschmuggelt werden.”

Über diese Features will BadVista im Detail aufgeklären: Hinterfragt wird nicht nur, wie sie funktionieren, sondern es werden sich auch Infos finden, wie man die Beschränkungs-Technologien umgeht und warum man sich überhaupt über diese Aspekte Gedanken machen sollte. Bei BadVista kommt auch zur Sprache, was politisch an Vista noch brisant ist: Laut FSF werden unbemerkt “durch die Hintertür” Risiko-Technologien wie TCPA und DRM eingeführt.

Die FSF setzt bei BadVista auf ein Netzwerk aus Aktivisten. “Teccies können auch aktiv werden,” sagt Peter Brown, Geschäftsführer der FSF, “Das ist es uns wert, denn wir wissen, was für Gefahren Vista birgt.” Es gehe nun mal um “die wichtigen Fragen”: Ist es als Vista-Benutzer noch möglich, frei zu sein? Frei von der Kontrolle durch den Konzern Microsoft? Wer BadVista unterstützen möchte, kann sich online registrieren und weitere Informationen zuschicken lassen.

Erst einen Monat ist es her, dass die OpenSource-DVD - eine Kollektion freier Programme für Windows - in der Version 3.0 erschien, jetzt, kurz vor Weihnachten, gibt’s schon das Folge-Update. Die Änderungen sind auf der Projektseite in einer History zusammengefasst. Unter anderem ist auf der DVD die brandneue OpenOffice-Version 2.1.0 enthalten, insgesamt enthält die DVD Updates von 29 Programmen und zehn neue Softwarepakete. Neu sind auch “60 Tipps zu OpenOffice“, lizensiert unter der GNU FDL.

Sämtliche Dokumente auf der DVD, sowie die Dokumente auf der Projekt-Webseite stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0). Die Opensource-DVD darf für nichtkommerzielle Zwecke kopiert und weitergegeben werden.

Die OpenSource-DVD ist 1,8 Gigabyte groß und lässt sich als ISO-Image von mehreren Servern herunterladen. Wer über keine Breitband-Internetverbindung verfügt, kann sie sich auch zuschicken lassen: Kostenpunkt 7,90 Euro. Die Bestell-Version unterscheidet sich von der Download-Version in mehreren Punkten: Sie enthält zum einen eine praktische Suchfunktion, außerdem lassen sich die Programme von der Bestell-DVD aus auch direkt installieren. Als weiteres Bonbon finden sich auf der Bestell-DVD 105 OpenOffice-Vorlagen.

Außerdem im Versand erhältlich: Weitere OpenSource-DVDs mit noch größeren - und spezielleren - Kollektionen Freier Software. Auf der Power-Version (12,90 EUR) findet sich die aktuelle PrOOo-Box, sowie zusätzliche Cliparts und der WorldWind-Client der NASA. Die Business-DVD enthält zusätzlich dazu noch Unternehmens-Software (CJG-Software), sie kostet 17,90 EUR. Last but not least: Im Shop findet sich auch eine Offline-Version der freien Enzyklopädie Wikipedia. Wer eine Wikipedia-CD und eine OpenSource-DVD im Doppelpack abnimmt, kann bei zahlreichen Kombinationen sogar Geld sparen.

Als “Danaergeschenk” hat der FSFE-Vorsitzende Georg Greve Novells Ankündigung bezeichnet, den OpenXML-Standard in OpenOffice zu implementieren. Anlässlich der Anerkennung des Formats als EMCA-Standard machte Greve gegenüber dem Magazin Futurezone deutlich, dass es das Ziel von Standardisierung sein müsse, echten marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu ermöglichen; die ECMA-Zertifizierung von openXML aber laufe dem entgegen. Greve: “Microsofts Office-Formate sind aber nur von einem Unternehmen definiert und voll implementiert. Damit sind es monopolisierte, proprietäre Formate und keine Standards.”

Wie in Greves Blog zu lesen ist, kommentiert Bob Sutor, Vizepräsident von IBM das Verfahren um openXML mit der Aussage, die Implementierung ähnele mehr einer Denial-of-Service-Attacke als einem offenen Standard. Microsofts aktuelles Geschäftsgebahren sei als Veränderung der Strategie zu deuten: Anstatt Informationen durch Nichts-Sagen zu verschleiern, würde Microsoft nun die Informationen in möglichst viel Lärm ersticken - dies sei, so Sutor, die wohl erfolgreichere Strategie.

Die Spezifikation für openXML ist 6000 Seiten stark. Zum Vergleich: Ein Paket Kopierpapier enthält 500 Blatt.

“Dies ist die Übersetzung eines alten Buches - in Internetzeit gerechnet, ist es die Übersetzung eines uralten Textes.” Das steht auf dem Klappentext von “Code 2.0″, dem neuen Buch von Lawrence Lessig. Der uralte Text, auf den sich Lessig bezieht, ist “Code und andere Gesetze des Cyberspace”. Einzigartig das “Update” auf die Version 2.0: Lessig stellte den Text in ein Wiki und ließ die Community schreiben. Das Ergebnis der Wiki-Debatte ist online noch zu betrachten. Seit dem 31.12.2005 ist der Text jedoch auch “zurück bei Lessig”, er hat den Wiki-Text sinnvoll ergänzt und geglättet.

Lessig lizensierte den Wiki-Text unter einer Creative-Commons-Share-Alike-Lizenz. Der Text steht auch als PDF zum kostenlosen Lesen, sowie zum Remixen bereit. Wer gerne Papier in der Hand hat, dem rät Lessig dazu, das Buch zu kaufen, denn dies sei in den meisten Fällen preisgünstiger als es auszudrucken. Erhältlich ist es zum Beispiel bei bookzilla, Kostenpunkt 14,20 Euro.

Der wirtschaftliche Sinn des Urheberrechts liegt im finanziellen Anreiz zur Kreation. Der Künstler möchte sich vor der Schöpfungleistung in Sicherheit wiegen, dass er auch deren Früchte ernten kann. Diese Sicherheit ­ so die Befürworter des Urheberrechts ­ ist der wesentliche Schöpfungsanreiz. Soweit die gängige Theorie.

Etwas intellektuell kreativ kommt da doch die Idee daher, man könne die Vergangenheit ändern. Was in primitiven Kulturkreisen das Geschäft von Schamanen ist, versuchte jüngst die Regierung von Großbritanien. Dort sollte die Laufzeit des Urheberrechts verändert werden, allerdings auch rückwirkend für bereits geschaffene Werke. Praktisch bedeutet das einen Transport der Sicherheit (eine längere Laufzeit des Urheberrechts zu haben) in die Vergangenheit, um dort den Anreiz für den Schöpfungsakt zu erhöhen.

Kritiker von Vergangenheitsveränderungen mutmaßen, dass das nicht möglich sei und erklären, dass der Versuch auf etwas anderes abzielt: auf das finanzielle Wohl der Inhaber von Verwertungsrechten an urheberrechtlich geschützten Werken. Wie Lessig entdeckte, gibt es auch Künstler, die sich post mortum für eine Verlängerung des Schutzes ihrer Werke
starkmachen. Die Erklärung wurde jedenfalls von ihnen unterstützt. Die Werbung in der Financial Times war eine Reaktion auf den Gopher Report (PDF), der es als unsinnig ansah, dass Künstler in die USA auswandern würden, um eine Verlängerung des Schutzes für Tonaufnahmen von 50 auf 95 Jahre zu erreichen.

Zahlreiche Funktionen enthält OpenOffice in der heute brandneu zum Download freigegebenen Version 2.1. Aus Anwendersicht wohl praktischste Neuerung: Impress (die OpenOffice-Präsentations-Suite) ermöglicht jetzt einen Mehrbildschirm-Modus. Ab können Folien und Notizen auf getrennten Bildschirmen betrachtet werden - das bedeutet: Auf dem einen Bildschirm lassen sich die Folien, und auf dem anderen die Notizen anzeigen, das war bisher nicht möglich.

Zudem wurde der Zugriff auf Access-Datenbanken verbessert, der HTML-Export bei OpenOfficeCalc (das ist die OpenOffice-Tabellenkalkulation) überarbeitet - und den Quickstarter gibt’s jetzt auch für Linux. Nebenbei wurden fünf neue Lokalisierungen aufgenommen und Fehler in alten Lokalisierungen beseitigt.

OpenOffice auf dem aktuellen Stand zu halten, das wird mit der neuen Version ebenfalls einfacher: Standardmäßig sucht OpenOffice 2.1 in regelmäßigen Abständen nach einer neuen Version. Wem dies nicht gefällt, der kann diese Option allerdings auch deaktivieren; darauf weist OpenOffice beim ersten Programmstart hin.

In Kürze wird es auch eine neue Version der PrOOo-Box geben. Die PrOOo-Box ist eine Sammlung von allerlei Zusatzfeatures für OpenOffice, enthalten sind unter anderem Schriften, Vorlagen und Hilfsprogramme in großer Zahl. Bald wird auch OpenOffice-Portable aktualisiert, eine OpenOffice-Version, die sich von einem USB-Stick aus starten lässt.

Frankreich möchte Paris zu einer “Exzellenzregion” für Freie Software machen. Ziel sei es, so der französische Minister für Wirtschaft, Finanzen und Technologie, Thierry Breton, eine schlagkräftige und profitable OpenSource-Industrie zu entwickeln. Die “Ile de France” solle das “wissenschaftliche und wirtschaftliche Zentrum der
Freien-Software-Industrie in Europa werden”. Das forderte Breton auf einer Pressekonferenz zum Bericht “Levy-Jouyet” (PDF), der sich mit der Ökonomie immaterieller Güter befasst. Breton sagte: “In der immateriellen Wirtschaft liegen die Wachstumschancen der Zukunft!” Er gehe davon aus, dass Software und andere immaterielle Güter der französischen Wirtschaft ein Wachstum um drei bis vier Prozent jährlich bescheren würden.

Breton verlautete, dass Freie Software der IT-Industrie neue wirtschaftliche und technologische Potenziale biete. Diese neuen Möglichkeiten würden die Strukturen, die sich in den vergangenen 15 Jahren innerhalb der Software-Industrie verfestigt hätten, in Frage stellen. Frankreich müsse diese Möglichkeit nutzen, denn in diesem Bereich würde es “vor Talenten nur so wimmeln”.

Das Exzellenzzentrum soll von einer Gruppe aus Wissenschaftlern und Software-Entwicklern geleitet werden. Ihr Chef soll Roberto Di Cosmo von der Universität Paris werden. Softwareentwicklung brauche einen festen Ort, so Di Cosmo: “Es wäre naiv, die Bedeutung von menschlichen Kontakten und Infrastruktur außer acht zu lassen.” Co-Chef wird der Software-Entwickler Alexandre Zapolsky von der OpenSource-Firma Linagora. François Bancilhon von Madriva und Stéfane Fermigier werden ebenfalls mit dabei sein.

Die Gruppenmitglieder bekräftigten das Potenzial des Exzellenzcenters für Paris: Die Region könne so Arbeitsplatzverluste erfolgreich bewältigen. In Deutschland gab es ebenfalls Versuche, solche Exzellenz-Regionen zu etablieren, bestes Beispiel ist die OpenSource-Region Stuttgart. Früher wurden OpenSource-Projekte dieser Art auch national gefördert. Leider ist aktuell zu beobachten, dass Deutschland beim Thema OpenSource hinter die Nachbarländer - wie eben Frankreich - zurückfällt. Hier ist auch die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBst) zu nennen, die von Jahr zu Jahr weniger Mittel zugewiesen bekommt.

Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) stützt in der Studiensammlung “Breaking Barriers” (PDF) die These der vorteilhaften Nachhaltigkeit des Einsatzes von freier und quelloffener Software (FOSS) in Entwicklungsländern. In “Breaking Barriers” werden 14 Entwicklungsprojekte vorgestellt, in denen FOSS beim sozio-ökonomischen Aufbau hilft und Menschen die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung bietet. In der Publikation werden die Vorteile, die Herausforderungen und die dadurch gelernten Lektionen herausgestellt.

Der Fokus der betrachteten Fälle liegt allerdings nicht in der speziellen Entwicklung bestimmter FOSS-Anwendungen, sondern in der Benutzung von FOSS als Mittel, um die primären Ziele der Projekte zu erreichen. So kümmert sich zum Beispiel LexUM um die freie Erreichbarkeit von Gesetzestexten in Burkina Faso, AgriBazaar um die Erstellung einer Handelsplattform für Bauern in Malaysia, OSCAR um die Identifikation und Kontrolle von Weizen in Bangladesh, Indien, Nepal und Pakistan - und Sahana um das Management von Katastrophen in Sri Lanka.

Diese Fallstudien können als Inspiration für Organisationen und Einzelne, die armen Gemeinschaften helfen, Informations- und Kommunikationstechnologien zu verwenden, dienen, weil sie demonstrieren, dass FOSS eine wichtige Rolle dabei spielen kann, Menschen zu ermächtigen, ins Informations- und Internetzeitalter zu gelangen. Und wie es sich für eine Publikation gehört, deren Wissen allen Menschen helfen soll, wurde die Publikation unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.

Die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) veröffentlichte letzte Woche das Open Document Format (ODF) als einen offiziellen Standard. ODF beschreibt unter anderem Inhalte von Text, Tabellenkalkulationen, Datenbanken und Präsentationen. Entwickelt wurde es von dem Team von OpenOffice.org.

Da Dokumente im ODF als öffentlich spezifiziert sind, darf jeder dafür Software für jede Plattform entwickeln. Dadurch werden Entwicklern die Sorgen genommen, welche sonst mit geistigen Eigentumsrechten und -grenzen proprietärer Formate einhergehen. Auch der Arbeitsalltag der mit den Dokumenten arbeitenden Menschen wird erleichtert, wenn sie sich nicht mehr mit der Inkompatibilität unterschiedlicher Formate plagen müssen. Insgesamt ist der offene Standard für Dokumente somit eine Art Klebstoff für das Zusammenwachsen des Internets und für neue Services, die darauf aufbauen.

Auch Google verwendet in seiner Anwendung Docs & Spreadsheets das offene Format. Microsoft dagegen betrachtet ODF mit Sorge, da ihre proprietären Dokumentformate ein wichtiges Verkaufsargument für MS Office darstellen. Derzeit bemüht sich Microsoft um eine Standardisierung ihres zukünftigen Dokument Formates Office XML bei der ECMA. Mehr über den Dokumentwettstreit können Sie hier erfahren.

Die Fan-Gemeinde des beliebten Browsers wächst und wächst. Vor einigen Monaten hatten Studenten der Linux User Group der Oregon State University einen Firefox in ein Kornfeld “gezirkelt“. Jetzt, so wurde stolz auf spreadfirefox.com verkündet, kann das Kunstwerk auch bei Google Maps betrachtet werden.

Außerdem gibt es ein Video für alle, die kein Google Earth auf dem Computer installiert haben. Dort kann nicht nur der Kornfeld-Firefox aus der Hubschrauberperspektive, sondern auch die Studenten bei der Vorbereitung der nachahmenswerten Aktion, betrachtet werden. Das Video wurde in den Formaten Quicktime und Ogg-Theora bereitgestellt.

Montag startete die Ubuntu OpenWeek, die Ubuntu und die Schwester-Distributionen Kubuntu, Edubuntu und Xubuntu bekannter machen will. Stattfinden werden noch bis kommenden Montag zahlreiche Workshops zu unterschiedlichen Aspekten der beliebten Linux-Distribution. Alle, die sich für Ubuntu interessieren, sind eingeladen, sich an der Ubuntu OpenWeek zu beteiligen. Die Workshops finden im IRC-Chat statt (Channel: #ubuntu-classroom).

Wirbel machte eine Werbe-Mail, die Mark Shuttleworth auf der OpenSuse-Mailingliste gepostet hatte: Shuttleworth hatte in jener Mail Novells Geschäftsgebahren kritisiert und den Patent-Deal genutzt, um openSuse-Entwickler für die Ubuntu-OpenWeek zu gewinnen. Die Antwort folgte prompt in Form einer satirischen Mail von “Shark Muddleworth”; in dieser Mail ging es unter anderem auch gegen die geplante Verwendung proprietärer, die GPL verletzende Treiber in Ubuntu Feisty Fawn, dem für 4/2007 geplanten Update.

Ab Mitte kommenden Jahres - nach der Wahl - wird das französische Parlament auf Freie Software setzen: Rund tausend Desktop-Computer sollen umgestellt werden. Mit bei dem Paket dabeisein werden der freie Browser Firefox, OpenOffice und ein freier Mail-Client, welcher, ist noch nicht entschieden; auch ist noch nicht ausgefochten, welche Distribution das Rennen machen wird. Es gibt aber Vermutungen, dass man sich für die - französische - Distribution Mandriva entscheiden wird.

Wesentliches Argument für die Umstellung seien die Kosten: Man könne den selben Funktionsumfang beibehalten, dabei aber Geld sparen. Weitere Argumente, so Benoît Sibaud von der “Association pour la Promotion et la Recherche en Informatique Libre” (APRIL) seien die Transparenz und die Unabhängigkeit: Die Nationalversammlung habe künftig eine größere, unabhängigere Kontrolle über ihre Informationstechnologie.

Lange erwartet - zum ersten Dezember gibt’s sie endlich zum Download: Die Menschenrechtsschutz-Software Psiphon. Entwickelt wurde die Software, mit der Netz-Zensur umgangen werden kann, im Citizenlab an der Universität Toronto. Das Arbeitsprinzip ist einfach: Psiphon leitet den Netzverkehr verschlüsselt über einen Proxyserver im unzensierten Netz.

Psiphon funktioniert über “Social Networks”: Eine Person in einem unzensierten Land lädt sich die Software herunter - so wird der Computer dieser Person zu einem “Access Point”. Nun kann sich eine Person in einem Land mit zensiertem Netz auf diesem “Access Point” einloggen und diesen - über die verschlüsselte Verbindung - als Proxy-Server benutzen. Auf diese Art und Weise können Menschen aus Ländern, in denen das Netz eigentlich zensiert ist, trotzdem Zugang zu den geblockten Seiten gewinnen. Nach Meinung der Psiphon-Entwickler muss danach nur die History gelöscht werden, es könne so nicht nachgewiesen werden, dass geblockte Seiten besucht wurden.

Als unerträglich hat der Linux-Verband die Auslassungen Steve Ballmers zu möglichen Patentverletzungen bezeichnet. “Die Anwender sollen nach der Vorstellung von Microsoft in eine vermeintlich sichere Vista Migration investieren, statt sich mit günstigeren Alternativen zu beschäftigen”, sagte der Vorsitzende des Linux-Verbandes, Elmar Geese. Die Aussage Ballmers sei “als der typische Microsoft-Versuch” zu werten, Markt und Verbraucher durch die Verbreitung von Gerüchten oder Androhungen zu verunsichern. Geese forderte Microsoft auf, Belege für die angeblichen Urheberrechtsverletzungen vorzulegen oder die Behauptungen zu unterlassen: “Wenn Microsoft keine Belege für die Behauptungen vorlegen kann, dann verlässt das Unternehmen den Rahmen des in Deutschland wettbewerbsrechtlich Zulässigen und Erträglichen.”

Die Äußerung sei vor allem als Bestandteil der Kampagne zur Markteinführung von Microsoft Vista zu werten. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Microsoft die angeblichen Urheberrechtsverletzungen gerade jetzt ins Gespäch bringe. Der Linux-Verband werde die weiteren Aktivitäten von Microsoft in dieser Hinsicht besonders beobachten.

Über die wettbewerbsrechtlichen Aspekte hinaus zeige die Einlasssung des Microsoft-Chefs deutlich, warum die Forderung nach offenen und freien Standards wirtschafts- und standortpolitisch notwendig und sinnvoll sei. Der Linux-Verband empfiehlt seinen Mitgliedern sowie kommerziellen und privaten Linux-Nutzern, sich von derartigen Microsoft-Aktionen nicht verunsichern zu lassen. “Linux, freie Software und OpenSource sind und bleiben die sichere und leistungsfähige Alternative, die aus dem Alltag vieler Unternehmen und Privatanwender nicht mehr wegzudenken ist.”

Linux tut der öffentlichen Hand gut - Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie (PDF) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), in Auftrag gegeben von IBM, Novell und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.

Freie Software ermögliche erhebliche Kosteneinsparungen, dies bekräftigten 70 Prozent der Befragten. Insgesamt wurden 209 Studienteilnehmer befragt, mehr als die Hälfte davon öffentliche Einrichtungen. Bedeutsam für die OpenSource-Strategien von öffentlichen Einrichtungen seien dabei vor allem Office-Anwendungen, IT- oder Telefonie-Infrastruktur sowie Desktop-Systeme. Bekanntestes Best-Practice-Beispiel ist die bayerische Landeshauptstadt München mit ihrem Projekt “LiMux“.

Nicht nur die chronische Haushaltsknappheit der Kommunen kann Freie Software lindern. Ergebnis der Studie ist auch, dass Freie Software spürbare Impulse für die lokale Wirtschaft gibt. Denn die Aufträge, OpenSource-Lösungen in den Verwaltungen zu realisieren, gehen bevorzugt an kleinere und mittlere Unternehmen aus der Region. OpenSource in der Verwaltung leiste somit auch einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Wer Lobbyismus angesichts der Auftraggeber wittert, sei beruhigt: Zu ähnlichen Ergebnissen wie die Fraunhofer-Studie war auch eine Studie des Martforschungsunternehmens IDC gekommen. Die IAO-Studie steht auf der Webseite des Fraunhofer-Institus kostenlos zum Download bereit.

Schneller als erwartet hat Sun Microsystems erste Teile der Programmiersprache Java unter die GPLv2 gestellt und angekündigt, Java insgesamt offenzulegen: Damit erhält die Freie-Software-Bewegung so viele Zeilen Code wie selten zuvor. Gleichzeitig stellt die Aktion einen bemerkenswerten Wendepunkt in Suns Firmenpolitik dar.

Suns Softwarechef Rich Green ist der Meinung, dass die Öffnung auch auf andere Unternehmen Einfluss nehmen wird: “Das ist ein Meilenstein für die gesamte Industrie,” so Green. Es gehe Sun nicht nur darum, eine wichtige Software unter eine offene Lizenz zu stellen. Man wolle auch ein Zeichen setzen für die Zukunft der Softwareindustrie: Die Offenlegung sei somit auch ein klares Bekenntnis zum Zukunfts-Modell “Freie Software”.

Langfristig soll der gesamte Code von Java unter die GPL gestellt werden, ausgenommen sind einzelne Komponenten, die nicht im Besitz von Sun sind. Für die GPL habe man sich entschieden, weil diese Lizenz das größte Wachstumspotenzial für Sun biete. Geschützt bleiben die Marke Java und das Logo - die Kaffeetasse. Die offene Lizensierung ist kompliziert, denn es gibt eine Menge proprietärer Java-Applikationen. Der Spagat gelingt durch die Classpath-Lizenz: Lediglich verlinkte Software muss nicht unter die GPL gestellt werden.

Mehrere Java-Komponenten wurden bereits jetzt schon freigegeben, darunter die virtuelle Maschine HotSpot, der Compiler javac, sowie das Hilfesystem. Der Rest soll innerhalb der ersten Hälfte des kommenden Jahres nachziehen; diejenigen Komponenten, bei denen Sun die Sourcen nicht veröffentlichen darf, werden als Pre-Built-Binaries verfügbar sein.

Die Samba-Community, eigentlich als Novell-freundlich bekannt, hat sich jetzt in einem offenen Brief gegen den Patent-Deal mit Microsoft gewendet: Novell müsse das Abkommen widerrufen; zudem erinnern die Samba-Macher Novell an die Pflichten, die die Firma als Teil der Freie-Software-Bewegung hat.

In dem Brief macht Samba die unüberbrückbaren Differenzen zwischen freier und proprietärer Software deutlich, diese beiden “Welten” seien nicht miteinander vereinbar; Aktionen wie das Abkommen mit Microsoft seien nicht konform mit den Zielen der Freie-Software-Community und der GPL.

Weiterhin weist die Samba-Community darauf hin, dass alle Akteure im Kampf gegen Softwarepatente an einem Strag ziehen müssten. Mit dem Microsoft-Deal aber würde Novell die Einigkeit der Community zerstören, denn Patente als Mittel des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs seien von der Freie-Software-Bewegung nicht zu akzeptieren. Novells eigennütziges und wenig nachhaltiges Handeln mache auch deutlich, dass bereits jetzt ein tiefer Graben zwischen Novell und der Community existiere.

Das Software Freedom Law Center attestiert dem Deal ebenfalls keinen Nutzwert: Bradley M. Kuhn, CTO des Institus, bezeichnet die Vereinbarung sogar als “schlechter als nutzlos”. Die in der Vereinbarung enthaltenen leeren Versprechungen würden ein trügerische Sicherheit vortäuschen. Für Microsoft sei nur ein “isolierter, unbezahlter und unwichtiger Freie-Software-Entwickler ein guter Entwickler”.

In Ländern wie Finnland, Indien oder den USA gibt es bereits nationale Denkschmieden, die sich mit Open Source und offenen Standards befassen. Nun wurde auch in Großbritannien ein Kompetenzzentrum gegründet. Das “National Open Centre” (NOC) soll der britischen Strategieentwicklung in den sich ergänzenden Bereichen Open Source und offene Standards eine Heimat bieten.

Das NOC will mit Organisationen und Einzelnen zusammenarbeiten, um eine Expertengruppe zu schaffen, die regelmäßig auf Kernprobleme aufmerksam macht, als Ratgeber auf wichtige Informationsquellen hinweist und auch Veranstaltungen organisiert und anbietet.

Die Gründungspartner des NOC sind das National Computing Centre, sowie der Stadtrat von Birmingham und die von ihm geleitete Digital-Birmingham-Initiative. Open-Source-Projektpartner sind OpenAdvantage, welche mit der University of Central England zusammenarbeitet und Midland Open Source Technologies.

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat am 13.11. eine Aktion zu den Lizenzen Freier Software gestartet: In Kooperation mit gpl-violations.org wurde die “FSFE Freedom Task Force” (FTF) gegründet. Georg Greve, Vorsitzender von FSFE, beschreibt, warum diese Task-Force notwendig geworden ist: “Freie Software selbst ist inzwischen Mainstream, auch kommerziell - jedoch das Wissen über Freie Software und die speziellen Lizenzen ist noch nicht so weit verbreitet.” Heute stellen große Firmen Freie Software ins Zentrum ihres unternehmerischen Handelns.

Ziel der FTF ist es, “Programmierer und Communities zu beraten und zu bilden” Damit sollen Lizenz-Probleme vermieden werden; außerdem sollen die Lizenzen Freier Software bekannter gemacht werden. Die Aktion wird von Stichting NLnet mit 30.000 Euro gefördert. Teus Hagen von Stichting NLnet: “Nach unserer Auffassung ist es an der Zeit, Freie Software endlich solide abzusichern. Die FSFE ist ein guter Partner für ein solches Projekt.”

FTF will Experten mit technischem und juristischem Know-How zusammenbringen; auch Ehrenamtliche sollen mitmachen. Ziel ist es, koordiniert Antworten auf individuelle Fälle - sowohl auf grundlegende Lizenz-Fragen als auch auf Lizenz-Verletzungen - zu geben. Als Ko-Koordinator wurde Shane Coughlan eingestellt. “Wir treten als Treuhänder für Projekte auf und können so beispielsweise die Interessen der Projekte im Falle einer Lizenzverletzung vetreten,” so Coughlan, “Damit können sich die Projekt-Macher auf das Wesentliche konzentrieren - auf technologische und Management-Fragen.”

Harald Welte erzählt, warum gpl-violations.org bei der Freedom Task Force mit dabei ist: “Wir wollen unsere Ressourcen und Informationen teilen, um die Rechte von Entwicklern Freier Software optimal zu schützen.” Schon in der Vergangenheit sei der Kontakt zur FSFE gut gewesen, auch dies sei ein Argument, jetzt noch näher zusammenzuarbeiten.

Noch bis morgen früh 11 Uhr läuft die Aktion “24 Stunden klicken gegen Internetzensur” von “Reporter ohne Grenzen”. Mit der Aktion sollen die “schwarzen Löcher des Internet” geschlossen werden. “Jeder Klick zählt,” so Reporter ohne Grenzen, “Und jeder Klick hilft Reporter ohne Grenzen, sich noch nachdrücklicher für einen freien Informationsfluss im Internet einzusetzen.” Im Visier der Menschenrechtsorganisation sind 13 Länder, in denen das Recht auf freie Meinunsäußerung massiv verletzt wird: Ägypten, China, Iran, Kuba, Myanmar, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan, Vietnam und Weißrussland.

Jeder Internetnutzer kann überdies unter rsf.org eine Nachricht an Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aufnehmen. Yahoo war das erste Unternehmen, das die chinesische Version seiner Suchmaschinen zensiert hat. Außerdem arbeitet Yahoo seit langem mit der chinesischen Polizei zusammen; durch Yahoos “Hilfe” ist schon so mancher Internetdissident hinter Gitter gekommen; der Journalist Shi Tao etwa ist durch Yahoos Mithilfe für zehn Jahre im Gefängnis.

Gleichzeitig startet die Organisation eine eigene Blog-Plattform. Die Preise für ein Blog auf der Plattform rsfblog.org bewegen sich zwischen 5,90 und 14,90 Euro, wählbar sind zahlreiche Optionen, beispielsweise MoBlog- und Podcasting-Funktionen oder besonders viel Speicher. Ein Teil des Geldes geht an “Reporter ohne Grenzen” und deren Hilfsfonds: “Der Hilfs-Fond der Organisation unterstützt Familien von Internetnutzern, die in repressiven Ländern für das, was sie online veröffentlicht haben, hinter Gittern sind.” Außerdem ist es möglich, eine Patenschaft für einen inhaftierten Internet-Dissidenten zu übernehmen: “Foto, sowie Lebenslauf des Inhaftierten erscheinen dann automatisch rechts neben ihrem Blog.” Das Schicksal der Gefangenen öffentlich zu machen, erhöhe deren Chance, frei zu kommen.

Die Sahara im Norden von Mali ist denkbar schlecht für den Einsatz von Elektronik. Extreme Temperaturen, viel Staub und wenig Elektrizität setzen herkömmlichen Computern deutliche Grenzen. Speziell für solche Gebiete haben die Entwickler von IESC Geekcorps einen versiegelten Computer entwickelt.

Der „Desert PC“ verbraucht weniger als eine 60 Watt Glühbirne und wird durch einen passiven Kühlkörper vor Überhitzung geschützt. Versorgt wird er über Solarzellen, deren Effizienz durch Geekcorps gesteigert wurde. Für ihn wurde eine eigene Linux Distribution mit dem Namen Kunnafonix angepasst, unter anderem, um die Zugriffe auf den Festspeicher zu minimieren und somit wiederum Strom zu sparen.

Energieeffizienz ist für das Projekt überaus bedeutsam. Denn obwohl die Kosten der Bereitstellung eines Desert PC höher als die eines äquivalenten regulären PCs sind, ist der Gesamtkostenumfang für zum Beispiel einen Malinesen geringer, da Elektrizität dort im Verhältnis zu entwickelten Ländern sehr teuer ist.

Sand, Hitze und Stromsparen sind allerdings nicht die einzigen Herausforderungen der Region. Weil alle wesentlichen Komponenten importiert werden müssen, kommen die Entwickler einfach nicht am Experimentieren vorbei. Die „Water Bottle WIFI Antenna“ ist ein weiteres Beispiel für den Erfindungsreichtum mit dem sich die Mitarbeiter und Freiwillige von Geekcorps der Not der Umgebung anpassen.

Oft trifft die Organisation immer wieder auf Vorurteile gegenüber Linux. In vielen Ländern, wie Ghana, Libanon und Brasilien, steht Microsoft sehr häufig für das technische Niveau eines voll entwickelten Landes. Linux-Erfahrung habe in solchen Ländern bei der Jobsuche kaum einen Wert, äußert sich der Director Wayan Vota. Bei Geekcorps dagegen, basieren 90 Prozent der Geräte auf Linux. „We want what works the best, and that’s the operating system we use.“: erklärt Vota.

Die gemeinnützige internationale Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Stabilität und Wohlstand in Entwicklungsländern mit Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern. Mehr als 3000 Freiwillige waren bereits für Geekcorps im Einsatz. Ihre Lebenshaltungskosten werden von Geekcorps übernommen und der Job gefällt vielen so gut, dass die Mehrheit ihre Tätigkeit über die obligatorischen vier Monate hinaus verlängert. Geekcorps sucht weiterhin Helfer mit Linux Erfahrung.

Wie wäre es, wenn Information eben nicht über Dateien, Programme und
Fenster organisiert wäre, sondern über MindMaps? So könnte, das sagen
zumindest die Macher von DeepaMehta, Information sehr viel direkter und
individueller verarbeitet werden. DeepaMehta ist die Idee von einem
“Semantic Desktop”. Auf der LinuxWorldExpo in Köln stellt sich die
innovative Software vor.

„Unser Konzept zur Mensch-Maschine-Kommunikation sowie die daraus
abgeleiteten Anwendungen werden das Publikum sicher begeistern”, so
Andreas Gebhard, Geschäftsführer der DeepaMehta GbR, “Insbesondere in
Zeiten des Web 2.0-Hype bieten unsere Lösungen die Möglichkeit, etwas über
den Tellerrand hinaus zu blicken“.

DeepaMehta hat in den letzten Jahren schon eine Vielzahl von
Auszeichnungen gewonnen, so beispielsweise den “Best Practice Award” der
Berliner Initiative „We make IT“ in der Kategorie e-Government 2005. Und
erst kürzlich wurde DeepaMehta auch im europäischen Ausland geadelt: Fünf
von fünf Punkten hat die Software in der August-Ausgabe der britischen
Linux-Zeitschrift “LinuxUser & Developer” abgesahnt. LinuxUser-Autor
Martin Howse lobte besonders die “frischen, neuen Ideen, mit der Maschine
zu interagieren”; außerdem punktete DeepaMehta mit seiner ausgezeichneten
Dokumentation. Weiterer Pluspunkt: Die besonders aktive Community.

Auf der LinuxWorldExpo präsentiert sich DeepaMehta als Unteraussteller von
Sun Microsystems. „Wir freuen uns, erstmals als Aussteller auf einer der
wichtigsten Open Source Veranstaltungen in Deutschland vertreten zu sein“,
sagt so Andreas Gebhard, Geschäftsführer von DeepaMehta. „Unsere
OpenSource-SemanticDesktop-Lösung wird sicherlich auf großes Interesse bei
den anderen Ausstellern und den Besuchern stoßen. Wir laden Sie herzlich
zu einem Besuch auf unserem Messestand ein“, so Gebhard weiter. Im
DeepaMehta-Blog findet sich eine Freikarte (PDF).

Sie finden die DeepaMehta GbR auf der LinuxWorldExpo (14. - 16. November
2006 in Köln) in der Halle 11.2, Stand C16. Das Motto des Messeauftritts:
„DeepaMehta: A new desktop paradigm“.

Die DeepaMehta GbR ist Teil des newthinking network und hat ihren Sitz in
Berlin.

Steuererklärung im Internet - das funktionierte für Linux-Nutzer bisher noch nicht besonders gut. Viele - sowohl Windows- Mac- aber auch Linux-Nuzer - nutzen die Freeware-Software Winston für ihre Steuererklärung. Winston ist kostenlos und übermittelt die Steuer-Daten online; unter Elster-Plus können die Daten auch abgefragt werden. Bisheriges Manko: Eben die Funktion Elster-Plus - Login mit Kartenlesegerät und Signaturkarte - funktionierte nicht unter Linux. Jetzt hat Winston-Entwickler Olaf Stüben seine Steuersoftware auch für Linux freigegeben. Die passende Signaturkarte muss aber schon ausgewählt werden: Winston unterstützt im Moment nur die S-Trust R3 Karte.

Stundenlang mit dem Banknachbarn auf Glitzerkugeln schießen - süße
Pinguine, die seltsame Maschinen bedienen und dazu noch zartes Gepiepe;
die einen interpretieren die Geräusche als die Stimmen der Pinguine,
andere sind der Meinung, die Geräusche kämen aus den ungeölten
Schießmaschinen. “Frozen Bubble” ist sicherlich das beliebteste
Linux-Spiel, das es gibt. Grund genug, sich die Version 2.0 einmal etwas genauer anzuschauen.

Wichtigste Neuerung ist zweifellos die Möglichkeit, über das Netz -
sowohl über LAN als auch über das Internet - zu spielen. Besonders viele
Spieler sind aber noch nicht auf den Servern unterwegs, das wird sich
aber geben, wenn das Spiel erst einmal offiziell in den Distributionen
enthalten ist.

Wer schon jetzt Frozen Bubble 2.0 spielen möchte, muss schon in die
Tiefen seiner sources.list eintauchen: Noch ist es notwendig,
zusätzliche Paketquellen hinzuzufügen; besonders kompliziert ist das
aber nicht: Wie es funktioniert, ist für alle Distributionen auf der
Download-Seite von Frozen Bubble erklärt.

Einfach mal ausprobieren, denn es sind noch mehr Neuerungen in der
2.0er-Version enthalten: So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, den
Zwei-Spieler-Modus zu trainieren. Außerdem lassen sich bestimmte Levels
ganz konkret anwählen - in der alten Version musste man ja immer “von
vorne nach hinten” durchspielen. Eine dritte bedeutsame Neuerung ist der
Level-Editor - Levels lassen sich mit einfachen Mitteln völlig frei
gestalten und natürlich auch abspeichern.

Ein eventueller Wehrmutstropfen: Die Grafik von Frozen Bubble 2.0
enttäuscht. Der kleine Pinguin wirkt eckiger, unbeweglicher als in der
alten Version, außerdem ist das Menu in seltsamen Holz-Farben gehalten.
Über Geschmack aber, darüber lässt es sich bekanntlich trefflich streiten.

Ach ja: Frozen Bubble 2.0 funktioniert weder mit Windows noch mit
MacOSX. Kleiner Tipp der Entwickler: “Ideal time to switch to Linux!”

Brandneu auf den Download-Servern: Die beliebte Linux-Distribution
Ubuntu ist jetzt in der neuen Version “edgy eft” (hektischer Molch)
“freigegeben” - und damit offiziell erschienen. Auch die
Schwesterdistributionen Kubuntu, Xubuntu und die Bildungs-Version
Edubuntu sind jetzt in der Version 6.10 verfügbar. Die Ubuntu-Reihe ist
bei Desktop-Usern inzwischen weltweit die unangefochtene Nummer Eins.

Edgys Neuerungen finden sich eher “unter der Haube” - so arbeitet der
Rechner dank “upstart” erheblich effektiver: “Für die meisten User
werden diese Änderungen völlig unbemerkt verlaufen,” schreiben die
Entwickler auf ubuntu.com, “Aber auf jeden Fall bietet upstart eine
Menge klarer Vorteile, zum Beispiel die Möglichkeit, schneller zu
booten.” Alle Neuigkeiten mit upstart lassen sich im Howto-Wiki nachlesen.

Natürlich enthält die neue Ubuntu-Version auch aktuelle Versionen
beliebter Programme - OpenOffice kommt in der Version 2.0.4 daher,
Firefox ist als Version 2.0 enthalten; auch das Messenging-Programm Gaim
ist - für GNOME-Nutzer - endlich als 2.0er-Version dabei. Bei Kubuntu
wurde am Desktopmanager KDE gefeilt, Menustrukturen vereinfacht. Beide
Versionen bieten übrigens in edgy nutzerfreundlichere
Foto-Manager-Programme - sicherlich, weil heute so gut wie jeder über
eine Digitalkamera verfügt; die vielen geknipsten Bilder wollen
schließlich unaufwändig verwaltet werden. In KDE übernimmt digiKAM
standardmäßig diese Aufgabe - bei Gnome heisst die neue Foto-Applikation
F-Spot.

Vernetzten Realitäten wird edgy ebenfalls gerecht: Der Netzwerkmanager
kommt nun auch mit dem Verschlüsselungsstandard WPA klar. Außerdem
arbeitet bei edgy der X-Server x.org 7.1, dies ist vor allem ein Plus
für Rechner mit Intel Grafikchips und mit NVidia-Karten; außerdem
ermöglicht er 3D-Effekte.

Edgy Eft wird ausschließlich zum Download angeboten. Die Entwicklerfirma
Canonical möchte damit die bereits erhältlich Version Ubuntu 6.06 LTS
langfristig stärken. Ubuntu 6.06 ist auch weiterhin über den kostenlosen
Post-Dienst ShipIt von Canonical erhältlich. All diejenigen, die bereits
Ubuntu benutzen, können bequem auf die neue Distribution
upgraden.

Sie wollten schon immer wissen, welche Unternehmen auf Open Source
setzen? Vielleicht ein Unternehmen in ihrer Nähe finden? Oder eben genau
die Open-Source-Firma finden, die für Ihre Ansprüche das richtige
Produkt anbietet? Ab heute ist dies möglich: heise open und der
Linux-Verband haben eine Anbieter-Datenbank gelauncht, die genau diese
Wünsche befriedigt.

Es finden sich neben Informationen zu inhaltlichen Schwer­punkten der
Unter­nehmen auch regionale Kennwerte, sowie Branchen­daten. Unter
“Themenschwerpunkte” können beispielsweise Spezialisierungen wie
“Desktopsysteme”, “GUI” oder auch “Geoinformatik” angewählt werden.
Mehrfachangaben sind beim Basiseintrag nicht möglich. Integriert ist
auch eine regionale Suche nach Postleitzahlenbereichen.

Die neue Datenbank ermöglicht somit, gezielt nach Anbietern von
Produkten und Dienstleistungen im gesamten deutschen Markt zu suchen.
Unterneh­men, die in die Datenbank aufgenommen werden wollen, können
sich ab sofort anmelden. Der Basiseintrag ist kostenlos, der
Premiumeintrag bietet gegen einen Kostenbeitrag von 150 Euro mehr
Funktionalitäten, so beispielsweise eine wesentlich umfangreichere
Unternehmensdarstellung. Auch mehrere Unternehmensschwerpunkte können im Premium-Eintrag angewählt werden.

Heise open sieht seine Rolle auch in der journalistischen Begleitung des
Projekts, der Linux-Verband stellt die Datenbank-Infrastruktur. Die
Daten können von den Unternehmen online über den Browser eingegeben
werden, nach einer Prüfung der Daten schaltet der Linux-Verband den
Eintrag frei.