FSPA-Newsletter

You are currently browsing the archive for the FSPA-Newsletter category.

Bereits zum fünften mal in Folge erscheint das Open Source Jahrbuch der Technischen Universität Berlin. Das Standardwerk zu Open Source, Open Access und verwandten Themen hat sich im deutschsprachigen Raum als Standard-Referenz und Nachschlagewerk zum Thema Open Source etabliert.

Das Open Source Jahrbuch verschafft dem Leser mit Beiträgen aus Wirtschaft, Recht und Soziologie einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von freier Software und freiem Zugang zu Inhalten. Unter dem Motto “Zwischen freier Software und Gesellschaftsmodell” finden sich auf rund 370 Seiten unter anderem ökonomische Betrachtungen, praxisnahe Berichte zu erfolgreichen Open-Source-Projekten, technische Neuerungen und Anwendungen, Open Access sowie Wissensmanagement auf Basis von Open-Source-Software.
Erstmals kommen in diesem Jahr auch namhafte Soziologen zu Wort, so wie z.B. Dr. Udo Thiedeke, Privatdozent am Institut für Soziologie der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, der in seinem Artikel über “Offene Quellen - Die medialen Bedingungen der Knappheitskommunikation” spricht. Auch sonst kann das Open Source Jahrbuch mit Berühmtheiten aufwarten:
Glyn Moody (Autor des populären Buchs “Rebel Code: Inside Linux and the Open Source Revolution” und Betreiber des Weblogs Opendotdotdot) schreibt über “Richard Stallmans Goldene Regel und das ‘Digital Commons” und Kaj Arnö (Geschäftsführer der MySQL GmbH und Vice President Community Relations von MySQL AB) berichtet über Architecture of Participation: Teilnehmende Open Source bei MySQL.

Das ganze Projekt wird Jahr um Jahr von einer wechselnden, studentischen Arbeitsgruppe rund um Prof. Dr. iur. Bernd Lutterbeck durchgeführt, die alle anfallenden redaktionellen Aufgaben übernehmen. Seit 2006 gibt es auch einen gemeinnützigen Verein “Open Source Jahrbuch e.v.”, der allen Interessierten des Jahrbuchs eine einfache Möglichkeit zur Unterstützung des Projekts geben möchte.

Die offizielle Ankündigung des Buches erfolgt am 6. März zwischen 17 und 18 Uhr auf der CeBIT in Halle 9 auf dem Future-Talk-Stand, aber erhältlich ist das Buch bereits seit dem 4. März im Buchhandel und unter opensourcejahrbuch.de - dort selbstverständlich auch als PDF Download. Fast alle Artikel stehen unter einer Creative Commons Lizenz.

http://idw-online.de/pages/de/news248812
http://www.opensourcejahrbuch.de/

Ab sofort gibt es vom Linux Professional Institute (LPI) ein neues Programm, das Firmen, die mit Linux-Dienstleistungen ihr Geld verdienen, besonders zertifiziert. Das Programm heisst “LPI Certified Solution Provider”; kurz “LPI CSP”. Auf einem neuen Portal können dann deratig ausgezeichnete Firmen und potentielle Kunden zusammenfinden. Dort werden die beteiligten Firmen nach einer Kombination aus Anzahl der Kundenreferenzen mit der Anzahl und der Höhe der LPI Zertifizierungen gerankt.

Die Teilnehmer des Programmes, sogenannte “LPI CSPs” haben dann eine Auszeichnung als “LPI Approved Partner” oder sogar als “LPI Approved Gold Partner”. Dies kann hilfreich sein, um erfolgreicher an Ausschreibungen teilzunehmen. Denn damit kann man zeigen, dass seine Lösungskompetenz im Bereich Linux liegt und kann ausserdem die “Qualität” seiner Mitarbeiter mit diesem weltweit gültigen Prädikat deutlich machen. Innerhalb der Zertifizierung gibt es drei Stufen: als “LPI Partner” kann man einsteigen, wenn noch keine Referenzen nachgewiesen werden können und die Mitarbeiter auch noch nicht vom LPI zertifiziert worden sind - für die nächsten beiden Stufen “Approved” und “Gold” müssen jeweils Nachweise über Kundenreferenzen und LPI Zertifizierungen erbracht werden. Reiner Brandt, Geschäftsführer bei LPI Central Europe, sagt zusammenfassend: “Der “LPI CSP” ist das passende Partnerprogramm für alle Firmen, die im Linux Business unterwegs sind und Ihre Kompetenz durch bereits LPI zertifizierte Mitarbeiter zum Ausdruck bringen möchten. In vielen Gesprächen haben wir festgestellt, das ein solches Programm von Systemhäusern und Linux Firmen gefordert wird, um sich besser von Ihren Mitbewerbern abheben zu können. Deswegen haben wir für diese hohe Anforderung ein neues, umfassendes Internetportal explizit bereitgestellt. Es ist eine wichtige Erweiterung neben den bereits bestehenden Partnerprogrammen “LPI ATP” und “LPI AAP”, die für eine qualitativ hochwertige berufliche Linuxausbildung eingerichtet wurden.”

Die international anerkannte, herstellerunabhängige Organisation, die den professionellen Einsatz von Linux, Open Source und freier Software vertritt und unterstützt, liefert ihr Zertifizierungsprogramm in sieben Sprachen aus. Die gemeinnützige Organisation LPI ist unabhängig von Softwareherstellern und Schulungsanbietern und gründete sich 1999 aus der Linuxgemeinde, welche, wie bei deratigen Intitutionen üblich, weiterhin stark in ihre die Arbeit einbezogen wird. Auf der kommenden CeBIT wird man die LPI Central Europe in Halle fünf besuchen können.

Die LPI hat sich bisher vor allem durch ihr Zertifizierungsprogamm hervorgetan, dass sich an Systemadministratoren richtet; über weitere Zertifizierungsprogramme, etwa für Anwender oder Entwickler, wird nachgedacht. Eine Darmstädter Firma hat dafür inzwischen eine frei zugängliche Web-basierte Plattform zur Vorbereitung auf die Zertifizierungsprüfungen errichtet. Teilnehmer können dort üben und sich austauschen; die Nutzung ist selbstverständlich kostenlos und füllt eine weitere Lücke in der qualifizierten Ausbildung von Linuxexperten.

Quellen:
http://www.lpice.eu/LPI-startet-neues-Part.69.0.html?&L=4
http://www.presseportal.de/pm/64177/1144892/max21_management_und_beteiligungen_agZ

Die europäische Union finanziert mit gut 700.000 Euro eine Studie, die die Nutzung von Free/Libre/Open Source Software (FLOSS) in “Entwicklungsländern” untersuchen will. Am Ende soll es eine Art “Roadmap” geben, die überprüfte Lösungen für klar definierte Bedürfnisse aufzeigt. Das Projekt ist ein Zusammenschluss von elf verschiedenen Organisationen aus neun Ländern. Forschungsinstitute, Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen sowie private Unternehmen aus Argentinien, Kambodscha, China, Ghana, Indien, Südafrika, Spanien und Großbritanien bilden die nächsten zwei Jahre das Projekt FLOSSinclude - dies unter dem Dach des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Das Projekt wird angeleitet von UNU-MERIT, eine gemeinsame Forschungsstelle der United Nations Universität sowie der Maastricht University in den Niederlanden.

Das Projektteam hat bei seinen Zielen eine hohe Messlatte: Sie wollen zunächst eine gründliche Analyse der vorhandenen Daten machen und dabei Schlüsselprobleme und Regionen (speziell diese mit evtl. blockiertem Potential) identifizieren. So sieht das Projekt vor, Informationen besser zu verbreiten und für eine effektivere Vernetzung der bereits vorhandenen lokalen und regionalen Initiativen zu sorgen. Es sollen dann anhand der spezifischen Fälle die technischen, wirtschaftlichen und sozio-politischen Bedürfnisse gezeigt werden. So kann das Wachstum von Verwendung und Entwicklung herausgefunden werden. Dann soll eine Bedarfsanalyse gemacht werden: Anhand der konkreten Fälle soll gezeigt werden, welche speziellen technischen, wirtschaftlichen und sozio-politischen Bedürfnisse die untersuchten Regionen haben um für Wachstum in Verwendung und Entwicklung der freien Software zu sorgen. Daraufhin soll mittels Pilotversuche bestätigt werden, dass die Lösungen, Werkzeuge und Dienste der freien Software kosteneffizient und praktikabel sind. Am Ende soll dann mit Unterstüzung der regionalen Inititativen eine “Roadmap” erstellt werden, die konkreten Fällen mit klar identifiziertem Bedarf - anhand der Pilotversuche überprüfte - Lösungvorschläge bereithält.

Ausserdem soll das (durch das Projekt entstandene) Netzwerk nachhaltig genutzt werden um die internationale Zusammenarbeit zwischen der EU und den “Entwicklungsländern” zu fördern. Die Studie wird an vorangegangene Studien, wie z.B. die FLOSSWorld anknüpfen.

Quellen:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2008-02/unu-gcl021908.php
http://www.merit.unu.edu/research/projects_view.php?id=187

Die European Union Public License (EUPL) ist eine von der Europäischen Union herausgegebene Lizenz mit Copyleft für die Lizenzierung freier Software. Sie ist ausdrücklich zur GNU General Public License Version 2 (GPLv2) kompatibel. An der Kompatibilität zur GPLv3 wird kontinuierlich weitergearbeitet. Schon vor einem Jahr wurde die EUPL in englisch, französisch und deutsch veröffentlicht, diese waren jeweils auf die regionalen Gesetzesgebungen abgestimmt.

Nun gibt es offizielle Übersetzungen in 22 europäische Sprachen. Damit ist die EUPL die erste Open Source-Lizenz mit in einer derart großen Zahl gleichberechtigter Sprachfassungen. Für die meisten anderen Open Source-Lizenzen liegen zumeist nur “inoffizielle” Übersetzungen vor, die zwar sprachlich, aber teilweise nur mäßig fachlich übersetzt wurden. Diese neuen Fassungen hat die Europäische Kommission im Januar offiziell abgesegnet, nachdem jede Version an die sprachlichen Feinheiten sowie an die rechtliche Situation in den entsprechenden Ländern angepasst wurde. Die Übertragung in die Landessprachen sei eine schwierige Angelegenheit gewesen: Während an den reinen Übersetzungen der Anfang 2007 fertig gestellten Lizenz gearbeitet wurde, musste sie in einigen Fällen an das nationale Recht angepasst werden.

Die Lizenz wurde zwar hauptsächlich für das europäische Projekt IDABC (Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Businesses and Citizens) entwickelt, für dass sie bereits benutzt wird, soll aber selbstverständlich auch für alle anderen freien Software Projekte zur Verfügung stehen. Auch soll es mit der EUPL der öffentlichen Verwaltung in der EU leichter gemacht werden, freie Software einzusetzen und zu fördern.

Der 2005 vorgeschlagene Text beruht auf einer Auftragsstudie der Universität Namur (CRID/Belgien), die verschiedene Lizenzmodelle in Hinblick auf ihren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung in Europa untersucht hat. Die Lizenz ist in ihrer Zielsetzung der GNU General Public Licence (GPL) vergleichbar, ist aber dem europäischen Recht angepasst. Es gab aus der Community zunächst etwas Gegenwind, sie bezweifelten angesichts einer wachsenden Vielfalt an Lizenzen ihre Notwendigkeit. Aber „damit erhält die Verwaltung Rechtsicherheit, wenn sie ihre Softwareprodukte für andere freigibt,“ erklärte Jean-Paul Triaille, einer der Co-Autoren der EUPL. Aus Sicht der IDABC stand bei der Schaffung der EUPL im Vordergrund, den Verwaltungen eine Lizenz an die Hand zu geben, über die sie verfügen kann. Auf die Entwicklung der GPL habe man jedoch keinen Einfluss. Die EUPL gibt den europäischen Open Source Communities einen gemeinsamen Rechtsraum.

Quellen:
http://europa.eu.int/idabc
http://ec.europa.eu/idabc/en/document/7340

Der LinuxTag ist für Anwender und Entwickler von Freier Software eine der wichtigsten Veranstaltungen dieser Art. Inzwischen finden sich auf der jährlichen Messe knapp 10.000 Teilnehmer. Thema ist Freie Software mit einem Schwerpunkt auf Linux, und so soll die Messe einen umfassenden Überblick über den Markt um Linux und Freie Software geben.
Nun werden wieder interessante Projekte und Entwicklungen für den LinuxTag 2008 in Berlin gesucht. Der “Call for Papers” für das Kongressprogramm ist bereits abgeschlossen, das Programm wird vorraussichtlich Mitte März erscheinen. Doch der “Call for Projects” ist gerade erst angelaufen. Noch bis 21. Februar können sich Interessierte für einen Stand auf dem LinuxTag bewerben. Hierauf können sich kommerzielle und nicht-kommerzielle Projekte bewerben. Es werden über 10.000 Teilnehmer aus über 30 Ländern erwartet, alle Infos zur Bewerbung gibt es in dem Call for Projects.

“Technologie- und Innovationsförderung ist mehr als reine Projekt- oder Unternehmensfinanzierung” schreibt das Zentrum für Innovation und Technologie in Wien (ZIT) auf seiner Webseite. Deswegen wurde auch dieses mal den Bewerbern des Wettbewerbs zur Unterstützung heimischer IT-Projekte genau auf die Finger geschaut. Insgesamt haben sich über 40 Unternehmen aus Wien beworben.
13 Unternehmen bekamen die Förderung, darunter sechs, die Systeme entwicklen, die unter einer Open-Source-Lizenz stehen. Insgesamt wird mit 1,4 Millionen Euro gefördert, fast die Hälfte geht also an die Projekte aus der Open-Source Welt. vor allem die Gemeinderätinnen Sybille Straubinger (SPÖ) und Marie Ringler (Grüne) freuen sich über dieses Ergebnis, denn sie hatten sich im Vorfeld für einer Förderung von Open-Source-Projekten besonders enagiert.

Die geförderten Unternehmungen umfassen beispielsweise eine digitale Mediathek, die Entwicklung einer Nebenstellenanlage und die Programmierung einer Unternehmenssoftware. Nähere Details zu den geförderten Projekten stehen im Endbericht der Vienna IT Enterprises.

Die 10-köpfige Jury hatte hohe Ansprüche: Sie wollen die gesellschaftliche Relevanz von Forschung und Technologie in den Vordergrund stellen und damit eine breite Zielgruppe ansprechen und deren Entwicklungspotenziale unterstützen. Die Wirtschaftsstruktur Wiens soll beachtet werden und es soll nicht doppelgleisig gefahren werden, was bedeuted, dass das Förderportfolio mit anderen Fördereinrichtungen abgeglichen wurde.

Quellen:
Technologie- und Innovationsförderung ist mehr als reine Projekt- oder Unternehmensfinanzierung” schreibt das Zentrum für Innovation und Technologie in Wien (ZIT) auf seiner Webseite. Deswegen wurde auch dieses mal den Bewerbern des Wettbewerbs zur Unterstützung heimischer IT-Projekte genau auf die Finger geschaut. Insgesamt haben sich über 40 Unternehmen aus Wien beworben.
13 Unternehmen bekamen die Förderung, darunter sechs, die Systeme entwicklen, die unter einer Open-Source-Lizenz stehen. Insgesamt wird mit 1,4 Millionen Euro gefördert, fast die Hälfte geht also an die Projekte aus der Open-Source Welt. vor allem die Gemeinderätinnen Sybille Straubinger (SPÖ) und Marie Ringler (Grüne) freuen sich über dieses Ergebnis, denn sie hatten sich im Vorfeld für einer Förderung von Open-Source-Projekten besonders enagiert.

Die geförderten Unternehmungen umfassen beispielsweise eine digitale Mediathek, die Entwicklung einer Nebenstellenanlage und die Programmierung einer Unternehmenssoftware. Nähere Details zu den geförderten Projekten stehen im Endbericht der Vienna IT Enterprises.

Die 10-köpfige Jury hatte hohe Ansprüche: Sie wollen die gesellschaftliche Relevanz von Forschung und Technologie in den Vordergrund stellen und damit eine breite Zielgruppe ansprechen und deren Entwicklungspotenziale unterstützen. Die Wirtschaftsstruktur Wiens soll beachtet werden und es soll nicht doppelgleisig gefahren werden, was bedeuted, dass das Förderportfolio mit anderen Fördereinrichtungen abgeglichen wurde.

Quellen:
http://www.zit.co.at/page.aspx?target=104249
http://www.vite.at/fileadmin/redaktion_vite/EndberichtZITCall_IKT2007.pdf

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Ende des Jahres rund 13.000 Internet-Informationsplätze von Windows-NT auf Linux umgestellt. Nach eigenen Angaben sei die Umstellung erforderlich gewesen, weil “die vorherige Kombination aus Windows-NT und Internet Explorer bei der Darstellung aktueller Medieninhalte und der Unterstützung moderner Hardware mit der technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten konnte”.

Die Internet-Center dienen den Besuchern der 178 Arbeitsagenturen zur Recherche. Sie sind frei zugänglich, weswegen es einen hohen Anspruch an die Sicherheit gibt. Darin sieht die BA neben einem stabilen Betriebsverhalten und weitreichende Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten die größten Vorteile dieser Umstellung. Aber auch die Kosten spielen eine Rolle: Einerseits entfallen durch den Einsatz freier Software die Lizenzkosten, andererseits sinken die Betriebskosten; denn die BA betreibt schon seit Jahren ihre Server unter Linux. Dadurch ergeben sich nun standardisierte Automatisierungs- und Wartungsverfahren.

Zusammenfassend sagt Klaus Vitt, CIO der Informationstechnik der BA, dass “die BA mit der Umstellung auf Open Source-Software und Linux auf die künftigen technologischen Entwicklungen flexibel reagieren kann. Für die Zukunft steht der BA damit eine große Auswahl an potenzieller Software zur Nutzung verschiedener Internetmedien und für eine optimale Internetkommunikation der Kunden zur Verfügung.“

Quelle:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2008/Presse-08-002.html

Wubi hilft Neueinsteigern, ein Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu oder Edubuntu testweise zu installieren. Zum einen gibt es schon länger die Methode der LiveCDs, ebenfalls für all diese Distributionen. Dort kann man direkt von CD aus ein ganzen Betriebssystem testen und risikolos ausprobieren, ob es einem gefällt und ob alle Komponenten des Rechners vom System erkannt werden. Die Einstiegshürde ist dadurch schon um ein großes Maß gesunken. Nun gibt es noch was neues, nämlich den “Windows based Ubuntu Installer” namens Wubi. Hier kann man ohne Veränderung der Partitionen, also ohne eine Partition für Linux mit einem Linux-Dateisystem auf der Festplatte einzurichten, auf einem Windowsrechner ein Linux installieren.

Wubi wird wie ein ganz normales Programm unter Windows installiert. Das Programm lädt das jeweils benötigte CD-Image selbst herunter. Man muss nicht selber danach suchen und es auch nicht brennen, denn Ubuntu installiert sich mit Wubi aus Windows heraus selbst. Wubi legt dann ein virtuelles Laufwerk an, d.h. die Installation von Linux wird in einer Image-Datei auf dem Windows-Rechner gestartet, welche aus Sicht des Linux-Systems ein Laufwerk ist. Das Partitionieren entfällt - der Teil der Installation, der bei Neuanwendern immer wieder als einer der kompliziertesten aufgefallen war. Zu guter letzt trägt Wubi Ubuntu in den Windows-Bootmanager ein, statt einen eigenen zu installieren.
Für den Windowsuser ist also die Installation denkbar einfach und “transparent”, und so funktioniert auch die Deinstallation: wie immer unter Windows über die Systemsteuerung (”Software”). Wird dort der Eintrag “Wubi” deinstalliert, wird das gesamte virtuelle Laufwerk und der Eintrag im Bootmenü rückstandslos entfernt.

Risikofreies und “transparentes” installieren und deinstallieren ist hier die Devise. Bei den LiveCDs gibt es leider den Nachteil, dass beim Ausprobieren logischerweise direkt von CD ausgeführt wird, was natürlich zu Verzögerungen und einem weniger flüssigen Betrieb führt. Dieses Problem wird durch Wubi behoben. Wubi unterscheidet sich von einer normalen Ubuntuinstallation nur noch dadurch, dass es eben auf Dateien in der Windowspartition zugreifen muss und keine eigene Linuxpartition hat. Dies könnte manchmal langsamere Schreib- und Lesezugriffe bewirken. Einem Neueinsteiger ist diese Variante also ohne Vorbehalt zu empfehlen und im Wiki der Ubuntuusers gibt es dazu auch eine schöne Anleitung.

Quellen:
http://wiki.ubuntuusers.de/Wubi
http://wubi-installer.org/

Die K Desktop Environment (KDE) ist eine frei verfügbare Arbeitsumgebung bzw. Oberfläche für Unix-Systeme, die mit dem Ziel entwickelt wird, vollwertig, konsistent und leicht bedienbar zu sein. Neben KDE gibt es noch viele weitere, aber nur “Gnome” ist ähnlich weit verbreitet. Nach langem Warten wurde von den Entwicklern nun endlich eine stabile Version von KDE 4 herausgebracht. Es gibt viele Neuerungen. Das neue KDE wirkt insgesamt viel klarer als seine Vorgänger, der Desktop macht aber seinem Spitznamen “Eye-Candy” alle Ehre. Wer sich dies mal genauer anschauen möchte, kann auf kde.org eine bebilderte Führung
machen.

“Plasma” z.B. ist die neue Anwendung für den Zugang zur Arbeitsoberfläche die es u.a. erlaubt, kleine Programme auf dem Hintergrund zu platzieren. Diese von den Entwicklern “Plasmoids” benannten Widgets lassen sich über die Desktop-Toolbox am linken oberen Bildschirmrand auswählen - wie von KDE gewohnt sind diese Funktionen und Grafiken stark modifizierbar. Bei einer Neuinstallation ist ein Paket schon vorbereitet: Es gibt einen Notizblock, der kurze Texte scheinbar auf den Desktop klebt, eine Wörterbuchabfrage und einen Bilderrahmen; und natürlich die obligatorischen Tools wie Uhr, Batteriestandsanzeige für Notebooks und eine Anzeige für die Netzlast. “Superkaramba” konnte zwar ähnliches schon vorher, die Funktionen wurden aber optimiert.

Eine Generalüberholung gönnte man auch dem “Konqueror”: Er bleibt zwar Dateimanager und Webbrowser, für das Dateimanagment ist nun aber speziell “Dolphin” zuständig. Dolphin besticht mit Schlichtheit und voller Konzentration auf diese eine Aufgabe. Langfristig soll “Dolphin” mit dem Informations-Framework “Nepomuk” erweitert werden können, der versucht “tagging” in das Dateimanagment zu integrieren. Damit kann ein Objekt zugleich mehreren Kontexten zugeordnet werden, was einige Erleichterungen verspricht.

Auch für PFDs gibt es eine neue Anwendung: “Okular” ist der Nachfolger von KPDF und unterstützt zahlreiche Bild- und Textformate. Dies ist kein reiner Betrachter mehr, denn man hat einige Werkzeuge zur Verfügung um z.B. Bemerkungen und Markierungen innerhalb eines Dokuments anzubringen und zu speichern.
In der neuen Version von KDE hilft “Strigi”, den Desktop zu durchsuchen. Der Strigiclient ist einfach und minimalistisch: Ein Textfeld nimmt den Suchbegriff entgegen und präsentiert die Ergebnisse in einer Liste. Das “Oxygen”-Team von Grafikern innerhlab des KDE-Teams legt besonderen Wert auf Schönheit und Klarheit. KWin, der KDE-Fenstermanager unterstützt jetzt erweiterte, grafische Effekte um den Umgang mit Fenstern und natürlich die üblichen Effekte wie Transparenz und Schatten.

Unter der Nutzeroberfläche gab es auch noch einige Änderungen: der Wechsel auf die Grafikbibliothek Qt 4, der Umstieg vom DCOP-Protokoll auf D-Bus und “Solid”, eine neue Schnittstelle zur Anbindung von Peripheriegeräten.

Quellen:
http://dot.kde.org/1200050369/
http://kde.org/announcements/4.0/index-de.php

Vom 01. bis 03. April 2008 präsentiert sich die Open Source Branche auf der größten deutschsprachigen Anwenderkonferenz für Freie Geo-Informationssysteme in der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.

Nach Aussage der Veranstalter sind geographische Anwendungen auf Basis freier Software einer der dynamischsten Wachstumsmärkte im gesamten IT-Markt. Die Nachfrage nach Geoinformationen erfährt nicht nur durch populäre Massenanwendungen wie Google Maps & Co. erhebliche Steigerungen. Auch die Bereiche Neogeography, Business Mapping, Tourismusanwendungen, 3D-Anwendungen, mobile GI-Systeme oder Metadaten erfahren seit Jahren einen stetigen Aufwärtstrend.

Für diese und viele weitere Anwendungen werden an drei Astellungstagen auf der FOSSGIS 2008 bewährte und innovative Open Source Anwendungen vorgestellt. Außerdem werden in Workshops und Vorträgen die neuesten Open Source Entwicklungen im Bereich Webmapping, Geodatenmanagement und Desktop-GIS präsentiert.

Der Eintritt ist kostenfrei, Workshops aber kostenpflichtig und eine Registrierung ist notwendig. Der Call for Papers läuft noch bis 1. März.

Es gab auch Ende November eine ähnliche, aber deutlich kleinere Veranstaltung: die where2b Konferenz in Bonn. Laut der Veranstalter war sie mit 140 Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Italien ein voller Erfolg. Inzwischen kann man sich die Vorträge als pfd von deren Webseite runterladen.

Quellen:
http://www.fossgis.de/
http://www.where2b-conference.com/

Die Linux Foundation hat gestern Open Voices gestartet. Dies ist ein Podcast, der Interviews mit bekannten Persönlichkeiten aus der freien Software und Linux Szene anbieten will. Jim Zemlin, der Geschäftsführer der Linux Foundation erklärte zum Start: “Wir haben das Privileg, täglich mit den einflussreichen Leuten der freien Software Bewegung in Kontakt zu kommen” - warum also dieses Privileg nicht teilen?”

So spricht Jim Zemlin im ersten Podcast mit dem Linux-Erfinder Linus Torvalds. (Hier ist das OGG) Neben der allgemeinen Weiterentwicklung von Linux und der Internationalisierung sprechen die beiden auch über die GPLv3, Softwarepatente und den derzeitigen Trend, dass der Linux-Desktop zum Massengut wird. Dazu sagte Torvalds, dass er Linux von vornherein für den Desktop entwickelt habe. Er habe sich nie wirklich für etwas anderes interessiert. Daher mache er sich auf technischer Ebene keine Sorgen um Linux auf dem Desktop, da dieser für die meisten Kernel-Entwickler an vorderster Stelle stehe.

Den ersten Teil des Podcast gibt es jetzt schon auf Open Voices und den zweiten Teil dann in zwei Wochen. Auch Transkripte wird es jeweils geben. Weitere Podcasts wurden auch angekündigt, zum Beispiel mit dem Novell-Präsidenten und Vorstandvorsitzenden Ron Hovsepian, mit Marten Mickos, dem Vorstandsvorsitzenden von MySQL oder Mark Shuttleworth, dem Gründer des Ubuntu Projektes.

Die Linux Foundation ist ein gemeinnütziger Verband mit dem Ziel, Linux zu unterstützen, zu fördern und zu standardisieren, indem sie Mittel und Dienste dafür anbietet. Auch geht es um den rechtlichen Schutz von Open-Source-Entwicklern, die Bereitstellung eines neutralen Forums zur Zusammenarbeit zwischen Linux-Firmen, sowie dem Schutz und der Verwaltung der Marke Linux, um erfolgreich mit proprietären Plattformen zu konkurrieren. Sie wurde Anfang 2007 gegründet.

Podcasts sind quasi Radio- oder Fernsehsendungen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen. Jeder kann Podcasts produzieren und mit Hilfe des Internets verbreiten. Auch für das Radio produzierte Inhalte landen inzwischen fast alle als Podcast im Netz.

Quellen:
http://linux-foundation.org/weblogs/press/2008/01/07/the-linux-foundation-launches-new-podcast-series-with-linus-torvalds/
http://www.linux-foundation.org/weblogs/openvoices

Seit kurzem wurde eine Testversion eines Dienstes freigegeben, mit dem man OpenOffice browserbasiert online voll nutzen kann. Das Projekt aus der freien Software Szene schließt an die Erfolge der heute üblichen Distributionsarten von Betriebsystemen an, nämlich denen einer LiveCD, deren Dienste man ganz ohne Installation nutzen kann. So kann man ohne Risiko andere Anwendungen ausprobieren und sich in Ruhe entscheiden, ob man diese dauerhaft nutzen möchte.

Man registriert sich einfach online und bekommt damit ein Gigabyte Speicherplatz für zu bearbeitende Dokumente. So kann man die gewohnten Funktionen von OpenOffice wie gewohnt nutzen, (so z.B. auch die Konvertierung in PDFs) - an einem Rechner der nichts weiter hat, als einen “modernen Browser” mit Javascript und eine installierte Java-Runtime ab Version 1.4. Somit kann man OpenOffice nun von fast jedem Rechner voll nutzen, z.B. auf Reisen in einem Internetcafe, bei Freunden oder an öffentlichen Terminals. Es können sogar mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen.

OpenOffice Online schenkt den Usern sogar noch ein weiteres Feature: dadurch dass die Dokumente auf einem zentralen Server gepeichert werden, können mehrere User gleichzeitig am gleichen Dokument arbeiten. Dies geht ganz einfach mittels eines Buttons, mit dem man andere zum mitarbeiten einladen kann. Hier kann man dann wählen, ob der Gast für ein bestimmtes Dokument Schreib- oder doch nur Leserechte bekommt.
Doch Ulteo, das Projekt welches hinter OpenOffice Online steht, hat noch viel mehr vor. Langfristig ist ein komplettes Desktop-System geplant, das jederzeit über das Internet zur Verfügung steht.

Quelle:
http://www.ulteo.com/home/en/news/2007/12/11

Am 11. Februar wird in Wien ein Open-Source-Kompetenz-Zentrum eröffnet. “Open Source Austria” ist eine unabhängige Vereinigung zur Förderung des professionellen Einsatzes von Freier/Open Source Software in Österreich.

Peter Prohaska, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Open Source Austria, geht davon aus, dass Österreich sich mit Hilfe des Kompetenzzentrums im europäischen und internationalen Umfeld stärker behaupten kann. Dies möchte er erreichen, indem eine Auftrags- und Job-Datenbank aufgebaut wird, die von IT-Dienstleistern, Kommunen und Organisationen gleichsam genutzt werden kann. Außerdem soll aktives Lobbying für den verstärkten Einsatz von Open-Source-Software betrieben werden, auch die Lehre an Schulen und universitären Bildungseinrichtungen soll stärker in den Aufklärungsprozess integriert werden. Gerade der wissenschaftliche Bereich kann stark dazu beitragen, den Einsatz von Open Source Software technisch, wirtschaftlich und rechtlich abzusichern.

Ein Büro in Wien wird ab Februar werktags von 9 bis 18 Uhr eine Anlaufstelle sein für alles, was freie Software betrifft. Es sind verschiedene Kooperationen geplant, unter anderem mit dem deutschen Linuxverband und der Stadt München. Geplant ist außerdem, eine jährliche Open-Source-Businessveranstaltung mit Entwicklerkonferenz auszurichten.

Quelle:
http://www.opensourceaustria.at/

In Deutschland gab es zum 5. Geburtstag der Creative Commons Initiative gleich mehrfachen Grund zum feiern. Zum einen gibt es nun einen “Public Project Leader” (wir berichteten) und zum anderen gibt es Neuigkeiten was die Lizenzen betrifft. Auf der Geburtstagsparty in Berlin wurde verkündet, dass der Rohentwurf für die deutsche Creative Commons Lizenz 3.0 fertig ist. Dieser ist auf der deutschen Creative Commons-Seite bis Mitte Januar zum Peer-Review öffentlich einsehbar. Interessierte sind eingeladen, sich am Peer-Review Prozess zu beteiligen. John Weitzmann dankte allen Mitwirkenden für den unermüdlichen Einsatz, allen voran dem Affiliate Team an der Universität des Saarlandes und Herrn Prof. Herberger, der die Arbeit an der Lizenz begleitet und mit seinem Institut für Rechtsinformatik unterstützt.
Neuerungen in Version 3.0 sind vor allem ausdrückliche Regelungen zu Vergütungsansprüchen aufgrund gesetzlicher Lizenzen (Leermedienabgabe), der Verzicht auf reine Datenbankenschutzrechte, die Möglichkeit einer Zuschreibung an Dritte, WIPO-gerechte Begrifflichkeiten, die Einräumung von Nutzungsrechten für noch unbekannte Nutzungsarten und ein Wechsel vom Begriff des Werkes zu dem des Inhalts. Die Lizenz wird im Ganzen bereits auf die am 1. Januar 2008 in Kraft tretenden Änderungen des Urheberrechtsgesetzes (sog. 2. Korb) ausgerichtet sein.

Außerdem wurden in den USA neue Modelle der Creative Commons Lizenzen entworfen. So gibt es nun zwei neue Lizenzen: “CC Plus” und “CC Zero“. CC+ soll eine einfache Lösung bieten, seine Werke für die kommerzielle Nutzung zu verkaufen, und das trotz der gewohnten Veröffentlichung zu nicht-kommerziellen Zwecken. Über ein paar Klicks können einem interessierten kommerziellen Nutzer weitere Rechte eingeräumt werden, und der Urheber muss sich mit Hilfe dieser Lizenz nicht mehr entscheiden, ob er sein Werk grundsätzlich zur kommerziellen Nutzung freigeben will, sondern kann bei jedem Fall neu entscheiden.
Die CC0 Lizenz entspricht der bereits vorhandenen Public Domain Linzenz, soll nun aber auch internationale Gegebenheiten berücksichtigen. Bei dieser Lizenz verzichten Urheber auf sämtliche Rechte. Ab Mitte Januar soll eine Testversion dieser Lizenz veröffentlicht werden, die dann vorraussichtlich heiß diskutiert werden wird, denn die Gegebenheiten aller Nationen zu berücksichtigen wird sicher schwierig werden. In Deutschland z.B. ist es ohnehin nicht ohne weiteres möglich, als Urheber vollständig auf seine Rechte zu verzichten.

Quellen:
http://creativecommons.org/press-releases/entry/7919
http://de.creativecommons.org/Portierung_BY-NC-SA_3.0_de_Entwurf_071216.pdf

Seit Herbst 2006 liegt das “Legal Project Lead” bei der Europäischen EDV-Akademie der Rechts gGmbH (EEAR), mit Sitz im Saarland. Das “Legal Project Lead” kümmert sich im Creative Commons Projekt um die juristischen Fragen der Lizenzen. Dazu gehört die Anpassung der sechs CC-Lizenzvarianten (Creative Commons Public License, CCPL) an das
jeweilige nationale Urheberrechtssystem.

Neuer Partner als “Public Project Lead” von Creative Commons Deutschland ist die newthinking communications GmbH aus Berlin. Die auf Open-Source-Strategien spezialisierte Agentur wird die Öffentlichkeitsarbeit und das Community-Building betreuen. Damit wird das langjährige Engagement von newthinking communications für die Verbreitung von Creative Commons in Deutschland institutionalisiert.

Zitat John Weitzmann, EEAR: “Wir sind wirklich froh, dass newthinking als Public Lead gewonnen werden konnte, denn es gibt deutschlandweit wohl niemanden, der besser in den relevanten öffentlichen Foren präsent und aktiv ist. Gerade in der öffentlichen Wahrnehmung des deutschen Creative Commons-Projektes gibt es noch viel zu tun und zu verbessern, und das gehört in erfahrene Hände. newthinking bringt zusätzlich klare Positionen zu Open Source und Open Access mit und hat CC-Deutschland schon seit längerem inoffiziell unterstützt”.
Dazu Markus Beckedahl, Geschäftsführer von newthinking communications: “Die Creative Commons Lizenzen sind für uns eine wichtige Grundlage für Austausch, Zusammenarbeit und Verbreitung von Kultur und Wissen in einem offenen Internet. Wir haben viele Ideen und Konzepte, wie man die Verbreitung und Nutzung der Open Content Lizenzen weiter ausbauen kann und freuen uns auf die Aufgabe. Das wollen wir nicht alleine machen, sondern sehen uns vor allem als Projektleitung eines der spannensten Open-Source-Projekte mit einer sehr starken und kreativen Community in Deutschland.”

Quelle:
http://www.newthinking-communications.de/

Das Team rund um das Projekt “Apricot” steht bereits, denn die Blender-Community und die Crystal Space Community haben sich vor einiger Zeit zusammengetan, um ein offenes und freies Spiel zu entwickeln. Blender ist eine freie 3D-Grafik-Software in Python, Crystal Space ist ein freies 3D Entwicklungs Kit und ein Game Engine, geschrieben in der Programmiersprache C++.
Die Blender Community hatte in den letzten Jahren bereits zwei freie Filme veröffentlicht: “Elephants Dream” ist wie “Peach” eine Animation in 3D, die als Open Source veröffentlicht wurde. Das bedeutet, dass der komplette Film jeweils gemeinschaftlich finanziert und mit freier Software erstellt wurde. Da die Kurzfilme unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz stehen, dürfen alle Rohdateien weiter gegeben und verarbeitet werden.

Bei der jetzigen Entwicklung des Spieles geht es allerdings um mehr: es soll eine Art Machbarkeitsstudie werden, um den Weg frei zu machen für die Produktion von professionellen und offenen 3D-Spielen. Blender für die Modellierung und die Animation, Crystal Space als 3D Game Engine und Verbreitungsplattform und “ein bisschen Phython Skriptsprachen-Magie um dies alles zu verknüpfen”, so die Blender Community in ihrem Blog zum Projekt “Apricot”.
Wie auch bei den Filmen wird das Projekt teilweise über den Vorverkauf finanziert, sie haben das Ziel, bis zum 1. Februar 1000 Stück verkauft zu haben. Bisher läuft der Vorverkauf gut!

Quelle:
http://apricot.blender.org/

In Zukunft können die Inhalte der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia auch unter CC gestellt werden - so zumindest der Plan von Jimmy Wales (Wikpedia-Gründer) und Lawrence Lessig (Gründer der Creative-Commons-Initiative). Sie gaben diesen Plan am Wochenende auf einer Party bekannt (Video).

Die Free Software Foundation (FSF) und Creative Commons (CC) haben dem Dachverband der Wikipedia einen Vorschlag unterbreitet: die bisher für die Inhalte der Wikipedia genutzte GNU Free Documentation License (GFDL) der FSF wird so modifiziert, dass sie mit der CC-Lizenz kompatibel wird. Die Wikimedia Foundation hat diesem Vorschlag zugestimmt. Aber bevor irgendetwas endgültig entschieden wird, wird der Vorschlag noch den Wikipedianern zur Diskussion und zur Abstimmung gestellt. Dazu muss aber zunächst die Re-Linzensierung eingeleitet werden. Der Gedanke wäre, dass die Autoren dann zwischen der bisherigen GFDL und der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen) wählen können. Das heißt, dass ein Werk mit Nennung des Autors vervielfältigt und verbreitet werden darf und auch Weiterverarbeitung zugelassen ist. Weitergegeben darf man aber ein daraus neu entstandenes Werk dann nur unter gleichen Bedingungen.

“Wenn Wikipedia erst nach Creative Commons gegründet worden wäre, dann wäre es sicherlich unter die CC-Lizenz gestellt worden”, so Wales. Und weiter: “Aber es hat zu dieser Zeit nicht existiert, so starteten wir mit einer Lizenz namens Free Documentation License, die zwar gut ist, aber sehr kompliziert und sehr schwierig zu benutzen”.

Quellen:
http://wikimediafoundation.org/wiki/Resolution:License_update
http://lessig.org/blog/2007/12/some_important_news_from_wikip.html

Wie jedes Jahr hat der Bundesrechnungshof (eine unabhängige, selbstständige und weisungsfreie externe Finanzkontrolle des Bundes) seinen Jahresbericht veröffentlicht. Hier berichtet er über seine wichtigsten Prüfungsergebnisse. Im Kapitel “Bundesministerium des Innern” wird in Punkt 65 über “Alternativen zu Betriebs- und Bürokommunikationssystemen in der Bundesverwaltung” geschrieben. Dort heißt es einerseits, dass “die Fachkompetenzen zum Thema „Open-Source-Software“ verstärkt und die Bundesstelle für Informationstechnik im Bundesverwaltungsamt mit dem Ausbau eines „Competence Centers für Open-Source-Software betraut” werden würde. Aber andererseits steht dort geschrieben:

“Die Bundesverwaltung hat mehr als 300 000 mit Informationstechnik ausgestattete Arbeitsplätze. In den letzten Jahren wechselte sie regelmäßig ihre Betriebssystem- und Bürokommunikationssoftware auf eine neuere Version des etablierten Herstellers, der einen Marktanteil von 90 Prozent hält” und “auch bei jüngeren Migrationsentscheidungen war im Regelfall nur ein Wechsel innerhalb des Angebotsspektrums des bereits etablierten Herstellers vorgesehen; Alternativen anderer Hersteller oder anbieterunabhängige, sogenannte Open Source Software, wurden nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen”.

Das Problem seien hierbei die mangelnden Informationen von Seiten der “Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung im Bundesministerium des Innern” (KBSt). Der von dieser Behörde herausgebene “Migrationsleitfaden” sei schon lange nicht mehr aktuell - und so fordert der Bundesrechnungshof die KBSt auf, diesen regelmäßig zu aktualisieren, sowie über Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Außerdem sollen neuere Erfahrungen aus Open-Source-Pilotprojekten in Industrie und öffentlicher Verwaltung besser kommuniziert und der Informationsaustausch verbessert werden. Insgesamt gesehen soll die Beratung und Unterstützung in dem Bereich ausgeweitet werden. Dies bedingt, dass auch “die Beratungs- und Unterstützungskapazität und -kompetenz deutlich erweitert” werden soll. In Absatz 65.3 und .4 werden dann die bereits getätigten Veränderungen beschrieben - scheinbar ist die KBSt auf dem richtigen Weg. Der Bundesrechnungshof wird die weitere Entwicklung konstruktiv begleiten.

Quelle:
http://www.bundesrechnungshof.de/aktuelles/bemerkungen-2007-1

Dieses Jahr haben doppelt soviele Menschen wie noch vor einem Jahr den Fragebogen der Linux-Foundation ausgefüllt - gut die Hälfte davon kommt aus Europa. Interessanterweise stellte sich bei der Studie heraus, dass inzwischen doch nur noch ein Drittel aller Linuxrechner im Unternehmensbereich als Server verwendet werden - der Rest findet seine Verwendung bei den Endnutzern als “normaler Desktop-Büro-Rechner”.

Schon fast 40 Prozent der befragten Unternehmen setzen mehrheitlich Linux-Desktops ein, vorwiegend Ubuntu (54 Prozent), gefolgt von diversen RedHat/Fedora-Produkten (50 Prozent) und SUSE/Novell (35 Prozent). Wie die Studie zeigt, führt auch im privaten Bereich Ubuntu die Liste der verwendeten Distributionen eindeutig mit über 55 Prozent an. Nach Ubuntu folgen Debian (22 Prozent) und openSUSE (19,5 Prozent), Fedora (16,7 Prozent) und Gentoo (10,2 Prozent). Diese und die vorangegangen Zahlen, (die jeweils addiert mehr als 100 Prozent ergeben) verdeutlichen sehr schön, dass oft auch mehrere Distributionen auf einem Rechner laufen. Fast dreiviertel der Befragten halten Linux für absolut zuverlässig, nur 20 Prozent schwanken. Migrationshindernis Nummer eins sei Support und Anwenderschulung. Außerdem wünschen sich die Linux-Nutzer im Bürobereich mehr Anwendungen: Die Liste wird angeführt von Adobe Photoshop, gefolgt vom CAD-Programm AutoCAD und auf Platz 3 liegt das Web-Entwicklungsprogramm Dreamweaver. Gleichzeitig wird eine bessere Unterstützung von Peripheriegeräten wie etwa Druckern gewünscht.

Es ist noch hinzuzufügen, dass die Teilnehmer der Umfrage auf freiwilliger Basis durchführten, und demzufolge nicht gewährleistet ist, aus welchem Kontext die Teilnehmer jeweils stammen.

Quelle:
http://desktoplinux.com/news/NS9488592005.html

Vom 12. bis 16. November trafen sich europäische und vietnamesische Unternehmen zu einem Workshop in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. Unterstützt und organisiert wurde dies vor allem von InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH), INRIA (französisches nationales Forschungsinstitut für Informationstechnologien) und IOIT (vietnamesisches Institut für Informationstechnologie). Im Sommer 2007 startete die Webseite http://foss-bridge.org/ über die sich interessierte Unternehmen bewerben können, um konkrete Software-Projekte gemeinsam mit vietnamesischen Unternehmen zu bearbeiten. Nun fand das erste große Treffen statt, das nach Aussagen aller ein großer Erfolg war; so ein Sprecher einer teilnehmenden spanischen Firma: “Wir erreichten das Höchste von dem was wir für diese Woche erwartet hatten”. Balthas Seibold von InWEnt sagte: “Ich bin begeistert von den Resultaten des Workshops. Viele Unternehmen haben verschiedene Abkommen getroffen und auch große Unternehmen sind nun an Bord”. Catherine Nuel von der INRIA fügt hinzu: “Die Organisation dieses Events ist ein herausragendes Beispiel der intereuropäischen sowie der Vietnamesisch-europäischen betrieblichen Zusammenarbeit.”

Die Weitergabe von Wissen ist eines der Schlüsselkonzepte in der freien Software, so auch des Projektes FOSS-Bridge. Die FOSS-Bridge ist ein globales Projekt für lokale Unternehmen und ist ein Beispiel für innovative internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung, sie wird bestimmt Schule machen.
Schon 2003 hat Vietnam begonnen, in der öffentlichen und privaten Hand freie Software aktiv zu unterstützten und zu fördern. Seit 2005 sind staatliche Firmen und Behörden dazu verpflichtet, freie Software einzusetzen.

Quelle:
http://www.foss-bridge.org/press.html

Gestern ist die One-Laptop-per-Child-Aktion “Give One Get One” gestartet. Für 399 US-Dollar können nun Bürger Kanadas und der USA bis zum 26. November zwei der sogenannten XO-Notebooks erwerben. Eines geht dann an den Käufer, das zweite wird in ein Entwicklungs- oder Schwellenland verschickt. Seit letzter Woche werden die XO-Notebooks in Taiwan produziert, bis Ende des Jahres sollen Schulkinder in Uruguay, Peru, Mexiko, Äthiopien, Ruanda, Haiti, Kambodscha und Indien eines der, speziell an ihre Bedürfnisse angepasstes Laptop in den Händen halten. Das Projekt One-Laptop-per-Child wurde 2005 von MIT-Professor Nicholas Negroponte ins Leben gerufen, zunächst unter dem Titel “100-Dollar-Notebook” sollten Laptops entworfen werden, die durch den günstigen Preis und einer allgemein verständlichen Benutzeroberfläche die “digitale Kluft” veringern sollten. Inzwischen hat sich zwar der Preis verdoppelt, aber das Ziel bleibt dasselbe.

Soweit möglich wird für dieses Projekt freie Software verwendet, denn Softwarepflege und ihre Weiterentwicklung an die spezifischen Bedürfnisse in den Abnehmerländern muss möglich sein. Die unabhängige Veränderung und Weiterentwicklung der Software würde bei proprietärer Software jedoch ein Lizenzverstoß und eine Urheberrechtsverletzung bedeuten. Außerdem entspricht der freie und offene Gedanke der freien Softwarewelt den Zielen des Projektes, und nicht zuletzt möchte man den Kindern auch auf dieser Ebene “was zum spielen” geben.

Zum Spielen bekommen die Kinder auch noch das preisgekrönte Computerspiel SimCity. Wie Don Hopkins, einer der Entwickler von SimCity bekannt gab, wird das Spiel selbst aus markenschutzrechtlichen Gründen zwar nicht “befreit”, aber der beinah identische Quellcode unter dem Namen “Micropolis” ist von EA unter der GPL als Open Source freigegeben. Seit 1989 begeistert SimCity nicht nur Kinder bei der Aufgabe, als Bürgermeister die Geschicke einer Stadt über viele Jahre zu lenken. Dabei ist der Spieler für die Gründung, Entwicklung, Versorgung und die Finanzen verantwortlich. Das Spiel hat nach verschiedentlichen Aussagen einen erzieherischen Wert und fördert die Ausbildung von Entscheidungsfähigkeit und Kreativität.

Quellen:
http://www.laptop.org/
http://www.laptopgiving.org/en/index.php
http://www.donhopkins.com/drupal/taxonomy_menu/4/49/66

Das openSUSE-Projekt hat Richtlinien veröffentlicht, die einen Rahmen für das Projekt schaffen und klare Antworten auf die Fragen nach dem woher und wohin geben. Obwohl das Projekt seit 2004 unter dem Dach von Novell agiert, versteht sich openSUSE als unabhängiges Community-Projekt.

Dieser Status soll durch die Massnahmen weiter gefestigt werden. Neben den Veröffentlichung von Richtlinien wurde ein Vorstand ins Leben gerufen. Er soll einen zentralen Kontaktpunkt darstellen, zwischen Novell und der Community vermitteln und bei notwendigen Entscheidungsprozessen mitwirken. Der Vorstand hat fünf Mitglieder, davon sind drei Angestellte von Novell und zwei kommen aus der Community ohne bei Novell angestellt zu sein. Der Vorsitzende des Vorstandes hat ein Vetorecht bei jeder Entscheidung, dieser wird von Novell ernannt. Auch die jetzigen Vorstandsmitglieder wurden von Novell ernannt, in Zukunft sollen sie allerdings von der Community gewählt werden.

Der Fortgang des Projektes soll nicht vom Vorstand beeinflusst werden, sondern weiterhin von der Community bestimmt werden. Hierfür sind die bereits angesprochenen Richtlinien relevant, die ein klare Sichtweise darauf geben sollen, “wer wir sind, wofür wir stehen, was das Projekt möchte und wie es arbeitet”. Die openSUSE Guiding Principles stecken die Messlatte gleich sehr hoch, denn nach eigener Aussage möchte die openSUSE Community the world’s best Linux distribution entwickeln und außerdem ihre Nutzer glücklich machen.

Quellen:
http://en.opensuse.org/Board
http://en.opensuse.org/Guiding_Principles
http://lists.opensuse.org/opensuse-announce/2007-11/msg00004.html

Nach zwei Jahren zwei Jahren Entwicklungs- und Testzeit ist “der soziale Webbrowser” in seiner ersten offizellen Version erschienen. Basierend auf Mozilla Firefox bietet Flock mit der Einbindung von Web 2.0 Elementen einen ganz besonderen Service, und hat somit eine andere Zielsetzung als Firefox.
Flock stellt Funktionen zur Verfügung, die die interaktive Teilnahme an Internet-Aktivitäten erleichtern sollen.

So hat Flock neben einer stark personalisierten, dynamischen Startseite beispielsweise eine Medienleiste die für den schnellen Datei-Up- und Download sorgt. Ganze Ordner (z.B. mit Bildern) können so mit einem einfachen Drag&Drop online gestellt werden. Selbstverständlich gibt es einen eingebauten RSS-Aggregator und gebookmarkte Links synchronisieren sich mit del.icio.us. Zahlreiche Addons erweitern das Angebot. Daneben ermöglicht Flock den direkten Zugriff auf viele weitere Dienste die dem Anwender das Aufrufen der Webseiten erspart. Dies sind beispielsweise Youtube, Flickr, Photobucket und Facebook sowie Blogsysteme wie Wordpress, Blogger, Moveable Type, Typepad und Drupal.
Gerade mit der Integration der Editoren kommt dieser Browser der Vision des Erfinders des Webs (Tim Berners-Lee) immer näher - nämlich der eines weltweiten Webs, an dem jeder gleichzeitig Konsument und Produzent ist.

Flock 1.0 gibt es für Linux, Windows und MacOS X - allerdings momentan nur in englischer Sprache, die deutschsprachige Version wird folgen. Die Flock-Entwickler suchen immer nach helfenden Händen bei der Lokalisierung der Software.

Quellen:
http://www.flock.com/supported-services
https://extensions.flock.com/addons
http://www.golem.de/0711/55783.html

Nun gibt es ein Büro in Kassel und eine Linux Professional Institute Central Europe Webseite, die bereits in vier Sprachen verfügbar ist.

1999 als Non-Profit-Organisation von der Linux-Gemeinschaft gegründet gilt das LPI als weltweit führendes professionelles Zertifizierungsprogramm der Linux-Gemeinschaft. In die Aktivitäten sind hunderte von Freiwilligen und Fachleute aus der ganzen Welt integriert, für weitere Mitarbeiter wird geworben. Die LPI-Prüfungen werden weltweit durch Prüfungszentren von Pearson VUE und Prometric angeboten. Die Zertifizierung richtet sich in erster Linie an Administratoren und ist in mehreren Sprachen verfügbar. Neben dieser lokalen Ausrichtung auch über die verschiedenen Sprachen richten sich eines der neuen Zertifikate z.B. an selbstständige oder bei Dienstleistern bzw. Anwenderunternehmen beschäftigte System-Ingenieure und Administratoren, die neben einem breiten Linux-Grundlagenwissen auch fundiertes Know-How im Bereich der Linux-Distribution UCS und den darauf basierenden Produkten nachweisen können.

Das LPI möchte mit seinen Linux-Zertifizierungen die Akzeptanz von Linux und Open Source allgemein fördern; Öffentlichkeitsarbeit, Information und Beratung sollen wiederum die Akzeptanz des Zertifikats fördern.

Quellen:
http://www.lpi.org/
http://www.lpice.eu/

Ende September wurde von der niederländischen Regierung ein Aktionsplan veröffentlicht, der den Behörden offene Standards und Open Source vorschreibt. Dort wird das Open Document Format (ODF) als Beispiel für offene Standards genannt und sie werden als jene, die von jedem völlig frei verwendet werden können, dort definiert. Open Source dagegen ist ohne Lizenzkosten zu nutzen und ihr Quellcode ist frei zugänglich.

Schon einen Monat später planen das Patentamt und die Wettbewerbsbehörde bereits die Migration auf eine vollständig quelloffene IT-Infrastruktur. Das Patentamt wird ihre 155 PCs im Rahmen dieser bisher einzigartigen Migration schon 2008 auf Linux umstellen. Weitere Behörden sollen zügig folgen. Die Stadt Amsterdam z.B. möchte den im Oktober 2008 auslaufenden Vertrag mit Microsoft nicht unbedingt verlängern. Spätestens wenn die Vorschrift, ab April 2008 bei Neuanschaffungen und Modernisierungen in Behörden offene Standards zu berücksichtigen, wie geplant auf Städte und Gemeinden ausgedehnt werden wird, wird Amsterdam eine eindeutige Entscheidung darüber treffen können. Amsterdam würde dann mit Wien und München zu den größten Linuxmigrationen unter Stadtverwaltungen gehören.

Quellen:
http://www.pro-linux.de/news/2007/11893.html
http://www.linuxkommunale.de

Compiz Fusion bietet Linux-Benutzern eine Arbeitsumgebung mit aufwändigen 3D-Effekten. Auch Composition Window Manager genannt bietet diese Anwendungsart visuelle Effekte bei denen zwei oder mehr, eigentlich voneinander getrennte, Elemente zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengeführt werden. Außerdem bietet es einen Fenstermanager, der grafisch aufbereiteten Zugriff auf Anwenderprogramme verschafft und damit Funktionen wie das Minimieren, Vergrößern und Schließen von Fenstern anbietet.

Nun ist die erste stabile Version Compiz Fusion 0.6 herausgegeben worden. Dies ist eine Fusion von Beryl und Compiz. Compiz wurde im Januar 2006 das erste mal offiziell herausgeben. Nachdem es zunächst in einem geschlossenen Kreis entwickelt worden war, gaben die Entwickler von Novell (SUSE) Compiz recht bald frei. Daraus entstand dank einer Reihe Interessierter dann Beryl und es wurde im September 2006 die erste offizelle Version herausgebracht. Im April 2007 fusionierten Beryl und Compiz dann zu Compiz Fusion, und gaben nun ihre erste stabile Version raus. Neben den bereits bekannten Funktionen (wie z.B. Cube, mit dem sich mehrere Desktops auf den Innen- und/oder Aussenseiten eines dreidimensional dargestellten Würfels plazieren und bedienen lassen, den verschiedenen Animationen beim Schließen oder Bewegen von Fenstern oder die Funktion, alle geöffneten Fenster überischtlich auf eine Ebene zu legen), enthält Compiz Fusion einige Neuigkeiten: z.B. verschiedene Feuer- und Wassereffekte oder Schatten bei dreidimensionalen Darstellungen.

Quellen:
http://golem.de/0710/55541.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Compiz

Mitchell Baker, die Chefin von Mozilla hat Anfang der Woche die Bilanzen der Mozilla Foundation und Corporation veröffentlicht. Die Ergebnisse sind hervorragend, denn der Umsatz stieg gegenüber dem Jahr 2005 um ein Viertel auf über 66 Millionen US-Dollar. Das Vermögen stieg auf 150% des Vorjahres an.

Die ansteigenden Gewinne sind vorrangig der Suchfunktion des Browsers Firefox zu verdanken; allen voran führt hier die Zusammenarbeit mit Google zu hohen Erlösen.
Aber auch die Ausgaben haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt: Es floss ein großer Teil in die Entwicklung und auch die Infrastruktur wurde stets erweitert. Dies zeigt sich auch an beeindruckenden Zahl der Downloadmenge von 2,1 Terabyte pro Tag, darunter gab es täglich 25 Millionen Updateanfragen des Internetbrowsers Firefox. Diesen gibt es inzwischen in 44 verschiedenen Sprachen, das ebenfalls sehr weit verbreitete eMailprogramm Thunderbird gibt es in 36 Sprachen - die Hälfte aller Installationen von Firefox laufen in einer anderen Sprache als der englischen.

Es arbeiteten über 1000 Menschen an Firefox2 mit, 50 davon sind offiziell angestellt. Die gemeinnützige Stiftung von Mozilla möchte sich im nächsten Jahr verschiedentlich engagieren: Neben der Unterstützung der freien Entwickler von “Add-ons” oder des Creative-Commons-Projekts möchte die Foundation sicherstellen, dass durch ihre Anwendungen die verschiedenen Internetdienste auch für Menschen mit Behinderungen bequem und barrierefrei zugänglich sind. Neben Firefox und Thunderbird erwähnt Baker noch andere Mozilla-Projekte wie Bugzilla, SeaMonkey, Camino, Sunbird und Lightning, der Hauptfokus liegt aber weiterhin auf dem verbreiteten Produkt Firefox.
Selbstverständlich werden trotzdem ständig neue Projekte entwickelt, aktuell arbeitet man an einer Spezifikation des Standard HTML 5 - damit soll erreicht werden, dass auch bewegte Bilder flexibel zitiert, wiedergegeben und gemischt werden können. Eine Version funktioniert bereits, und ansehen kann man sich das hier.

Quelle:
http://weblogs.mozillazine.org/mitchell/archives/2007/10/beyond_sustainability.html

Im Anschluss an die Veröffentlichung von Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“ finden im Internet Relay Chat (IRC) im Rahmen der Ubuntu Open Week 42 Sitzungen zu Ubuntu statt. In der Woche vom 22. bis zum 27. Oktober versammeln sich Interessierte zwischen 16:00 und 23:00 Uhr (MEZ) im Channel #ubuntu-classroom auf dem IRC-Server Freenode. Das Themenfeld ist sehr breit, es wird sowohl über die Technik, als auch über die Ubuntu-Gemeinschaft gesprochen. Unter anderen stehen Mark Shuttleworth, der Gründer von Ubuntu und auch Jono Bacon, der Ubuntu-Community-Manger in einzelnen Sitzungen für Fragen jeder Art zur Verfügung. Außerdem geht es auch immer wieder um Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu und andere Ubuntu-Ableger. Diese Veranstaltung lädt ausdrücklich auch Interessierte ein, die in der Ubuntu-Gemeinschaft bisher nicht involviert sind. Die Chatlogs der bisherigen Konferenzen und der aktuelle Stundenplan finden sich auf der Webseite des Projekts: https://wiki.ubuntu.com/UbuntuOpenWeek

IRC ist ein System das Ende der 80er von Studenten entwickelt wurde und ist bis heute sehr lebendig. Um teilzuhaben braucht man einen IRC-Client, z.B. XChat, IRSSI oder mIRC. Man verbindet sich dann mit den jeweiligen Servern und tritt dann den einzelnen Channels bei. Für Plappereien gibt es parallel zu den Hauptveranstaltungen den Channel #ubuntu-classroom-chat, Fragen an die Referenten kann man jederzeit mit dem Präfix „QUESTION“ stellen. Diese Art der geographisch unabhängigen Veranstaltungsreihe scheint für die Struktur der Ubuntu-Community geradezu ideal.

Quellen:
https://wiki.ubuntu.com/UbuntuOpenWeek
http://www.pro-linux.de/news/2007/11845.html

Am Wochenende des 20. und 21. Oktober wird die deutsche
Ubuntu-Community, mit Unterstützung des Ubuntu Deutschland e.V., die erste Ubucon im deutschsprachigen Raum veranstalten. Der Gastgeber ist die Hochschule Niederrhein in Krefeld und das Programm steht bereits zur Verfügung. Die Veranstalter schreiben auf Ihrer Webseite:
“Wir versuchen, allen Besuchern unabhängig vom jeweiligen Wissensstand ein ansprechendes Vortragsprogramm zu bieten.” Sie beweisen dies mit einem differenzierten Programm, das von linux4afrika über Bug Reports schreiben für Dummies und Kernel Programmierung zu einer Diskussionsrunde zu Vermarktung von Ubuntu reicht.

Beim Projekt linux4afrika werden vom Verein FreiOSS gebrauchte Geräte zentral gesammelt, getestet und nach Tansania gebracht. Die Projektteilnehmer berichten von ihren konkreten Erfahrungen. Ähnlich grenzüberschreitend ist „Wubi“, der „Windows-based Ubuntu Installer“: hier wird eine Möglichkeit vorgestellt, die es dem Windowsnutzer noch einfacher macht, ubuntu auszuprobieren. Nicht nur im Beitrag Fliegender Roboter geht es um die praktische Anwendung von Linux, weitere Vorträge gibt es zu Metadaten und zu konkreten Anwendungen wie Seminarix. Einige Diskussionen und Veranstaltungen zur Community runden das Programm ab.

Der Eintritt ist kostenlos, aber wer die Ubucon finanziell oder als
Helfer unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

Quelle:
http://ubucon.de/

dyne:bolic ist eine Live-CD mit dem Schwerpunkt Multimedia, funktioniert ohne Installation und ist kürzlich in der Version 2.5 erschienen. Sie richtet sich speziell an Medienaktivisten und Künstler: ein umfangreiches Multimediastudio bei minimalen Systemanforderungen.

Neben einem ein vollwertigen Betriebssystem mit den gängigen Anwendungen (Webbrowser, eMailclient, Textverarbeitung, Chat/IM, Verschlüsselung…) beinhaltet dyne:bolic eine umfangreiche Auswahl an Programmen für Konvertierung und Streaming, sowie Audio-, Video- und Bildbearbeitung; so z.B. XMMS, Audacity, Jashaka, Gimp und Ardour. Das besondere Konzept des „Nests“ - ein Homeverzeichnis, das trotz nicht-installierter Live-CD bestehen bleibt - funktioniert in der aktuell erschienenen Version 2.5 sogar auf Systemen mit NTFS (Windows), und selbstverständlich auch mit externen Speichermedien, wie z.B. ein USB-Stick. Dieses „Nest“ kann automatisch verschlüsselt werden. Alle nötigen Geräte erkennt dyne:bolic nach eigener Aussage problemlos und schnell. Die unabhängigen Entwickler, die oftmals zugleich selbst Künstler und Nutzer sind, optimieren das System seit sechs Jahren und haben an sich den hohen Anspruch, dass diese Distribution auf den üblichen Rechnern in allen fünf Kontinenten läuft. Inzwischen läuft sie sogar auf der xBox!

Da dyne:bolic wegen der geringen Systemanforderungen auch auf älteren Rechnern läuft, könnte es für den Multimediakünstler eine besondere Rolle einnehmen; denn man kann unterwegs, z.B. von Konzerten oder Ausstellungen, ohne eigenen Rechner und ohne etwas installieren zu müssen, ohne Einschränkungen live produzieren.

Quellen:

Ein EU-Gericht legte in erster Instanz Microsoft die Verpflichtung auf, in sachgemässer und nicht diskriminierender Weise Protokoll-Spezifikationen in einer Form zu veröffentlichen, so dass damit vollständig interoperable Software zu Windows-Servern erstellt werden kann. Die SerNET GmbH ist einer der führenden Samba-Dienstleister und fordert von Microsoft nun diese Verpflichtungen ein. Das Samba-Team, ein internationaler Zusammenschluss von Entwicklern, soll so die Arbeit an der OpenSource-Software Samba verbessern können. Samba leistet in erster Linie die Implementierung des SMB/CIFS-Protokolls unter Linux/Unix und einigen anderen Betriebssystemen.

Bisher ergaben sich Schwierigkeiten in der Entwicklung interoperabler Software vor allem, weil Microsoft Protokoll-Spezifikationen nur unzureichend offenlegte. Derzeit versucht das Samba Team die Interoperabilität von Samba- mit Windowsservern und Active Directory zu verbessern. Ein Proposal des Teilprojekt`s “samba4AD” ist bereits frei verfügbar: ftp://ftp.sernet.de/pub/samba4ad.

Die darin beschriebenen Aufgaben können aber nur umgesetzt werden, wenn Microsoft seine Protokolle offenlegt. Sollte es Verzögerungen oder gar eine Weigerung seitens Microsoft geben, würde dies um so mehr den bislang praktizierten Missbrauch belegen.

Problematisch ist zudem, dass die durch Microsoft angebotenen Lizenzverfahren MCPP und WSPP für Samba nicht praktikabel sind. Samba soll weiter unter GPL in der Version 3 entwickelt werden. Microsoft hat entsprechend der Fristsetzung des Gerichts noch Zeit bis zum 15. Januar 2008.

Quellen:
http://www.sernet.de/News!/PM-20071001.html

Diese Forderung erhebt das Brüsseler Globalisation Institute, nachdem der Europäische Gerichtshof die Sanktionen gegen Microsoft bestätigt hat. Nach Ansicht des Instituts könnten sich günstigere Alternativen nicht durchsetzen, da der Verbraucher in der Regel gar keine Wahlmöglichkeit habe. Außerdem habe die Dominanz von Windows dazu geführt, dass technische Entwicklungen insgesamt verlangsamt wurden. Das “Bundling” von PCs mit Windows stehe also weder im öffentlichen Interesse, noch führe es zu einem gesunden Wettbewerb. Die Hardware-Brance hingegen mache vor, wie eine große Zahl von Herstellern, dennoch Kompatibilität auf breiter Basis erreichen könne. Die Kommission soll nun dafür sorgen, dass auch bei Desktop-Betriebssystemen offene Standards und Interoperabilität Einzug halten.

Das Globalisation Insitute hat unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, an dieses Ziel zu gelangen. Eine Möglichkeit wäre, dass Online-Anbieter dem Kunden die Auswahl unterschiedlicher Betriebssysteme ermöglichen, was man jedoch mit logistischen Problemen verbunden sieht. Eine andere Möglichkeit könnte darin bestehen, PCs weiterhin mit Windows auszuliefern, jedoch den Kunden eine Rückerstattung anzubieten, wenn sie sich letztlich für ein anderes Betriebssystem entscheiden. Die Folge davon, sei aber nur bürokratischer Aufwand, der ohne wesentliche Auswirkungen für den Betriebssystemmarkt bliebe.

Die beste Lösung ist nach Ansicht des Instituts nur konsequentes “Unbundling”. PC-Hersteller könnten mit der Zertifizierung möglichst vieler Systeme werben und einfachen Nutzern sollte es möglich sein mit einer DVD und menügeleiteter Installtion das gewünschte Betriebsystem zu installieren.

Quellen:

http://www.heise.de/open/news/meldung/96425/
http://www.globalisation.eu/briefings

Die Europäische Union hat sich erfolgreich gegen Microsoft durchgesetzt. Vorausgegangen war ein jahrelanges Kartellverfahren, das Microsoft verpflichtete eine Strafe von 497 Millionen Euro zu zahlen, sowie einige Schnittstellen offen zu legen. Die Kartellstrafe gegen wurde durch den europäischen Gerichtshof(EuGH) in großen Teilen bestätigt. Gegen das Urteil wiederum kann Microsoft Berufung einlegen. Die Frist dazu dauert bis Ende November. Microsoft hat angekündigt, das Urteil zunächst sorgfältig zu prüfen, wobei eine Klage als wahrscheinlich gilt.

Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe(FSFE) kommentierte die Entscheidung folgendermaßen: “Mit Taktiken, die in anderen Teilen der Welt erfolgreich die Antitrust-Verfahren ausgehebelt haben, sogar in den USA, hat es Microsoft bisher geschafft, den heutigen Tag um fast ein Jahrzehnt hinauszuzögern. Dank der Beharrlichkeit und der hervorragenden Arbeit der Europäischen Kommission haben diese Taktiken in Europa nun versagt.” Ähnlich sieht man es auch in der EU-Kommission und sieht die eigene Wettbewerbspolitik durch das Urteil gestärkt.

Quelle:

http://mail.fsfeurope.org/
http://www.spiegel.de/
http://www.faz.net/

Die Free Sofware Foundation Europe (FSFE) unterstützt die Demonstration „Freiheit statt Angst“, die am 22. September in Berlin stattfindet. Anlass der Demonstration sind die Pläne des Bundesinnenministers Schäuble zur Online-Durchsuchung. Nach Ansicht von Berhard Reiter (Deutschland-Koordinator der FSFE) stellt der Innenminster für 10 Durchsuchungen, die im Jahr durchgeführt werden sollen, ganz Deutschland unter Generalverdacht. Reiter fürchtet nicht weniger als einen „Angriff auf unsere Kultur und unser Rechtssystem“. Er weist darüber hinaus auf finanzielle Schäden für den Softwareexport hin, da niemand an Software interessiert sein wird, die unter Umständen mit Spionageelementen versehen ist.

Sicherheitsexperte und FSFE Mitglied Werner Koch spekuliert, dass wenn es der Regierung gelingt fremde Systeme auszuspähen, es ebenso auch Hackern möglich sein wird. Konkret würde dies bedeuten, dass die Nutzer künftig einem verstärktem Missbrauchsrisiko ausgesetzt sind. Befürchtungen hegt die FSFE auch was die Entwicklung freier Software angeht, einseits aufgrund des sog. Hackerparagraphen, anderseits da besonders freie Software sicher gemacht werden kann.

Berhard Reiter kommt deswegen zu dem Fazit, dass derartige Enwicklungen zu einer Abschottung Deutschlands führen müssen und die kreative Pool der Bundesrepublik so nur gehemmt, statt gefördert wird.
Quelle:

http://mailman.fsfeurope.org/pipermail/press-release-de/2007q3/000115.html

VerA.web ist ein Organisationsprogramm, das vom Auswärtigen Amt für Veranstaltungen entwickelt wurde und als freie Software zur Verfügung steht. Das Programm besitzt Funktionen wie eine vollständige Addressverwaltung, das Erstellen von Einladungslisten und E-mail-Verteilern, das Berücksichtigen von Zusagen, Absagen und Nachrückern sowie das Einteilen von Teilnehmern in verschiedene Statusgruppen. Relevant wird es damit auch für den deutschen Bundestag, der eine ähnliche Anwendung sucht.

Das Auswärtige Amt besitzt im Gegensatz zu anderen Ministerien und Behörden eine konsequente Open-Source-Philosophie und bietet alle Entwicklungen des Hauses der Allgemeinheit frei an. Damit ist das Außenministerium auch das günstigste Ministeriums des Bundes, was IT-Kosten anbelangt. Insgesamt wird dort weniger als ein Drittel der durchschnittlichen Pro-Kopf-Augaben für IT aller Bundesressorts ausgegeben.

Im Auswärtigen Amt surft und mailt man ausschließlich mit Firefox und Thunderbird. Die Laptops sind allesamt mit Linux und OpenOffice ausgestattet. Durch mittelständische Unternehmen hat man sich zudem die Programme “Fitz”(Finanzen im Netz) oder die biometriefähige Passanwendung und Fahndungsdatenpank “RK-Pass” und “RK-Lissy” anpassen lassen, was wiederum der heimischen Wirtschaft hilft.

Quelle:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/96047

Die OpenOffice.org Gemeinschaft kündigte an, dass sich IBM in Zukunft an der Entwicklung von OpenOffice beteiligen werde. IBM wird anfänglich Code beizusteuern, der ursprünglich für Lotus Notes entwickelt wurde. Ziel ist es so mehr Reichweite und Qualität für OpenOffice zu erreichen, zudem sollen so zahlreiche neue Features möglich werden. IBM will daneben OpenOffice.org Technologie auch in eigenen Produkten unterstützen.

John McCreesh von OpenOffice.org freut sich über die Unterstützung des ISO ODF Standarts durch IBM. ODF sieht er als einen Standart, der einerseits der Industrie die einmalige Gelegenheit bietet, sich auf einen Standart zu einigen und von dem anderseits die Nutzer proftieren können. Mike Rhodin von IBM spricht in ebenso hohen Tönen über die Zusammenarbeit und geht davon aus, dass so eine breitere Palette von ODF unterstützenden Applikationen aufgebaut werden kann.

Seit das Projekt im Jahre 2000 von Sun Microsystems ins Leben gerufen wurde, verzeichnet es beinahe 1oo Millionen Downloads; bei tausenden Unterstützern. Es ist verfügbar in über 100 Sprachen und läuft auf allen wichtigen Betriebssystem, einschließlich Windows Vista, Linux, Solaris und Mac OS X. Ein internationales Team von Freiwilligen und gesponserten Entwicklern macht OpenOffice.org heute zum wichtigsten Open-Source Projekt in der Welt. Es kann für jeden Zweck, privat oder kommerziell unter LGPL-Lizenz genutzt werden.

Quelle:
http://www.openoffice.org/press/ibm_press_release.html

Dem großen Angebot an freier Software steht häufig ein signifikantes Defizit an entsprechenden Kursangeboten und Unterrichtsmaterialien gegenüber. Um das zu ändern, hat sich vor einem Jahr das SELF Projekt(Science, Education and Learning in Freedom) gegründet.

Ziel war die Entwicklung einer zentralen Plattform für barrierefreien Zugang zu didaktischem Material über freie Software und offene Standards. Das Ergebnis kann jeder ab dem 5. September 2007 in der Beta-Version ausprobieren sowie bei der Entwicklung mithelfen. Offiziell startet die Plattform im Rahmen einer Konferenz zu freier Software.

Die neue Plattform soll neben frei verfügbaren Kursunterlagen auch die Möglichkeit bieten, einzelne Lerninhalte auszuwählen, um sie zu einem maßgeschneiderten Kurs in der eigenen Muttersprache zusammenzufügen oder für e-learning zu exportieren. Die Qualität der Dokumente wurde nach eigenen Angaben von einem Expertenteam auf Qualität, freie Lizenz und Gültigkeit hin überprüft. Als Nutzer soll man u.a. Lernmaterialien zu OpenOffice.org, The Gimp oder GNU/Linux finden können.

Die Plattform selbst basiert wie zu erwarten auf freier Software und soll nach dem Wikipedia-Modell funktionieren. Den Benutzern gibt man die Möglichkeit zu evaluieren, anzupassen, zu verfassen und auch zu publizieren. Davon erhofft man sich nachhaltige Effekte, was die Funktion der neuen Seite als Wissenplattform auf der einen und als Communityportal auf der anderen Seite anbelangt. Joachim Jakobs von der FSF Europe geht sogar davon aus, dass sich so die IT-Ausbildung weltweit verändern wird und empfiehlt die Übertragung auf andere Wissensbereiche.

Quelle:

http://selfproject.eu/en/SELFNews/August2007


Nach einer Umfrage von DesktopLinux.com setzen 38.500 der teilnehmenden Personen Ubuntu oder eine Abwandlung davon als Hauptbetriebssytem ein. Auf Platz zwei findet sich openSUSE von Novell(19,6 Prozent), gefolgt von Debian(11,7 Prozent), Gentoo(7,2 Prozent) und Fedora(6,0 Prozent).

Die beliebteste Desktop-Umgebung ist GNOME und wird von 44,8 Prozent der Befragten genutzt. KDE nutzen laut DesktopLinux.com 34,8 Prozent. Xfce liegt mit 7,9 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von Fluxbox(3,9 Prozent) und Enlightenment (3,9 Prozent).

Die am häufigsten genutzen Browser sind Firefox( 59,6 Prozent), Konqueror( 13,6 Prozent) und Opera(11,9 Prozent). Erst einige Prozentpunkte danach folgen der Text-Browser (4,3 Prozent) und Mozilla(3,7 Prozent).

Die Liste der E-mail Clients führt mit Thunderbird(29,6 Prozent)wiederum ein Mozillaprodukt an, danach folgen Evolution (25,0 Prozent), Web-Clients (16,8 Prozent), KMail (13,5 Prozent) und Mutt (2,7 Prozent).

Wine wurde am öftesten (31,5 Prozent) auf die Frage genannt, welche Laufzeitumgebung sie zur Nutzung von Windows-Applikationen unter Linux verwenden. Weitere beliebte Applikationen sind VMWare(19,2 Prozent), VirtualBox(6,1 Prozent) sowie Cedega(4,6 Prozent). Mehr als 28 Prozent der Befragten setzen keinerlei Software zur Ausführung von Windows-Applikationen ein.

Quelle:

www.pro-linux.de/news/2007/11622.html

Heute wurde die neue und stark verbesserte 3.0 Version des Content-Management Systems Plone veröffentlicht.

Plone setzt auf dem Python-basierenden Webanwendungsserver Zope auf und ist als Freie Software verfügbar. Die jüngste Version soll nach Angaben der Entwickler mehr Sicherheit, besseren Informationsaustausch und Kontrolle über den Inhalt bieten.

Neu ist die automatische Versionsverwaltung der Beiträge, eine inkrementelle Suche auch über Word- und PDF-Dokumente sowie Verbesserungen beim WYSIWYG-Editor, der Rechteverwaltung und bei Sicherheit und Performance. Plone 3 zählt so insgesamt 20 neue Features im Gegensatz zu seiner Vorgängerversion. Plone wird u.a. von Ebay, der CIA sowie Oxfam genutzt und erreichte jüngst eine Million Downloads. Wer sich selbst davon überzeugen will, findet hier die gerade erschienene Version.

PloneGov, eine Plattform für die Zusammenarbeit in öffentlichen Verwaltungen ist aktuell im Finale des E-Governments Awards. Wer also für die freie Lösung abstimmen will, muss dies schnell tun, da dies nur noch in den nächsten Tagen möglich ist.

Quelle:
www.plone.org

Im Streit um die Rechte am Betriebssystem UNIX hat das zuständige Gericht in weiten Teilen im Sinne von Novell und damit gegen die SCO-Group entschieden. Novell besitzt folglich die Copyright-Rechte an Unix und Unixware, sowie das Recht, Verträge zu kündigen, die dieses Copyright verletzen. Die SCO-Group hatte stets behauptet, sowohl im Besitz der Unix-Lizenzrechte zu sein, als auch sämtliche Copyrights von Novell erworben zu haben.

Aus der Sicht von SCO stellt die Entscheidung jedoch keinen Grund dar, ein Ende der Auseinandersetzungen anzustreben. Vielmehr sieht man sich bei SCO durch das Gericht in soweit bestätigt, dass Lizenzrechte an der Marke Unixware, sowie weitere Copyrights an von SCO entwickelten Verfahren und Techniken nicht angezweifelt wurden. Daraus leitet die Firma die Hoffnung ab, das anhängige Verfahren gegen IBM erfolgreich weiterzuführen zu können. Der Vorwurf in diesem Verfahren lautet: Big Blue soll Source-Code oder „nicht wörtlich kopierte“ Programmier-Methoden und -Konzepte in AIX und später in Linux verwendet haben.

Offen ist auch noch die Entscheidung über Lizenzzahlungen, welche SCO an Novell zu leisten hat. Für die Nutzung des UNIX-Code hatte SCO 36 Millionen Dollar von Microsoft aus Lizenzabkommen erhalten. Zahlungen von SCO an Novell waren aber bei Beginn der Rechts-streitigkeiten 2003 eingestellt worden.

Quellen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94271/from/rss09
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94223/from/rss09

Auf der CD finden sich neben Open Source Softwarepaketen auch dynamische Multimediainhalte, die unter der Creative Commons-Lizenz stehen.

Möglich wird dies durch einen neuen Open Source-Entwicklungsprozess, der die Erstellung individueller Distributionen und Appliances begünstigt. Bei der Open Source-Gemeinschaft Fedora sieht man darin einen ersten Schritt zur Verbindung beider Gemeinschaften, bei Creative Commons schätzt man die Zuverlässigkeit der Red Hat Entwickler von Fedora.

Für die Anwender sieht dies so aus: Fedora 7 bootet direkt von der LiveContent CD und verfügt über Open Source-Software-Applikationen wie OpenOffice, The Gimp, Inkscape, Firefox, Multimedia Viewer und offene Dokumentvorlagen. Vom Desktop aus lassen sich freie und offene Inhalte ausprobieren und man kann daneben noch mehr über Unternehmen erfahren, die kreative Gemeinschaften durch Sammelplattformen und Suchwerkzeuge unterstützen.

Neben der Entwicklungsunterstützung durch Red Hat wirken auch viele andere Mitglieder der Open Source-Gemeinschaft an der Entwicklung an den auf der CD enthaltenen Softwareapplikationen mit. Worldlable.com stellt etwa durchgehenden Support für die LiveContent CD zur Verfügung. Die ersten CD`s sind auf den Ständen von Fedora und Creative Commons auf der LinuxWorld-Konferenz in San Francisco erhältlich.

Quelle:
www.pressebox.de

Bereits 2003 hat die vietnamesische Regierung beschlossen, Microsoft-Produkte von den Verwaltungsrechnern zu verbannen und gegen freie Software auszutauschen. Seitdem nimmt die Nachfrage nach freien Software-Experten in Vietnam stetig zu.

Die Bonner Internationalen Weiterbildung und Entwicklung GmbH (InWEnt) hat nun gemeinsam mit dem französischen Institut für IT-Forschung INRIA und dem vietnamesischen Institute of Information Technology (IOIT) das Projekt “FOSS Bridge EU-Vietnam” gestartet. Die Finanzierung haben die Europäische Kommission im Rahmen ihres Asien-Investitionsprogramms und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernommen.

Ziel des Projekt ist es, den Austausch zwischen europäischen und vietnamesischen Firmen im Bereich freier Software zu verstärken und so die Sozialistische Republik bei der Umrüstung von Behörden und Unternehmen auf Linux zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittelständigen Betrieben.

Interessierte europäische Firmen können sich über können sich über die Website des Projektes bewerben, um konkrete Software-Projekte gemeinsam mit vietnamesischen Unternehmen in Angriff zu nehmen. Das Projektkonsortium organisiert den “Matchmaking-Prozess” zum Interessens- und Erfordernisabgleich mit potenziellen Partnern auf beiden Seiten und veranstaltet Treffen mit einschlägigen Vereinigungen wie Linux-Usergroups oder Unternehmensverbänden in Vietnam. Firmen mit beschränkten Ressourcen werden in begrenztem Umfang finanzielle Mittel für anfallende Kosten wie etwa für Flug und Unterkunft zur Verfügung gestellt.

Quelle:
http://foss-bridge.org

Die Linux Distribution “Skolelinux”, im Rahmen des Debian-Edu Projekt speziell für Schulen entwickelt, steht ab sofort in Version 3.0 zum Download bereit. Und mit Juxlala ist eine unter GPL veröffentlichte Linux-version verfügbar, mit der auch die Kleinsten sich schon am Rechner üben können.
Das Projekt Skolelinux wurde in Norwegen gestartet und basiert auf der Linuxdistribution Debian. Ähnlich wie bei Edubuntu, ist es Ziel des Projektes, Lehrern und Schulnetzwerkadministratoren zu ermöglichen, schnell und einfach ein komplettes digitales Klassenzimmer aufzusetzen.

Neben normalen Workstation- und Notebook-Installationen unterstützt Skolelinux 3.0 Thin-Clients sowie Low-Fat-Rechner ohne Festplatte. Basierend auf Debian 4.0 enthält die Version den Kernel 2.6.18 sowie KDE 3.5.5. Darüberhinaus sind in dem Skolelinux 3.0 Paket über 80 Anwendungen in über 50 Sprachen enthalten, die sich für den pädagogischen Einsatz eignen sollen. Eine Übersicht über die Software gibt es im deutschsprachigen Wiki des Projektes, indem sich auch Anleitungen zur Installation und Ähnlichem finden.

An Kinder im Vorschulalter hingegen richtet sich die Linux-Distribution JUXlala, die im Juni 2007 unter der GPL veröffentlicht wurde. Die Distribution soll im Kindergarten-Alltag, aber auch zuhause einsetzbar sein. JUXlala ist eine Live CD, d.h. das System wird direkt von der CD gestartet, eine Installation auf einer Festplatte ist nicht noetig. Die Desktopoberfläche wurde wie eine Kinderzeichnung gestaltet und startet bei einem Klick auf bestimmte Figuren die dazu passenden Anwendungen. Daten, die von den Programmen erzeugt werden, können z.B. auf einen USB-Stick gespeichert werden, ansonsten sind sie nach dem Ausschalten verloren. Zu den mitgelieferten Programmen gehören GCompris, Tuxpaint, Tux Typing 2, Pysycache, Circus Linux! und ein Fraktalgenerator.

Quellen:
http://www.skolelinux.de

http://www.jux-net.info

Linux kann in Italien einen Erfolg verbuchen: Das italienische Parlament hat beschlossen alle seine Desktop- und Server-Rechner von Windows auf SUSE Linux umzustellen. Italien ist damit nach Frankreich das zweites europäisches Parlament, dass sich für eine Open Source Lösung entscheidet.

Insgesamt seien rund 3.500 Rechner betroffen, so der kommunistische Abgeordnete Pietro Folena, von dem die Initiative zur Linux-Migration ausgegangen ist. Die 630 Laptops der Abgeordneten werden hingegen nur auf ausdrücklichen Wunsch umgestellt, da diese sich im Privatbesitz der einzelnen PolitikerInnen befänden.

Die Entscheidung wird in erster Linie mit den erheblichen Kosteneinsparungen begründet. Alleine für MS Office zahle man derzeit pro Rechner rund 900 Euro. Zusätzlich sei aber auch die Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ein entscheidender Punkt. Im Fall des Falles kann man bei Linux recht flott auf eine andere Distribution wechseln und auch die Entwicklung ist nicht in einer einzigen Hand.

Italien folgt damit dem französischen Vorbild. Die dortige Nationalversammlung hatte schon im vergangenen Jahr beschlossen ihre 1145 Desktop-Rechner auf das Open Source-Betriebssystem zu migrieren.

Auch in Japan zeichnet sich eine Kehrtwende ab. Nachdem bislang bei Ausschreibungen jene Software bevorzugt wurde, die sich an marktdominierenden Produkten wie etwa Microsoft Office orientiert, hatte das Wirtschaftsministerium kürzlich beschlossen, dass in den Verwaltungen künftig Software bevorzugt werden muss, die sich an offene Standards wie das Dokumentenformat ODF (Open Document Format) hält.

In Deutschland stellt dagegen die jüngste Entscheidung des Ältestenrat des Deutschen Bundestages, die Groupware-Anwendung Microsoft Exchange einzuführen, einen herben Rückschlag dar. Nachdem die Migrierung der Bundestags-Server zu Linux im September 2005 abgeschlossen wurde, ist mit dieser Entscheidung nicht zuletzt ein erheblicher Mehraufwand verbunden, denn die proprietäre Software aus dem Hause Microsoft läuft nicht in Linux-Umgebungen. Der deutsche Linux-Verband prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die umstrittene Entscheidung.

Quelle: www.heise.de

Auf der Website OpenMoko.com kann die erste Version des Smartphones mit Linux-Betriebssystem bestellt werden.

Das OpenMoko - Projekt, das im Verlauf der letzten Monate gestartet wurde, um den Mobilfunkmarkt umzukrempeln, ist mittlerweile ein Unternehmen innerhalb der taiwanesischen FIC-Gruppe. Hard- und Software des OpenMoko Mobiltelefon sind völlig offen und können seitens der Nutzer frei angepasst werden.

Das Gerät wird über einem 2,8 Zoll große Touchscreen mit einer Auflösung von 640×480 bedient. Ausgestattet ist es mit einem Samsung-Prozessor mit 266 MHz, USB 1.1, AGPS, Vierband-GSM, CSD, GPRS, Bluetooth 2.0, ein Micro-SD-Slot und ein Audio-Chip für hohe Audioqualität. Der Akku besitzt eine Kapazität von 1200mAh. UMTS oder gar HSDPA kennt das Neo1973 allerdings noch nicht.

Aktuell wird das FIC Neo1973 in zwei Varianten angeboten. Das Neo Base wird mit Headset, Ladegerät, eine 512 MB Micro-SD-Karte und einem USB-Kabel geliefert. Das Neo Advanced, das sich an Entwickler richtet, soll einen zweiten Akku, eine zweite Micro-SD-Karte zusätzliche Kabel und Werkzeuge enthalten und wird in einem schwarzen Koffer geliefert.

Die jetzt angebotenen Geräte sind noch Revision 1 (GTA 01), sie werden daher günstiger angeboten als die für Herbst 2007 angekündigten Modelle für den Massenmarkt. Diese (GTA 02) sollen jedoch dann auch zusätzlich WLAN, einen Grafikbeschleuniger und 256 MB Flash enthalten.

Information: www.openmoko.com

Michael Tiemannn, Vorsitzender der Open Source Initiative (OSI), hat mit seinem Plädoyer für OSI-zertifizierte Lizenzen erneut einen Diskurs um den Begriff “Open Source” angestossen.

Die Frage, was Open Source ist und was nicht, sei in der Vergangenheit einfach zu beantworten gewesen, schreibt Michael Tiemann in dem aktuellen Blogeintrag “Will The Real Open Source CRM Please Stand Up?”. Es habe gereicht, Firmen, die ihre Produkte als Open Source anpriesen, auf die Open-Source-Definition hinzuweisen und diese hätten ihre Lizenz oder ihre Werbung geändert. Seit 2006 gebe es jedoch eine Reihe von Firmen, die für sich in Anspruch nähmen, dieselben Rechte, wie die OSI zu haben, den Begriff Open-Source zu definieren.

In erster Linie geht es dabei um CRM-Anbieter wie SugarCRM und SplendidCRM. Tatsächlich setzt etwa SugarCRM auf eine eigene Lizenz, die zwar an die Mozilla Public License angelehnt ist, aber auch festlegt, dass auf SugarCRM basierende Software das Sugar-Logo anzeigen muss. Der Anbieter selbst bewirbt die Software als “Commercial Open Source”.

Firmen wie SugarCRM könnten sich, sagt Tiemann, gerne einen anderen Namen für ihr Lizenzmodell ausdenken, so wie Microsoft es mit Shared Source gemacht hat. Der Begriff “Open Source”, schlägt Tiemann vor, sollte jedoch nur im Zusammenhang mit Lizenzen gebraucht wird, die durch die Open Source Initiative (OSI) zertifiziert sind. Andernfalls würden Kunden das Vertrauen in den Begriff Open Source verlieren. Open Source sei gewachsen, nun sei es an der Zeit, dafür einzutreten, schließt Tiemannn seine Forderung.

Quellen:
Was ist Open Source? - Michael Tiemannn plädiert für OSI-zertifizierte Lizenzen
Will The Real Open Source CRM Please Stand Up? - Michael Tiemann

Das vor über einem Jahr angekündigte Peer-Review Pilot Projekt des US-Patentamt zur gemeinschaftlichen Überprüfung von Softwarepatenten ist online.

Unter peertopatent.org findet künftig eine gemeinschaftliche Überprüfung von Softwarepatenten statt. Das Projekt ist vorerst auf ein Jahr ausgelegt und untersucht 250 Patente. CA, HP, IBM und Red Hat aber auch Microsoft unterstützen das Projekt. Mitmachen kann jeder, dazu ist lediglich eine Registrierung notwendig.

Die freiwilligen Teilnehmer können online bereits bestehende Softwarepatente überprüfen und diskutieren. Im nächsten Schritt sollen die Beteiligten dann Beweise suchen, ob die im Patent beschriebene Technik schon vor der Patentanmeldung verfügbar war. Diese werden dann wiederum untersucht und die zehn wichtigsten an das Patentamt weitergeleitet.

Für den aktuellen patentrechtlichen Konflikt zwischen Microsoft und der Open Source Community könnte der Peer-Review Projekt einen neuen Lösungsansatz darstellen. Der Linuxdistributor Red Hat hofft auf einen Erfolg von “Peer to Patent” und dass eine gemeinschaftliche Überprüfung von allen angemeldeten Software-Patenten in der Zukunft normal wird.

Quellen:
* dotank.nyls.edu/communitypatent
* www.peertopatent.org

Die Blender Stiftung startet im Herbst 2007 die Projekte Blender “Peach” Open Movie und Blender “Apricot” Open Game, die komplett auf Freier Software, offenen Formaten und Community-Beteiligung aufsetzen.Wie auch schon beim erfolgreichen Vorgängerprojekt “Elephants Dream”, das für weltweite Medienaufmerksamkeit sorgte, werden für den neuen Open Movie “Peach” einige der besten 3D Künstler und Entwickler eingeladen, um in Amsterdam gemeinsam eine kurze 3D Animation zu produzieren. Die bekannten Blender Animatoren: Sacha “Sago” Goedegebure (NL) und Lyubomir Kavachev (B) werden mit Ton Roosendaal zusammenarbeiten um die anderen Teammitglieder auszuwählen und das Konzept zu definieren.

Die genaue Handlung des neuen Streifens ist noch nicht bekannt, im Gegensatz zum Erstlingswerk »Elephants Dream«, soll die neue Arbeit jedoch mehr auf Humor setzen. Und wie bereits beim ersten »open movie« soll auch Peach kommerziell vertrieben werden.

Erstmals organisiert die Blender Stiftung außerdem in Kooperation mit der Crystal Space Community das Open Game Projekt “Apricot” zur Entwicklung eines offenen Spieles. Ziel der Zusammenarbeit ist eine Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten der Erstellung von professionellen und offenen 3D-Spielen. Wie das Projekt auf seiner Seite schreibt, sollen alle Modelle mittels Blender erstellt werden. Das eigentliche Spiel wird dagegen auf die Crystal Space-Engine setzen.

Als möglichen Start peilen die beteiligten Parteien das Ende des Jahres an. Die eigentliche Entwicklung soll zwischen sechs und acht Monaten dauern. Wie bei den Blender-Filmen wird sich ein festes Team um die Entwicklung des Spieles kümmern. Nähere Angaben über das Genre wollen die beteiligten Projekte im Rahmen der Crystal Space-Konferenz im Juli bekannt geben.

“Blender” war ursprünglich ein firmeninternes Programm des niederländischen Animationsstudios NeoGeo. Chefentwickler Ton Roosendaal gründete am 18. Juli 2002 die Blender Stiftung mit dem Ziel, Spenden zu sammeln, um die 3D Animations- und Modelling-Software unter der freien Softwarelizenz GNU General Public License weiterzuentwicklen und vertreiben zu können. Bereits ein Jahr später war das Ziel erreicht, auf der Blender-Konferenz 2007 in Amsterdam kann die Stiftung bereits ihren fünften Geburtstag feiern.

Quellen:
Blender Homepage
Elephants Dream

Der FSFE gibt sich unbeeindruckt von den kürzlich erneut geäußerten Anschuldigungen von Microsoft, Linux und andere Open-Source-Software würde insgesamt 235 Patente verletzten

“Es gibt keine Grundlage für diese Behauptungen. Wenn es davon etwas zu lernen gibt, dann dass Microsoft immer verzweifelter wird und nicht mehr weiß, wie sie der rasanten Entwicklung der freien Software durch Innovation entgegnen können.” sagt Georg Greve, Präsident des FSFE. “Dies ist ein Beweis für den stabilen geschäftlichen Erfolg von Freier Software, nicht nur in technologischer, sondern auch in legaler Hinsicht.”

In einem kürzlich erschienenen Artikel des US-Wirtschaftsmagazine Fortune hatte Microsoft der freien Software massive patentrechtliche Verstösse vorgeworfen. Laut Microsoft verstoße der Linux Kernel gegen 42 Patente, die freien grafischen Benutzeroberfläche gegen 65 Patente, die OpenOffice-Suite gegen 45 Patente, die freien Email-Anwendungen gegen 15 Patente sowie weitere unspezifizierte freie Programme gegen 68 Patente.

Auch vorher hatte Microsoft regelmäßig von den angeblichen Patentverstößen geredet, blieb jedoch bisher jeden Nachweis schuldig. Unwahrscheinlich ist, laut der Unternehmensberatung Gartner, dass Microsoft die Patente gegenüber Endkunden geltend machen wird. Vielmehr scheinen die eigentlichen Adressaten der neuen Anschuldigungen Linux-Distributeure oder andere Firmen zu sein, die mit dem frei verfügbaren Betriebssystem (etwa über Serviceleistungen) Geld verdienen. Microsoft möchte auf diese Firmen Druck ausüben, um sie zu Lizenzzahlungen zu bewegen.

Doch die Freie Software hat mächtige Verbündete. Bereits 2005 haben sich die sechs grossen Unternehmen IBM, Sony, Philips, Novell, Red Hat und NEC zu dem Open Inventions Network zusammengeschlossen, um ein Portfolio von Patenten zu erwerben, die möglicherweise ein Problem für Microsoft darstellen könnten. Falls Microsoft jemals zum Beispiel Red Hat aufgrund von Patent Verletzungen verklagt, könnte das Open Inventions Network Microsoft im Gegenzug verklagen, die Distribution von Windows einzustellen.

“Dies ist ein gutes Beispiel für den Einfluss von Software-Patenten. Der Haupteffekt solcher Patente ist nicht die Innovation, sondern die Monopolisierung und Etablierung einer Lizenz zum Klagen, oder zumindestens zum Verleumden” kommentiert Shane Coughlan, FSFE’s Koordinator für legale Aktivitäten.

Und das US-Wirtschaftmagazine Fortune schreibt: “Es herrscht kalter Krieg, was den Frieden erhält ist die Drohung von gegenseitig garantierter Vernichtung: Patente Armageddon - eine unendliche Serie von Klagen und Gegenklagen, die die Industrie und ihre Kunden zum Stolpern bringen würden.

Quellen:
Fortune Magazine: “Microsoft takes on the free world” by Roger Parloff
FSFE PR: “The MS message: Time to invest in Free Software”

Aktuelle IT-Expertise rät zu Umstellung auf Linux. Das Land Berlin könnte seine IT-Ausgaben erheblich senken, wenn es seine Behördencomputer auf Linux oder andere Open-Source-Software umstellen würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertise des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Berlin.

Open-Source-Software habe «in nahezu allen wissenschaftlich untersuchten Fällen langfristig zu Einsparungen geführt», heißt es in dem Papier von Professor Bernd Lutterbeck. So hätten beispielsweise Befragungen der Fraunhofer Gesellschaft ergeben, dass «Kostensenkungen von bis zu 50 Prozent» möglich seien. Schätzungen zufolge betragen die IT-Ausgaben in der Berliner Verwaltung etwa 250 Millionen Euro pro Jahr.

Als weitere Vorteile der Open-Source-Nutzung nennt die Studie die Unabhängigkeit von Microsoft-Vorgaben bei der Lizensierung und dem Update von Software, sowie die «Stärkung regionaler Wertschöpfung». Von einer Open-Source-Strategie profitieren demnach vor allem kleine und mittlere IT-Unternehmen aus der Region.

Das im Auftrag der Berliner Grünen erstellte Papier wurde am letzten Donnerstag bei einer so genannten Expertenanhörung im Berliner Abgeordnetenhaus präsentiert. Der Senat entzieht sich bereits seit mehreren Jahren der Aufforderung des Berliner Parlaments, eine Open-Source- IT-Strategie für die Hauptstadt zu entwerfen, mit dem Verweis auf den bestehenden «Open-Systems-Ansatz». Nach Einschätzung von Professor Bernd Lutterbeck ist jedoch das bislang vorliegende IT-Konzept der Stadt “weniger ein in sich konsistentes Konzept, sondern eher eine Ansammlung durchaus beachtenswerter Gesichtspunkte.”

Die Zeit drängt. Heute erscheint die Berliner IT-Landschaft in Regierung und Verwaltung wie ein buntes Flickwerk verschiedener Windows-Systeme und proprietärer Anwendungen mit einer Prise freier Software. Aber auch nach der Anhörung bleibt die IT-Strategie Berlins weiterhin unklar. Am 12. April wurde eine Strategie vorgestellt, die jedoch noch nicht zur Abstimmung bereit wäre. Darin sind viele Punkte aktualisiert, jedoch noch immer nicht konkretisiert worden. Außerdem kam die Frage, was mit der Verlängerung der Microsoft-Lizenzen in diesem Jahr geschehen solle, in der Anhörung nicht zur Sprache.

Während dessen zeigen die Erfahrungen aus Verwaltungen in ganz Deutschland, dass die Umstellung von Microsoft-Software auf Open Source nicht nur machbar, sondern auch technisch sinnvoll ist. Wilhelm Hoegners, dessen Migrationsprojekt «LiMux» 2003 deutschlandweite Beachtung erlangte, berichtete auf der Anhörung von seinen insgesamt positiven Erfahrungen bei der im letzten Jahr begonnenen IT-Umstellung der Stadt München auf Open-Source-Software.

Das Veranstaltungsprogramm des LinuxTag 2007 ist online. Vom 30. Mai bis zum 2. Juni findet die “Expo and Conference” unter dem Motto “Where .COM meets .ORG” auf dem Messegelände Berlin statt. Die Organisation übernimmt 2007 erstmals die Messe Berlin.

Auch in diesem Jahr wird auf der Konferenz rund um Freie und Offene Software ein umfangreiches freies Programm angeboten. Neben der kompletten Vielfalt an Open-Source-Themen, setzen die Veranstalter 2007 die thematischen Schwerpunkte: Virtualisierung zwischen Technik und Management, Web 2.0, AJAX und Mash-Ups: Hype oder Zukunft? und Neu in Linux: Wie finde ich mich in der Open-Source-Szene zurecht?

Zur besseren Übersicht wurden die Vorträge täglich in fünf parallelen Tracks organisiert. Das Programm beginnt am Mittwoch, dem 30. Mai, mit den Themen Behörden, Medizin, Virtualisierung & HA, Datenverwaltung und der OpenSuse Day. Am Donnerstag stehen Enterprise Linux, Open Source im Einsatz, Linux Wow!, Netzwerke & Administration und FUDCon auf dem Plan. Am Freitag laufen sogar sechs Vortragsreihen mit den Themenblöcken Enterprise Software Development, Mobile & Embedded Devices, Multimedia & DTP, Security, OpenSolaris Day und Managing & Building Communities. Für Samstag sind die Themen Web 2.0, Extreme Programming, Lernen mit freier Software, Open Books & Docs, LPI Day und Ubuntu-Love Day vorgesehen.

Mittwochs, Donnerstags und Samstags finden zusätzlich Firmenvorträge statt.

Neben den kostenlosen Vorträgen werden auch kostenpflichtige Tutorien angeboten, die sich an die fortgeschrittene Anwender richten. Die Themen der Tutorien werden voraussichtlich am 24. April veröffentlicht werden. Eine Voranmeldung ist notwendig.

Information: www.linuxtag.org

Heute erscheint Ubuntu 7.04 “Feisty Fawn”. Die freie Distribution verbindet Qualität mit einfacher Installation und Bedienung, sowie breiter Hardware-Unterstützung. In Version 7.04 ist sie jetzt noch nutzerfreundlicher und mit neuen Tools speziell für den Umstieg von Windows auf die freie Umgebung ausgestattet.

Neben einem praktischen Assistenten, mit dem Daten und Einstellungen von Windows migriert werden können, beinhaltet Ubuntu 7.04 eine verbesserte Multimedia Unterstützung. Codecs, die nicht mit der Standard-Installation mitgeliefert werden, können nun einfach mit einem Wizard nachinstalliert werden. Ebenfalls neu in Version 7.04 ist die Möglichkeit, dass sich mit Avahi Dienste publizieren und Hosts in einem lokalen Netz entdecken lassen. Ebenfalls wurde die Unterstützung für WLAN weiter optimiert. Im Paket mitgeliefert werden die Desktop-Anwendungen GNOME 2.18, OpenOffice 2.2.0rc3 und X.org, ebenso GCC 4.1.2, glibc 2.5, Linux 2.6.20 und Python 2.5.

Gleichzeitig veröffentlicht Canonical heute neue Versionen von Kubuntu und Edubuntu. Kubuntu enthält jetzt KDE 3.5.6. in der Standardinstallation. Die Einrichtung des Netzes soll mit “knetworkmanager” einfacher werden und als weitere Softwarepakete wurden Digikam 0.9.1 und Kexi beigelegt. Bei Edubuntu gibt es eine Terminal-Server, Schul- und Ausbildungssoftware und eine Server-Variante.

Die Server-Ausgabe Ubuntu 7.04 bietet eine neue erweiterte Hardware Unterstützung und ermöglicht beschleunigte Zugriffe auf die Kernel-basierte virtuelle Maschine (KVM). Enthaltene Softwarepakete sind unter anderem Apache 2.2, PostgreSQL 8.2, PHP.

Information: www.ubuntu.com

Freie Software bietet viele Potentiale für Wachstum, Wettbewerb und Innovation in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der EU-Kommission von der Uni Masstricht erstellte Studie mit dem Titel “Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU” (http://ec.europa.eu/enterprise/ict/policy/doc/2006-11-20-flossimpact.pdf). Auf den 287 Seiten finden sich viele ökonomische Daten zur aktuellen Lage der Linux-Wirtschaft in Europa und die Studie formuliert konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung von Freier Software.

Ein zentraler Vorschlag der Studienmacher ist, Benachteiligungen von Freier und Open Source Software in Innovation, Forschung und Entwicklung, sowie bei der finanziellen Unterstützung von Forschung und Entwicklung durch die öffentliche Hand, als auch bei der Versorgung der Öffentlichkeit mit Software, welche zurzeit öfters gegen den Wettbewerb gerichtet ist, zu vermeiden und einen gleichberechtigten Wettbewerb zu ermöglichen. Neu ist die Idee, dass FLOSS-Schöpfer eine angemessene steuerliche Behandlung erhalten sollten : die Softwarebeiträge durch FLOSS könnten als wohlfartsartige Spenden behandelt werden. Wo dieses bereits gangbar ist, sollte Aufmerksamkeit unter Firmen, Beteiligten und Verantwortlichen vergrössert werden. Die Studie kommt auch zu der Schlussfolgerung, dass die Vermittlung von Fähigkeiten an die Studenten und nicht durch die Vermittlung von speziellen Anwendungen eine Herstellerunabhängigkeit im Bildungsbereich fördern kann; Studenten könnten auch aktiv zur Teilnahme an FLOSS-ähnlichen Gemeinschaften befähigt werden. Eine Entbündelung von Hardware und Software könne zu einem wettbewerbsorientierten Markt und einfachen Wegen der Innovation führen, welche durch vertikale Integration nicht gefördert wird.

Zwei Wochen nach Erscheinen der Studie meldete sich allerdings die EU-Kommission zu Wort und ruderte zurück. Gegenüber ZDNET UK erklärte ein Sprecher (http://news.zdnet.co.uk/software/0,1000000121,39285685,00.htm?r=1 ) dass man “technologieneutral” sei und daher nicht explizit Open Source fördern wolle.

“The Linux Foundation” wurde am 21. Januar aus der Taufe gehoben. Sie entstammt dem Zusammenschluss der Free Standards Group (FSG) mit den Open Source Development Labs (OSDL). Die neue Organisation soll Linux wettbewerbsfähiger machen, indem sie mit vereinter Kraft eine Reihe von Dienstleistungen anbietet, die das Wachstum von Linux beschleunigen sollen.

Jim Zemlin, bisher Chef der FSG, ist neuer Kopf der Linux-Stiftung. Das sei doch eine feine Sache, sagt Zemlin, wenn man als Linux-Programmierer “eine zentrale Anlaufstelle” für verschiedenste Dinge habe. Trotz des zentraleren Ansatzes der Organisation sowie der starken Orientierung am Wettbewerb, sollen Offenheit, Wahlfreiheit und technische Überlegenheit gewahrt bleiben. Der Ansatz wäre jedoch notwendig, um Linux anknüpfen zu lassen, an Eigenschaften, die besonders in proprietären Software-Firmen vorherrschen, wie Abwärtskompatibilität, Förderung, Interoperabilität, Entwicklerunterstützung und mehr.

Die Dienstleistungen der Stiftung umfasse die Verwaltung des Linux-Warenzeichens, Rechtsbeistand für Entwickler in Patentprozessen durch das Projekt Open Source as Prior Art, durch die Initiative Patent Commons und dem »Linux Legal Defense Fund« sowie Standardisierungsdienstleistungen für Anwendungsentwickler. Darüber hinaus will sich die Stiftung der Promotion und Zusammenarbeit der Linux-Gemeinschaft im gesellschafts- und wirtschaftspolitischem Kontext widmen.

Außerdem wolle die Foundation einen “sicheren Hafen für Linux-Kernel-Entwickler” bieten, sagte Zemlin. Auch indem sie Mittel und Gehälter an Programmierer ausschüttet, deren Unabhängigkeit gesichert werden soll. Zu denen gehört weiterhin auch Linus Torvalds, der bisher in der OSDL beschäftigt war und sich als prominentester Name auf der Gehaltsliste findet. Die Gründung der Stiftung fand starke Zustimmung durch die Mitglieder der FSG und OSDL. Unter ihnen: IBM, Intel, HP, Oracle, Novel, Fujitsu, Hitachi, NEC, Oracle und Red Hat.

Offizielle Pressemitteilung: http://www.linux-foundation.org/wordpress/?p=286

Der Linux-Verband schliesst sich der Kritik am IT-Gipfel an und fordert in einer Pressemitteilung “mehr Offenheit in der IT Politik des Bundes” - Open Source Software gehört in Zielkatalog.

Als Reaktion auf die Äußerungen von Politikern und Initiatoren zum IT-Gipfel sieht der Linux-Verband drastische Defizite in der Information der politischen Entscheidungsträger. “Die Möglichkeiten, die Open Source und Freie Software sowohl Anwendern wie auch dem Arbeitsmarkt durch eigene Wertschöpfung bieten, werden offensichtlich nicht wahr-genommen”, so Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbandes in Berlin. Es gäbe neben der Open Source Industrie kaum eine zweite Branche, die pro Jahr mehr als 40% Wachstum in Europa verbuchen kann, daher sei es wirtschaftspolitisch unverantwortlich, dies zu ignorieren.

Das Problem liege nicht in der mangelnden Ertragsmöglichkeit, die ausgerechnet der Gründer der extrem erfolgreichen SAP bemängelt hatte. Auch sei nicht die “mangelnde Begeisterung der Lehrer” schuld am angeblichen Mangel an Arbeitsplätzen, wie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck glaubte. “In der deutschen Politik ist die Wahrnehmung von Open Source als Standortfaktor nicht angekommen, ganz im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern. Wenn ein IT-Gipfel von den gleichen Großunternehmen und deren Lobbyisten dominiert wird wie andere Public/Private Partnerschaften wie z.B. Sicherheit im Internet, kann man auch keine weitergehende Erkenntnis oder gar sinnvolle Initiativen erwarten.”Weder Open Source Geschäftsmodelle noch die strategischen Optionen für Open Source würden von der Politik und den Öffentlichen Händen hinreichend genutzt und so wird eine große Chance für die Wissensgesellschaft in Deutschland vertan. “Es gibt in Deutschland viel Wissen im Bereich von Open Source, wie z.B. zu Linux, KDE, SAMBA, Apache, OpenOffice und vielen weiteren Projekten. Dieses Wissen wird auch erfolgreich von einer zunehmenden Anzahl von Unternehmen genutzt, weiterentwickelt oder vermarktet”, betonte Geese.

Mittelständische Software-Unternehmen produzierten nach wie vor hierzulande erfolgreich ihre Lösungen und sorgten so für viele Arbeitsplätze in Entwicklung und Service. Hochqualifiziertes Wissen sei die wichtigste Ressource in der IT-Industrie. “Unsere Stärken nicht zu nutzen und weiter auszubauen, wäre ein großer Fehler”, so der mittelständische Unternehmer und Verbandsvorsitzende. “Deshalb muss der Einsatz von Open Source Software eine Priorität im Zielkatalog der Politik erhalten.” Geese erklärte ferner, alle Aktivitäten seien kontraproduktiv, die weiter die technologische Abhängigkeit Europas von wenigen US-amerikanischen IT-Konzernen und deren geschlossener Entwicklungen zum Ergebnis hätten.

Der Linux-Verband als Vertreter des Linux Business in Deutschland werde sich zusammen mit den zahlreichen anderen Kritikern des Gipfels verstärkt um die Information der politischen Entscheidungsträger über die bereits existierende Bedeutung und das Zukunftspotential von Linux und Open Source bemühen, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

Aus der Reihe “NGO in a Box” ist jetzt eine neue Zusammenstellung erschienen: Neueste Version ist die “Open Publishing Box“. Enthalten
sind zahlreiche Freie-Software-Programme, aber auch Anleitungen und Hilfestellungen. NGOs, Aktivisten und Grassroots-Journalisten sollen eben nicht nur das technische Equipment zum Publizieren an die Hand bekommen, sondern auch das nötige Wissen.

Die “Open Publishing Box” besteht aus drei CDs; auf der ersten finden sich die neu zusammengestellten, auf Publishing ausgerichteten Programme und Informationen, auf der zweiten CD das freie Betriebssystem Ubuntu, die dritte CD enthält eine Zusammenstellung zahlreicher freier Programme für Windows.

Die Hilfestellungen in der neuen “Box” vermitteln NGOs und Aktivisten grundlegendes Wissen, so beispielsweise über Freie Lizenzen und gemeinsames Publizieren. Die “Open Publishing Box” ergänzt zudem die bereits länger verfügbare “Audio/Video Edition” sinnvoll. Auch die
Philosophie Freier Software will die “Box” bekannter machen; transportiert wird somit auch das Wissen um die (Entwicklungs-)Potenziale freier Kultur, freien Wissens - und nicht zuletzt Freier Software.

Firma pleite - dann kaufen wir sie eben leer! Das haben sich wohl die Spieler des Online-Rollenspiels “Ryzom” gedacht. Ziel ist es, der insolventen Firma Nevrax den Code und andere Bestandteile des Spiels einfach abzukaufen. Wenn das klappt, wird das Spiel als Freie-Software-Projekt weiterentwickelt werden. Dazu wurde die Free-Ryzom-Kampagne gestartet.

Auch die Free Software Foundation (FSF) hat sich bei den Unterstützern eingereiht: Für sie hat das “Free Ryzom Projekt” eine große Bedeutung. Deswegen hat sie am vergangenen Mittwoch angekündigt, die “Free Ryzom”-Kampagne mit 60.000 Dollar zu unterstützen; für einen Kauf müssen 200.000 Dollar zusammenkommen. Im Rennen sind aber noch weitere, nicht bekannte Bieter. Sollte die Free Ryzom-Kampagne den Zuschlag erhalten, soll der gesamte Source Code unter die GPL gestellt werden; genauso sollen alle anderen Elemente (beispielsweise Grafiken) unter vergleichbare freie Lizenzen gestellt werden.

Peter Brown, FSF-Geschäftsführer begründet, warum die FSF einen derart hohen Betrag zur Verfügung stellen will: “Wir sehen dies als einzigartige Möglichkeit, ein solches Spiel für die Freie-Software-Bewegung zu gewinnen.” Brown führte auch an, dass auf dem Gebiet der Computerspiele die Freie-Software-Bewegung noch nicht so stark vertreten sei. Computerspiele seien für viele Nutzer ein Argument gegen Freie Software. Das Geschäftsfeld der Computerspiele sei sehr kommerziell geprägt.

Hieraus erklärt sich, warum die FSF dem “Free Ryzom Projekt” eine derart hohe Bedeutung beimisst - hoch, wenn man das Ryzom-Engagement mit anderen FSF-Projekten hoher Priorität vergleicht, beispielsweise der Entwicklung freier Videokarten-Treiber. “Das ist eine Chance, einen großen Sprung zu tun,” sagte Brown, “Wir wünschen uns, dass unsere Gemeinschaft bei allem, was sie tut, die Möglichkeit hat, Freie Software zu benutzen.”

Wer die Kampagne unterstützen möchte, kann auf der FSF-Seite Gebote abgeben. Erst wenn die Auktion erfolgreich war, wird das Geld eingesammelt. Dort kann auch eine Liste der bisherigen Spender eingesehen werden.

Noch ist Windows Vista noch gar nicht so richtig gestartet - die Kritik an der neuen Version des Microsoft-Betriebssystems ist aber bereits jetzt vielstimmig. Jetzt hat auch die Free Software Foundation (FSF) eine (zweigleisige) Kampagne initiiert: BadVista will zum einen vor den Gefahren, die Vista-Usern drohen, warnen - zum anderen aber auch freie Alternativen aufzeigen.

Für John Sullivan von der FSF sind einige Vista-Features vergleichbar mit Schadsoftware: “Das wichtigste für den Besitzer eines Computers ist doch, kontrolieren zu können, was die Maschine tut. MS Windows war schon immer proprietär und sehr restriktiv. Das ist nichts gegen Vista: Die neuen “Features” ähneln einem Trojanischen Pferd, mit dem noch mehr Beschränkungen eingeschmuggelt werden.”

Über diese Features will BadVista im Detail aufgeklären: Hinterfragt wird nicht nur, wie sie funktionieren, sondern es werden sich auch Infos finden, wie man die Beschränkungs-Technologien umgeht und warum man sich überhaupt über diese Aspekte Gedanken machen sollte. Bei BadVista kommt auch zur Sprache, was politisch an Vista noch brisant ist: Laut FSF werden unbemerkt “durch die Hintertür” Risiko-Technologien wie TCPA und DRM eingeführt.

Die FSF setzt bei BadVista auf ein Netzwerk aus Aktivisten. “Teccies können auch aktiv werden,” sagt Peter Brown, Geschäftsführer der FSF, “Das ist es uns wert, denn wir wissen, was für Gefahren Vista birgt.” Es gehe nun mal um “die wichtigen Fragen”: Ist es als Vista-Benutzer noch möglich, frei zu sein? Frei von der Kontrolle durch den Konzern Microsoft? Wer BadVista unterstützen möchte, kann sich online registrieren und weitere Informationen zuschicken lassen.

Erst einen Monat ist es her, dass die OpenSource-DVD - eine Kollektion freier Programme für Windows - in der Version 3.0 erschien, jetzt, kurz vor Weihnachten, gibt’s schon das Folge-Update. Die Änderungen sind auf der Projektseite in einer History zusammengefasst. Unter anderem ist auf der DVD die brandneue OpenOffice-Version 2.1.0 enthalten, insgesamt enthält die DVD Updates von 29 Programmen und zehn neue Softwarepakete. Neu sind auch “60 Tipps zu OpenOffice“, lizensiert unter der GNU FDL.

Sämtliche Dokumente auf der DVD, sowie die Dokumente auf der Projekt-Webseite stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0). Die Opensource-DVD darf für nichtkommerzielle Zwecke kopiert und weitergegeben werden.

Die OpenSource-DVD ist 1,8 Gigabyte groß und lässt sich als ISO-Image von mehreren Servern herunterladen. Wer über keine Breitband-Internetverbindung verfügt, kann sie sich auch zuschicken lassen: Kostenpunkt 7,90 Euro. Die Bestell-Version unterscheidet sich von der Download-Version in mehreren Punkten: Sie enthält zum einen eine praktische Suchfunktion, außerdem lassen sich die Programme von der Bestell-DVD aus auch direkt installieren. Als weiteres Bonbon finden sich auf der Bestell-DVD 105 OpenOffice-Vorlagen.

Außerdem im Versand erhältlich: Weitere OpenSource-DVDs mit noch größeren - und spezielleren - Kollektionen Freier Software. Auf der Power-Version (12,90 EUR) findet sich die aktuelle PrOOo-Box, sowie zusätzliche Cliparts und der WorldWind-Client der NASA. Die Business-DVD enthält zusätzlich dazu noch Unternehmens-Software (CJG-Software), sie kostet 17,90 EUR. Last but not least: Im Shop findet sich auch eine Offline-Version der freien Enzyklopädie Wikipedia. Wer eine Wikipedia-CD und eine OpenSource-DVD im Doppelpack abnimmt, kann bei zahlreichen Kombinationen sogar Geld sparen.

Als “Danaergeschenk” hat der FSFE-Vorsitzende Georg Greve Novells Ankündigung bezeichnet, den OpenXML-Standard in OpenOffice zu implementieren. Anlässlich der Anerkennung des Formats als EMCA-Standard machte Greve gegenüber dem Magazin Futurezone deutlich, dass es das Ziel von Standardisierung sein müsse, echten marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu ermöglichen; die ECMA-Zertifizierung von openXML aber laufe dem entgegen. Greve: “Microsofts Office-Formate sind aber nur von einem Unternehmen definiert und voll implementiert. Damit sind es monopolisierte, proprietäre Formate und keine Standards.”

Wie in Greves Blog zu lesen ist, kommentiert Bob Sutor, Vizepräsident von IBM das Verfahren um openXML mit der Aussage, die Implementierung ähnele mehr einer Denial-of-Service-Attacke als einem offenen Standard. Microsofts aktuelles Geschäftsgebahren sei als Veränderung der Strategie zu deuten: Anstatt Informationen durch Nichts-Sagen zu verschleiern, würde Microsoft nun die Informationen in möglichst viel Lärm ersticken - dies sei, so Sutor, die wohl erfolgreichere Strategie.

Die Spezifikation für openXML ist 6000 Seiten stark. Zum Vergleich: Ein Paket Kopierpapier enthält 500 Blatt.

“Dies ist die Übersetzung eines alten Buches - in Internetzeit gerechnet, ist es die Übersetzung eines uralten Textes.” Das steht auf dem Klappentext von “Code 2.0″, dem neuen Buch von Lawrence Lessig. Der uralte Text, auf den sich Lessig bezieht, ist “Code und andere Gesetze des Cyberspace”. Einzigartig das “Update” auf die Version 2.0: Lessig stellte den Text in ein Wiki und ließ die Community schreiben. Das Ergebnis der Wiki-Debatte ist online noch zu betrachten. Seit dem 31.12.2005 ist der Text jedoch auch “zurück bei Lessig”, er hat den Wiki-Text sinnvoll ergänzt und geglättet.

Lessig lizensierte den Wiki-Text unter einer Creative-Commons-Share-Alike-Lizenz. Der Text steht auch als PDF zum kostenlosen Lesen, sowie zum Remixen bereit. Wer gerne Papier in der Hand hat, dem rät Lessig dazu, das Buch zu kaufen, denn dies sei in den meisten Fällen preisgünstiger als es auszudrucken. Erhältlich ist es zum Beispiel bei bookzilla, Kostenpunkt 14,20 Euro.

Der wirtschaftliche Sinn des Urheberrechts liegt im finanziellen Anreiz zur Kreation. Der Künstler möchte sich vor der Schöpfungleistung in Sicherheit wiegen, dass er auch deren Früchte ernten kann. Diese Sicherheit ­ so die Befürworter des Urheberrechts ­ ist der wesentliche Schöpfungsanreiz. Soweit die gängige Theorie.

Etwas intellektuell kreativ kommt da doch die Idee daher, man könne die Vergangenheit ändern. Was in primitiven Kulturkreisen das Geschäft von Schamanen ist, versuchte jüngst die Regierung von Großbritanien. Dort sollte die Laufzeit des Urheberrechts verändert werden, allerdings auch rückwirkend für bereits geschaffene Werke. Praktisch bedeutet das einen Transport der Sicherheit (eine längere Laufzeit des Urheberrechts zu haben) in die Vergangenheit, um dort den Anreiz für den Schöpfungsakt zu erhöhen.

Kritiker von Vergangenheitsveränderungen mutmaßen, dass das nicht möglich sei und erklären, dass der Versuch auf etwas anderes abzielt: auf das finanzielle Wohl der Inhaber von Verwertungsrechten an urheberrechtlich geschützten Werken. Wie Lessig entdeckte, gibt es auch Künstler, die sich post mortum für eine Verlängerung des Schutzes ihrer Werke
starkmachen. Die Erklärung wurde jedenfalls von ihnen unterstützt. Die Werbung in der Financial Times war eine Reaktion auf den Gopher Report (PDF), der es als unsinnig ansah, dass Künstler in die USA auswandern würden, um eine Verlängerung des Schutzes für Tonaufnahmen von 50 auf 95 Jahre zu erreichen.

Zahlreiche Funktionen enthält OpenOffice in der heute brandneu zum Download freigegebenen Version 2.1. Aus Anwendersicht wohl praktischste Neuerung: Impress (die OpenOffice-Präsentations-Suite) ermöglicht jetzt einen Mehrbildschirm-Modus. Ab können Folien und Notizen auf getrennten Bildschirmen betrachtet werden - das bedeutet: Auf dem einen Bildschirm lassen sich die Folien, und auf dem anderen die Notizen anzeigen, das war bisher nicht möglich.

Zudem wurde der Zugriff auf Access-Datenbanken verbessert, der HTML-Export bei OpenOfficeCalc (das ist die OpenOffice-Tabellenkalkulation) überarbeitet - und den Quickstarter gibt’s jetzt auch für Linux. Nebenbei wurden fünf neue Lokalisierungen aufgenommen und Fehler in alten Lokalisierungen beseitigt.

OpenOffice auf dem aktuellen Stand zu halten, das wird mit der neuen Version ebenfalls einfacher: Standardmäßig sucht OpenOffice 2.1 in regelmäßigen Abständen nach einer neuen Version. Wem dies nicht gefällt, der kann diese Option allerdings auch deaktivieren; darauf weist OpenOffice beim ersten Programmstart hin.

In Kürze wird es auch eine neue Version der PrOOo-Box geben. Die PrOOo-Box ist eine Sammlung von allerlei Zusatzfeatures für OpenOffice, enthalten sind unter anderem Schriften, Vorlagen und Hilfsprogramme in großer Zahl. Bald wird auch OpenOffice-Portable aktualisiert, eine OpenOffice-Version, die sich von einem USB-Stick aus starten lässt.

Frankreich möchte Paris zu einer “Exzellenzregion” für Freie Software machen. Ziel sei es, so der französische Minister für Wirtschaft, Finanzen und Technologie, Thierry Breton, eine schlagkräftige und profitable OpenSource-Industrie zu entwickeln. Die “Ile de France” solle das “wissenschaftliche und wirtschaftliche Zentrum der
Freien-Software-Industrie in Europa werden”. Das forderte Breton auf einer Pressekonferenz zum Bericht “Levy-Jouyet” (PDF), der sich mit der Ökonomie immaterieller Güter befasst. Breton sagte: “In der immateriellen Wirtschaft liegen die Wachstumschancen der Zukunft!” Er gehe davon aus, dass Software und andere immaterielle Güter der französischen Wirtschaft ein Wachstum um drei bis vier Prozent jährlich bescheren würden.

Breton verlautete, dass Freie Software der IT-Industrie neue wirtschaftliche und technologische Potenziale biete. Diese neuen Möglichkeiten würden die Strukturen, die sich in den vergangenen 15 Jahren innerhalb der Software-Industrie verfestigt hätten, in Frage stellen. Frankreich müsse diese Möglichkeit nutzen, denn in diesem Bereich würde es “vor Talenten nur so wimmeln”.

Das Exzellenzzentrum soll von einer Gruppe aus Wissenschaftlern und Software-Entwicklern geleitet werden. Ihr Chef soll Roberto Di Cosmo von der Universität Paris werden. Softwareentwicklung brauche einen festen Ort, so Di Cosmo: “Es wäre naiv, die Bedeutung von menschlichen Kontakten und Infrastruktur außer acht zu lassen.” Co-Chef wird der Software-Entwickler Alexandre Zapolsky von der OpenSource-Firma Linagora. François Bancilhon von Madriva und Stéfane Fermigier werden ebenfalls mit dabei sein.

Die Gruppenmitglieder bekräftigten das Potenzial des Exzellenzcenters für Paris: Die Region könne so Arbeitsplatzverluste erfolgreich bewältigen. In Deutschland gab es ebenfalls Versuche, solche Exzellenz-Regionen zu etablieren, bestes Beispiel ist die OpenSource-Region Stuttgart. Früher wurden OpenSource-Projekte dieser Art auch national gefördert. Leider ist aktuell zu beobachten, dass Deutschland beim Thema OpenSource hinter die Nachbarländer - wie eben Frankreich - zurückfällt. Hier ist auch die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBst) zu nennen, die von Jahr zu Jahr weniger Mittel zugewiesen bekommt.

Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) stützt in der Studiensammlung “Breaking Barriers” (PDF) die These der vorteilhaften Nachhaltigkeit des Einsatzes von freier und quelloffener Software (FOSS) in Entwicklungsländern. In “Breaking Barriers” werden 14 Entwicklungsprojekte vorgestellt, in denen FOSS beim sozio-ökonomischen Aufbau hilft und Menschen die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung bietet. In der Publikation werden die Vorteile, die Herausforderungen und die dadurch gelernten Lektionen herausgestellt.

Der Fokus der betrachteten Fälle liegt allerdings nicht in der speziellen Entwicklung bestimmter FOSS-Anwendungen, sondern in der Benutzung von FOSS als Mittel, um die primären Ziele der Projekte zu erreichen. So kümmert sich zum Beispiel LexUM um die freie Erreichbarkeit von Gesetzestexten in Burkina Faso, AgriBazaar um die Erstellung einer Handelsplattform für Bauern in Malaysia, OSCAR um die Identifikation und Kontrolle von Weizen in Bangladesh, Indien, Nepal und Pakistan - und Sahana um das Management von Katastrophen in Sri Lanka.

Diese Fallstudien können als Inspiration für Organisationen und Einzelne, die armen Gemeinschaften helfen, Informations- und Kommunikationstechnologien zu verwenden, dienen, weil sie demonstrieren, dass FOSS eine wichtige Rolle dabei spielen kann, Menschen zu ermächtigen, ins Informations- und Internetzeitalter zu gelangen. Und wie es sich für eine Publikation gehört, deren Wissen allen Menschen helfen soll, wurde die Publikation unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.

Die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) veröffentlichte letzte Woche das Open Document Format (ODF) als einen offiziellen Standard. ODF beschreibt unter anderem Inhalte von Text, Tabellenkalkulationen, Datenbanken und Präsentationen. Entwickelt wurde es von dem Team von OpenOffice.org.

Da Dokumente im ODF als öffentlich spezifiziert sind, darf jeder dafür Software für jede Plattform entwickeln. Dadurch werden Entwicklern die Sorgen genommen, welche sonst mit geistigen Eigentumsrechten und -grenzen proprietärer Formate einhergehen. Auch der Arbeitsalltag der mit den Dokumenten arbeitenden Menschen wird erleichtert, wenn sie sich nicht mehr mit der Inkompatibilität unterschiedlicher Formate plagen müssen. Insgesamt ist der offene Standard für Dokumente somit eine Art Klebstoff für das Zusammenwachsen des Internets und für neue Services, die darauf aufbauen.

Auch Google verwendet in seiner Anwendung Docs & Spreadsheets das offene Format. Microsoft dagegen betrachtet ODF mit Sorge, da ihre proprietären Dokumentformate ein wichtiges Verkaufsargument für MS Office darstellen. Derzeit bemüht sich Microsoft um eine Standardisierung ihres zukünftigen Dokument Formates Office XML bei der ECMA. Mehr über den Dokumentwettstreit können Sie hier erfahren.

Die Fan-Gemeinde des beliebten Browsers wächst und wächst. Vor einigen Monaten hatten Studenten der Linux User Group der Oregon State University einen Firefox in ein Kornfeld “gezirkelt“. Jetzt, so wurde stolz auf spreadfirefox.com verkündet, kann das Kunstwerk auch bei Google Maps betrachtet werden.

Außerdem gibt es ein Video für alle, die kein Google Earth auf dem Computer installiert haben. Dort kann nicht nur der Kornfeld-Firefox aus der Hubschrauberperspektive, sondern auch die Studenten bei der Vorbereitung der nachahmenswerten Aktion, betrachtet werden. Das Video wurde in den Formaten Quicktime und Ogg-Theora bereitgestellt.

Montag startete die Ubuntu OpenWeek, die Ubuntu und die Schwester-Distributionen Kubuntu, Edubuntu und Xubuntu bekannter machen will. Stattfinden werden noch bis kommenden Montag zahlreiche Workshops zu unterschiedlichen Aspekten der beliebten Linux-Distribution. Alle, die sich für Ubuntu interessieren, sind eingeladen, sich an der Ubuntu OpenWeek zu beteiligen. Die Workshops finden im IRC-Chat statt (Channel: #ubuntu-classroom).

Wirbel machte eine Werbe-Mail, die Mark Shuttleworth auf der OpenSuse-Mailingliste gepostet hatte: Shuttleworth hatte in jener Mail Novells Geschäftsgebahren kritisiert und den Patent-Deal genutzt, um openSuse-Entwickler für die Ubuntu-OpenWeek zu gewinnen. Die Antwort folgte prompt in Form einer satirischen Mail von “Shark Muddleworth”; in dieser Mail ging es unter anderem auch gegen die geplante Verwendung proprietärer, die GPL verletzende Treiber in Ubuntu Feisty Fawn, dem für 4/2007 geplanten Update.

Ab Mitte kommenden Jahres - nach der Wahl - wird das französische Parlament auf Freie Software setzen: Rund tausend Desktop-Computer sollen umgestellt werden. Mit bei dem Paket dabeisein werden der freie Browser Firefox, OpenOffice und ein freier Mail-Client, welcher, ist noch nicht entschieden; auch ist noch nicht ausgefochten, welche Distribution das Rennen machen wird. Es gibt aber Vermutungen, dass man sich für die - französische - Distribution Mandriva entscheiden wird.

Wesentliches Argument für die Umstellung seien die Kosten: Man könne den selben Funktionsumfang beibehalten, dabei aber Geld sparen. Weitere Argumente, so Benoît Sibaud von der “Association pour la Promotion et la Recherche en Informatique Libre” (APRIL) seien die Transparenz und die Unabhängigkeit: Die Nationalversammlung habe künftig eine größere, unabhängigere Kontrolle über ihre Informationstechnologie.

Lange erwartet - zum ersten Dezember gibt’s sie endlich zum Download: Die Menschenrechtsschutz-Software Psiphon. Entwickelt wurde die Software, mit der Netz-Zensur umgangen werden kann, im Citizenlab an der Universität Toronto. Das Arbeitsprinzip ist einfach: Psiphon leitet den Netzverkehr verschlüsselt über einen Proxyserver im unzensierten Netz.

Psiphon funktioniert über “Social Networks”: Eine Person in einem unzensierten Land lädt sich die Software herunter - so wird der Computer dieser Person zu einem “Access Point”. Nun kann sich eine Person in einem Land mit zensiertem Netz auf diesem “Access Point” einloggen und diesen - über die verschlüsselte Verbindung - als Proxy-Server benutzen. Auf diese Art und Weise können Menschen aus Ländern, in denen das Netz eigentlich zensiert ist, trotzdem Zugang zu den geblockten Seiten gewinnen. Nach Meinung der Psiphon-Entwickler muss danach nur die History gelöscht werden, es könne so nicht nachgewiesen werden, dass geblockte Seiten besucht wurden.

Als unerträglich hat der Linux-Verband die Auslassungen Steve Ballmers zu möglichen Patentverletzungen bezeichnet. “Die Anwender sollen nach der Vorstellung von Microsoft in eine vermeintlich sichere Vista Migration investieren, statt sich mit günstigeren Alternativen zu beschäftigen”, sagte der Vorsitzende des Linux-Verbandes, Elmar Geese. Die Aussage Ballmers sei “als der typische Microsoft-Versuch” zu werten, Markt und Verbraucher durch die Verbreitung von Gerüchten oder Androhungen zu verunsichern. Geese forderte Microsoft auf, Belege für die angeblichen Urheberrechtsverletzungen vorzulegen oder die Behauptungen zu unterlassen: “Wenn Microsoft keine Belege für die Behauptungen vorlegen kann, dann verlässt das Unternehmen den Rahmen des in Deutschland wettbewerbsrechtlich Zulässigen und Erträglichen.”

Die Äußerung sei vor allem als Bestandteil der Kampagne zur Markteinführung von Microsoft Vista zu werten. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Microsoft die angeblichen Urheberrechtsverletzungen gerade jetzt ins Gespäch bringe. Der Linux-Verband werde die weiteren Aktivitäten von Microsoft in dieser Hinsicht besonders beobachten.

Über die wettbewerbsrechtlichen Aspekte hinaus zeige die Einlasssung des Microsoft-Chefs deutlich, warum die Forderung nach offenen und freien Standards wirtschafts- und standortpolitisch notwendig und sinnvoll sei. Der Linux-Verband empfiehlt seinen Mitgliedern sowie kommerziellen und privaten Linux-Nutzern, sich von derartigen Microsoft-Aktionen nicht verunsichern zu lassen. “Linux, freie Software und OpenSource sind und bleiben die sichere und leistungsfähige Alternative, die aus dem Alltag vieler Unternehmen und Privatanwender nicht mehr wegzudenken ist.”

Linux tut der öffentlichen Hand gut - Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie (PDF) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), in Auftrag gegeben von IBM, Novell und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.

Freie Software ermögliche erhebliche Kosteneinsparungen, dies bekräftigten 70 Prozent der Befragten. Insgesamt wurden 209 Studienteilnehmer befragt, mehr als die Hälfte davon öffentliche Einrichtungen. Bedeutsam für die OpenSource-Strategien von öffentlichen Einrichtungen seien dabei vor allem Office-Anwendungen, IT- oder Telefonie-Infrastruktur sowie Desktop-Systeme. Bekanntestes Best-Practice-Beispiel ist die bayerische Landeshauptstadt München mit ihrem Projekt “LiMux“.

Nicht nur die chronische Haushaltsknappheit der Kommunen kann Freie Software lindern. Ergebnis der Studie ist auch, dass Freie Software spürbare Impulse für die lokale Wirtschaft gibt. Denn die Aufträge, OpenSource-Lösungen in den Verwaltungen zu realisieren, gehen bevorzugt an kleinere und mittlere Unternehmen aus der Region. OpenSource in der Verwaltung leiste somit auch einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Wer Lobbyismus angesichts der Auftraggeber wittert, sei beruhigt: Zu ähnlichen Ergebnissen wie die Fraunhofer-Studie war auch eine Studie des Martforschungsunternehmens IDC gekommen. Die IAO-Studie steht auf der Webseite des Fraunhofer-Institus kostenlos zum Download bereit.

Schneller als erwartet hat Sun Microsystems erste Teile der Programmiersprache Java unter die GPLv2 gestellt und angekündigt, Java insgesamt offenzulegen: Damit erhält die Freie-Software-Bewegung so viele Zeilen Code wie selten zuvor. Gleichzeitig stellt die Aktion einen bemerkenswerten Wendepunkt in Suns Firmenpolitik dar.

Suns Softwarechef Rich Green ist der Meinung, dass die Öffnung auch auf andere Unternehmen Einfluss nehmen wird: “Das ist ein Meilenstein für die gesamte Industrie,” so Green. Es gehe Sun nicht nur darum, eine wichtige Software unter eine offene Lizenz zu stellen. Man wolle auch ein Zeichen setzen für die Zukunft der Softwareindustrie: Die Offenlegung sei somit auch ein klares Bekenntnis zum Zukunfts-Modell “Freie Software”.

Langfristig soll der gesamte Code von Java unter die GPL gestellt werden, ausgenommen sind einzelne Komponenten, die nicht im Besitz von Sun sind. Für die GPL habe man sich entschieden, weil diese Lizenz das größte Wachstumspotenzial für Sun biete. Geschützt bleiben die Marke Java und das Logo - die Kaffeetasse. Die offene Lizensierung ist kompliziert, denn es gibt eine Menge proprietärer Java-Applikationen. Der Spagat gelingt durch die Classpath-Lizenz: Lediglich verlinkte Software muss nicht unter die GPL gestellt werden.

Mehrere Java-Komponenten wurden bereits jetzt schon freigegeben, darunter die virtuelle Maschine HotSpot, der Compiler javac, sowie das Hilfesystem. Der Rest soll innerhalb der ersten Hälfte des kommenden Jahres nachziehen; diejenigen Komponenten, bei denen Sun die Sourcen nicht veröffentlichen darf, werden als Pre-Built-Binaries verfügbar sein.

Die Samba-Community, eigentlich als Novell-freundlich bekannt, hat sich jetzt in einem offenen Brief gegen den Patent-Deal mit Microsoft gewendet: Novell müsse das Abkommen widerrufen; zudem erinnern die Samba-Macher Novell an die Pflichten, die die Firma als Teil der Freie-Software-Bewegung hat.

In dem Brief macht Samba die unüberbrückbaren Differenzen zwischen freier und proprietärer Software deutlich, diese beiden “Welten” seien nicht miteinander vereinbar; Aktionen wie das Abkommen mit Microsoft seien nicht konform mit den Zielen der Freie-Software-Community und der GPL.

Weiterhin weist die Samba-Community darauf hin, dass alle Akteure im Kampf gegen Softwarepatente an einem Strag ziehen müssten. Mit dem Microsoft-Deal aber würde Novell die Einigkeit der Community zerstören, denn Patente als Mittel des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs seien von der Freie-Software-Bewegung nicht zu akzeptieren. Novells eigennütziges und wenig nachhaltiges Handeln mache auch deutlich, dass bereits jetzt ein tiefer Graben zwischen Novell und der Community existiere.

Das Software Freedom Law Center attestiert dem Deal ebenfalls keinen Nutzwert: Bradley M. Kuhn, CTO des Institus, bezeichnet die Vereinbarung sogar als “schlechter als nutzlos”. Die in der Vereinbarung enthaltenen leeren Versprechungen würden ein trügerische Sicherheit vortäuschen. Für Microsoft sei nur ein “isolierter, unbezahlter und unwichtiger Freie-Software-Entwickler ein guter Entwickler”.

In Ländern wie Finnland, Indien oder den USA gibt es bereits nationale Denkschmieden, die sich mit Open Source und offenen Standards befassen. Nun wurde auch in Großbritannien ein Kompetenzzentrum gegründet. Das “National Open Centre” (NOC) soll der britischen Strategieentwicklung in den sich ergänzenden Bereichen Open Source und offene Standards eine Heimat bieten.

Das NOC will mit Organisationen und Einzelnen zusammenarbeiten, um eine Expertengruppe zu schaffen, die regelmäßig auf Kernprobleme aufmerksam macht, als Ratgeber auf wichtige Informationsquellen hinweist und auch Veranstaltungen organisiert und anbietet.

Die Gründungspartner des NOC sind das National Computing Centre, sowie der Stadtrat von Birmingham und die von ihm geleitete Digital-Birmingham-Initiative. Open-Source-Projektpartner sind OpenAdvantage, welche mit der University of Central England zusammenarbeitet und Midland Open Source Technologies.

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat am 13.11. eine Aktion zu den Lizenzen Freier Software gestartet: In Kooperation mit gpl-violations.org wurde die “FSFE Freedom Task Force” (FTF) gegründet. Georg Greve, Vorsitzender von FSFE, beschreibt, warum diese Task-Force notwendig geworden ist: “Freie Software selbst ist inzwischen Mainstream, auch kommerziell - jedoch das Wissen über Freie Software und die speziellen Lizenzen ist noch nicht so weit verbreitet.” Heute stellen große Firmen Freie Software ins Zentrum ihres unternehmerischen Handelns.

Ziel der FTF ist es, “Programmierer und Communities zu beraten und zu bilden” Damit sollen Lizenz-Probleme vermieden werden; außerdem sollen die Lizenzen Freier Software bekannter gemacht werden. Die Aktion wird von Stichting NLnet mit 30.000 Euro gefördert. Teus Hagen von Stichting NLnet: “Nach unserer Auffassung ist es an der Zeit, Freie Software endlich solide abzusichern. Die FSFE ist ein guter Partner für ein solches Projekt.”

FTF will Experten mit technischem und juristischem Know-How zusammenbringen; auch Ehrenamtliche sollen mitmachen. Ziel ist es, koordiniert Antworten auf individuelle Fälle - sowohl auf grundlegende Lizenz-Fragen als auch auf Lizenz-Verletzungen - zu geben. Als Ko-Koordinator wurde Shane Coughlan eingestellt. “Wir treten als Treuhänder für Projekte auf und können so beispielsweise die Interessen der Projekte im Falle einer Lizenzverletzung vetreten,” so Coughlan, “Damit können sich die Projekt-Macher auf das Wesentliche konzentrieren - auf technologische und Management-Fragen.”

Harald Welte erzählt, warum gpl-violations.org bei der Freedom Task Force mit dabei ist: “Wir wollen unsere Ressourcen und Informationen teilen, um die Rechte von Entwicklern Freier Software optimal zu schützen.” Schon in der Vergangenheit sei der Kontakt zur FSFE gut gewesen, auch dies sei ein Argument, jetzt noch näher zusammenzuarbeiten.

Noch bis morgen früh 11 Uhr läuft die Aktion “24 Stunden klicken gegen Internetzensur” von “Reporter ohne Grenzen”. Mit der Aktion sollen die “schwarzen Löcher des Internet” geschlossen werden. “Jeder Klick zählt,” so Reporter ohne Grenzen, “Und jeder Klick hilft Reporter ohne Grenzen, sich noch nachdrücklicher für einen freien Informationsfluss im Internet einzusetzen.” Im Visier der Menschenrechtsorganisation sind 13 Länder, in denen das Recht auf freie Meinunsäußerung massiv verletzt wird: Ägypten, China, Iran, Kuba, Myanmar, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan, Vietnam und Weißrussland.

Jeder Internetnutzer kann überdies unter rsf.org eine Nachricht an Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aufnehmen. Yahoo war das erste Unternehmen, das die chinesische Version seiner Suchmaschinen zensiert hat. Außerdem arbeitet Yahoo seit langem mit der chinesischen Polizei zusammen; durch Yahoos “Hilfe” ist schon so mancher Internetdissident hinter Gitter gekommen; der Journalist Shi Tao etwa ist durch Yahoos Mithilfe für zehn Jahre im Gefängnis.

Gleichzeitig startet die Organisation eine eigene Blog-Plattform. Die Preise für ein Blog auf der Plattform rsfblog.org bewegen sich zwischen 5,90 und 14,90 Euro, wählbar sind zahlreiche Optionen, beispielsweise MoBlog- und Podcasting-Funktionen oder besonders viel Speicher. Ein Teil des Geldes geht an “Reporter ohne Grenzen” und deren Hilfsfonds: “Der Hilfs-Fond der Organisation unterstützt Familien von Internetnutzern, die in repressiven Ländern für das, was sie online veröffentlicht haben, hinter Gittern sind.” Außerdem ist es möglich, eine Patenschaft für einen inhaftierten Internet-Dissidenten zu übernehmen: “Foto, sowie Lebenslauf des Inhaftierten erscheinen dann automatisch rechts neben ihrem Blog.” Das Schicksal der Gefangenen öffentlich zu machen, erhöhe deren Chance, frei zu kommen.

Die Sahara im Norden von Mali ist denkbar schlecht für den Einsatz von Elektronik. Extreme Temperaturen, viel Staub und wenig Elektrizität setzen herkömmlichen Computern deutliche Grenzen. Speziell für solche Gebiete haben die Entwickler von IESC Geekcorps einen versiegelten Computer entwickelt.

Der „Desert PC“ verbraucht weniger als eine 60 Watt Glühbirne und wird durch einen passiven Kühlkörper vor Überhitzung geschützt. Versorgt wird er über Solarzellen, deren Effizienz durch Geekcorps gesteigert wurde. Für ihn wurde eine eigene Linux Distribution mit dem Namen Kunnafonix angepasst, unter anderem, um die Zugriffe auf den Festspeicher zu minimieren und somit wiederum Strom zu sparen.

Energieeffizienz ist für das Projekt überaus bedeutsam. Denn obwohl die Kosten der Bereitstellung eines Desert PC höher als die eines äquivalenten regulären PCs sind, ist der Gesamtkostenumfang für zum Beispiel einen Malinesen geringer, da Elektrizität dort im Verhältnis zu entwickelten Ländern sehr teuer ist.

Sand, Hitze und Stromsparen sind allerdings nicht die einzigen Herausforderungen der Region. Weil alle wesentlichen Komponenten importiert werden müssen, kommen die Entwickler einfach nicht am Experimentieren vorbei. Die „Water Bottle WIFI Antenna“ ist ein weiteres Beispiel für den Erfindungsreichtum mit dem sich die Mitarbeiter und Freiwillige von Geekcorps der Not der Umgebung anpassen.

Oft trifft die Organisation immer wieder auf Vorurteile gegenüber Linux. In vielen Ländern, wie Ghana, Libanon und Brasilien, steht Microsoft sehr häufig für das technische Niveau eines voll entwickelten Landes. Linux-Erfahrung habe in solchen Ländern bei der Jobsuche kaum einen Wert, äußert sich der Director Wayan Vota. Bei Geekcorps dagegen, basieren 90 Prozent der Geräte auf Linux. „We want what works the best, and that’s the operating system we use.“: erklärt Vota.

Die gemeinnützige internationale Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Stabilität und Wohlstand in Entwicklungsländern mit Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern. Mehr als 3000 Freiwillige waren bereits für Geekcorps im Einsatz. Ihre Lebenshaltungskosten werden von Geekcorps übernommen und der Job gefällt vielen so gut, dass die Mehrheit ihre Tätigkeit über die obligatorischen vier Monate hinaus verlängert. Geekcorps sucht weiterhin Helfer mit Linux Erfahrung.

Wie wäre es, wenn Information eben nicht über Dateien, Programme und
Fenster organisiert wäre, sondern über MindMaps? So könnte, das sagen
zumindest die Macher von DeepaMehta, Information sehr viel direkter und
individueller verarbeitet werden. DeepaMehta ist die Idee von einem
“Semantic Desktop”. Auf der LinuxWorldExpo in Köln stellt sich die
innovative Software vor.

„Unser Konzept zur Mensch-Maschine-Kommunikation sowie die daraus
abgeleiteten Anwendungen werden das Publikum sicher begeistern”, so
Andreas Gebhard, Geschäftsführer der DeepaMehta GbR, “Insbesondere in
Zeiten des Web 2.0-Hype bieten unsere Lösungen die Möglichkeit, etwas über
den Tellerrand hinaus zu blicken“.

DeepaMehta hat in den letzten Jahren schon eine Vielzahl von
Auszeichnungen gewonnen, so beispielsweise den “Best Practice Award” der
Berliner Initiative „We make IT“ in der Kategorie e-Government 2005. Und
erst kürzlich wurde DeepaMehta auch im europäischen Ausland geadelt: Fünf
von fünf Punkten hat die Software in der August-Ausgabe der britischen
Linux-Zeitschrift “LinuxUser & Developer” abgesahnt. LinuxUser-Autor
Martin Howse lobte besonders die “frischen, neuen Ideen, mit der Maschine
zu interagieren”; außerdem punktete DeepaMehta mit seiner ausgezeichneten
Dokumentation. Weiterer Pluspunkt: Die besonders aktive Community.

Auf der LinuxWorldExpo präsentiert sich DeepaMehta als Unteraussteller von
Sun Microsystems. „Wir freuen uns, erstmals als Aussteller auf einer der
wichtigsten Open Source Veranstaltungen in Deutschland vertreten zu sein“,
sagt so Andreas Gebhard, Geschäftsführer von DeepaMehta. „Unsere
OpenSource-SemanticDesktop-Lösung wird sicherlich auf großes Interesse bei
den anderen Ausstellern und den Besuchern stoßen. Wir laden Sie herzlich
zu einem Besuch auf unserem Messestand ein“, so Gebhard weiter. Im
DeepaMehta-Blog findet sich eine Freikarte (PDF).

Sie finden die DeepaMehta GbR auf der LinuxWorldExpo (14. - 16. November
2006 in Köln) in der Halle 11.2, Stand C16. Das Motto des Messeauftritts:
„DeepaMehta: A new desktop paradigm“.

Die DeepaMehta GbR ist Teil des newthinking network und hat ihren Sitz in
Berlin.

Steuererklärung im Internet - das funktionierte für Linux-Nutzer bisher noch nicht besonders gut. Viele - sowohl Windows- Mac- aber auch Linux-Nuzer - nutzen die Freeware-Software Winston für ihre Steuererklärung. Winston ist kostenlos und übermittelt die Steuer-Daten online; unter Elster-Plus können die Daten auch abgefragt werden. Bisheriges Manko: Eben die Funktion Elster-Plus - Login mit Kartenlesegerät und Signaturkarte - funktionierte nicht unter Linux. Jetzt hat Winston-Entwickler Olaf Stüben seine Steuersoftware auch für Linux freigegeben. Die passende Signaturkarte muss aber schon ausgewählt werden: Winston unterstützt im Moment nur die S-Trust R3 Karte.

Stundenlang mit dem Banknachbarn auf Glitzerkugeln schießen - süße
Pinguine, die seltsame Maschinen bedienen und dazu noch zartes Gepiepe;
die einen interpretieren die Geräusche als die Stimmen der Pinguine,
andere sind der Meinung, die Geräusche kämen aus den ungeölten
Schießmaschinen. “Frozen Bubble” ist sicherlich das beliebteste
Linux-Spiel, das es gibt. Grund genug, sich die Version 2.0 einmal etwas genauer anzuschauen.

Wichtigste Neuerung ist zweifellos die Möglichkeit, über das Netz -
sowohl über LAN als auch über das Internet - zu spielen. Besonders viele
Spieler sind aber noch nicht auf den Servern unterwegs, das wird sich
aber geben, wenn das Spiel erst einmal offiziell in den Distributionen
enthalten ist.

Wer schon jetzt Frozen Bubble 2.0 spielen möchte, muss schon in die
Tiefen seiner sources.list eintauchen: Noch ist es notwendig,
zusätzliche Paketquellen hinzuzufügen; besonders kompliziert ist das
aber nicht: Wie es funktioniert, ist für alle Distributionen auf der
Download-Seite von Frozen Bubble erklärt.

Einfach mal ausprobieren, denn es sind noch mehr Neuerungen in der
2.0er-Version enthalten: So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, den
Zwei-Spieler-Modus zu trainieren. Außerdem lassen sich bestimmte Levels
ganz konkret anwählen - in der alten Version musste man ja immer “von
vorne nach hinten” durchspielen. Eine dritte bedeutsame Neuerung ist der
Level-Editor - Levels lassen sich mit einfachen Mitteln völlig frei
gestalten und natürlich auch abspeichern.

Ein eventueller Wehrmutstropfen: Die Grafik von Frozen Bubble 2.0
enttäuscht. Der kleine Pinguin wirkt eckiger, unbeweglicher als in der
alten Version, außerdem ist das Menu in seltsamen Holz-Farben gehalten.
Über Geschmack aber, darüber lässt es sich bekanntlich trefflich streiten.

Ach ja: Frozen Bubble 2.0 funktioniert weder mit Windows noch mit
MacOSX. Kleiner Tipp der Entwickler: “Ideal time to switch to Linux!”

Brandneu auf den Download-Servern: Die beliebte Linux-Distribution
Ubuntu ist jetzt in der neuen Version “edgy eft” (hektischer Molch)
“freigegeben” - und damit offiziell erschienen. Auch die
Schwesterdistributionen Kubuntu, Xubuntu und die Bildungs-Version
Edubuntu sind jetzt in der Version 6.10 verfügbar. Die Ubuntu-Reihe ist
bei Desktop-Usern inzwischen weltweit die unangefochtene Nummer Eins.

Edgys Neuerungen finden sich eher “unter der Haube” - so arbeitet der
Rechner dank “upstart” erheblich effektiver: “Für die meisten User
werden diese Änderungen völlig unbemerkt verlaufen,” schreiben die
Entwickler auf ubuntu.com, “Aber auf jeden Fall bietet upstart eine
Menge klarer Vorteile, zum Beispiel die Möglichkeit, schneller zu
booten.” Alle Neuigkeiten mit upstart lassen sich im Howto-Wiki nachlesen.

Natürlich enthält die neue Ubuntu-Version auch aktuelle Versionen
beliebter Programme - OpenOffice kommt in der Version 2.0.4 daher,
Firefox ist als Version 2.0 enthalten; auch das Messenging-Programm Gaim
ist - für GNOME-Nutzer - endlich als 2.0er-Version dabei. Bei Kubuntu
wurde am Desktopmanager KDE gefeilt, Menustrukturen vereinfacht. Beide
Versionen bieten übrigens in edgy nutzerfreundlichere
Foto-Manager-Programme - sicherlich, weil heute so gut wie jeder über
eine Digitalkamera verfügt; die vielen geknipsten Bilder wollen
schließlich unaufwändig verwaltet werden. In KDE übernimmt digiKAM
standardmäßig diese Aufgabe - bei Gnome heisst die neue Foto-Applikation
F-Spot.

Vernetzten Realitäten wird edgy ebenfalls gerecht: Der Netzwerkmanager
kommt nun auch mit dem Verschlüsselungsstandard WPA klar. Außerdem
arbeitet bei edgy der X-Server x.org 7.1, dies ist vor allem ein Plus
für Rechner mit Intel Grafikchips und mit NVidia-Karten; außerdem
ermöglicht er 3D-Effekte.

Edgy Eft wird ausschließlich zum Download angeboten. Die Entwicklerfirma
Canonical möchte damit die bereits erhältlich Version Ubuntu 6.06 LTS
langfristig stärken. Ubuntu 6.06 ist auch weiterhin über den kostenlosen
Post-Dienst ShipIt von Canonical erhältlich. All diejenigen, die bereits
Ubuntu benutzen, können bequem auf die neue Distribution
upgraden.

Sie wollten schon immer wissen, welche Unternehmen auf Open Source
setzen? Vielleicht ein Unternehmen in ihrer Nähe finden? Oder eben genau
die Open-Source-Firma finden, die für Ihre Ansprüche das richtige
Produkt anbietet? Ab heute ist dies möglich: heise open und der
Linux-Verband haben eine Anbieter-Datenbank gelauncht, die genau diese
Wünsche befriedigt.

Es finden sich neben Informationen zu inhaltlichen Schwer­punkten der
Unter­nehmen auch regionale Kennwerte, sowie Branchen­daten. Unter
“Themenschwerpunkte” können beispielsweise Spezialisierungen wie
“Desktopsysteme”, “GUI” oder auch “Geoinformatik” angewählt werden.
Mehrfachangaben sind beim Basiseintrag nicht möglich. Integriert ist
auch eine regionale Suche nach Postleitzahlenbereichen.

Die neue Datenbank ermöglicht somit, gezielt nach Anbietern von
Produkten und Dienstleistungen im gesamten deutschen Markt zu suchen.
Unterneh­men, die in die Datenbank aufgenommen werden wollen, können
sich ab sofort anmelden. Der Basiseintrag ist kostenlos, der
Premiumeintrag bietet gegen einen Kostenbeitrag von 150 Euro mehr
Funktionalitäten, so beispielsweise eine wesentlich umfangreichere
Unternehmensdarstellung. Auch mehrere Unternehmensschwerpunkte können im Premium-Eintrag angewählt werden.

Heise open sieht seine Rolle auch in der journalistischen Begleitung des
Projekts, der Linux-Verband stellt die Datenbank-Infrastruktur. Die
Daten können von den Unternehmen online über den Browser eingegeben
werden, nach einer Prüfung der Daten schaltet der Linux-Verband den
Eintrag frei.

Vorletzten Sonntag überraschte Jimmy Wales die Wikipedia-Gemeinde. In einer E-Mail schlug der Gründer der Wikipedia folgendes vor: Interessierte aus der Community sollen Wünsche einreichen, welche Dinge, Patente, Sachverhalte man frei zugänglich machen sollte, wenn man sie denn theoretisch erwerben könne. „Stellt Euch vor, es gäbe ein Budget von 100 Millionen Dollar, um Urheberrechte zu kaufen und sie unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen“, schlägt Wales vor. Was, so fragt er, würde man kaufen: Die Rechte an Fotoarchiven, Textbüchern oder Zeitungsarchiven? Bei dem Grund bleibt Wales vage und erklärt nur, dass ihn „kürzlich jemand, der in der Lage sei, das zu verwirklichen“ danach gefragt habe.

Spekulationen über den mysteriösen etwaigen Geldgeber gibt es bereits zahlreich: Im Forum von Heise.de denkt man gleich an Bill Gates. Heise selbst sieht Google als einen potentiellen Unterstützer, da die Wikipedia bereits bei der „Google Coop“ mit dem Suchmaschinen-Giganten zusammenarbeitet. Die Gemeinde zumindest hat sich schon einiges auf ihrer Wunschliste in der Wikimedia einfallen lassen. Sie fordert finanzielle Mittel beispielsweise für den Einkauf der Rechte an der Library of Congress oder den Aufbau einer Lobbyarbeit, um das Urheberrecht zu reformieren. Andere hätten gern den ganzen Planeten innerhalb von acht Jahren mit digitalen Karten erschlossen, begnügen sich aber auch damit, mit 100 Millionen eine kleine Insel zu erwerben und darauf einen urheberrechtsfreien Wikipedia-Staat zu gründen.

Wenn ein Arbeitgeber die private Nutzung des Internets für seine Angestellten verbietet, hat auch der Betriebsrat kein Mitspracherecht. Heise.de zitiert aus einem Urteil, über das in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Multimedia und Recht“ (10/2006) berichtet wird. Laut dem besagten Urteilsspruch des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az. 10 TaBV 1/06) kann ein Arbeitgeber das Surfen im Internet, sowie die Nutzung von E-Mail verbieten und darf schließlich eine Kündigung aussprechen, wenn sich die Mitarbeiter nicht an seine Anweisung halten. Das gilt auch, wenn der private Gebrauch vorher noch ausdrücklich erlaubt war. In diesem Fall kann auch der Betriebsrat keinen Einspruch erheben, um das Online-Verbot zu verhindern. Laut dem Paragraph 87 Absatz 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) hat der Betriebsrat zwar ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um Ordnung am Arbeitsplatz geht.

In dem Fall eines Dortmunder IT-Unternehmens traf dies aber nicht zu: Dort war bislang die außerbetriebliche Nutzung des Internets nach Feierabend ausdrücklich erlaubt gewesen. Eine neue Dienstanweisung verbot jedoch das private Surfen. Dies falle jedoch nicht unter den Paragraph 87, so das Arbeitsgericht, da es dort um die Mitbestimmung des Betriebsrats bei „Fragen der Lohngestaltung“ gehe. Da die erlaubte Nutzung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers war, kann er sie natürlich jederzeit auch wieder einstellen, so die Argumentation. Halten sich die Mitarbeiter bereits während der Arbeitszeit nicht an dieses Verbot, kann ihnen unter Umständen eine fristlose Kündigung winken.

Nach etlichen Release Candidates steht er ab heute zum Download bereit: Die lang erwartete Version 2 des populären Web-Browsers Firefox hat, wie immer, einige interessante Neuerungen zu bieten. Die überarbeitete Fassung bietet zum Beispiel eine verbesserte Handhabung der Suchmaschinen, die bequem durch den Suchleisten-Manager umgruppiert werden können. Ebenso lassen sich die Feeds nach Belieben anzeigen. Das Surfen mit Tabs, also den Unterfenstern, geschieht nun automatisch. Neu ist auch, dass eben geschlossenen Fenster leicht wieder aufgerufen werden können. Stürzt der Rechner ab, öffnet sich nach dem Neustart die zuletzt aufgerufenen Seite.
Weiterhin soll eine Rechtschreibkorrektur die Eingabe auf Browser-Seiten vereinfachen und Tippfehler beispielsweise in Newsletter-Fenstern verhindern. Eine wichtige Erweiterung ist der Umgang mit dem Phisching, dem Ausspionieren von privaten Daten. In der Firefox Version 2 soll das verhindert werden: Wird eine Seite aufgerufen, gleicht der Browser die Adresse mit einer sich regelmäßig aktualisierten Phishing-Liste ab. Ist eine unsichere Seite dabei, erscheint ein Fenster mit einem Warnhinweis.

Ihr erklärtes Ziel verfolgt sie weiter: Wie berichtet, will die Regierung des amerikanischen Bundesstaats ab 2007 sämtliche Behördenkorrespondenzen im OpenDocument-Standard verfassen. Doch die Verwendung des XML-basierten Standards ist nur eine der geplanten Umsetzungen: Die Verwaltung soll so weit wie möglich auf Linux migrieren. Auf der Government Open Source Conference (GOSCON) letzte Woche in Portland erläuterte der bundesstaatliche IT-Leiter Tim Vaverchack laut Linuxinsider.com noch mehr Details: Bereits 2003 seien die Offenen Standards beschlossen worden. Letztendlich sei das nur der Anfang, denn „unser Hauptaugenmerk liegt darauf, so viele Open-Source-Produkte wie möglich einzubringen und gleichermaßen eine Open-Source-Mentalität“, so Vaverchack.

Auf der Konferenz berichtete er weiterhin, wie die Behörden bei einzelnen Anwendungen vorteilhafter auf Open Source setzen. So habe die Personalabteilung ein neues System für Stellenangebote benötigt. Die Angebote an proprietärer Software waren aber zu teuer; deshalb beschloss man, einfach einen Fork eines bereits bestehenden Open-Source-Projekts zu benutzen. In Kürze soll diese Anwendung gestartet werden und der Source Code frei verfügbar werden. Als nächstes will man die Implementierung des Open Source Content-Management-Systems Joomla! angehen, außerdem benötigen die Ämter ein Freies Prozesslisten-System, das für alle zugänglich ist.

Die Mozilla Corporation zählt wie berichtet öfters stark auf die Unterstützung der Community. Jetzt will sie die User-Gemeinde bei der Verbesserung ihres Open-Source-Browsers Firefox noch effektiver einbinden: In einem neu aufgesetzten “Brainstorming-Wiki” ruft sie zum Ideenwettbewerb auf, um mit Vorschlägen, Tipps oder Wünschen seitens der User den beliebten Browser zu verbessern. Die Vorschläge sollen, sofern sie nicht gleich in die nächste Version 3 des Browsers einfließen, idealerweise in die kommenden Updates von Firefox integriert werden. Die fertige Liste an möglichen Verbesserungen steht für Diskussion und Kommentare offen.

Ende diesen Monats soll wie geplant die offizielle Version 2 veröffentlicht werden. Für Ungeduldige steht bis dahin der Release Candidate 3 zum Testen bereit.

Die neue PrOOo-Box mit dem neuen OpenOffice 2.0.4 ist veröffentlicht worden. Als herausragende Merkmale des populären Installationspakets werden unter anderem angepriesen: Das OOo-Wikipedia-Macro, das zwei neue Icons in das Menü installiert. Neu hinzugekommen ist eine ExtendedPDF-Erweiterung, die es ermöglichen soll, Dokumente als PDF-Dateien samt Links zu exportieren. Weiteres Feature ist OpenOffice.EÜR – eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Selbständige und Freiberufler. Vervollständigt wird die Abrechnung dann durch Rechnung-Easy für das einfachere, standardisierte Erstellen von Rechnungen.

Zusätzlich sind weitere internationale Sprachwörterbücher integriert und neben neuen Schriften natürlich auch wieder Cliparts. Mit dabei sind auch der Software Development Kit (SDK), das UNO Runtime Environment (UNO), sowie die Freien Browser und Programme von Mozilla, Firefox und SeaMonkey.

Als Schmankerl wird zusätzlich zum DVD-Image OpenOffice 2.0.4 eigenständig in einer Mitnahmegröße angeboten: Damit kann die Windows-Version der Suite platzsparend auf einen USB-Stick überspielt und von unterwegs unkompliziert angewendet werden.

Ab sofort können Nutzer die PrOOo-Box wahlweise als CD- oder als DVD-Image kostenlos herunterladen. OpenOffice.org empfiehlt allein schon aufgrund der Größe der Dateien das Laden mittels eine P2P-Netzwerks, nämlich über BitTorrent.

Vor gut einem Jahr wurde Joomla! in seiner Version 1.0 veröffentlicht. Seitdem hat das Open Source Content-Management-System (CMS) positiv von sich reden gemacht – jetzt ist die GPL-lizenzierte Fassung 1.5 versuchsweise als Beta kostenlos online verfügbar. Joomla! liefert ein äußerst vielseitiges wie robustes Framework, um verschiedenste Anwendungen individuell in einem Content Managment System zu gestalten. Als Verbesserungen werden in der Beta-Version eine neue API angegeben, um mit der neuen Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung Entwicklern mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben. Eine überarbeitete Sprachunterstützung sowie eine verbesserte Barrierefreiheit stehen ebenfalls auf der Liste der Beta.

Joomla! entsteht durch einen ständigen Austausch der Programmierer untereinander: Im offiziellen Joomla!-Forum treffen sich 60 000 angmeldete User, um gemeinschaftlich an der Weiterentwicklung des CMS zu arbeiten. Dadurch entstehen eine Vielzahl von Erweiterungen: Derzeit sind stattliche 890 für den eigenen Gebrauch registriert. Als Gemeinde-Ereignis fand kürzlich im September der „Joomla!-Day“ als Informationsveranstaltung in Bonn statt.

Das Freie CMS ist auf der Joomla!-Seite herunterladbar.

Der Freie Linux-Dekstop Ubuntu will sich zugänglicher gestalten: Ab sofort können bei Ubuntu Clips kleine Filme über die Anwendung von Ubuntu angesehen werden. Unter dem Titel „Video Howto`s for Human Beings“ führt unter anderem eine audiovisuelle Tour führt in das erfolgreiche Open-Source-Projekt ein, außerdem werden die Hauptmerkmale jeweils in Videos erklärt.

Geht es nach der französischen Regierung, sollten alle behördlichen Dokumente im allgemeingültigen Open Document Standard Format (ODF) verfügbar sein. Wie InfoWorld.com berichtet, geht das aus einem durch den Premierminister angeordneten Bericht hervor, der im September veröffentlicht wurde: In „Zu gleichen Konditionen“ spricht sich der Abgeordnete Bernard Crayon sogar für ein Gesetz aus, das den Ämtern vorschreibt, alle Dokumente im Open Document Standard Format anzulegen und zu verbreiten. Gleichermaßen schlägt er vor, auch die anderen Länder der Europäischen Union zu überreden, es Frankreich nachzutun.

In dem Bericht spricht sich Crayon darüber hinaus für ein staatlich finanziertes Forschungszentrum aus, das die Sicherheit bei Freier Software vorantreiben soll. Er möchte außerdem ein System einführen, mit dem sich nationale und lokale Regierungsstellen und Ämter besser untereinander über den Gebrauch von Freier Software austauschen können. Gleichermaßen rät er zu einer Institution auf europäischer Ebene, die sich um die technologische Unabhängigkeit der Europäischen Union kümmern soll.

Die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) des Bundesministeriums des Innern (BMI) hat zum dritten Mal einen Leitfaden für E-Government-Anwendungen herausgegeben: SAGA ist die Abkürzung für „Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen“ und wird als Report in einer Version 3.0 veröffentlicht.

Darin werden Standards, Verfahren und Methoden und gibt Empfehlungen für Anwendungen im Bereich des E-Government. Erstmalig werden auch die Mindestanforderungen für die Aufnahme in die SAGA erläutert: Der Standard muss offen sowie kostenlos zugänglich sein, deshalb dürfen keinerlei Lizenzgebühren verlangt werden.

SAGA will die Interoperabilität zwischen den Anwendungen verschiedener Ämter gewährleisten. Erstmals wird in der Version 3.0 daher auch das Open Document Format (ODF) als Offenes Format für die behördliche Arbeit vorgestellt.

Ziel der SAGA ist ein „dienstorientiertes Architekturkonzept“, das die Themen „Beschreibungssprachen für Metadaten von Dateien“, „Geodienste”, „Langzeitarchivierung“ und „Authentifizierung“ neu aufgenommen hat. Überarbeitet wurden weiterhin die Beschreibungen der Basiskomponenten, die Komponenten der Infrastruktur und der „Einer-für-Alle-Dienstleistungen“ (EfA-Dienstleistungen).

SAGA 3.0 ist beim BMI als PDF-Datei herunterladbar.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung (DIW Berlin) hat im September eine Studie zur Verbreitung von Open-Source-Software (OSS) im europäischen Raum herausgegeben. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut in seinem Wochenbericht 38/2006 unter dem Titel „Firmeninternes Fachwissen begünstigt Einsatz von Open-Source-Software“ erläutert, haben beim Thema Open Source vor allem die osteuropäischen Länder wie Ungarn, die Tschechische Republik und Polen die Nase vorn. OSS ist hierbei besonders im Krankenhaussektor verbreitet, so die Studie: 40 Prozent der Befragten setzen Open Source in diesem Bereich ein. Dahinter folgt erst die Telekommunikation mit 35 Prozent und der Sektor der Unterhaltungselektronik mit 28 Prozent. Dennoch nutzen nur 15 Prozent der Firmen Freie Browser wie Mozilla und Firefox. Im Vergleich dazu geben 39 Prozent der deutschen Internet-User an, den Freien Browser Firefox zu benutzen.

Die Studie kann noch nicht abschließend erklären, was die jeweiligen Firmen letztendlich zu einer Migration weg von proprietäter Software bewogen hat. Dennoch stellt sie klar, dass die Verbindung von firmeninterner IT-Entwicklung, dem fachlichen Wissen und die Größe des Unternehmens eine entscheidende Role spielen. Open-Source-Software wird vornehmlich bei Firmen eingesetzt, die entweder mit offenen Standards arbeiten oder verstärkt auf Interoperabilität angewiesen sind. Als großen Vorteil erachten Unternehmen den Vorteil, dass sich mittels OSS maßgeschneiderte Lösungen für den individuellen Bedarf anfertigen lassen, die gleichzeitig auch ein Fachwissen „von hohem Wert“ für die Unternehmen darstellen.

Als Nachteile von OSS werden häufig eine „ungewisse Weiterentwicklung, mangelnde Unterstützung durch die Entwickler, fehlende Anwendungen und mangelndes Know-how“ angegeben.

Die Studie kann für eine Gebühr von 6 Euro beim DIW online bezogen werden.

Das Digital Rights Managment (DRM), oft kritisch auch als „Digital Restrictions Management“ bezeichnet, hat einen neuen Gegner: Die Informationsplattform DRM.info will mit Fakten und Argumenten die Hintergründe zu dem umstrittenen Urheberrechtsverfahren liefern und gleichzeitig auch als Sammelpunkt für alle relevanten Aktivitäten und Veranstaltungen der Anti-DRM-Organisationen dienen. Die Plattform soll ein Beitrag zur globalen Debatte rund um DRM und Kopierschutzsysteme werden: In mehreren Sprachen wird zukünftig ausführlich über das Thema informiert und von zivilgesellschaftlicher Seite Stellung bezogen.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltungsplattform von mehreren Anti-DRM-Organisationen, die von der Free Software Foundation Europe (FSFE) und dem Fellowship of FSFE federführend koordiniert werden. Ähnlich der Mitstreiter von DefectiveByDesign.org, liefert DRM.info neben den Informationen zu DRM auch Berichte von den letzten Veranstaltungen beispielsweise in Zürich oder Gothenburg und von Aktionen wie die von Schweizer Künstlern gegen DRM. Einen prominenten Blogger hat das Portal bereits: Lawrence Lessig, Juraprofessor und Mitbegründer der Creative Commons, wird das Forum mit seinen Posts bereichern.

742 internationale Internet-Experten prognostizieren der “digitalisierten Menschheit” eine wenig rosige Zukunft: Das hat eine Umfrage des Instituts Pew Internet & American Life Project herausgefunden. Die Forscher aus den Reihen von ICANN, dem World Wide Web Consortium, Vertreter von Google oder IBM wurden befragt, wie sie sich den Menschen im Jahr 2020 vorstellen. Viele der befragten Forscher gehören zu den Pionieren des Internet: Die Hälfte gab an, bereits vor 1993, also vor der Einführung der HTML-Oberfläche, im Netz gewesen zu sein.

In der Zukunftsvision tauchen so genannte “Technikverweigerer” auf: Wer bei der Technoelite zu kurz käme, würde sich möglicherweise gegen die Technisierung der Umwelt wenden – auch gewaltsam. So rechnet mehr als die Hälfte der Experten (58 Prozent) mit einer wachsenden Anzahl von so genannten „Refuseniks“ als eigene kulturelle Gruppierung; diese Refusenicks würden Technik boykottieren und bewusst „offline“ leben. Manche werden, etwa wie in der Vergangenheit der Una-Bomber, sogar mit Anschlägen gegen das Ausbreiten von Technologie reagieren, so die Befürchtungen.

Was die Ausweitung des realen Leben in den Cyberspace angeht, haben gut die Hälfte (52 Prozent) der Experten folgende Meinung: Während einerseits die virtuellen Welten Produktivität fördern, werden sie andererseits zu „ernsthaften Problemen der Abhängigkeit für viele führen, da wir die Leute an alternative Realitäten verlieren.“

Zudem sorgen sich die Experten vor einer drohenden Rundumüberwachung des Bürgers: Was die Überwachung, Sicherheit und Technologien zur Rückverfolgung angeht, soll im Jahr 2020 der Bürger keinerlei Einfluss mehr darauf haben. Intelligente Agenten und verteilte Kontrolle regeln sämtliche Informationsinputs, so die düstere Vision der Forscher. „Technologie jenseits unserer Kontrolle wird Gefahren und Abhängigkeiten generieren, die erst erkannt werden, wenn es schon zu spät ist.“ Alles in allem scheinen die Experten offensichtlich die Zukunft so zu sehen, wie sie in Cyberpunk-Romanen oder pessimistischen Science-Fiction-Filme wie „Terminator“ dargestellt wird.

Die Studie ist als PDF-Datei bei dem Institut herunterladbar.

Die Hälfte der Europäer, so die EU-Studie „eUser: Public Online Services and User Orientation“, bewertet den Online-Auftritt der europäischen Mitgliedsstaaten positiv. Wie eGov monitor berichtet, hat jedoch ein Drittel der Befragten aus zehn europäischen Staaten Probleme bei der Nutzung der amtlichen Angebote und Dienste: Das beginnt meist bereits damit, dass die Bürger gar nicht erst die betreffende Seite des Amtes finden.

Dann treten erst Probleme beim mangelhaften Inhalt auf oder eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Die Mitgliedstaaten sollten sich besser auf die Bedürfnisse der Bürger einstellen und gleichzeitig auch die Vorteile eines Internet-Auftritts nutzen.

Aus der Umfrage geht hervor, dass Bürger oft keine offensichtlichen Vorteile darin sehen, ihre Amtsgeschäfte online zu erledigen. Dinge, die besser in einem persönlichen Gespräch auf dem Amt geregelt werden könnten, werden nur unzureichend bei einer Online-Eingabe berücksichtigt, da diese nicht auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten ist.

„Während manche Länder wie Dänemark oder Großbritannien führen, haben andere EU-Staaten noch nicht genug dafür getan, ihre Dienste auf die Bürger zurechtzuschneiden. Die Nutzer werden noch viel mehr in Zukunft verlangen, und es gibt noch einiges an Raum für Verbesserungen“, sagt Werner B. Korte, Projekt-Manager von eUser.

Die Studie schlägt nun vor, die Bürger zunächst mit Initiativen an den richtigen Gebrauch der staatlichen Online-Angebote heranzuführen, damit sie diese sachgerecht bedienen und nutzen können. Weiterhin sollten, so der Vorschlag der Studie, andere Möglichkeiten („Multi Channel“) neben dem amtlichen Online-Zugang bereitgestellt werden. Um den Bürgern die Internet-Auftritte von Staaten schmackhaft zu machen, rät die Studie außerdem, an öffentlichen Plätzen - wie beispielsweise dem Rathaus - Terminals aufzustellen, um die Bürger an die neuen Verwaltungs-Technologien heranzuführen.

Der Linux-Verband will sich moderierend in den Diskussionsprozess um die neue Fassung der GPL-Lizenz einschalten und lädt zu Gesprächen ein.

Der Linux-Verband, Branchenverband der Linux- und Open-Source-Industrie, will sich moderierend in den Diskussionsprozess um die neue Fassung der GPL-Lizenz einschalten. Die von der Free-Software-Foundation vorangetriebene Neufassung hat eine kritische Diskussion ausgelöst. Zuletzt äußerten auch Linux-Kernel-Entwickler nachdrücklich Vorbehalte. Elmar Geese,1. Vorsitzender des Linux-Verbandes, hält „die Argumentation der Kernel-Entwickler zwar für nachvollziehbar“ doch weist er darauf hin, „dass das letzte Wort in Sachen Neufassung noch nicht gesprochen“ sei. „Wir hoffen, das sich die Free Software Foundation (FSF) davon überzeugen lässt, dass noch maßgebliche Veränderungen am aktuellen Entwurf der Lizenz erforderlich sind”, betont Geese. Der Verband habe Verantwortliche der FSF Deutschland und der FSF Europa kurzfristig zu Gesprächen eingeladen.

Problematisch ist laut Geese die so genannte „Patentklausel”. „Wir sehen zum Beispiel keinen Bedarf dafür, Verfahrensregeln in Bezug auf Softwarepatente in eine Lizenzvereinbarung aufzunehmen.“ Der Linux-Verband habe seit Jahren eindeutig Stellung gegen Patente auf computerimplementierte Erfindungen bezogen. „Solche Patente sind in Europa bisher nicht rechtskräftig, eine Lizenz ist kein geeignetes Werkzeug für die Auseinandersetzung mit diesem Thema.”

Wenn die Ablehnung der neuen Version der GPL in Entwickler- und Unternehmenskreisen weiter fortschreite, sieht Geese Nachteile durch verschiedene gleichzeitig in der Anwendung befindliche GPL-Versionen: „Während die Vorteile von GPLv2 lizenzierter Software bisher auch den Kunden einfach und klar kommunizierbar waren, bringt die neue Fassung mehr Unklarheiten und Probleme als Vorteile. Hier wollen wir Verbesserungen erzielen.”

Auch in anderen Bereichen des neuen GPL-Entwurfes sieht der Linux-Verband Diskussionsbedarf, etwa im Bereich Embedded Linux und der dort notwendigen strengeren Abgrenzung von freier und proprietärer Software oder im Bereich DRM und Trusted Computing. Der Beauftragte des Linux-Verbandes in Sachen Softwarepatente, Dr. Johannes Loxen, erklärt dazu: „Die neue GPL kann nicht dazu herangezogen werden, Rechtsprobleme, die nur randständig mit Lizenzierung als solcher zu tun haben, zu lösen.” Dies gelte beispielsweise in den Bereichen digitales Rechtemanagement oder Trusted Computing, so Loxen weiter. “Die dringend notwendige Diskussion über Gebrauch oder Missbrauch dieser Techniken darf nicht über Lizenztexte geführt werden.”

Negative Auswirkungen auf den Linux-Markt durch den Lizenzstreit sieht der Linux-Verband jedoch nicht. Das Geschäft mit Linux-Lösungen und Dienstleistungen entwickele sich weiterhin sehr gut. „Die GPLv3 wird eher ein Problem für die FSF als für die Unternehmen werden, wenn sie in wesentlichen Projekten und Lösungen keine Anwendung finden wird,” so der Verband in einer Stellungnahme.

Vor fast zehn Jahre startete das Projekt KDE: Matthias Ettrich initiierte 14. Oktober 1996 die Arbeit am beliebten KDE-Desktop. KDE zählt heute zu den am meisten gefragten Freie-Software-Projekten und ist Millionen von Anwendern vertraut. Aus diesem Anlass findet am 13. Oktober eine Geburtstagsfeier an der Technischen Akademie Esslingen - in Ostfildern bei Stuttgart - statt.

Das Programm setzt sich aus einem offiziellen Vortragsteil tagsüber von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr und einer Party abends ab 19 Uhr zusammen. Als Keynote-Sprecher im Vortragsprogramm sind KDE-Entwickler Matthias Ettrich und Mark Shuttleworth, Gründer der Ubuntu-Foundation, geladen.

Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere alle aktiven KDE-Entwickler, Beteiligte aus der KDE-Gründungszeit und diejenigen, die in der Vergangenheit das KDE-Projekt mitgestaltet haben.

Den genauen Programmablauf, weitere Infos und eine Anmeldemöglichkeit finden sich auf der Webseite von KDE.

In Kürze zusammengefasst ein paar Eckpunkte für die Feier:
Zeitpunkt: 13. Oktober 2006, Start 9:30 Uhr (offizieller Vortragsteil) bzw. 19:00 Uhr (Party)
Ort: Technische Akademie Esslingen, An der Akademie 5, 73760 Ostfildern (bei Stuttgart)

Zur Kostendeckung der Veranstaltung ist für Community-Mitglieder ein Preis von EUR 10 vorgesehen.

Das United Nations Environment Programme (UNEP) nutzt neue Applikationen, um auf die globale Umweltzerstörung aufmerksam zu machen: In einer Zusammenarbeit mit der digitalen Weltkarte von Google, der Google-Map, kann sich nun jeder aus der Distanz von oben - durch Satellitenaufnahmen - ein Bild vom Zustand der Erdoberfläche machen. Der „UNEP-Atlas of Our Changing Environment“ zeigt detailliert die ökologischen Veränderungen: Dies geschieht, indem jeweils eine Luftaufnahme von vor 25 Jahren mit einer aktuellen aus der jüngsten Zeit gegenübergestellt wird.

Der Atlas zeigt eine interaktive Google-Weltkarte mit den Markierungen der Orte. Klickt man auf ein Symbol, öffnet sich zunächst ein Fenster mit den beiden Aufnahmen. Durch einen weiteren Klick erhält man detailliertere Informationen über das Ausmaß und die Entwicklung der Zerstörung: Es gibt Informationen über bedrohte und ausgestorbene Tierarten; über schützenswerte Wälder, über die Folgen von Urbanisierung und Rodung, sowie über den Rückgang von großen Seen wie dem afrikanischen Tschad-See oder dem Aral-See in Zentralasien.

Eine Übersichtsliste der Orte, von denen vergleichende Luftaufnahmen existieren, findet sich ebenfalls auf der Webseite des Projekts.

Die beliebte freie Linux-Distribution Ubuntu soll ab der folgenden Version (Edgy Eft) nicht mehr per Post als CD versandt werden; Edgy Eft wird ausschließlich zum Download angeboten. Wie Pro-Linux berichtet, möchte die Entwicklerfirma Canonical damit die bereits erhältlich Version Ubuntu 6.06 LTS stärken und will diese auch weiterhin verschicken. Dies geschieht über den kostenlosen Post-Dienst ShipIt von Canonical, der jeweils die aktuelle Variante von Ubuntu ohne Gebühren als CD verschifft. Durch Verschickung des fertigen Produktes will Canonical für seine Leistungsfähigkeit garantieren und sich gegenüber der Konkurrenz wie Red Hat oder Suse behaupten.

Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war einer der Keynote-Speaker auf dem Wizards of OS 4-Kongress. Benkler ist im Moment einer der angesagtesten Analysten der Peer-Produktion: Sein Buch „The Wealth of Networks” wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und hat bislang einiges an Aufsehen erregt. Im folgenden Interview, das Markus Beckedahl auf der Wizards of OS 4 mit ihm führte, nimmt er unter anderem die Peer-Produktion in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft zum Gegenstand. Außerdem wird darin Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionsprozesse erklärt, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann. Im zwieten Teil des Interviews nächste Woche wird erklärt, was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten können.

Was bedeutet genau „Der Reichtum der Netzwerke“ („The Wealth of Networks“)?

Wir erfahren durch die digitalen Netzwerke eine Dezentralisierung der grundlegenden Fähigkeiten des Produzierens und Austauschens von Informationen, Wissen und Kultur. Als Resultat haben wir Innovation und ökonomische Produktion der am weitesten fortgeschrittenen Art. Darunter fällt zum Beispiel die Entwicklung einer ausgearbeitetsten Software, die in völlig neuen Modellen gebaut wird: dezentralisiert und ziemlich abhängig von sozialer Motivation und sozialen Strukturen, anstatt von Märkten, Firmen oder Regierungen abhängig zu sein. Zu diesen wirtschaftlichen Auswirkungen sehen wir, die wir in komplexen modernen Ökonomien leben, dass wir uns alle verschiedentlich innerhalb eines Kontextes der Massenmedien weiter entwickelt haben. Zum ersten Mal sehen wir nun was mit der Demokratie passiert, wenn Leute und Gruppen in verschiedenen Größenordnungen selbst entscheiden, was für sie wichtige Nachrichten sind und was sie abdecken oder berichten und kommunizieren. Auf einem größeren Level können Leute aktiv partizipieren und Kultur produzieren und ihre Geschichten als Text, Video oder Radiosendung vermitteln – im Gegensatz zu einer relativ kleinen Anzahl von Kulturschaffenden, die industriell hochwertig produzieren.

Und wie behandelt das Ihr Buch?

Mit dem „Reichtum der Netzwerke“ meine ich, dass ein Set von technologischen Konditionen Individuen und Gruppen zu einer größeren praktischen Kapazität und Autorität verholfen hat. Und das alles in einer Informationsumgebung, die wir als ökonomische Aktoren und noch wichtiger, als politische und soziale Wesen einnehmen. Ich habe mein Buch unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, um mit dem Grad, bis zu dem sich die akademische Presse von der traditionellen Presse zu einer genuinen Plattform für Konversation und Ausbildung wandeln kann, zu experimentieren. Es ist nicht nur als einfacher Download erhältlich, sondern in einem Wiki (3), damit Leser Anmerkungen machen können, Kommentare abgeben oder die Untersuchungen auf den neusten Stand bringen.

Wie beurteilen Sie die Free Software innerhalb der digitalen Revolution?

Freie Software hat auf einer größeren Ebene das erste beobachtbare wie effektive Beispiel für das Phänomen der Peer-Produktion geliefert. Wenn jemand im Jahr 2001 gefragt hätte: `Was würde passieren, wenn man im Internet tausend kleine Artikel-Teile hochlädt und jedem zur Verfügung stellt, ohne dass er sich einloggen müsste oder angeben, wieso er das tut?` Fünf Jahre später haben wir mit Wikipedia eine Enzyklopädie, die vielleicht nicht die beste ist, aber eine plausible Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica darstellt. Die kommerziellen Anbieter hätten dich damals für verrückt gehalten.

Durch ihre Traditionen bei der Software-Entwicklung von vor den 80ern und wegen ihrer messbaren Produktivität hat die Freie Software ein überaus starke Existenzberechtigung bewiesen. Außerdem hat sie gleich ein Idiom oder eine Metapher geliefert, damit die Leute das ganze Phänomen verstehen können, das sich so sehr von der industriellen, kapitalistischen Produktionsweise unterscheidet. Gleichzeitig unterscheidet es sich aber auch ganz und gar vom Kommunismus. Denn dieser ist, ebenso wie der industrielle Kapitalismus, ein Produkt der industriellen Ökonomie. In der Informationsökonomie der Netzwerke sind die Produktionsmittel jedoch nicht eine große Firma, die der Partei gehört, sondern der Computer, das Videotelefon oder eine Kamera, die jedem gehört. Dann spricht man nicht von einer Form des Kollektivismus, sondern von einer Form der individuellen Freiheit. Es gibt nämlich eine neue Form der Ausdifferenzierung, auf verschiedene Arten Information zu schaffen und auszutauschen. Das charakterisiert die Informationsökonomie der Netzwerke. Für diese neue Umgebung ist sie die zentrale Nutzerschnittstelle zwischen Markt und Nicht-Markt, zwischen Individuum und Kollaborative.

Kann man die Entwicklung Freier Software mit der Schaffung von Kulturgütern vergleichen?

Verschiedene kulturelle Formen haben verschiedene Charakteristiken. Mehr oder weniger werden sie bestimmten Strukturen unterworfen, um sie für Leute in ihrer Freizeit fassbar zu machen. Und das ohne Bezahlung. Bei Musik zum Beispiel macht es die Kohärenz eines Stückes ziemlich schwierig, dass es von einer großen Gruppe produziert werden kann, wo jeder einen kleinen Beitrag zuliefert. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie Künstler von ihrer Kunst leben können. Ich denke auch, dass wir weniger das Auftauchen einer neuen Starkultur erleben werden. Bei Filmen sieht es anders aus: Man sollte Film nicht als Hollywood-Blockbuster, sondern als visuelle, stimulierende kulturelle Narrative verstehen. Dann sehen wir das schon bei den Massive Multiplayer Online Games, die eine Plattform werden, indem sie genau das tun. Bei YouTube ist am Ende das Output nicht eine kohärente, hochqualitative Hollywood-Narrative, sondern ein Pastiche. Die kulturellen Formen werden sich ändern müssen. Aber haben wir die Bücher für das Fernsehen aufgegeben, oder Zeitungen für das Radio?

Schon wieder 15 Jahre ist es her, dass die Geburt des Linux-Kernels die Computerwelt zu revolutionieren begann: Am 17. September 1991 veröffentlichte der finnische Student Linus Torvalds die erste Version 0.01 des Linux-Kernels. Gerade mal 71 kb groß, sollte der Kernel der Beginn einer Alternative zu den damaligen, bislang nur kommerziellen Unix-Versionen darstellen. Mit bahnbrechendem Erfolg: Unter dem Maskottchen, einem niedlichen Pinguin namens Tux, sind Linux-Systeme heute nicht nur bei PCs, sondern vor allem bei Servern im Einsatz. Sie werden aber auch zunehmend bei Mobiltelefonen oder Routern eingesetzt. Von der Suchmaschine Google bis zu den Datenbanken der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist Linux in gebrauch.

Weithin ist bekannt, so eine Studie bei Infoworld, dass nicht nur 70 Prozent der Web-Server mit dem Open-Source-Porgramm Appache laufen, sondern dass auch große Bereiche mit der populären Datenbank MySQL betrieben werden. Die Untersuchung des Online-Rechercheportals SitePoint fand aber noch weitere erstaunliche Details bei der Befragung von 5 000 Entwicklern, was die Verbreitung von Open Source bei Online-Anwendungen angeht:

Bekanntlich werden Content Managment System vor allem bei der Veröffentlichung von Online-Texten, Audio- und Filmdateien bei Blogs und vielen Online-Portalen genutzt. Interessant dabei ist, dass gerade mal 11 Prozent der CMS von proprietären Anbietern stammen, aber stattliche 24 Prozent von Open-Source-Lösungen. Weitere 37 Prozent der verwendeten CMS sind individuell zugeschnittene Lösungen.

Der Report berichtet außerdem, wie wichtig immer mehr übergreifende Software-Lösungen werden, da zum Beispiel mit einer Programmiersprache wie Ajax heute zunehmend unterschiedliche Anwendungen wie Blogs, Podcasts oder Wikis auf eine Seite integriert werden wollen.

Infoworld schließt mit dem Kommentar: „Wenn man bedenkt, wie viele unserer Lebensbereiche sich in das Web verlagern, ist das nur ein Indikator mehr dafür, dass Open Source und nicht proprietäre Software das nächste Jahrtausend dominieren wird.“

Wie bereits berichtet, hat die Aktivistengruppe DefectivebyDesign.org einen großen Wettbewerb gestartet, um mit künstlerischem Output gegen das Digital Rights Managment zu protestieren. Die internationale Studentenbewegung FreeCulture.org schließt sich nun an und ruft ihrerseits zu kreativen Einsendungen auf: Der „Down with DRM“-Wettbewerb prämiert die fünf besten Video-Beiträge zum Thema. Die Videos können kurze Animationen sein oder auch Remixe / MashUps, die als virale Clips bei einer Anti-DRM-Kampagne eingesetzt werden sollen. Fertige Arbeiten werden in die üblichen Verbreitungsplattformen wie YouTube oder Archive.org eingespeist, sollen aber jeweils mit den Tags „downwithdrm” und „dbdoct3? für die Suchfunktion versehen werden. Den fünf Gewinnern winkt jeweils ein neuer Neuros OSD, ein portabler digitaler VCR. Weitere Deteils bei FreeCulture.org.

Schon zum vierten Mal trifft sich eine Mischung aus Theorie- und Nerd-Elite zum Informationsaustausch auf der dreitägigen „Wizards of Os“ - Konferenz in Berlin, diesmal vom 14. bis 16. September in der Columbiahalle. Das Gipfeltreffen kümmert sich um die „entstehende Wissensordnung digitaler Medien. Der Fokus liegt auf dem Potential von PC und Internet, freie Kommunikation und offene Kooperation bei der Schaffung von Wissen zu ermöglichen“, so die Selbstbeschreibung. Angesichts der Internet-Entwicklungen wurde als Thema „Information Freedom Rules“ gewählt.

Erstmal wird Larry Sanger, Mitgründer der Wikipedia, sein neues Enzyklopädie-Projekt vorstellen. Blockweise widmet sich dann die „WOS 4“ ab Donnerstag dieser Woche an jedem Tag einem Schwerpunkt: Der Donnerstag hat das Motto „Autorenschaft & Kultur“ und streift dabei die Lizenz-Gepflogenheiten in Brasilien oder die Veröffentlichungspraxis der Netlabels und lässt Rechtsprofessor Lawrence Lessig sein Verständnis von der „Read-Write Society“ erklären: Die „Read-Only“ Gesellschaft im 20. Jahrhundert, also einer „nur beschreibbaren“ Gesellschaft, die Informationen nur rezipieren kann, aber nicht aktiv dazu, sei „totalitär, zentralistisch und kontrollierend“ gewesen, so Lessig in der Ankündigung. Im 21. Jahrhundert sei die Gesellschaft wieder zu einer „Read-Write“-Gesellschaft geworden. Einer Gesellschaft, die analog zu den Nutzerrechten auf einem Betriebssystem Informationen lesen und schreiben darf, sich also aktiv am Mediengeschehen wie mit Blogs beteiligt.

Der Themenkomplex „Wirtschaft & Arbeit“ am Freitag beschäftigt sich unter anderem mit der Informationsfreiheit, mit Businessmodellen im Web 2.0-Kontext oder mit dem spannenden Thema Open-Source-Biotechnologien. Der Abschluß am Samstag läuft unter „Rules & Tooles of Freedom“ und behandelt Patentrechte, Freie Software und Offene Standards.

Zur Auflockerung finden am Freitag und Samstag Abends Netlabel Parties statt und es gibt unter anderem eine Freie Burn Station. Und entspannt kann man die Veranstaltungen mit Free Beer, also mit Bier, das unter der Creative-Commons-Lizenz gebraut wurde, geniessen. Unter den vielen neuen Projekten, die auf der „WOS 4“ präsentiert werden, soll auch ein neuer Web-Service für eine sichere Registrierung von Audio-, Video-, Bild, und Textdokumenten vorgestellt werden: RegisteredCommons.

Bereits seit einigen Jahren stellen kreativ Schaffende ihre Veröffentlichungen unter weniger restriktive Lizenzbedingungen online, zum Beispiel unter Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen. Große Medienunternehmen scheinen dagegen noch ratlos im Umgang mit den Möglichkeiten digitaler Distribution und daraus resultierenden Businessmodellen: Bedenken gegenüber illegalen Distributionen dominieren und lähmen deren Fähigkeit, auf diese Situation innovativ zu reagieren. Gerichtliche Klagewellen und Einführung von Kopierschutzverfahren scheinen mehr Ausdruck von Hilflosigkeit als zukunftsorientierte Strategie. Währenddessen erfahren viele Musiker oder Fotografen durch ihre alternativen Lizenzmodelle viel mehr Aufmerksamkeit, die bei nicht wenigen zu professionellen Karrieren geführt hat. Zu dem Modell der offenen Lizenzen entwickelt nun RegisteredCommons ein zuverlässiges Verfahren zur Registrierung, das es Urhebern erlauben wird, ihre Werkrechte besser zu wahren:

RegisteredCommons soll das Creative-Commons-Lizenzmodell auch für professionell Kreativschaffende attraktiver machen. Schließlich muss ein Autor im Fall von Urheberrechtsstreiten vor Gericht einen Beweis erbringen, wann und wo genau das betroffene Werk lizenziert wurde. Genau diese Informationen werden bei RegisteredCommons in Form eines von einem autorisierten Zertifikatanbieter erstellten Timestamps für sieben Jahre aufbewahrt.

Wizard of Os 4: Information Freedom Rules. 14. bis 16. September, Columbiahalle, Columbiadamm 13-21, Berlin. Anmeldung bei „WOS 4“.

Der geplante Völker-Vertrag zum Thema Rundfunk-Urheberrecht, „Treaty on the Protection of Broadcasting Organizations“, der World Intellectual Property Organization (WIPO) hat schwerwiegende Folgen für die Podcast-Gemeinde. Kürzlich erst protestierte die UNESCO dagegen, jetzt schreitet die Electronic Frontier Foundation (EFF) zur Tat. Wie sie berichtet, würde dieser Vertrag den Rundkunksendern für 50 Jahre einen mit dem Urheberrecht vergleichbaren Schutz für alle ausgestrahlten Sendungen und deren Inhalte garantieren, auch wenn die Inhalte gar nicht den Sendeanstalten „gehören“. So würde ein Fernsehsender, der eine unter Creative Commons-lizenzierte Sendung ausstrahlt, sämtliche Rechte an den Inhalten behalten und könnte verfügen, dass niemand den Film weder aufzeichnen noch vervielfältigen darf.

Damit nicht genug: Laut der EFF sollen einige Länder auch für eine Ausweitung des Vertrags auf das Internet ausgesprochen haben. Jeder, der „eine Kombination von ‚Ton und Bild‘ über einen Web-Server verbreitet“, dürfte sich ebenso einmischen, was der Empfänger, also der Podcast-Nutzer damit anfangen möchte. Damit wird er zum Mittelsmann zwischen dem Hörer und dem Autor. Der Hörer wiederum wäre gezwungen, bei einer weiteren Verwendung zuerst alle Rechte eines Werks mit den zahlreichen Inhabern dieser Rechte klären. „Das würde nicht nur die Innovation und den Zugang der Bürger zu Information behindern, es würde das Internet als Kommunikationsmedium verändern“, so die EFF.

Deshalb ruft die gemeinnützige Orgnaisation zum Protest auf bittet um eine Unterstützung. Wer ihre Erklärung unterschreiben möchte, kann das auf der Seite der EFF tun.

Aufgrund seiner überzeugenden Bedienung und Qualität wurde der Democracy Player schon mehrmals vorgestellt, seine Vorzüge als Podcast-Player gepriesen und als die „Evolution des Internet-Fernsehens“ angekündigt. Die neue Version 0.9 des handlich zu bedienenden Players soll „Entertainment garantieren“. Er spielt natürlich weiterhin Videocasts und Podcasts ab, allerdings jetzt mit einer neu gestalteten Oberfläche und ist in schon 30 Sprachen verfügbar:

Ein neues Merkmal ist die Playlist, also die Wiedergabeliste, die sich der Nutzer aus seinen Lieblingsvideosendungen zusammenstellen kann. Weiterhin können nun verschiedenen Channels übersichtlicher in Ordner einsortiert werden. Eine Neuerung beim Abspielen ist die Integration von Flash-Animationen. Die Democracy Player-Version in Windows und Linux können dies nun tun und darüber hinaus auch in den Archiven von Google Video und YouTube danach suchen.

Das Netzjournal DesktopLinux.com führte eine Online-Umfrage mit Linux-Nutzern durch: Die 14 535 Teilnehmer wurden nach ihren verwendeten Distributionen befragt, nach ihrem Lieblingsbrowser und ob sie auch Windows nutzen würden. Wenig überraschend war die Distro Ubuntu mit dem GNOME-Desktop mit 30 Prozent die bevorzugte Anwendung der Linux-Benutzer. Ihm folgen Kubuntu mit KDE, abgeschlagen folgen danach Debian GNU/Linux mit 12 Prozent und OpenSuse mit 10 Prozent. Bei den Desktops siegt KDE: Gut ein Drittel der Nutzer schwören darauf, fast ebenso viele (35 Prozent), bevorzugen GNOME. Weit abgeschlagen liegt dafür Xfce mit nur 10 Prozent.

Beim Surfen befürworten knapp zwei Drittel der Nutzer den Freien Browser Firefox von Mozilla. Ein Drittel verwenden den Email-Client Thunderbird, ebenfalls aus dem Hause Mozilla. Auf Platz zwei und drei kommen Evolution und KMail von KDE.

Die Linux-User zeigten sich rigoros bei der Verwendung von Microsoft-Produkten: 40 Prozent der Befragten gaben an, Windows gar nicht erst auf ihren Linux-Rechnern einzusetzen. Wenn es aber doch gebraucht wird, greifen ein Drittel der User auf Wine als Methode zurück, Windows-Anwendungen laufen zu lassen.

Nichteingeweihte haben es oft schwer, technische Begriffe zu verstehen und trockene Abkürzungen auseinander zu halten. Ganz abgesehen davon, dass in vielen Fällen Inhalte unklar erscheinen und nicht transparent genug vermittelt werden. Das gilt besonders auch für Lizenzen und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen. Das IT Manager`s Journal will mit Missverständnissen und Vorurteilen gegenüber der GNU General Public License (GPL) aufräumen und listet die zehn häufigsten Falschannahmen auf. Drei Experten befragte sie dazu: Rechtsanwalt Richard Fontana vom Software Freedom Law Center, David Turner, ehemals bei der Free Software Foundation und Harald Welte vom GPL-Violations Project.

Die Fachkundigen bereinigten unter anderem folgende Aussagen: „Die GPL ist viral“. Falsch: Software, die im Umfeld von oder mit GPL-lizenzierter Software zusammenwirkt, wird nicht automatisch gleich auch selbst Gegenstand dieser. Dieser verbreitete Irrtum geht auf eine Rede des Microsoft-Vice Präsidenten Craig Mundie zurück. „Man kann für GPL kein Geld verlangen“. Falsch: Es geht bei der GPL und Freier Software in erster Linie um Freiheit und nicht um Kostenfreiheit. „Vertreiber brauchen nur den Source Code beifügen, den sie verändert haben“. Falsch: In Abschnitt 5 der GPL wird genau geregelt, dass der gesamte Source Code weiter gegeben werden muss. „Ich glaube nicht, dass diese Wort das meint, was du denkst“. Für Verwirrungen sorgen laut Richard Fontana meistens die unterschiedlichen Meinungen, wie das Recht ausgelegt werden darf. Das beginnt schon mit der Auseinandersetzung darüber, was „Arbeit“ in Bezug auf Programme im Sinne des Urheberrechtsgesetzes bedeutet. Das gilt auch für die Distribution: Die Bedeutung hierfür variiert allein schon in den Vereinigten Staaten, abhängig davon, ob man vom Vertrieb in Bezug auf das Copyright spricht oder damit die gewöhnliche kommerzielle Nutzung meint. Die neue Version der GPL sollte im nächsten Jahr auch Widersprüchlichkeiten beseitigen und die Terminologien neu festlegen, so der Bericht.

Die Aktivistengruppe Defective by Design holt zu neuen Schlägen aus. Wie bereits berichtet, schreitet die amerikanische Gruppe vehement in Schutzanzügen gegen das umstrittene Digital Rights Management zur Tat und will auch U2-Frontmann Bonox Vox um Unterstützung bitten. Zum 3. Oktober ruft sie nun den weltweiten Anti-DRM-Tag. Jeder ist nun aufgerufen, seine Idee für eine Kampagne einzureichen, die dann am Anti-DRM-Tag umgesetzt werden könnte. Wem noch nichts einfällt, der kann sich zumindest an der Petition an Bono beteiligen, die man online ausfüllen und ihm übermitteln kann. Damit man auch weiß, wie die Industrie denkt, führt Defective by Design einen Disney-Mitarbeiter mit dem Zitat an: „Wenn die Konsumenten überhaupt wissen, dass es DRM gibt, was es ist und wie es funktioniert, dann haben wir schon versagt.“ Schon aus diesem Grund lohnt sich ein Mitmachen. Die Prinzipien von DRM sind noch nicht bekannt genug.

Was würde Jesus herunterladen? Das fragt sich nicht nur die gleichnamige Webseite für christliche PC-User, sie schlägt auch gleich etwas vor: Jesus wäre sicherlich begeistert von der Open-Source-Gemeinde. Ob er auch die christliche Version des Linux-Desktops Ubuntu installieren würde, wissen wir nicht.
Linux-affine Christen können sich zumindest den humanistisch angehauchten Desktop mit dem Mottto „Linux für menschliche Wesen“ herunter. Im Unterschied zur „normalen“ Ubuntu-Version enthält die christliche Variante die „beste, verfügbare christliche Software“. So beschreibt sie das Programm GnomeSword für Bibelstudien, das auf der Software SwordProject basiert und neben der Bibel auch Wörterbücher und Kommentare enthält. Als weiteres herausstehendes Merkmal wird der Kinderschutz Dansguardian gepriesen. Damit können Gläubige einstellen, was ihre Zöglinge im Netz ansurfen dürfen und was nicht. Ein wahrhaft frommes Betriebssystem.

Freunde des KDE-Desktops sei des weiteren das christliche Ichthux-Projekt ans Herz gelegt: Hier wird der Kubuntu-Desktop mit der bibelfesten Software ausgestattet. Wer sich als christlicher Chatter betätigt, kann außerdem seine überaus frommen Emoticons in das Freie Chat-Programm Kopete installieren.

Vor gut einem Jahr wurde das amerikanische Online-Projekt LibriVox gegründet: Das ehrenamtliche Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, Klassiker, die der Allgemeinheit bislang frei zugänglich sind, als Hörbücher online zu veröffentlichen. Unter dem Motto „acoustical liberation of books in the public domain“, der „akustischen Befreiung von Büchern des Allgemeinguts“, können Hörer in dem englischen Katalog stöbern oder sich Episoden als Podcast in einem Abspielprogramm wie Democraycy Player oder Podnova automatisch herunterladen. Erhältlich sind die bislang etwa 200 Audio-Files in der Regel im mp3-Format oder im Freien Ogg Vorbis.

Ob Plato oder „Die Kunst des Krieges“ von Sun Tzu, Werke von Jane Austen oder Shakespeare: Die Klassiker wurden unter dem amerikanischen Copyright vor 1923 veröffentlicht und dürfen frei und nicht-kommerziell weiter gegeben werden. LibriVox ist für seine Verbreitung von Hörbüchern natürlich völlig auf die freiwillige Mithilfe von motivierten Vorlesern angewiesen, die Bücher nicht nur für ihre Sprösslinge vortragen wollen.

Chumby ist ein kleines, aber feines Gerät, das so einiges an sozialer Interaktion über das Konzept des Web 2.0 verspricht: Gerade mal so groß wie ein Wecker, ist es mit einem kleinen Display ausgestattet und einem WLAN-Modul. Bedient wird er über seine Oberfläche: Neben dem Touchscreen verändert auch leichtes Berühren oder Drücken der weichen Oberfläche sein Programm. Für den Kontakt mit der Außenwelt können Freunde nun Nachrichten in Form von SMS, Emails oder über Chat-Programme an Chumpy senden, der diese anzeigt. Das gleiche gilt für das Versenden von Bildern und Musik-Dateien: Chumpy spielt mp3s ab und kann sich automatisch Podcasts herunterladen – und den Nutzer beispielsweise mit einer Lieblingssendung wecken.

Genauso kann man Chumby bei diversen RSS-Feeds anmelden und prompt zeigt er wahlweise die letzten Flickr-Motive, die News von Slashdot.org oder die Wettervorhersage an. Zur Not ist Chumby aber auch mit einem analogen Radioempfänger ausgestattet und kann AM und FM wiedergeben. Nicht größer als ein handelsüblicher PDS oder ein Handy, passt er in jede Umgebung. Im Gegensatz zu den meisten anderen elektronischen Geräten wird er aber komplett als Open Source entwickelt: Jeder kann, darf und soll ihn „hacken“, modifizieren und nach seinen Wünschen verändern. Ein angeschlossener Blog kann dafür ein Forum für die Entwickler-Gemeinschaft bilden.

Chumby ist bislang noch nicht auf dem Markt, soll aber ab März 2007 für hächstens 150 Dollar angeboten werden.

Der APC Chris Nicol Preis geht an Initiativen, die die Verbreitung und den Gebrauch von Freier und Open-Source-Software (FOSS) unterstützen und vor allem für Heimanwender ermöglichen. Ausgeschrieben wird der Preis von APC, The Association For Progressive Communication, einem internationalen Netzwerk für Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsgruppen. Der Preis trägt seinen Namen nach dem langjährigen australischen und mittlerweile verstorbenen APC-Mitarbeiter und Aktivisten Chris Nicol. Der gründete unter anderem in Spanien die Organisation Pangea als Teil des Netzwerks der spanischen Internet-Aktivisten.

„Making it easy to use free and open source software“:
Der Preis richtet sich vor allem auch an kleine und mittelgroße Projekte, die vor allem nutzerorientiert arbeiten und sich mehr um die Ziele der Nutzer-Gemeinde kümmern anstatt in erster Linie die kommerziellen Aspekte im Auge zu haben. Als weitere Kriterien müssen sie dokumentiert sein und nachweislich den Gebrauch mit Freier Software im Alltag verstärkt haben. Dennoch betont APC, ist es nicht das Ziel, FOSS kostenfrei zu entwickeln und zu verbreiten. Das sei ein Mythos und nicht zu verwirklichen. Deshalb stehen bei dem Preis auch mehr die Anstrengungen und die Verdienste um die Verbreitung von FOSS im Vordergrund.

OpenUsability kümmert sich als gemeinnütziges Projekt um eine verbesserte Nutzerführung bei Freier Software. Es gebe viele Experten bei der Anwendung und ebenso viele Entwickler, die ihre Programme gern nutzerfreundlicher programmieren wollen, erklärt das Projekt auf seiner Webseite. Beide sollten nun besser zusammengeführt werden, schließlich profitieren sie voneinander. Ellen Reitmayr von OpenUsability erklärt der fspa.de: „Die User sind diejenigen, die in direkter Weise von Usability profitieren, da das Ergebnis im Idealfall eine optimal zu benutzende Software ist. Dies kommt natürlich dem Ansehen von Linux und damit dem Markt-Erfolg zu Gute. Aber auch die Entwickler profitieren von (Open)Usability, da sie schwierige Design-Entscheidungen nicht mehr selbst treffen müssen, sondern Spezialisten Rat fragen können, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.“

Diesen sinnvollen Ansatz verwirklicht OpenUsability mit einer Ausschreibung, indem sie Studenten mit jeweils 700 US Dollar fördert, die sich der Nutzeroberfläche des Freien Bildbeartungsprogramms GIMP annehmen wollen: OpenUsability ruft Interactive Architekten auf, sich an der Gestaltung der Bedienoberfläche des unter der GNU General Public Licence veröffentlichten Programms zu beteiligen. „Es gibt nur wenige organisierte Versuche, Usability in die Linux-Entwicklung zu integrieren. Viele sind Firmen-getrieben, wie zum Beispiel betterdesktop.org oder die (wenigen) Usability-Labs der grossen Linux-Distributionen. OpenUsability arbeitet teilweise Hand in Hand mit diesen Labs. Gleichzeitig ist es aber eine freie Organisation, die allen Linux-Distributionen und Desktop-Umgebungen in gleicher Weise zu Gute kommen kann“, schildert Reitmayr den Ansatz für dieses Projekt.
Die Ausschreibung gestaltet sich interdisziplinär, deshalb sind auch bislang fachfremde Interessierte herzlich willkommen, sich zu bewerben: Designer, Programmierer, Psychologen oder Spezialisten aus dem Bereich Kommunikation sind aufgefordert, einen kurzen Lebenslauf und ein Begründungsschreiben per Email an das Projekt zusenden.

Das International Open Source Network (IOSN) bemüht sich vordergründig um den verstärkten Einsatz von Freier Software im asiatischen Raum. Der Ableger des United Nations Development Programmes wartet nun mit einer weiterem Überblick über den Einsatz von Freier und Open-Source-Software, abgekürzt FOSS, auf: das PDF-Blatt „Free/Open Source Software Licensing“ von Shun-ling Chen entwirft verschiedene Szenarios. Die Broschüre erläutert Grundlegendes zum Thema Urheberschaft/Copyright und wendet das auf den Software-Bereich an. Sie erklärt die Unterschiede zwischen FOSS und proprietären Programmen und durchleuchtet als Beispiellizenz die GNU General Public License. Der letzte Abschnitt widmet sich ganz der Alltagspraxis und zeigt, wie Freie und Open-Source-Software bei neuen Projekten eingesetzt oder in bereits bestehende integriert werden kann. Die Einführung kann als PDF-Datei eingesehen werden.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana setzt man das Betriebssystem Linux vermehrt in Klassenzimmern ein: Wie crn.com berichtet, wurden bereist im letzten Jahr 22 000 Schul-PCs mit Distributionen wie Novell SUSE, Ubuntu oder Red Hat ausgestattet. Realisiert wurde die Migration durch den staatlichen Zuschuss unter dem Programm Affordable Classroom Computers for Every Secondary Student (ACCESS) durch das Indiana Department of Education. Bislang sind 24 Schulen ausgestattet, etwa 80 werden wahrscheinlich dieses Jahr umsteigen, schätzt Mike Huffman vom Indiana Department of Education.

Als Gründe werden, wie so oft, die niedrigeren Kosten, eine größere Funktionalität und die Anfangserfolge angegeben. „Wir haben eine Million Kinder im Bundesstaat Indiana. Wenn wir jedes Jahr für jede Maschine 100 Dollar für die Software bezahlen müssten, wären das 100 Millionen für die Programme“, erklärt Huffman. „Deshalb ist Open Source so attraktiv. Wir können die Kosten auf 5 Dollar pro Jahr [für jeden Computer] senken.“ Ob Linux sich auf dem Markt behaupten kann, hängt aber vor allem davon ab, ob sich die Gemeinschaft zusammen organisiert, gibt Huffman zu Bedenken. Voraussetzung wäre aber ein gemeinsamer API und ein gleicher Installer: „Wenn das nicht gegeben ist, wird es keinen Wettbewerb geben.“

Auf der LinuxWorld letzte Woche in San Francisco wurden innovative Freie Projekte nominiert, eines erhielt den Preis: Die Freie Applikation ccHost schafft eine webbasierte Infrastruktur, die als Plattform und Netzwerk-Basis für Online-Videomixer wie den beliebten Freien ccMixter dient. Wie Creativecommons.org vermelden, gewann ccHost den Product Excellence Award „Best Open Source Solution“ für das Ziel, Musik-, Film- und andere unter Creative-Commons-lizenzierte Dateien im Internet zu verbreiten. Weitere Nominierte waren rPath Conary und Novell SUSE Linux 10.x. Das plattformunabhängige Programm kann kostenlos herunter geladen werden.

In den letzten Monaten gerieten, wie bereits berichtet, die Anbieter der populärsten Suchmaschinen wiederholt ins Kreuzfeuer. Die US-amerikanische Regierung hatte auf die Herausgabe von Suchanfragen gefordert, und alle Unternehmen hatten schließlich unauffällig nachgegeben – nur Google hatte öffentlich protestiert. User, die in Zukunft verhindern möchten, dass ihre sensiblen Kundendaten eventuell weiter gegeben werden, können nun selbst für mehr Privatsphäre sorgen:

TrackMeNot ist eine kleine Erweiterung sowohl für den Freien Browser Firefox, als auch für oft verwendete Suchmaschinen wie Google, AOL oder Yahoo!. Sie soll einfacher für anonymes Suchen im Internet sorgen: Einmal in den Web-Browser installiert, verschleiert es das Stöbern des Benutzers im Netz, indem es möglichst viele weitere „Geister“-Suchanfragen startet – bis zu drei Millionen, wie auf der Seite angegeben wird. Dadurch wird es für Data Mining-Software sehr schwierig, den Suchverlauf des Anwenders nachzuverfolgen. Die Applikation von den Dozenten Daniel C. Howe und Helen Nissenbaum von der New Yorker NYU lässt sich leicht über einen Klick im geöffneten Firefox-Fenster installieren.

KornkreiseAliens benutzen den Freien Browser Firefox – ginge es nach den Studenten der Orgeon State University. Sie setzten dem beliebten Web-Browser Firefox ein weithin sichtbares wie bleibendes Zeichen und fertigten ein riesiges Kornfeldbild in Gestalt des Firefox-Logos an. Nach zwei Wochen Vorbereitungszeit wurde die Freifläche in 24 Stunden präpariert: Nachdem ein Seil mit den Umrissen des Logos aufgespannt wurde, schritten die „Stampfer“ zur Tat und walzten die Ähren nieder. Mit dem „Firefox Crop Circle“ wollten die Freiwilligen ihren Enthusiasmus demonstrieren, den man selbst vom Weltraum aus ausmachen kann, so die Studenten.

Das gleiche Team erregte bereits mit vorher veranstalteten Aktionen für Firefox Aufsehen: So malten sie ein riesiges Browser-Logo auf den Vorplatz der Universität und ließen zum 100 millionsten Download einen Firefox-Ballon steigen

Podcasts erfreuen sich seit bald zwei Jahren wachsender Beliebtheit. Letztes Jahr war es das Wort des Jahres in England. Auch hierzulande ist das digitale Aufzeichnen von selbst erstellten Radiosendungen und deren Herunterladen per Abonnement so beliebt, dass Hörer mittlerweile wöchentlich dem Kanzlerinnen-Podcast von Angela Merkel lauschen können. So eine digitale Radiosendung ist natürlich genauso einfach auf dem Linux-Betriebssystem zu bewerkstelligen. Um sich einen oder mehrere Podcast-Sendungen regelmäßig herunterzuladen, benötigt man nur einen Player, der die gewünschten Sendungen mittels eines RSS-Feeds automatisch abruft.

Im aktuellen LinuxUser-Magazin, Ausgabe 09/06 werden drei Abspiel-Programme dazu vorgestellt, die leicht zu handhaben sind: KatchTV für SUSE wartet mit einer vereinfachten Nutzeroberfläche auf: Auf der linken Seite des Programmfensters steht eine Liste der verfügbaren Podcasts, nach einem Klick darauf sieht man jeweils auf der rechten Seite die weiteren Informationen zu den Sendungen.

Der Democracy Player läuft unter Ubuntu, Debian und Fedora, Windows und OSX. Das übersichtliche wie verständliche Abspiel-Programm versteht sich als neue Generation des „Volks-TV“. Seine Entwickler, die Participatory Culture Foundation, und ihr politischer Ansatz wurde bereits an dieser Stelle besprochen. Der Player soll als weiterer Aspekt der Social Software die Hörer verbinden: In der Community können User in dem umfangreichen Portal die Podcasts untereinander bewerten und empfehlen.

Podnova unter SUSE, Windows und OSX ist nicht nur ein Player, sondern gleichzeitig auch eine umfangreiche Suchmaschine für alle möglichen Sparten von Sendungen. Basierend auf dem Juice Player kann er aber auch Filme abspielen. Jedoch muss man nach 31 Tagen mit einem Gast-Status Mitglied werden, um die Such- und Abspielfunktion weiterhin nutzen zu können.

Eigentlich könnte die Software-Welt so schön sein – hätten die Menschen nicht von Natur aus unbestimmte Vorbehalte gegenüber Offene-Lösungen, so scheint es. Der Artikel „A closed mind about an open world“ in der Financial Times kommentiert, wie viele zunächst misstrauisch und ablehnend gegenüber Freien Projekten wie Offene Netzwerken, Software-Anwendungen oder auch Freien Wissens-Almanachen reagieren. Woran das liegt: Der Autor James Boyle nennt es „openness aversion“, eine Aversion gegenüber Offenheit. Denn befasst sich die Verhaltensforschung mit der Ökonomie, könne sie auch nur demonstrieren, dass sich Menschen nicht gemäß der Prognosen der Wirtschaftstheorien verhalten. Menschen rechnen zum Beispiel eher mit einem wirtschaftlichen Misserfolg, anstatt sich bessere Gewinnchancen auszumalen. Viele Entscheidungen werden nämlich durch kognitive Verhaltensmuster bestimmt.

Für den Autor trifft das ebenso auf den Umgang mit geistigem Eigentum im Zusammenhang mit dem Internet zu: Menschen neigen dazu, „die Wichtigkeit, die Rentabilität und die produktive Energie von Offenen Systemen, Offenen Netzwerken und der nicht-proprietären Produktion unterzubewerten“, erklärt Boyle. Er führt die Entwicklung des Internets an: Hätte man sich vor 15 Jahren eine totale Offenheit und den Freien Zugang zu Wissen vorstellen können, als das Netz in den Anfängen steckte? Hätte man sich entscheiden müssen zwischen einem Offenen System, das neben dem Bürgerjournalismus auch Spam, Online-Pornos und Viren zulässt – und einem regulierten System, das dem einzelnen User nur wenige Freiheiten in der Bedienung lässt und ihm alles vorgibt? 1991 hätte man wohl eher der Kontrolle und dem Eigentum den Vorzug gegeben, resümiert der Autor. „Es ist nicht so, dass die Offenheit immer das Richtige ist. Wir bräuchten besser eine Balance zwischen offen und geschlossen, besitzend und frei. Und systematisch scheinen wir die Balance falsch zu verstehen“, sagt er. Gründe dafür seien das Unverständnis gegenüber Eigentum in Netzwerken, weil es nicht greifbar ist. Intuitiv würden wir uns nicht für Eigentumsverhältnisse entscheiden, die sich nicht durch Überbeanspruchung abnützen, wie bei Software. Noch könnten wir Eigentum annehmen, das durch den Gebrauch von vielen erst wertvoll wird, wie Kommunikationsstandards. „Wie bei Astronauten, die an Schwerkraft gewöhnt sind, sind unsere Reflexe schlecht auf den freien Fall vorbereitet“, so Boyle. Aber vielleicht ist das eine Sache des Lernens und des Aneignens, sich auf veränderte Verhältnisse einzustellen.

Der E-Learning-Bereich ist in Aufruhr, wie die Posts bei O`Reilly zeigen: Die Firma Blackboard hat das so genannte Learning Management System (LMS) patentiert und damit viel böses Blut in der Branche verursacht. Nach amerikanischem Recht wurde der Firma ein Patent genehmigt, das ihr „ziemlich alles, was mit Learning Management Systemen zu tun hat, garantiert“ erklärt Open-Source-Programmierer Michael Feldstein in seinem Blog e-Literate, der unter anderem auch an Freien E-Learning-Projekten des MIT mitgearbeitet hat. Er interpretiert das Patent so, dass Blackboard die Rechte an jeder Art von Groupware hat, die bei Lernsoftware eingesetzt wird. Das würde schwerwiegende Folgen sowohl für proprietäre Entwickler als auch für die Open-Source-Gemeinde haben, so Feldstein. Damit nicht genug: Am gleichen Tag reichte Blackboard eine Patentklage gegen den Konkurrenten Direct2Learn ein. Nicht nur freie Lernprogramme wie Moodle und Sakai könnten damit ebenso belangt werden, sogar ein Content Management System (CMS) wie Drupal wäre im Visier des breit ausgelegten Patents, so Feldstein.

Die Gemeinde schritt zur Tat: Es wurde eine Seite ins Leben gerufen, um die juristische Sprache des Patents verständlich zu formulieren. Weiterhin gibt es einen großen Überblick über die Geschichte des E-Learning bei der Wikipedia. Außerdem wurde ein Boykottaufruf mit einer Online-Petition gegen Blackboard gestartet.

Mozilla, die Entwicklerplattform für weltweit beliebte Freie Software wie dem Browser Firefox und dem Email-Client Thunderbird, will den kollektiven Wissensfluss der Entwickler für neue Projekte ankurbeln: Im neu gegründeten Mozilla Lab und einem eigenen Wiki dürfen sich Programmierer ab sofort austauschen. Mit einem lockeren Brainstorming der Kreativlinge hofft Mozilla, neue Web-Techniken für die Allgemeinheit zu erschließen. Basil Hashem von der Mozilla Corporation betitelt es als „die Zukunft des Webs erforschen“ und will damit unter anderem die Diskussion in der Community anregen, natürlich die Innovation fördern und auch Mozilla ein öffentliches Gesicht als Marke geben. Ein Blog und eine Mailingliste sollen zum inspirierenden Austausch beitragen.

Das bislang unter dem Namen bekannte Vektorgrafik-Programm Xara ist in einer neuen Version erhältlich: Xara Xtreme 0.7 ist nicht nur eine Open-Source-Software, es will sich auch mit kommerzieller Profi-Software messen können. Zehn Jahre lang war es als Xara X für das Windows-Betriebssystem erhältlich. Nun will Xara Xtreme auch für die Linux-Plattform eine ernstzunehmende Alternative im Grafik-Sektor liefern: Seit Anfang diesen Jahres ist der Quell-Code für Programmierer zugänglich, das Resultat ist eine neue Version 0.7 mit erweiterten Merkmalen für Linux. Xara Xtreme bietet unter anderem einen verbesserten Import und Export von Formaten wie TIFF, BMP, Pict, PSD und PDF als Bitmap. Ein neuer SVG-Filter ist auch bereits im Einsatz, der noch erweitert werden muss. Nun ist auch bei Xtreme Drag&Drop möglich, um Bilder besser in Texte einzubinden.

Die europäische Finanzgesellschaft SWIFT, die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication tätigt beinah sämtliche Überweisungen ins Ausland sowie Eilüberweisungen im internationalen Bankenverkehr. In jüngster Zeit wurde jedoch skandalträchtig bekannt, dass die Genossenschaft der Geldinstitute mit Sitz in Belgien bereits seit immerhin fünf Jahren die Daten von insgesamt 20 Millionen Überweisungen an die US-amerikanischen Behörden übermittelt hat. Die vertraulichen Informationen wurden von der SWIFT sogar ohne Gerichtsbeschluss und Rechtsgrundlage versandt. Ohne jemals einen Anspruch vor einem ordentlichen Gericht geltend gemacht zu haben, soll das US-Finanzministerium offensichtlich solange Druck ausgeübt haben, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in New York ein Datenzentrum mit einer vollständigen Kopie aller Transaktionsdaten innerhalb der EU. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden bis heute mehr als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen – vom Bankengeheimnis keine Spur.

Die Bundesregierung ihrerseits gibt sich nun laut Tagesschau.de machtlos und verweist die Verbraucher an ihre jeweiligen Banken: „Wir haben keinen Zugriff auf ein belgisches Unternehmen”, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Deutschen Bankkunden bliebe wohl nur übrig, bei ihren Kreditinstituten nachzufragen, wie es denn um die Sicherheit der Daten bestellt sei. Die ungeheuerliche Weitergabe der Informationen an die amerikanischen Behörden durch die SWIFT können die Kunden nur unterbinden, indem sie bei ihren Banken dagegen protestieren. Schließlich müssten die Handlungen der SWIFT auch mit den deutschen Kunden der zusammenarbeitenden Banken vertretbar sein: Der Markt würde dann entscheiden, ob die Kunden dies akzeptieren oder nicht.

Jeder Verbraucher sollte jetzt dieser indirekten Aufforderung der Bundesregierung mit dem Verweis auf den Markt folgen: Quintessenz.at hat für österreichische Bankkunden eine Mustervorlage für ein Auskunftsbegehren gegenüber den Banken erstellt und bietet das auf seiner Webseite an. Das Blog Netzpolitik.org hat daraufhin die Musterbriefe an das deutsche Datenschutzgesetz und die hiesigen Verhältnisse angepasst und stellt sie als Kampagne zur Verfügung. Sie sind in den Formaten Winword 97/2000/XP DOC, OpenOffice OpenText ODT, RichTextFormat RTF oder als Acrobat PDF erhältlich und können ausgedruckt an die private Bank zurückgefaxt werden. Auf der Seite für “Datenschutzmusterbriefe” kann jeder das Schreiben mit seinen Angaben direkt als ein fertig gelayoutetes PDF generieren lassen, natürlich über eine sichere Verbindung.

Die SWIFT war schon öfters im Visier der Datenschützer, beispielsweise stand sie im Verdacht der Wirtschaftsspionage: Allein der Tatbestand der Weitergabe detaillierter Informationen über Flugbuchungen in die USA, den Passenger Name Records, die ähnlich wie die Finanzdaten bei SWIFT über das europäische Buchungssystem Amadeus laufen, rückt die SWIFT in kein gutes Licht. Die Weitergabe dieser Daten wurde im Juni 2006 vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt. Über die Leitungen von SWIFT sollen täglich Transaktionen von 8000 Finanzinstituten weltweit abgewickelt und damit internationale Handelsbeziehungen im Detail abgebildet werden.

Das IT-Marktforschungsinstitut Government Insights hat eine Studie vorgestellt, die Linux-Anwendungen eine glänzende Laufbahn auf dem Regierungs- und Ämtersektor vorhersagt: „The Long Term Impact of Open Source Solutions on Government IT Spending“ hat analysiert, dass Freie Software in den nächsten fünf Jahren seinen Marktanteil am stärksten im öffentlichen Sektor ausbauen wird. In den kommenden Jahren wird außerdem ein Wertewandel bei den Ämtern stattfinden, so die Studie, der dazu führt, dass Regierungen und Behörden ihre maßgeschneiderten Linux-Anwendungen untereinander tauschen und weiter verbreiten.

„Die Anforderungen an behördliche Programme sind einzigartig weil Regierungen eine einzigartige Funktion innehaben – sie dienen dem Bürger“, erklärt Shwan P. McCarthy von Government Insights. In den nächsten drei Jahren prognostiziert das Institut weiterhin eine jährliche Wachstumsrate der Open-Source-Software von 30 Prozent innerhalb der jährlichen Totalausgaben für IT-Belange. Dieser Trend soll anhalten und den Einsatz von Freier Software in Ämterkreisen zu einer nicht zu unterschätzenden Größe verhelfen. Auch liege die Betonung auf einem Personalisieren der Linux-Anwendungen auf die jeweilige Behörde, was eine stärkere Zusammenarbeit von Entwicklern und Ämtern zur Folge hat.

„Das Thema Frauen und Technik ist in der Gesellschaft immer noch mit einer Reihe von Vorurteilen besetzt. Da kommt es natürlich immer wieder vor, dass Frauen auch im Open-Source-Bereich nicht ernstgenommen und öffentlich belächelt werden“, gibt Gina Lanik, Systemadministratorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Rechenzentrums WSR im schweizerischen Pressetext zu Protokoll.

In die Welt der männlich dominierten Software-Branche soll sich deshalb im Bereich der Linux-Entwicklung etwas ändern: Das Projekt um die vom Unternehmen Red Hat finanzierte Linux-Distribution Fedora will mehr weibliche Unterstützung in die Welt des Open Source bringen: Durch das Wiki Fedora Women sollen mehr Frauen Fedora weiterentwickeln, benützen und unterstützen. Allein schon das Logo setzt sich aus einem geschwungenem „f“ zusammen und will die wechselseitige Beziehung von „infinity“, „freedom“ und „voice“ verbildlichen. Im Allgemeinen würde schließlich die Zahl der weiblichen Fedora-User unterschätzt, so die Macherinnen, deshalb „sind sie in der Community auch unterrepräsentiert“. Fedora Women will allen weiblichen Beteiligten ein eigenes Forum bieten und hat dazu eine Mailingliste und einen IRC-Kanal eingerichtet.

Auch bei anderen Distributionen haben sich Netzwerke und Portale für Entwicklerinnen gegründet: Währen die LinuxChix sich mit übergeordnet mit Terminen und Infos rund um die weibliche Linux-Userschaft kümmert, gibt es jeweils für die einzelnen Oberflächen GNOME, KDE, Debian und Ubuntu eigene Frauen-Portale.

Ubuntu Customization Kit ist eine Applikation, die die Live-CD von Ubuntu und seinen Variationen Kubuntu/Xubuntu und Edubuntu einfacher für den persönlichen Bedarf zuschneiden kann. Mit der neuen Version UCK 1.2 ist es möglich, verschiedene Päckchen der Live-CD wie Spracherweiterungen oder Einzelprogramme hinzuzufügen. Mit UCK 1.2 wurden einige Fehler behoben, jetzt kann auch der Packet-Manager von der CD benutzt werden. Der Support für GTK ist jetzt eingebunden, möglich über Zenit.

Mit dem Kit lässt sich eine startfähige Live-CD erstellen, die ein auf den Benutzer zugeschnittenes Root-Filesystem (Software installieren und deinstallieren), die ISO-Inhalte (docs und Dateinamen ändern) und initrd (Module zum Booten hinzufügen oder ändern). Das Kit steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Der beliebte Freie Web-Browser Firefox startet eine Werbe-Kampagne nach der anderen: Wie bereits berichtet, ist es das erklärte Ziel der Mozilla-Foundation und ihrem „Community Marketing Portal“ Spreadfirefox.com, mit den Mitteln der Grassroots-Bewegung den Open-Source-Browser innerhalb der User-Gemeinschaft durch die User zu bewerben. Mit Erfolg – der 200 Millionste Download ist bereits seit letzter Woche erreicht.

Zur Feier folgt bereits der nächste Streich von Mozilla: Das Unternehmen ruft zum Schreibwettbewerb auf. User sollen die Erfolgesgeschichte des Freien Browsers schildern, aber auch andere Beispiele von sensationellen Siegen aus dem Bereich Kunst, Musik oder Sport an den Blog „the fox tales“ senden. Als Beispiele wird die Erfolgsstory der Beatlemania angeführt. Unter allen Einsendern werden unter anderen 25 limitierte Firefox-Armbanduhren verlost.

Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro wurde es verkündet, seit drei Wochen veröffentlicht nun die staatliche brasilianische Agentur Radiobrás ihre Meldungen und multimedialen Beiträge unter der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen-Lizenz. Damit wird erlaubt, Inhalte von Radiobrás weiter zu verbreiten und auch kommerziell zu nutzen. Einzige Bedingungen sind die Namensnennung des Urhebers, also der Agentur, und die Weitergabe der Informationen unter den gleichen Lizenz-Bedingungen. Radiobrás sieht sich als Vermittler von interner wie externer Transparenz, gesteht jedem Bürger das Recht auf Information zu und versteht sich als direkter Bürgerkanal.

In der Geschichte der Creative Commons-Entwicklung zählt die Verkündung von Radiobrás zu den wichtigsten, kommentierte Rechtsprofessor Lawrence Lessig auf dem Gipfel die Entscheidung der Agentur und lobt den „wechselseitigen Nutzen“. Die Agencia Brasil hat bislang bereits Artikel und Fotos frei im Internet erhältlich angeboten, insofern ist die Veröffentlichung unter CC eine Formsache.

Auch die europäische Medienlandschaft hat sich den CC-Lizenzen geöffnet: Die italienische Tageszeitung La Stampa hat sich laut Creative Commons entschlossen, einen Teil ihrer Ausgabe unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen: Die führende Printausgabe aus dem nordwestlichen Turin bietet ab sofort ihre wöchentlichen Beilagen TuttoScienze für Wissenschaft und TuttoLibri für Bucherscheinungen unter einer nicht-kommerziellen CC-Lizenz zum Herunterladen als PDF-Dateien an: Die Weitergabe der Artikel ist unter Namensnennung erlaubt, nicht jedoch eine kommerzielle Auswertung. Genauso wenig dürfen die Texte und Rezension inhaltlich bearbeitet werden.

Die spanische Regionalbehörde in der Extremdura, einem Gebiet im Südwesten des Landes, will innerhalb des des nächsten Jahres komplett auf das Linux-Betriebssystem setzen: Wie die Debian-Mailingliste vermeldet, beschloss die Junta in der Extremadura, ihre Arbeitsrechner komplett auf Debian GNU/Linux migrieren und außerdem den Open Document-Standard ODF, sowie die PDF-Variante PDF/A, für ihre Korrespondenzen einsetzen. In der letzten Sitzung wurde bereits Ende Juni fest gelegt, dass die PCs mit der lokalen Linux-Variante gnuLinEx bespielt werden und außerdem die Rechner mit Freier Office-Paketen ausgestattet werden.

Luis Millán de Vázquez de Miguel, der behördliche Berater für Infrastruktur und technologische Entwicklung, betont: „Die Junta in der Extremadura ist die erste öffentliche Administration, die diese Standards einsetzt.“ Er spricht sich für die Vorzüge der Interoperabilität aus und die Reduzierung der behördlichen Abhängigkeit von proprietärer Software. In der Extremadura wird Freie Software seit ein paar Jahren speziell gefördert, um die ansässige Wirtschaft anzukurbeln: Seit zwei Jahren hilft der Konzern IBM bei der Umstellung von geschäftlichen Tätigkeiten im Gesundheitssystem auf Linux. In Krankenhäusern, Beratungsstellen und Gesundheitszentren werden Prozesse auf Linux-basierte Anwendungen umgestellt.

Entscheidend, so der Regierungsbeauftragte, sei das Jahr 2002 gewesen, als gnuLinEx entwickelt wurde. Die gerade in die Wege geleitete Migration ist Teil des Drei-Jahres-Plans zur „Modernisierung, Vereinfachung und ein Qualitätsplan für die Administration der Autonomen Gemeinschaft der Extremadura“ bis Ende nächsten Jahres. Dazu maßgebend ist ein „regionales Intranet“ für die innerbehördliche Kommunikation.

Letzte Woche trat Rechtprofessor Eben Moglen an die Öffentlichkeit und verkündete die zweite Überarbeitung der GNU General Public License Version 3. Der Rechtsberater der Free Software Foundation zeigt sich überzeugt von der Revision des ersten Entwurfs, zu dem tausende von Freiwilligen per E-Mail-Kommentierungen beigetragen haben.

Eine Revidierung der 15 Jahre alten GPL war nötig, um auf neue Rechtsumgebungen wie Entwicklungen im Internet eingehen zu können. Der Prozeß der Überarbeitung wurde im Januar 2006 begonnen und nach einer dritten Verbesserung im Herbst soll die engültige Neufassung Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht werden.

Eine „Vereinfachung und Internationalisierung“ stellt Newsforge fest und verweist auf eine Änderung in der Sektion 7 der GPL, die vor allem zusätzliche Genehmigungen und Restriktionen beinhaltet, die Verteiler anwenden können. Linux-Gründer Linus Torvalds dagegen kann sich von dem neuen Entwurf wenig begeistern: Laut heise.de favorisiert er noch die GPL2 und ihrem Prinzip des Copyleft. Die GPL3 würde nicht nur den Umgang mit GPL-zertifizierten Programmen regeln wollen, sondern gleich die Hardware mit. Die Free Softare Foundation argumentiert derweil, dass die neue Fassung natürlich auch aktuelle Entwicklungen wie das Digital Rights Management (DRM) und Software-Patente berücksichtigen muss. Das würde sie auch, so Torvalds, jedoch so weitgreifend, dass die GPL3 nicht mehr die Integrität von Open-Source-Programmen nicht mehr anhand ihrer Signaturen überprüfen können.

Bei Berlecon beäugt man die Überarbeitung ähnlich kritisch und sieht unter anderem ein Problem bei den Web Services: „Veränderte GPL-Software, die verteilt wird, muss unter der GPL verteilt werden, so dass die Änderungen für jeden sicht- und nutzbar sind.“ Durch Web Services könne man dieser Regel aber ausweichen, denn die Funktionalität von angepasster Software könne manchmal auch über Web Services verfügbar sein: „Weil in diesem Fall aber nicht die Software selbst verteilt wird, müssen die Änderungen nicht offen gelegt werden. Das ist natürlich nicht so ganz die Idee der GPL, und so wird zum Teil gefordert, in der GPL v3 auch bei Web Services eine Offenlegung zu verlangen. Das dürfte aber zu einigen Protesten führen. So nutzen zahlreiche Internetangebote GPL-basierte Software, Google etwa setzt bekanntermaßen Linux ein.“

Seit letzter Woche enthält die 24. Auflage des Duden ganze 3.000 neue Wörter. Darunter finden sich auch einige Begriffe aus dem IT-Bereich und der Welt des Internets: Wie Golem.de berichtet, haben unter anderem Blogs und das Voipen eigene Einträge. Auch das so genannte Phishing taucht in dem Standardwerk für die deutsche Rechtschreibung auf: Endlich hat das digitale Ausspionieren von persönlichen Daten wie von Passwörtern oder der Bankverbindung sein anerkanntes Plätzchen im Duden gefunden.

Andere Neuzugänge klingen dagegen befremdlich: Unter dem Voipen versteht der Duden „über das Internet telefonieren“. Das umschreibt den Vorgang des VoIP zwar schwammig, dafür kann nun jeder in einer Konversation Aussagen wie „Ich voipe dich später“ fallen lassen. Diese Wendung wird im Moment erwiesenermaßen von fast niemandem im Arbeitsalltag benutzt – wo man gerade glaubte, wenigstens in der Umgangssprache dem „Skypen“ verfallen zu sein. Doch diese überaus beliebte VoIP-Software ist dem Duden bislang unbekannt geblieben.

Wie ein Blog nun zu deklinieren ist, hat sich mit der Neuauflage des Rechtschreibstandards geklärt: Es heißt das oder der Blog, beziehungsweise Weblog. Beide Schreibweisen sind bei dieser „tagebuchartig geführten, öffentlich zugänglichen Webseite zu einem bestimmten Thema“ möglich, wie der Duden erklärt.

Vom 22. Oktober bis 3. November 2006 treffen sich Aktivisten aus der ganzen Welt in Dharamsala, Indien, zum Airjaldi Summit: Der diesjährige Höhepunkt der World Summits on Free Inforamtion Infrastruktures (WSFII) bietet Netzwerkaktivisten aus der ganzen Welt Gelegenheit, sich kennen zu lernen und gemeinsame Strategien zum Aufbau freier Kommunikationsinfrastrukturen zu entwickeln und umzusetzen.

Bereits während der freifunk.net summer convention 2004 „fresh air - free networks” in Djursland entstand die Idee, eines Tages eine ähnliche Veranstaltung außerhalb der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf die Beine zu stellen. Die Motivation resultierte vor allem aus der Tatsache, dass gerade in so genannten „Entwicklungsländern” das Interesse an kostengünstiger Informationsinfrastruktur besonders groß ist.

Allein nach Djursland kamen über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und 5 Kontinenten. Dies unterstrich das große Verlangen der Menschen aus allen Teilen der Welt, am lokalen und globalen Wissens- und Informationsaustausch zu partizipieren. Denn wenn man vergleichsweise preiswert mit WLAN flächendeckende Kommunikationsnetze aufbauen kann, wird schnell klar, warum gerade diese Technologie weltweit so viel Hoffnungen und Motivation freisetzt: Weil die Installation nicht von großen Firmen oder Organistationen durchgeführt werden muss, sondern die User, sofern sie über das notwendige Know-how und die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel verfügen, sich ihre eigenen Netze aufbauen. Eine Konsequenz aus der Summer Convention 2004 war deshalb die Gründung des „Djurslands International Institute of Rural Wireless Broadband” (DIIRWB).

So unterschiedlich die Kulturen dieser Welt und besonders die konkreten lokalen Bedürfnisse vor Ort sein mögen, die Anforderungen an die einander verbindende Infrastruktur sind gleich. Dies war eine der Lehren, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Djursland in ihre jeweilige Heimat mitnahmen. Einige kannten dieses Gefühl bereits seit der BerLon und den darauf folgenden internationalen Veranstaltungen CopenhagenInterpolation und der ersten freifunk.net summer convention 2003 – eben jener Ursuppe von Veranstaltungen, aus der sich im Jahr 2004 die Idee der World Summits on Free Information Infrastructures entwickelte: einer weltumspannende Veranstaltungsreihe rund um „Freie Kommunikations-Infrastrukturen”

WSFII hat einen klaren Fokus auf „Graswurzel”-Aktivitäten und „do-it-yourself”, den konsequenten Einsatz von Open-Source-Systemen und die offene und praxisnahe Weitergabe von Wissen bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Installation neuer Systeme. Im September 2005 fand in London die erste offizielle WSFII-Vorbereitungskonferenz statt: Es dauerte noch einige Iterationen bis sowohl ein Buch unter dem Titel „Wireless Networking in the Developing World” fertig gestellt, als auch der Veranstaltungsort für WSFII 2006 festgelegt waren. Doch beide Projekte waren ein großer Erfolg. Das Buch kann heute bereits in englischer und spanischer Sprache kostenlos herunter geladen werden. Die Freifunker dieser Welt treffen sich dieses Jahr zum Airjaldi Summit, gefolgt von 10 Tagen voller Workshops in Dharamsala, Indien, zum World Summit of Free Information Infrastructures – Dharamsa ist die Exilheimat Ihrer Heiligkeit des Dalei Lamas, der alle Teilnehmenden herzlich empfangen wird.

Die lokale Infrastruktur in Dharamsala ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer à la WSFII funktioniert: Der Campus der Tibetischen Exilgesellschaft ist per WLAN mit dem Internet verbunden. Der aus Israel stammende IT-Experte Yahel Ben-David und sein Team haben in Indien ein Mesh-Netz gespannt, das ganz ähnlich der freifunk.firmware in Deutschland, auf der Open-Source-Software OpenWRT und dem OLSR-Protokoll von Andreas Tønnesen aus Norwegen basiert.

Nicht alles ist dauerhaft allein über E-Mail möglich. Hin und wieder, diese Erfahrung teilen wohl alle „E-Worker”, muss man sich auch begegnen. Denn erst in der persönlichen Begegnung erlebt man die Gemeinsamkeiten, die die Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt miteinander verbindet. Treffen sind eine notwendige Voraussetzung, um den Grundstein künftiger Zusammenarbeit zu legen, schaffen Vertrauen und erleichtern Abstimmungs- und Koordinationsprozesse. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele engagierte Menschen aus der ganzen Welt nach Dharamsala kommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Digitale Spaltung zu reduzieren.

Auch wer nicht im Oktober nach Dharamsala kommt, kann einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Veranstaltung leisten. Die OPLAN-Foundation sammelt Geld, um möglichst vielen Entwicklern und Interessierten aus der ganzen Welt die Reise nach Dharamsala zu ermöglichen. Das Geld wird vor allem zur Deckung der Reise- und Unterbringungskosten benötigt, aber auch um das Buch „Wireless Networking in the Developing World” in weitere Sprachen zu übersetzen.

Ausgeschrieben bedeutet UNESCO die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation ausgeschrieben. Als Verfechter von Freiem Zugang zu Wissen bietet sie unter anderem bietet ein eigenes Portal mit zahlreichen Informationen zum Thema Open Source und Technologien mit Freier Software an: Frei erhältliche Manuskripte für Entwickler, Artikel zu Freien Programmen und Berichte zu den internationalen Aktivitäten der Organisation bezüglich Open Source vervollständigen das Programm – denn hier wird nicht nur für Freie und Open-Source-Software geworben, die UNESCO setzt sie auch selber ein.

Jetzt meldet sich die UNESCO mit einer Studie zu Wort, die einen geplanten Vertrag der WIPO, der Weltorganisation für geistiges Eigentum, scharf kritisiert. Unter dem Titel „The draft WIPO broadcasting treaty and its impact on freedom of expression“ konzentriert sich unter anderem auf die möglichen negativen Auswirkungen der WIPO-Gesetzesvorlage auf die Meinungsfreiheit. Seit fast zehn Jahren wird diese Vorlage nun bei der WIPO weiter entwickelt, in der unter anderem ein rechtlicher Schutz für Radioanstalten diesen exklusive Rechte auf ihre Produktionen gewähren soll. Auch DRM, das Digital Rights Management, wird dort verhandelt – und zwar als restriktive Maßnahme zur Gewährleistung der Eigentümerrechte. Die Studie der UNESCO befasst sich nun mit den Auswirkungen, sollte denn die WIPO mit ihrer Vorlage Erfolg haben: Sender hätten damit mehr Rechte; auch würde die rechtliche Sicherung von technischen Vorrichtungen Teile des Urheberrechts unterwandern. Darüber hinaus sei der vorgeschlagene Schutz einer Sendung von immerhin 50 Jahren weit übertrieben. Insgesamt würde der WIPO-Gesetzesentwurf den Zugang der Wissensgesellschaften zu Freien Informationen empfindlich behindern, resümiert die Studie.

Nicht nur die UNSECO möchte die Bewegung von Freier Software vorantreiben, sondern auch die UN: Unter der Ägide der Vereinten Nationen werden einige Projekte gefördert, die den „digitalen Graben“ schmälern und mit ihm den Freien Zugang zu Wissen, zu Information über Kommunikationsplattformen wie das Internet besonders in der Dritten Welt ermöglichen wollen. Da gibt es zum Beispiel die United Nations Information and Communication Technologies Task Force. Nur durch Bildung, so wird sie bei O`Reilly zitiert, haben Entwicklungs- und Schwellenländer eine Chance. Ein Schritt davon war die Ausarbeitung der Initiative FOSS: Policy and Development Implications (FOSS-PDI), um eine Lobby für Open Source zu bilden. Dies beinhaltet unter anderem eine Mailingliste, wo sich Vertreter verschiedener Länder über die Anwendung von Freier Software austauschen können.

Das United Nations Develpment Programme (UNDP) geht pragmatisch vor und gründete das International Open Source Network (IOSN), das von Bangkok aus Projekte rund um Freie Software speziell im asiatischen Raum koordiniert. So wird auf der Seite über die Anwendung von Freier Software informiert, mit der nach dem Tsunami schnell und effektiv ein Notfall-Management-System aufgesetzt werden konnte.

Ein weiteres UN-Ziel für Entwicklungsländer ist nicht nur die Bereitstellung von Online-Zugängen, sondern auch die Weiterentwicklung von kostengünstiger Hardware: Vor vier Jahren wandte sich Generalsekretär Kofi Annan an die Computer-Hersteller und regte die Entwicklung von Billig-Rechnern an. Das medienträchtigste Ergebnis ist der Laptop für 100 Dollar. Der ehemalige MIT-Direktor Nicholas Negroponte gründete dafür die gemeinnützige Organisation One Laptop per Child (OLPC). Das Laptop, das selbst ohne Strom betrieben werden kann, verfügt über ein WLAN-Modul und USB-Anschlüsse. Ab nächstem Jahr es in Produktion gehen.

Die Vorzüge und Nachteile der Entwicklung von Freier Software verständlich für Unternehmer und Neueinsteiger zu vermitteln, das haben sich die beiden Autoren Ron Goldman und Richard P. Gabriel vorgenommen: „Innovation Happens Elsewhere“ will auch für technisch weniger Versierte die wirtschaftlichen Vorzüge von Freier Software erklären. Das 2005 schienende Buch wurde jetzt online unter der Creative-Commons „Attribution-NonCommercial-ShareAlike“ Lizenz veröffentlicht und will zum einen zeigen, wie man mit Hilfe von Open-Source-Strategien gewinnträchtig Geschäftsmodelle erarbeiten kann. Zum anderen wollen die Autoren Manager an die Hand nehmen, wie sie Open Source im Arbeitsalltag profitabel integrieren können. „Innovation Happens Elsewhere“ befasst sich auch grundlegend mit der Geschichte von Freier Software Software und will neben seiner Philosophie auch die mögliche Weiterentwicklung des Projekts skizzieren.

Das Handbuch spart aber auch nicht mit Kritik und will Nicht-Eingeweihten die Illusionen nehmen, die sie über die Open-Source-Bewegung haben könnten: Sie warnen vor einer Falscheinschätzung und wollen helfen, doppelte Anstrengungen im Rahmen von Freien Projekten zu vermeiden.

KDE braucht Unterstützung: Das Freie Projekt wird vom gemeinnützigen KDE-Verein vorangetrieben, um die grafische Arbeitsumgebung für UNIX-Rechner zu verbessern. Derzeit ist die Oberfläche in der Version 3.5.3 erhältlich. Jetzt bittet der Verein um Spenden, um sein Portal KDE.org technisch aufzurüsten: Die Webseite für die Fehlerberichte (bug reports) läuft extrem langsam. Deshalb werden dringend neue Server und Festplatten benötigt, um das vier Jahre alte technische Gerät auf den neusten Stand zu bringen. KDE startet einen Spendenaufruf und bittet um elektronische Gaben via PayPal.

Hacktivismo nennt sich eine globale Kollektiv von Hackern, Juristen und IT-Sicherheitsexperten, die nach einigem Tüfteln ein Freies Chatprogramm vorstellen, das Gespräche verschlüsselt versendet: ScatterChat ist eine abgewandelte Version des freien Chat-Clients Gaim. Mittels ScatterChat soll es möglich sein, Internet-Gespräche über Yahoo!, AIM, MSN und ICQ zu verschlüsseln, um die Privatsphäre des Anwenders zu gewährleisten. Dies geschieht über eine TOR-Verbindung, über das Netzwerk The Onion Router der Electronic Frontier Foundation. Die Software ist derzeit nur für das Windows-Betriebssystem verfügbar, Versionen für Linux und OSX sollen aber selbstverständlich noch folgen.

Das International Open Source Network (IOSN) des UN Development Programme (UNDP) hat eine Broschüre zum Thema „Free/Open Source Software – Offene Standards” online veröffentlicht. Bereits das Vorwort von Peter J. Quinn führt ausführlich in die Thematik ein und argumentiert, warum Offene Standards nachhaltiger Innovation, Interoperabilität und den allgemeinen Zugang voran treiben als De-facto-Standards. Der Reader bietet eine ausführliche Liste mit Erklärungen zu zahlreichen Kürzeln, die im Software-Alltag gemeinhin gebräuchlich sind. Weder fehlt die Begriffserklärung zur Einführung, noch die Erläuterung zur Herkunft der verschiedenen Standards. Daneben werden Initiativen und Formate vorgestellt und für deren Nutzung geworben.

„Offene Standards stellen sicher, dass Produkte und Services interoperabel bleiben und zusammen arbeiten können, auch wenn sie von verschiedenen Parteien oder Einheiten stammen. Offene Standards stellen sicher, dass die nächste Anschaffung nicht von der letzten diktiert wird. Somit vergrößern sich die Wahlmöglichkeiten für den Anwender, beim Zugang zu Produkten, Informationen und Services, und bei Möglichkeiten des Teilens und der Zusammenarbeit“, wird für Offenen Standards argumentiert.

Die Broschüre hat 77 Seiten ist das PDF-Datei verfügbar.

Früher konnte man in Deutschland als schwächer Gestellter nur die GEZ-Gebühren erlassen bekommen. Die französische Regierung geht in Punkto Informationsverbreitung einen Schritt weiter und plant, 1,2 Millionen Armen einen Rechner und einen preiswerten Online-Zugang anzubieten: Wie The Register vermeldet, will die Regierung unter Dominic de Villepin Bürgern einen Breitband-Anschluss samt Rechner für einen Euro pro Tag subventionieren. Auf Basis eines Dreijahresvertrags sollen Internet-Provider einen Billig-PC liefern und einen DSL-Zugang für höchstens 15 Euro pro Monat anbieten. Beides zusammen soll für nicht mehr als 365 Euro im Jahr angeboten werden. Unklar ist jedoch, wie die Internet-Provider auf diese Ansage reagieren können und wollen.

Früher konnte jeder laut Andy Warhol dank des Fernsehens für 15 Minuten berühmt werden. Aber nicht erst seit der Big Brother-Ära ist es viel rühmlicher, sich für einen guten Zweck verewigen zu lassen: Die Mozilla Foundation hat zum „Welt-Firefox-Tag“ am 15. Juli, dem Gründungstag von Mozilla Firefox, eine Freundschaftskampagne gestartet. Wer in den nächsten zwei Monaten bis zum 15. September diesen Jahres einen Freund überzeugt, sich den überaus beliebten Browser herunter zu laden und zu installieren, der wird im Source-Code der Open-Source-Software verweigt. Der Werber und der neue User landen auf einer elektronischen „Freundeswand“, einer Art digitalem, schwarzen Brett, das beliebig erweitert werden kann. Die Firefox-Gründer versprechen, diese „Wand“ bei jedem Treffen oder Kongress mitzubringen und aufzustellen. Darüber hinaus wird jeder Freund in der nächsten Version 2 von Firefox integriert werden: Von dem Browser aus ist eine interaktive Anzeige mit allen Namen zugänglich.

Um sich an der Kampagne zu beteiligen, muss man sich auf der Firefox-Seite anmelden. Lustige selber gemachte Clips von Unterstützern des Browsers gibt es hier zu sehen.

„… writing with text is just one way to write, and not even the most interesting way to write. The more interesting ways are increasingly to use images and sound and video to express ideas“, hat Lawrence Lessig mal gesagt und damit sicher auch den Tatbestand gemeint, wenn jemand die Patzer von Bush und anderen sampelt und zum erbaulichen Clip online remixt. Das Remixen von Videos, das Mashen hat seine Kreise gezogen. War es letztes Jahr das fröhliche Rekontextualisieren, das ein geposteter, neuer Trailer für Stanley Kubricks „The Shining“ lieferte, lässt das San Francisco International Film Festival dieses Jahr freimütig Hand anlegen. Aus dem eben im Mai dort Gezeigten darf man Neues zusammen schnipseln: Beim Remix-Wettbewerb auf der Webseite kann jeder mit dem Tool Remixer die Festivalsbeiträge ineinander mixen und mit einem neuen Soundtrack versehen. Gebastelt wurde es von Yahoo! Research Berkeley, einer von Yahoo! gesponserten Abteilung an der Uni in Berkeley, die sich seit letztem Oktober hauptsächlich mit dem Phänomen der Social Software und dem Sharen, dem Teilen und Remixen im Web beschäftigt.

Das Mashen für Hobby-Schneidekünstler geht noch weiter: Was die britischen Sound- und Videotüftler Coldcut mit ihren Video-Mashups schon lange können und die VJs von Eclectic Method jüngst mit dem offiziellen Remix-Trailer für den Tanzfilm mit Antonio Banderas, „Take the lead“, darf jetzt jeder besser machen. Die Bootz von Audiofiles vor ein paar Jahren haben sich gemeinhin eingebürgert, die Remix-Kultur hat schon wieder ein neues Spielpferdchen des Web 2.0: Video 2.0 wird es getauft und schwelgt glücklich in dem gemeinschaftlichen Verwursten von Clips aus der großen Grabbelkiste von Portalen wie YouTube.

Genauer, jeder der will, ergötzt sich an Open Source und lädt seine Heimvideos auf die Seiten von Eyespot, vSocial oder Grouper. Andere dürfen sie im Einverständnis demokratisch mittels drag&drop zerschreddern und ihren eigenen Lieblingstrack darüber legen. Bei den Möglichkeiten des Schnitts sind die Tools meistens im Moment leider noch nicht ausgereift: Man kann mehrere, aus einer Bibliothek vorgegebene oder auch eigens hoch geladene Clips zur Kette aneinander reihen und sie lediglich an Anfang und Ende ein wenig stutzen. Am Schluss legt man noch ein Liedchen darüber – wenn es denn passt. Ganz so wie bei einer Präsentation in iPhoto, aber online. Die Freunde dürfen sich die ersten Gehversuche in Videoschnitt als Link per RSS-Feed gleich reinziehen. Einzig die versiertere Applikation/Webseite Jumpcut liefert eine kleine, feine Bedienoberfläche für den perfekten Schnitt, komplett mit einer Auswahl an überaus schicken Trash-Effekten und gezauberten Übergängen. Auf der Seite von Jumpcut durfte man bis vor kurzem auch mit diesem fortgeschrittenen Tool den Kinotrailer von Richard Linklaters neuen Sci-Fi „A Scanner Darkly“ remixen. Ganz neu ist die Erweiterung für Filme in anderen Sprachen: DotSub schafft eine Plattform, wo Untertitel für Videos in einer offenen und kollaborativen Weise für andere Sprachkreise zugänglich gemacht werden können. Jeder darf so bei einem englischen Video an den deutschen Untertiteln mitbasteln.

Doch: Irgendwann gibt es bestimmt eine Art FinalCut-Software für Masher im Netz, solange davor oder danach für etwas geworben wird. Apropos Werbung – kommerziell ausgeweidet wird das Online-Video-Remixen natürlich auch. Bei Eyespot kann man Audiosamples einer bestimmten Band hernehmen, sozusagen als frei verfügbaren Promo-Content. Bei Revver.com winkt sogar Geld, wenn man seine Clips hoch lädt: Das „Revverized video ad“ ist als pixeliges Standbild am Ende des Videos eingebettet und jedes Mal, wenn das Video weiter gepostet und angeguckt wird, soll der Autor Kohle bekommen. So bleibt man nah an der Zielgruppe, wird als Begründung auf den Seiten angegeben. Das war vielleicht nicht das, was Lawrence Lessig meint, wenn er die Freiheit auf den privaten Remix mit der Redefreiheit gleich stellt. Da geht es erstmal um die segensreiche peer production, die unter einer nichtkommerziellen Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wird. Eine Spielwiese ist Video 2.0 immer.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat sich mit einem neuen Vorhaben an die Blogger-Gemeinde gewandt: In einem „offenen Brief an die politische Blogosphäre“ stellt er seine neue Plattform Campaigns Wikia vor und will mit ihr die Funktionalität von Wikis auf ein neues Terrain bringen: die politische Kampagne. Seine Campaigns Wikia-Webseite soll ein überparteiischer Wegbereiter der politischen Teilnahme werden.

Das Fernsehen habe den Anfang gemacht: „Wenn die übertragenden Medien uns die Übertragung der Politik gebracht haben, dann werden uns die teilnehmenden Medien die politische Teilnahme bringen“, erklärt Wales in seinem Kommentar. Die Kandidaten von heute könnten ihren Wahlkampf wohl kaum mehr an der Blogger-Gemeinde vorbei führen und müssten diese einbeziehen. Die Campaigns Wikia soll Interessierte des gesamten politischen Spektrums versammeln, um sich auf eine demokratische Weise auszutauschen und auch bis dahin wenig Politikbegeisterte zur aktiven Beteiligung anzuregen. „Das könnte der Beginn einer Ära der politischen Teilnahme aus dem Netzt heraus sein“, verspricht sich Wales.

Den Anfang macht Wales mit einer Mailingliste, die sich politischen Themen widmen soll. Dafür kann sich jeder Interessierte anmelden, wie auch hinterher für das politische Wiki.

Vor allem für die Geschäftbuchführung von kleineren Firmen und privaten Anlegern dürfte die Freie Software GnuCash 2.0.0 in einer überarbeiteten Version attraktiv sein: Konten verwalten, aber ebenso Kunden, Aufträge, Lieferanten und Rechnungen sollen sich effizienter mit dem Kontoverwaltungsprogramm bearbeiten lassen. GnuCash ist ein Freies Programm, das die Ordnung in den persönlichen Kontenhaushalt bringen soll. Die neue Version kann nicht nur automatisch Auszüge von Online-Konten dank OFC Direct Connect laden. Vorraussetzung dafür ist allerdings die Unterstützung der eigenen Bank: Es soll auch die Arbeit mit verschiedenen Bankkonten, terminierten Buchungen und Wertpapierfonts erleichtern, Budgets verwalten und Abrechnungszeiträume einbeziehen. Auch eine doppelte Buchführung soll kein Problem sein. Als weitere Neuerung wurde das Dateiformat standardisiert, um mit der internationalen Zeichensetzung kompatibel zu sein. Hilfreich lassen sich jetzt auch Zusammenhänge in Balken- und Tortendiagrammen verbildlichen.

Das Open-Source-Programm ist für die Betriebsplattformen, Linux, Windows und OSX in immerhin 29 Sprachen verfügbar und steht unter der GNU General Public Licence (GPL).

Die PrOO-Box, die beliebte Zusammenstellung Freier Programme für das OpenOffice-Büropaket ist zur Vereinfachung auch auf DVD erhältlich. Gerade wurde die aktuelle Version auf CD herausgegeben, jetzt erweitert die DVD das reiche Angebot: Während die CD Versionen für die Betriebssysteme Linux Intel, Windows und OSX PPC bereitstellt, wurde die PrOO-Box in der DVD-Version 2.0.3 auch für Solaris Sparc, Solaris x86, Debian Linux, OSX Intel, Free BSD 5 und 6 entwickelt. Das bedeutet, dass die DVD-Version auch das neue MacBook Pro von Apple unterstützt. Ebenso enthält die DVD Installationsversionen eigens für den Start von USB-Sticks aus, für die Systeme Windows und OSX.

Um die Nutzerfreundlichkeit zu verstärken, sind auf der DVD die Sprachpakete für Englisch, Deutsch und Französisch enthalten, um sie dem User anpassen zu können. Entwickler dürfen sich an dem Sourcecode und dem beigefügten Software Development Kit (SDK) und dem UNO Runtime Environment (URE) erproben.

Die gesamte DVD kann als ISO-Datei bei OpenOffice heruntergeladen werden. Bei einer Dateigröße von 4 GB empfiehlt es sich jedoch, auf Filesharing-Netzwerke wie die BitTorrent-Umgebung auszuweichen.

Das übersichtliche Einführungsband „New Media Art“ von Mark Tribe und Reena Jana versammelt ein Kunstgenre, um das man sich in den letzten Jahren wenig gekümmert hat: Die Netzkunst oder Netart. „New Media Art“ stellt relevante Netart-, Hacker-, und Digitalmedien-Künstler ab Mitte der 90er vor und zeigt, wie vielfältig die Kunst das Aufkommen des Internets in den goldenen Zeiten der New Economy reflektiert hat: Von Corporate-Aktionen der Schweizer etoy über die Code-Zerleger wie das Duo Jodi bis zu den guten alten ASCII-Bildern von Vuk Cosic.

Herausgeber Mark Tribe gründete Mitte der 90er als einer der Netzkunst-Pioniere das Kunstportal Rhizome, das bis heute Netz- und Medienkunst vorstellt und kuratiert. Der fspa erklärt Tribe die Bedeutung von New Media Art und in diesem Zusammenhang auch die Netzkunst: „Die Netzkunst hat sich als Kunstbewegung etwa 2000 oder 2001 zurückgeschraubt, als der techno-utopische Geist, der sie nährte und gegen den sie reagierte, angesichts der kollabierenden Dot.Com-Wirtschaft verpuffte und eine neue Ära des globalen Konflikts anbrach. Wahrscheinlich wird heute mehr netzbasierte Kunst gemacht als jemals zuvor. Es wird aber selten unter der Bezeichnung `Netzkunst` verstanden, weil der Begriff wie die Bewegung als überholt angesehen werden. Verglichen mit Mitte der 90er ist die Netzkunst heute akzeptierter, deshalb ist es weniger nötig, sie von anderen Arten der zeitgenössischen Kunst oder Praktiken in den Neuen Medien zu unterschieden. Die sozialen Interaktionen durch Web 2.0-Applikationen erachte ich nicht als neue Formen der Netzkunst, sicherlich bieten sie aber eine interessante und fruchtbare künstlerische Umgebung.“ Auch Tribes eigenes Projekt Rhizome entstand Mitte der 90er: „1995 war ich das erste Mal auf der Ars Electronica und war fasziniert von der Community und ihrem kritischen Diskurs. Für diese Art von Interaktionen brauchte es einen weiterführenden und einschließenden Ort – einen, zu dem Künstler aus den Neuen Medien das ganze Jahr über Zugang hätten. Das Netz war damals die ideale Plattform für diese Art von Graswurzel-Veröffentlichung.“

Mark Tribe, Reena Jana (Hrg.): New Media Art, 96 Seiten, erhältlich bei Taschen.

Wo gibt`s denn so was: Vor einem Jahr trat das dänische Künstlerkollektiv Superflex an die Öffentlichkeit und präsentierte ein ganz besonderes Getränk. Sie entwickelten ihr so genanntes „Free Beer“, das erste Open-Source-Bier names “Vores Oel” mit frei zugänglicher Rezeptur, wobei das Rezept und das Branding unter unter einer freien Creative Commons Lizenz veröffentlich wurden. Laut Freebeer.org setzt sich das Open-Source-Bier aus den herkömmlichen Zutaten für klassisches Bier zusammen, allerdings speziell verfeinert mit dem Wachmacher Guarana. Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro präsentierten sie jetzt die Version 3.0. Diese wurde dort vom brasilianischen Kulturminister Gilberto Gil getestet und als gut schmeckend empfunden.

Markus Beckedahl hat einen der jungen Open-Source-Aktivisten mit besonderem Geschmack für das Blog Netzpolitik.org befragt. Henrik Moltke, Journalist und Sprachrohr der Kunstgruppe Superflex aus Kopenhagen erklärt: „Natürlich ist das kein Freibier. Es soll dem Free Culture Movement mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Die Grundlage ist das frei erhältliche Rezept, mittlerweile erhältlich in vier Variationen.“ Die erste Version, erzählt Henrik, wurde von einem Hobbybrauer mit Studenten der IT-Universität in Kopenhagen vor ungefähr anderthalb Jahren entwickelt. Superflex hielt damals ein Seminar über geistiges Eigentum und Kunst ab. „Sie suchten nach einer Abschlussarbeit, die die Prinzipien von Open-Source-Software auf ein physisches Projekt anwenden könnte. Das Ergebnis nannten sie `Unser Bier` (”Vores Oel”), ein schweres, dunkles Bier. Ein paar Monate später war es auf einmal in allen Weblogs, die Tageszeitungen nahmen das auf und das Telefon klingelte dauernd in unserem Büro. Wir wollten das Projekt weiter führen in einem quasi Open-Source-Weg“, sagt Henrik. Beim Übertragen der Lizenz muss er aber Einschränkungen machen: „Natürlich kann man nicht wirklich ein Bier selbst frei lizenzieren wie das bei den Open-Source-Lizenzen möglich ist. Nur beim Rezept und dem Branding ist es möglich. Auf ersterem gibt es aber kein Copyright, da Rezepte frei getauscht werden. Jetzt verwenden wir die Creative Commons Attribution-ShareAlike-Lizenz für beides.“

Die Community half tatkräftig bei der Verbesserung des Bieres mit. Die erste Version war noch sehr allgemein, sagt Henrik. Sie haben E-Mails von überall her bekommen, die nach mehr Details der Rezeptur gefragt haben. Das jetzige Rezept sei viel technischer und nicht mehr für den Hausgebrauch gedacht. Aber: „Es wird noch eine weitere, einfache Version für Hobbybrauer geben, wobei sich das Bier geschmacklich nicht unterscheidet“, so Henrik.

Merkwürdig an diesem speziellen Bier ist aber auch der Guarana-Anteil. Das hat eine eigene Geschichte. Henrik erzählt: „Das Guarana kommt von einem vorangegangenen Projekt von Superflex. Die engagieren sich sehr viel bei der Stärkung von lokalen Marktstrukturen. Vorher kreierten sie einen Power-Drink aus Guarana-Bohnen aus einem unabhängigen Kollektiv in Nordbrasilien. Sie importierten die Bohnen direkt und fanden einen eigenen Vertrieb in Dänemark. Das ganze war ein voller Erfolg. Schließlich hinterfragte das Logo eine große brasilianischen Power-Drink-Marke und das Quasi-Marktmonopol, indem es vom Original leicht abgeändert war. Und da Bier eine leicht einschläfernde Wirkung beim Genuss hat, war die Idee, ein leicht wachmachendes Bier herzustellen.“

Kaufen kann man das Open-Source-Bier vorerst nur in Dänemark: Die erste kommerzielle Version 3a ist in einer 0,75l - Version im eigenen Laden in Kopenhagen für etwa fünf Euro erhältlich und bisher in ein oder zwei spezialisierten Shops. Geplant ist aber auch der Vertrieb über eine dänische Supermarkt-Kette. Gebraut wird es im Moment nur von einer Mikro-Brauerei, die auf aussergewöhnliche Biersorten spezialisiert ist. Aber jede Brauerei wie zum Beispiel Heineken oder Becks kann es herstellen, wenn sie es möchte. „Solange sie die Credits und die Lizenz nicht auf dem Aufkleber vergisst“, merkt Henrik an.

Letzte Woche wurde nicht nur die Zukunft der französischen Filesharer, auch das von jedem französischen Internet-Nutzers besiegelt: Das französische Parlament hat am Freitag eine Nouvelle des Urheberrechts unter der Bezeichnung DADVSI („droit d’auteur et droits voisins dans la société de l’information“) verabschiedet und das Autorenrecht im Internet dramatisch erweitert, um Kopien einzudämmen. Wie heise berichtet, wurde auch der Zusatz aufgenommen, dass online angeboten Dateien in kompatiblen Formaten bereitgestellt werden müssen. Allerdings wurde dieser gegenüber einer vorherigen Version deutlich entschärft – nicht mehr die Verbraucher können dagegen Klagen, stattdessen wird es eine Art Selbstregulierung der Wirtschaft geben. Im Vorfeld der Gesetzesänderung hatte sich vor allem Apple mit seinem Download-Shop iTunes beschwert und angedroht, den Verkauf für Franzosen einzustellen. Schließlich sind im iTunes-Store die Musikdateien nur im proprietären ACC-Format erhältlich, ebenso wie andere Store Files im inkompatiblen Microsoft-Format WMA anbieten.

Das DADVSI geht aber noch einen Schritt weiter in Richtung Digital Rights Management (DRM): Aktivist Christophe Espern von der französischen Organisation EUCD.info kritisierte die Entscheidung: „Dieses Gesetz hat sich dem ungebührlichen Druck der Lobby gebeugt und bedroht uns durch die Unterhaltungsindustrie und die Firmen, die proprietäre Software herstellen. Ziel dieses Gesetzes ist, die Schemata von DRM aufzuerlegen, um für einige wenige den Profit zu erhöhen. Deren Profit ist aber eine Nebensächlichkeit, wenn die Freiheit von Millionen in Frage gestellt wird. Die französische Regierung hat die Freiheit der französischen Bürger an Vivendi, Microsoft und Apple verkauft.“

Wie bereits berichtet, hat die Free Software Foundation (FSF) ihre Kampagne „Defetive by Design“ gestartet, um gegen das Digital Rights Management (DRM) und damit gegen einen restriktiven Kopierschutz zu protestieren. Nach einer ersten Flash-Mob-Aktion zur Tagung von Microsoft-Angestellten Ende Mai, haben sie eine neue Aktion ausgetüftelt: Ausgerechnet U2-Frontmann Bono Vox soll tatkräftig gegen DRM ins Feld ziehen. Der Sänger, nach dessen Band gleich eine eigene iPod-Edition benannt ist, soll mittels einer Online-Petition zum Mitmachen überredet werden. Der Brief kann online versendet werden und beginnt mit: „Lieber Bono, du hast einen Großteil deiner Lebensarbeit damit verbracht, für gerechte Dinge zu kämpfen, indem du die Mächtigen und die politische Elite unter Druck gesetzt hast, um einen positiven Wandel zu erwirken. So, wie du nach Aktionen der weltlichen Führer gerufen hast, so rufen wir dich jetzt dazu auf, dir die Fakten rund um das Digital Restrictions Management (DRM) anzuschauen und uns dabei zu unterstützen, die Handschellen an Technologie und Kultur abzustreifen…“.

Der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) hat einen Praxisleitfaden zum Gebrauch von Open-Source-Software (OSS) im Internet veröffentlicht. In der 29-seitigen PDF-Broschüre „Leitfaden Open Source Software – Rechtliche Grundlagen und Hinweise” werden nicht nur die rechtlichen Grundlagen von Freier Software erläutert. Die Bitkom klärt darin auch über die Lizenzbedingungen von der GNU General Public Licence oder der GPL auf und beschreibt die Rechte und Pflichten von Open-Source-Anwendern.

„Diese Publikation will vor allem ein Bewusstsein für die rechtliche Situation schaffen und Grundanforderungen bei der Verwendung von Open Source Software kurz skizzieren, die ein Unternehmen in jedem Fall beachten sollte“, sagt die Bitkom und richtet sich dabei nicht nur an Rechtsvertreter oder Entwickler, die mit der Materie zu tun haben. Jeder Firmenleiter, der verschiedene Modelle von Freier Software für sein Unternehmen in Erwägung zieht – oder bereits einsetzt, findet in dem Leitfaden viele nötige Informationen und rechtliche Beratung.

Das Projekt Gutenberg begann als erstes mit einem Online-Angebot von frei erhältlichen, digitalisierten Büchern, genannt eBooks. Der Gründer dieser gemeinnützigen Organisation, die sich durch Spenden finanziert, ist Michael Hart, gleichzeitiger Erfinder der eBooks im Jahre 1971.

Vom Gutenberg-Projekt digitalisiert werden bis heute alle Werke, deren Urheberrecht abgelaufen und damit dem Allgemeingut angehören oder die willentlich frei gegeben wurden. Die Bücher bestehen aus internationalen Klassiker und sind in zahllosen Sprachen, unter anderem in Isländisch, Sanskrit oder in Afrikaans erhältlich. Ganz oben auf der aktuellen Download-Hitliste stehen nach wie vor „Die Notizbücher von Leonardo Da Vinci“ von 1247, die Abenteuer von Detektiv Sherlock Holmes oder die Fabeln des Griechen Æsop.

Zum 35. Jubiläum des Projekts werden nun ab heute einen Monat lang, außer den üblichen 18 000 Büchern, insgesamt 300 000 digitalisierte Exemplare kostenlos zum Download angeboten. Als Teil des Projekt World eBook Fair, einer Kampagne des Projekts mit mehreren Verbündeten, sind die Bücher auf dieser Seite bis zum 4. August herunterladbar. Das ehrgeizige Ziel der Kampagne ist bis zum nächsten Jahr eine halbe Million eBooks anzubieten und bis zum Jahr 2009 bereits eine ganze Million. Bis dahin ist erstmal bis zum 4. August das Archiv geöffnet.

Der Softwaregigant Microsoft hat wieder einen Rückschlag auf staatlicher Ebene zugunsten des OpenDocument Standards (ODF) hinnehmen müssen: Wie cnet.com vermeldet, will die belgische Regierung sämtliche behördliche Korrespondenzen auf einen Offenen Standard umstellen und setzt dabei auf das OpenDocument-Format (ODF). Für die Kommunikation innerhalb der Ämter soll der Standard ab September des nächsten Jahres flächendeckend eingeführt werden. Das von Microsoft entwickelte Open XML Format blieb in dem Beschluss außen vor. Das bedeutet aber nicht, dass die Regierung mit dem Standard auch erwägt, in Zukunft eventuell mehr auf Open-Source-Software statt dem Office-Paket von Microsoft zu setzen.

Der OpenDocument-Standard erfreut sich dank seiner großen Interoperabilität einer wachsenden Popularität. Auch von den staatlichen Einrichtungen anderer Länder: So hatte bereits der amerikanische Bundesstaat Massachusetts vor einiger Zeit beschlossen, den Dokumenten-Standard in allen Behörden einzusetzen.

Das Offene XML-basierte Format wird sowohl von Office-Paketen wie StarOffice, OpenOffice, KOffice und von Textmaker 2005 und AbiWord unterstützt. OpenDocument wird weltweit von einer regen Anhängerschaft umsorgt: Nicht nur die großen Unternehmen wie IBM, Sun, Red Hat oder Oracle haben sich zur ODF Alliance zusammen gefunden. Auch Organisationen wie das Open Document Fellowship oder die Friends of Open Document Inc setzen sich für den Standard ein.

Gut ein Jahr ist es her, dass das IT-Unternehmen Sun sein Betriebssystem Solaris 10 freigegeben hat. 600 neue Merkmale beinhaltete die Version 10 und unterstützte außerdem zum ersten Mal Linux. Die kostenlose Variante war und ist immer noch für x86 und SPARC-Architekturen verfügbar. Lediglich für die Updates verlangte Sun Gebühren. Ziel war, den Code einer Open-Source-Gemeinde offen zu legen, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen und effektiver Fehler beheben zu können.

Jetzt ein Jahr später zieht die Software-Firma Bilanz: Sun zählt stolz vier Millionen Downloads von Solaris 10, verzeichnet 14.000 Teilnehmer mit 29 Benutzergruppen und 31 aktiven Projekten. „Früher verdiente man ausschließlich beim Verkauf einer Technologie. Auf dem Markt der Zukunft lässt sich jedoch nur Geld verdienen, wenn ein Kunde tatsächlich mit einer Technologie Mehrwert erzielen kann. Der wichtige Punkt ist deshalb, den für die Kundenlösung verantwortlichen Entwicklern und Systemadministratoren so oft wie möglich zur Verfügung zu stehen“, resümiert Simon Phipps, Chief Open Source Officer von Sun. Dieses Ansinnen wurde auch belohnt: Das Projekt mit den vier erhältlichen Quelldistributionen wurde im Mai mit dem „SIIA Codie“ als beste Open-Source-Lösung ausgezeichnet.

„Maintain your head and share it“ – DeepaMehta ist eine Applikation, um das alltägliche Wissensmanagement effizienter und übersichtlicher zu gestalten. Die Open-Source-Software wurde von einer Gruppe an Wissenschaftlern unterschiedlicher Sparten entwickelt, die „die Verbindungen zwischen Mensch, Maschine und Gesellschaft neu überdenken“ wollen: Die Software wurde nach Maßstäben der Kognitionspsychologie aufgebaut, um es dem Anwender zu ermöglichen, seine Arbeitsstrukturen und gedanklichen Konzepte wie bei einer Art „Mind Map“ zu gliedern. Die Nutzeroberfläche ist als ein „semantischer Desktop“ aufgebaut und arbeitet mit einer grafischen Oberfläche, um verschiedene Arbeitsabläufe im Team darzustellen. DeepaMehta ist ab sofort in einer stabilen Version 2.0b7 erhältlich, die das Versenden von E-Mails erleichtern soll. Darüber hinaus wurden Installation und Handhabung wesentlich vereinfacht. Ferner gibt es mehr Farbauswahl und neue Icons.

Für die Anwendung wird das Programm entweder auf den eigenen Rechner heruntergeladen und darauf installiert. Es kann aber auch rein online verwaltet und genutzt werden. Dadurch kann der Anwender von überall her zugreifen, er muss nur vorher einen Account beantragt haben.

Wer sich in Berlin aufhält, kann jeden dritten Dienstag im Monat die kostenfreie Einführung in DeepaMehta im newthinking store besuchen. Möglichkeiten der Partizipation für Entwickler gibt es über das eigene Wiki. Persönliche Runden für Entwickler finden alle zwei Wochen im Berliner IT Pool statt.

Die im Handel erhältlichen Zeichenprogramme sind nicht immer die preislich günstigsten. Jetzt will die neue Version des Freien Programms Inkscape 0.44 professionellen Anwendungen wie Freehand und Illustrator Konkurrenz machen: Inkscape ist ein Vektorgrafikeditor und wurde als Open-Source-Software und für mehrere Plattformen entwickelt. Es arbeitet mit dem SVG-Dateiformat für „Scalable Vector Graphics“, einem standartisierten XML-Format für Webdarstellungen. Zu seinen Künsten zählen das Zeichnen mit Pfaden, Texten und Markierungen. Weitere Merkmale sind das Verarbeiten von Farbverläufen, Transparenzen, Mustern und Gruppen. Auch das Umfließen von Objekten mit Text, pfadgebundene Texte oder Bitmaptracing gehören zu seinem Repertoire. Neu ist der Umgang mit importierten Dateiformaten: Inkscape kann mit PostScript, EPS, JPEG, PNG und TIFF umgehen. Als Export bietet Inkscape PNG und mehrere andere Vektor-basierte Formate an.

Das Freie Zeichenprogramm ist selbstverständlich neben einer Version in Linux für die Betriebssysteme Windows und Mac OSX verfügbar und kann auf der Inkscape-Webseite herunter geladen werden.

Der Linux-Verband wählte auf seiner Versammlung letzte Woche den alten wie neuen Vorstand: Einstimmig gaben die Mitglieder wieder ihr „Ja“ zum bisherigen ersten Vorsitzenden Elmar Geese und bestätigten den geschäftsführenden Gesellschafter der tarent GmbH in Bonn für weitere zwei Jahre Amtszeit. Das bisherige Vorstandsmitglied Werner Gold von der Red Hat GmbH in München bekam die Stimmen für das Amt als stellvertretenden Vorsitzenden. Neuer Schatzmeister ist nun Wolfgang Schuster, Vorstand der bitbone AG in Würzburg. Alle Mitglieder wurden einstimmig gewählt, was der Verband als Bekräftigung seiner bisherigen Politik wertet.

Der erweiterte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Ralf Allrutz, Mitglied der Geschäftsleitung der science + computing ag ind Tübingen, Karsten Schulz, Geschäftsführer der natural computing GmbH in Dortmund, Georg Westbeld, Geschäftsführer der SCAI GmbH in Leverkusen und Werner Riek aus Remagen beziehunsgweise Berlin. Als neuer hauptamtlicher Geschäftsführer des Verbandes verstärkt Thomas Sprickmann Kerkerinck den Vorstand.

eCommerce

Computer und Internet tragen dazu bei, dass sich Sprachen und Kulturen auf manchmal ironische Weise vermischen. Die Ausstellung „cyber-Hangman: e-commerce“ von Danille M. Font im Berliner newthinking store illustriert dies pointiert vom 29. Juni bis zum 28. Juli an Bildern, mit denen Unternehmen der New Economy werben.

Viele dieser Bilder haben nicht viel mit den eigentlichen Produkten zu tun, die sie bewerben sollen. Aber sie zeigen einen umkämpften Markt jenseits traditioneller Geschäftsmodelle. Die „Do or Die“-Haltung, die in den Bildern zum Ausdruck kommt, soll die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen. Diese Einstellung weckte Interesse für das Internet und regte an, die neuen Technologien selbst auszuprobieren. Jedes einzelne Bild in der Ausstellung erzählt von der Geschichte einer sich neu entwickelnden Industrie.

Danille M. Font, M.F.A. integriert Kunst, Informatik und digitale Medien in die traditionellen Lehrpläne renommierter Einrichtungen in den Vereinigten Staaten, Europa und Südamerika. Danille Fonts spezielles Interesse ist die Dokumentation der Geschichte sowie aktueller Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien in den USA und im Ausland.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Künstlerin. Eine theoretische Einbettung ihrer Arbeiten ist dort in englisch und deutsch nachzulesen.

Zur Abendvernissage am 29. Juni im newthinking store in Berlin/Mitte sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juli 2006 zu sehen.

Adresse:

newthinking store

Tucholskystr. 48

10117 Berlin

Tel.: +49-30-288736-06

Di - Fr 13.00 - 20.00h

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat in einer Untersuchung über die Selbstzensur von chinesischen Internet-Suchmaschinen klar Yahoo! die größte „Kompetenz“ zuerkannt. Während die chinesischen Versionen von Google.cn und msn.cn noch prozentual mehr Informationen durchlassen, die nicht von den Behörden autorisiert wurden, arbeiten die Filter bei Yahoo.cn ähnlich strickt wie bei der chinesischen Suchmaschine Baidu.cn.

Bei den Tests wurden in den Augen der chinesischen Regierung „subversive“ Suchwörter eingegeben und sowohl bei Google.cn, wie auch bei msn.cn waren dreiviertel der Ergebnisse prompt regierungsfreundlich, nämlich je 83 Prozent bei Google beziehungsweise 78 Prozent bei msn. Bei vergleichenden Suchen bei der internationalen Google.com waren dagegen nur 28 Prozent der aufgelisteten Seiten regimetreu. Bei Yahoo.cn waren die Suchergebnisse jedoch alarmierend: Zu 97 Prozent wurden von der Regierung „bereinigte“ Webseiten aufgezeigt. Das ist ungefähr der gleiche Wert, wie er bei der chinesischen Suchmaschine Baidu.cn erscheint. Die Zensur greift aber noch weiter: Werden bei Yahoo! kritische Schlüsselwörter wie etwa „Tibetische Unabhängigkeit“ eingegeben, blockiert die Webseite und verweigert dem Nutzer für eine ganze Stunde den Dienst, auch wenn danach neutrale Schlüsselwörter angefragt werden. Diese Praxis wird sonst nur auch von Baidu angewendet. Google.cn und msn.cn blockieren dagegen nicht die Suche nach „subversiven“ Wörtern, jedoch werden bei den Suchergebnissen keine Seiten angezeigt, die von den Behörden verboten wurden.

Auf dem Mobilfunkmarkt bestimmen bekanntlich zwei Systeme bislang zum Großteil das Geschehen: Microsoft und Symbian. Doch jetzt haben sich die großen Mobiltelefonkonzerne zusammengeschlossen, um eine vereinte Plattform auf Linux zu entwickeln. Ab Ende 2007 soll die gemeinschaftliche Plattform von den Netzbetreibern Vodafone und Net DoCoMo und den Herstellern Motorola, Samsung, NEC und Panasonic für Handys betriebsfähig sein.

„Linux ist attraktiv für die Hersteller von Handhelds, da sein Code nicht von einer einzigen Firma gehört und deshalb der ein harter Wettbewerb zwischen Unternehmen entsteht, die benutzbare, eingebettete Linux-Versionen für Telefone entwickeln. Dies drückt die Preise, wohingegen Microsoft und Symbian die Preise höher halten können“, vermeldet Reuters die frohe Botschaft. Die Global Player wollen dafür eine unabhängige wie gemeinnützige Stiftung ins Leben rufen. Damit wollen sie einmal die Entwicklung von Handys vorantreiben, aber natürlich auch die Kosten für die Programmierung verringern. Davon sollen nicht nur die Hersteller profitieren, sondern auch die Netzbetreiber, die auch andere Geräte auf Linux-Basis entwickeln können.

Democracy ist nicht nur ein Freies und offenes Abspielprogramm und Webbrowser in einem für TV-Sendungen, Videocasts, Podcasts und Audio-/Video-Quellen über BitTorrent, es steckt noch viel mehr in ihm: Durch die Integration von RSS-Feeds kann der Benutzer aus einer Liste mit den verschiedenen Videocast- oder Sendungen von Fernsehsendern auswählen. Die Open-Source-Applikation ist ein Projekt der Participatory Culture Foundation: Diese gemeinnützige Organisation entwickelt und fördert mehrere Freie Video-Sharing- und TV-Projekte im Internet, um bei dem Massenmedium Internet-TV vor allem auch die Meinungsfreiheit online zu garantieren. Ihre Hauptprojekte sind der Player Democracy, die Suchmaschine Videobomb und die Videocast-Software Broadcast Machine. Allesamt werden sie als Freie Software entwickelt, wobei Programmierer aus aller Welt dazu aufgerufen werden, im eigenen Wiki mitzuhelfen und so zur Verbreitung von Tools und Sendungen beizutragen.

Der so genannte Channel Guide von Democracy bietet derzeit eine Auswahl an 400 verschiedenen Podcast- und anderen Kanälen. Alternativ können einzelne Programme wiederum über die Feeds abonniert und automatisch herunter geladen werden. Als „TV auf dem Desktop“ preist sich Democracy an und hat auch wirklich die Fähigkeiten hierfür. Democracy betont, dass die Clips, Filme und Sendungen auch im Vollbildformat abspielbar sind. Damit die Clips nicht zu viel Platz auf der Festplatte des Rechners einnehmen, wird jedes Video automatisch fünf Tage nach dem Ansehen oder nach einer beliebigen Dauer gelöscht – es sei denn, man möchte es abspeichern und behalten.

An den Player gekoppelt ist die eigene Suchmaschinenseite Videobomb, „einem demokratischen Spielplatz für Internet-Video“. Als gelungenes Beispiel für eine Web 2.0-Applikation können Nutzer hier ihre Lieblingsvideos vorstellen und bewerten und sich eigene „Sende-Kanäle“ zusammenstellen. Die Suchmaschine erleichtert das Finden einzelner Videos nach Themen und präsentiert herausragende Clips.

Der Player ist sowohl für das Windows- wie auch das OSX-Betriebssystem erhältlich und als Beta-Version für die Linux-Distributionen Fedora, Ubuntu und Debian.

Seit Monaten kann man ihn testen: Jetzt gibt es Flock, die Fusion aus Social Software und Webbrowser in einer stabileren Betaversion 0.7, die seinem Ziel schon ein Stück näher kommt. Flock basiert auf dem beliebten Browser Firefox, nur ermöglicht er als selbst ernannter „Social Web Browser“ zusätzlich Elemente der Interaktion. So ermöglicht Flock beispielsweise über ein eingebautes Modul das Bloggen, weiterhin lassen sich direkt über die Applikation Tabs bei dem Fotosharing-Portal Flickr verwalten und hochladen. Auch die Linksharing-Webseite del.icio.us kann man bequem über Flock bedienen und Links darüber hinzufügen. Wie bei Firefox lassen sich natürlich auch RSS-Feeds integrieren, um sich die jeweils neusten Schlagzeilen im Menü anzeigen zu lassen. Flock wird von kalifornischen Entwicklern entworfen, die die Geschehnisse um den „sozialen“ Browser in einem eigenen Blog dokumentieren.

Einige Versuche hat sie benötigt, doch jetzt ist endlich die finale Verson 1.0 von Serendipity erschienen: Das PHP-basierte, offene System will das Bloggen, wie auch das Arbeiten mit Content Management Systemen (CMS) erheblich erleichtern. Als Funktionen preist das Entwicklerteam die Möglichkeit an, mehrere Autoren an den Texten arbeiten zu lassen. Um das System zu bedienen, muss man keinen Programmiercode anwenden können, sondern kann auf vorgefertigte Schablonen für Seiten (Templates) zurückgreifen und diese nach Belieben variieren. So soll eine offene Plugin-Architektur beispielsweise mit einem Klick 120 neue Veränderungen erlauben. Entwickler können den offenen Code nach ihrem Belieben erweitern. Das System ist in mehreren Sprachen erhältlich und erlaubt ein internationales Zusammenarbeiten von Bloggern und Autoren anderer Web-Portale.

“A time to make sense”: Unter diesem Motto sendet die newthinking communications GmbH seit dem 09. Juni 2006 die tägliche Videoblog-Fußballshow “WMStudio06″. Auf der Webseite www.wmstudio06.de kommentiert Teddy Turbo aka Christian Ahlers die Spiele, Skandale, Gerüchte, Gefühlsausbrüche und das ganze Geschehen rund um die heißen 31 Tage. Darüber hinaus gibt es Expertengespräche, Taktikanalysen, eine tägliche Presseschau und den “WM-Artikel des Tages”. Teddy Turbo erklärt: „Für alle, die keine GEZ-Gebühren zahlen und trotzdem gut über die Geschehnisse rund um die WM informiert sein wollen, bin ich nun täglich auf Sendung.“

Das Ziel des WMStudio06 beschreibt der Geschäftsführer der newthinking communications GmbH, Andreas Gebhard: „Zur WM wollen wir nicht nur eine abwechslungsreiche, aufrüttelnde und spannende Unterhaltung präsentieren. Unsere Verbindung von freier Software, freien Formaten und offenen Lizenzen dürfte bei der bewegten WM-Berichterstattung einzigartig sein. Denn schließlich sind neue Medienformate, die kreative Nutzung neuer Internet-Technologien und Open Source Strategien unsere tagtäglichen Aufgabenfelder. Mit Teddy Turbo und seinem Redaktionsteam haben wir genau die richtigen Partner für das WMstudio06 gefunden.“

Bis zum 9. Juli wird die Webseite jeden Nachmittag nun mit neuen Video-Inhalten bestückt. Bei der Produktion von WMStudio06 wird die Einsatzfähigkeit von Freier Software im Videobereich bewiesen: Alle Clips werden mit Freier Software produziert und stehen selbstverständlich auch unter freien Formaten zur Verfügung, damit niemand ausgeschlossen wird. Und da die erhältlichen Videos unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, ist das Kopieren und Weiterverbreiten ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Das WMStudio06 ist eine Co-Produktion der newthinking communications GmbH, eitelsonnenschein berlin und den „Good Old Boys and Girls“

Um afrikanischen Entwicklungsländern den Sprung ins digitale Zeitalter, sprich die nötigen Hard- und Software-Ressourcen, als auch eine Internet-Verbindung zu ermöglichen, wurden einige Projekte ins Leben gerufen. Mark Shuttleworth, der bereits mit seinen kostenlosen Linux-Distributionen Ubuntu, Edubuntu, Kubuntu und Xubuntu die Entwicklung voran treibt, finanziert über seine Shuttleworth-Stiftung auch das gemeinnützige Projekt Freedom Toaster: Das Kiosk-System kann zumindest die Lücke bei den mangelnden Programmen schließen und besteht aus einem Automaten, um Open-Source-Software auf CD und DVD lokal zu brennen. Über ein Nutzermenü auf einem Touchscreen kann man dort problemlos Freie Software auswählen und sie auf ein mitgebrachtes Medium wie eine CD brennen lassen. Bereits sind einige dieser „Brenn-Stationen“ in afrikanischen Läden im Einsatz.

Wenn nun im nächsten Jahr das Stiftungsgeld für das nichtkommerzielle Projekt ausläuft, will Gründer Jason Hudson sein eigenes Unternehmen starten, um das Open-Source-Kiosk-System auch weiter betreiben zu können – dann aber kommerziell. „Es gibt eine überwältigende Nachfrage von Leuten, die den Freedom Toaster kaufen wollen“, erklärt Hudson bei Tectonic. Als nichtkommerzielle Organisation könne man dem bislang nicht nachkommen, aber das geplante Unternehmen würde das. Deshalb rechnet er sich gute Erfolgschancen für die Firma im nächsten Jahr aus. Dennoch wird er nicht der einzige sein, der den „Brenn-Automaten“ vertreiben wird: Demnächst soll laut Hudson eine Bedienungsanleitung online erhältlich sein, die es jedem Geneigten ermöglichen soll, selbst so ein Kiosk-System zusammen zu bauen.

Warum hängen Hacker immer so lange vor ihrem Rechner herum? Der Psychologe Falko Rheinberg von der Universität Potsdam veröffentlichte nun eine Studie zur Motivation von Hackern und ihrem Verhalten außerhalb der Arbeitszeit. Insgesamt 300 Probanden, darunter Informatikstudenten, -fachschaften und Mitglieder des Chaos Computer Club, nahmen an der Umfrage teil. Dabei stellte Rheinberg fest: Den größten Anreiz hat das stundenlange Ausharren vor dem Rechner, wenn es um Dinge geht, „die etwas mit gemeinsamen Aktionen am Rechner und mit Vernetzungen zu tun haben“. Der gemeinschaftliche Gedanke ist also laut der Studie am wichtigsten für die User. Ein weiteres Ergebnis war aber auch die völlig unterschiedliche Motivation von „Hackern“ und „Crackern“, die beide unerlaubt in geschützte Systeme eindringen, dabei aber von völlig gegensätzlichen Anreizen angetrieben werden.

Die mehrheitlich männlichen PC-User (87 Prozent) lassen sich nun in drei Typen unterscheiden: Die zweckorientierten Nutzer stellen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte dar und sind die typischen Freizeitbastler, die gerne Zeit für die Optimierung ihres Rechners aufbringen. Die zweite Gruppe der selbstbezeichneten „Hacker“ (22 Prozent) liebt es, in der Freizeit fremde Systeme zu überwinden, um eventuell Informationen für alle offen zu legen. Das bezweckt die dritte Gruppe auch, nur haben die „Cracker“ (20 Prozent) zweifelhafte Absichten, wenn sie in Systeme eindringen und dort Schaden anrichten, indem sie Informationen verändern oder zerstören. Deshalb muss zwischen den beiden letztgenannten „Hackern“ und „Crackern“ eine Unterscheidung gemacht werden: Beide legen zwar einiges Engagement an den Tag, in geschützte Systeme einzudringen, doch unterscheiden sie sich in ihrer jeweiligen Motivation völlig. Während die „Hacker“ laut der Studie durch Kompetenzfreude angetrieben werden und dadurch eine größere Expertise erlangen können, handeln die „Cracker“ andererseits mehr aus einer „rebellischen Illegalität“ motiviert heraus. Doch destruktive Energie sei oft weniger freudvoll und effizient, so Rheinberg.

Vor mehr als einem Jahr erschien die letzte Version des beliebten freien Videoabspielprogramms MPlayer. Dieser Player erlaubt das ansehen verschiedener Filmdateien im AVI-, MOV-, Real-, Vorbis- und anderen Formaten. Jetzt ist endlich eine stark überarbeitete Version MPlayer 1.0pre8 erschienen, um eventuelle Fehler im AVI-, MOV- und Real-Codec und dem für H.264, also für MPEG-4 zu beheben. Außerdem verspricht die Entwicklercrew namens „NeuTeam strikes back“ eine Unterstützung von DVD-Menüs in der Windows-Version von MPlayer. Der Player ist für das Linux-, Windows- und das OSX-Betriebsystem erhältlich und kann kostenlos herunter geladen werden.

Vor ein paar Wochen wurde an dieser Stelle bereits „A Swarm of Angels“ vorgestellt: Das bislang einzigartige Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, einen Spielfilm rein mit den Mitteln des Internets, sprich über eine offene Vernetzung zu finanzieren, zu produzieren und fertig zu stellen. Von dem Open-Source-Projekt können Anteile und damit auch ein Mitspracherecht für je 25 britische Pfund erworben werden und das Ergebnis soll hinterher unter einer Creative-Commons-Lizenz zur kreativen Weiterverarbeitung und Remixen veröffentlicht werden. Die Idee stammt vom Briten Matt Hanson, der 1996 das erste Digitalfilmfest der Welt gründete. Mit im Boot sind außerdem Boing Boing-Blogger Cory Doctorow, der Comic-Autor Warren Ellis und Tommy Pallotta, der soeben Richard Linklaters düstere Version von „A Scanner Darkly“ produzierte.

Matt Hanson erklärt der fspa, was er unter „Remixing Cinema“ versteht: Das Filmprojekt „A Swarm of Angels“ will Open Source mit einer filmischen Web 2.0-Initiative verbinden. Anfang des Jahres fiel ihm auf, dass in Hollywood die Produktionsmühlen bedächtig lange arbeiten, bis jedes Script durch die Einsprüche der Studiobosse zerfleddert wird. „Cinema 2.0“ sei anders, sagt er: Das Filmprojekt soll als eigenständiges Produkt über Online-Netzwerke durch eine globale Internet-Filmproduktion zusammen getragen werden. Die vielen fleißigen Beteiligten kommunizieren und operieren hauptsächlich online. Hanson mailte seine Idee an Freunde und hatte bis letzten Monat etwa 100 Leute zusammen, die Anteile zu je 25 britischen Pfund, rund 36 Euro, kauften. Mittlerweile sind es 500 Interessierte, die ersten 1 000 sollen später das Konzept auf robuste Beine stellen. Aber: „Nur ein Kleinteil davon will wirklich selber beim Schreiben mitmachen. Das ist fein, weil ich letztendlich die Kontrolle darüber habe und genug Input und Feedback bekomme“, erklärt Hanson. Die Geschichte des Films mag er noch nicht preisgeben, es soll sich aber um einen Sci-Fi-Thriller handeln.

Matt Hanson hat sich schon jahrelang mit digitalen Filmprojekten auseinander gesetzt. Anfang der 90er noch als Filmjournalist für das englische Hippster-Magazin Dazed&Confused. 1996 gründete er das erste digitale Filmfestival onedotzero in London. 1997 erklärte er „The End of Celluloid“, und dass die digitale Revolution auch die Produktionsmittel verändern würde. „Einerseits geht die Geschichte von Video im Internet zurück zu den Basics. Das musste so sein, technologisch. Deshalb hatte ich immer ein Problem damit, weil es auf die geringsten gemeinsamen Nenner zurückgreift: Pornos und schlechte Schülerwitze. 1996 gab es Web-Clips sowieso nur in Briefmarkengröße auf dem Monitor zu sehen. Also ging ich anders herum und schaute auf die neue Medienkultur.“ Damit war er der erste, der Flash-Animationen im Kino zeigte und zu Kunstfilmen erhob. Sein aktuelles Projekt ist die Konsequenz: „Jetzt mache ich das wieder anders herum. Ich stelle eine große Medienproduktion mit Hilfe des Internets zusammen, um das Ergebnis weiter auf andere Medien zu bringen, sei es auf das Handy oder ins Kino.“ An einer Online-Filmproduktion versuchten sich bereits andere: Die Leipziger VEB Film nennt sich ein „Open Source Film Net Label“, das seit zwei Jahren Filme unter CC produziert und ausschließlich über Online-Spenden finanziert. Im Moment krankt es jedoch nur an den freiwilligen Spenden: Mit 8 000 Euro sind sie in den Miesen und hoffen, ihren zweiten Langfilm bald beenden zu können, ohne das Equipment verkaufen zu müssen.

Matt Hanson gibt sich zum Gelingen seines Open-Source-Films zuversichtlich. Er findet die Zeit reif für derlei Web 2.0-Projekte und bezieht die Spender aktiv in den Schaffensprozess ein: So ist bereits ein Dokumentarfilm über „A Swarm of Angels“ geplant. Die Teilnehmer sollen sich selber bei den Vorbereitungen mit Webcams filmen und hinterher den Drehbericht mittels eines freien Video Sharing Services wie Jumpcut gemeinschaftlich schneiden.

Ende letzter Woche hat das Verbraucherportal iRights.info in Köln den begehrten wie angesehenen Grimme Online Award verliehen bekommen. Der jährlich vergebene Preis ging in der Kategorie „Information“ an die Webseite. Das Portal wurde vor zwei Jahren durch Gelder des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft finanziert. Seitdem vermittelt es anschaulich wie informativ die Themen rund um das Urheberrecht. Weiterhin erfreulich ist es, dass ein Sonderpreis an den Berliner Blog-Verlag Spreeblick geht.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für iRights.info ausführlich:

„Sich im 21. Jahrhundert an Musik, Filmen oder Software zu erfreuen, ist ein schwieriges Unterfangen. Gesetzgeber verwirren den Konsumenten mit ersten und zweiten Novellierungskörben, Lobbyverbände der Unterhaltungsindustrie drohen in ihren Kampagnen mit Handschellen und Haftstrafen, während beim so genannten digitalen Rechtemanagement (DRM) jeder Anbieter sein eigenes Süppchen kocht und so das Nervenkostüm des Verbrauchers bei jedem Kauf erneut auf Strapazierfähigkeit testet.

Das Angebot iRights.info leistet in diesem Dickicht, das oft genug selbst Juristen Rätsel aufgibt, vorbildliche Orientierungsarbeit. In angenehm unaufgeregter Tonalität und in verständlicher Sprache klärt die Website all jene Alltagsprobleme, die zwischen CD-Brenner, DVD-Ländercode und MP3-Download auftauchen. iRights geht über lexikalische Ausführungen hinaus und nutzt die Dialogfähigkeit des Netzes zur Beantwortung konkreter Fragen.

iRights.info informiert nicht nur Konsumenten, sondern richtet sich mit praktischer Hilfestellung auch an Produzenten digitaler Werke, seien es Musiker, Filmemacher, Podcaster oder Autoren, und leistet so einen wertvollen Beitrag zur digitalen Kultur.

Mit der Auszeichnung artikuliert die Jury auch ihre Hoffnung, dass dieses wichtige Aufklärungsangebot die künftigen Entwicklungen weiterhin kritisch begleiten wird, und so dazu beiträgt, möglichst vielen Menschen den Umgang mit digitalen Medien zu erleichtern.“

Der britische Ableger der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zusammen mit der britischen Tageszeitung The Observer und der OpenNet Initiative eine Kampagne gegen Internet-Zensur gestartet: Irrepressible.info will demonstrieren, dass niemand davon abgehalten werden kann, seine freie Meinung „online wie offline“ uneingeschränkt zu äußern und nicht durch Repressalien bedrängt werden kann, so die Kampagne. In China, Vietnam, Tunesien, Iran, Saudi Arabien und Syrien würden zu den Staaten zählen, die den Zugang zum Internet zensieren und Einwohner verfolgen und inhaftieren, weil sie online ihre Kritik zu den Verhältnissen geäußert hätten. „Internet-Repression geht nicht nur von Regierungen aus“, erklärt Amnesty International weiter: „IT-Unternehmen haben Systeme mit aufgebaut, die den Einsatz von Überwachung und Zensur ermöglichen. So hat Yahoo! die privaten Daten von E-Mail-Nutzern den chinesischen Behörden übermittelt und damit dazu beigetragen, dass in Fällen unrechtmäßige Verhaftungen statt fanden. Microsoft und Google sind beide den Forderungen der Regierung nachgekommen, aktiv chinesische Nutzer von ihren angebotenen Services einzuschränken.

Amnesty International ruft die Bürger nun auf, selber die Zensur solcher Staaten zu unterwandern. Einmal durch eine Unterschrift bei ihrer „Internet Freiheit“-Kampagne. Wer aktiv zur Meinungsfreiheit beitragen möchte, kann in anderen Ländern zensierte Webinhalte auf seinen eigenen Seite zugänglich machen. Im Falle der chinesischen Zensur bitte Amnesty International um E-Mail-Beschwerden an die chinesische Regierung, um den Journalisten Shi Tao freizulassen. Der wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine E-Mail an eine Pro-Demokratie-Organisation geschickt haben soll. Weitere Infos dazu auf der Seite von Irrepressible.info.

Auf der diesjährigen Cebit wurde sie bereits von Klaus Knopper vorgestellt, jetzt ist auch die CD / DVD der neuen Knoppix Version 5.0.1 online erhältlich: Das Image ist mittels des BitTorrent-, sowie des Emule-Netzwerks oder natürlich über gespiegelte Webserver mühelos herunterladbar. Die komplett von CD- oder DVD-Laufwerk ausführbare Zusammenstellung populärer GNU/Linux-Software enthält den Linux-Kernel 2.6.17, den KDE-Desktop in der Version 3.5.2 und Gnome 2.12. Als Office-Paket ist selbstverständlich auch OpenOffice.org dabei, hier in der aktuellen Version 2.0.2. Darüber hinaus ist der X-Server auf dem DVD-Image in der Ausführung X.org 7.0 integriert. Ob als Schulungs-CD oder als Rescue-System, die Daten auf der CD beziehungsweise DVD müssen nicht auf der Festplatte installiert sein. Durch das effektive Komprimierungssystem sind auf der CD-Version bis zu 2 Gigabyte, auf der DVD-Version bis zu 9 Gigabyte an Freier Software enthalten. Neu dabei ist eine Installierungssoftware, durch die bestehende Knoppix-Installationen auf den neusten Stand gebracht werden können. Als wichtige Neuerungen gibt es einmal die Erkennung von onboard IDE-Raid Controllern und Raid Disk Komponenten. Außerdem kann durch udev und hwsetup automatisch Hardware erkannt werden. Neu ist weiterhin ein transparenter Schreibsupport für NTFS-Partitionen durch libntfs und fuse.

Ubuntu ist eine Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Zu ihren Vorteilen zählen die einfache Installation und eine leicht durchführbare Erweiterung, die sie zum idealen Einsteigerwerkzeug für Linux-Neulinge macht. Nicht umsonst lautet der ironische Slogan von Ubuntu: „Linux for human beings“. Denn für die Gemeinschaft von Ubuntu verkörpert die Distribution folgende Standpunkte: Die Software sollte kostenlos erhältlich sein und ihre Tools sollten von Anwendern in ihrer lokalen Sprache uneingeschränkt verfügbar sein. Und dass die Nutzer die Freiheit haben sollten, ihre Software anzupassen und zu verändern, wie auch immer sie möchten.

In der jetzt frei gegebenen Version 6.06 „LTS“ für „Long Term Support“ ist ein Kernel in der Version 2.6.15.6 inbegriffen, der Desktop Gnome wird in der Version 2.14.1 geliefert. Weitere beliebte Programme auf der CD sind der Browser Firefox 1.5.0.3, das E-Mail-Programm Thunderbird 1.5.0.2, als Office-Suite OpenOffice.org 2.0.2 und Evolution 2.6.1.

Das Image der Installations-CD ist über verschiedene Webseiten herunterladbar.

Die Free Software Foundation (FSF) stellt eine ihrer neuen Initiativen vor: DefectiveByDesign ist eine Anti-DRM Kampagne, die zum Kampf gegen „Medienmogule, wenig hilfreiche Hersteller und Vertreiber der DRM-Implementierung“ aufruft. DRM steht für „Digital Restrictions Management“ und ist ein in die Eingeweide von Rechner und Elektronik-Gütern montiertes System, dass auf digitale Weise die Urheberrechte schützen soll. Das Verfahren ist umstritten, da sich dadurch bislang ungeklärte Probleme bei Privatkopie oder Datenschutz ergeben können.

Ihre erste öffentliche Aktion zeichnete sich durch ein „gesundheitsgefährdendes“ Auftreten aus: Am 23. Mai tagten die Microsoft-Entwickler in Seattle. Zur Eröffnungsrede von Bill Gates startete DefectiveByDesign gleich eine Grasswurzel-Aktion, wobei eine Gruppe Protestierende in neongelben Schutzanzügen aufmarschierten.

Bei den Bemühungen der Aktivisten geht es konkret um „Flash-Proteste, direkte Aktionen und praktische Anleitungen, damit die Leute sich beteiligen können und dazu beitragen, dass die Dummheit von DRM ein Ende hat“, erklärte Gregory Heller von DefectiveByDesign die Vorgehensweise. Der Name „Defective by Design“ bedeutet „Fehlerhaft durch Design“ und soll sich auf Computer und andere Elektronikgüter wie HDTV, Telefone oder DVD-Player beziehen, die von Werk aus schon fehlerhaft, will heißen mit einem DRM-System, ausgeliefert werden: „Diese Produkte respektieren nicht die Rechte des Nutzers auf eine Privatkopie seiner digitalen Medien“, erklärt die FSF.

Im Internet preisen bekanntlich viele Musik-Portale, über Download-Shops Musikstücke im MP3-, Ogg Vorbis und restriktiveren Formaten an. Dass man Lieder auch alternativ, aber nichtsdestotrotz kommerziell unter einer Creative-Commons-Lizenz anbieten kann und die Künstler an ihren Werken verdienen, beweisen Webseiten wie Magnatune. Auch das Portal Jamendo versucht neue Wege bei der Bandpromotion einzuschlagen: Junge, noch wenig bekannte Künstler sollen hier eine Plattform zur Eigenwerbung bekommen. Wenn ihre Musik bei den Nutzern Gefallen findet, können diese nämlich auch an die Künstler spenden.

Bei der Distribution greift das Portal auf die beliebten Peer-to-Peer-Netzwerke zurück und nutzt die Technologie von Verbreitungssystemen wie BitTorrent oder eMule. Dabei ist das Herunterladen der Files nicht illegal, da die Künstler ihre Stücke allesamt unter Creative Commons Lizenzen veröffentlichen und zur Weitergabe frei gegeben haben.

Als weitere Erscheinung des Web 2.0 setzt Jamendo vor allem auf den Communitygedanken und dabei auf die Beurteilung der User: Musik soll von anderen Nutzern empfohlen und bewertet werden, damit die Musikliebhaber diese untereinander weitergeben und tauschen.

Die schottische 3D-Schmiede Strange Company ist vor allem auf dem Gebiet der Machinima bewandert. Das sind Animationen, die über die Engine eines Games produziert werden. Vor zehn Jahren trat dieses Filmgenre erstmalig auf: Als die leistungsstarken 3D-Rendermaschinen von Games dafür benutzt werden konnten, um innerhalb des Game-Settings eigene Animationen zu erstellen.

Nach ihrer Independent-Produktion „Ozymandias“ stellt Strange Company nun ihren ersten komplett mit einer Game-Engine hergestellten Machinima-Langfilm vor: „BloodSpell“ ist bislang das längste seiner Art und taucht in die Fantasywelt von Magiern und Zauberern ein, wo Auserwählte mit „magischem Blut“ ausgestattet sind und verfolgt werden.

Geschrieben wurde die Geschichte von Machinima-Pionier Hugh Hancock, die Technik setzt auf dem Game Neverwinter Nights auf. Wie Open Business berichtet, wurde der Film mit einem Bruchteil des sonst üblichen Budgets hergestellt. Nur 10 000 Dollar betrugen die Kosten, vergleichsweise gering zu einer Animation aus Hollywood, die leicht um die 100 Millionen Dollar verschlingt. „BloodSpell“ wurde zur nichtkommerziellen Weitergabe frei gegeben und unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Die Animation ist in kleine Episoden aufgestückelt und kann jeweils nach deren Fertigstellen in regelmäßigen Abständen herunter geladen werden, bis der ganze Film verfügbar ist.

Das „Geotaggen“, das Markieren von realen Orten auf einer virtuellen Weltkarte im Internet, ist seit der Einführung von Google Maps zum äußerst beliebten Hobby geworden. Verschiedene Spielarten haben sich dabei herausgebildet: Einerseits verbinden Projekte wie Semapedia die physische Welt mit der realen, indem sie in grafische Barcodes Links zur Wikipedia einbetten, um diese dann als ausgedruckte Aufkleber, als „Tags“ an Sehenswürdigkeiten anzubringen. Auf der Google-Maps-Karte sind die Tags auf der ganzen Welt markiert und mit den Wikipedia-Infos versehen.

Ein weiterer, allerdings nur im Netz statt findender Versuch, kommt von der WikiMapia: Das neue Projekt will ebenfalls Google Maps und die lexikalischen Einträge der Wikipedia verlinken, und fordert die Netz-Community auf, das direkt auf der Weltkarte von Google zu tun. Auf der Internet-Seite der WikiMapia können Interessierte Tags für bestimmte Orte und Sehenswürdigkeiten anbringen und selbstständig mit der entsprechenden Info-Seite auf der Wikipedia verlinken. Zu den neuen Markierungen zählen bislang touristische Örtlichkeiten wie die Notre Dame in Paris, das Opernhaus in Sydney oder der Nürburgring.

Da wollten sich die Grunge-Musikanten von Pearl Jam mal fortschrittlich zeigen, doch so ganz hat ihr Plattenlabel wohl nicht mitgespielt: Das neue Video „Life Wasted“ der amerikanischen Rockband aus Seattle wurde bereits unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, genauer unter der „Creative Commons Attribution-Non-Commercial-NoDerivs license“. Das bedeutet, dass der Clip frei vervielfältigt, kopiert und weiter gegeben werden darf, aber nicht in irgendeiner Form abgeändert. Laut Creative Commons ist dies das erste Mal, dass eine Plattenfirma wie hier J Records / Sony BMG ein Video unter CC herausbringt. Als Download erhältlich ist der Musik-Clip nämlich bei Google Video.

Der Haken an der Sache: Nur bis zum 24. Mai, also morgen, soll das Video kostenlos anzusehen sein. Danach müssen Fans den Clip im Online-Shop kaufen. Das ist einmal verwirrend, da sämtliche, von Creative Commons ausgearbeitete Lizenzen nicht zeitlich beschränkt sind und der Vorgang einer von vorneherein eingeplanten Änderung des Urheberrechts des Clips dabei nicht vorgesehen. Zweitens bleibt die Frage, wieso sich noch jemand den Clip kaufen soll, nachdem er bereits von Seiten wie Google Video oder YouTube gerippt wurde und in diverse Musik- und Video-Blogs gepostet.

„Offenheit“ und „Freiheit“ sind im Bereich der Software fein ausnuancierte Begrifflichkeiten. Will man nun bei sämtlichen anderen im Netz veröffentlichten Werken klar definieren, wie ein Anwender damit verfahren darf, kann der Urheber seit fünf Jahren auf die Lizenzen von Creative Commons zurückgreifen. Jedoch bleiben gerade bei den veröffentlichten Texten wie den Lexikon-Einträgen der Wikipedia Graubereiche, die für Verwirrung sorgen. Das Projekt FreedomDefined möchte nun Licht in den Lizenzen-Dschungel bringen und gerade bei Texten für genauere Definitionen in Bezug auf „offene“ oder „freie“ Texte sorgen. In einem Wiki darf jeder Interessierte seine Anmerkungen zu der „Free Content and Expression Definition“ liefern und so selbst dazu beitragen. Initiiert wurde FreedomDefined vom Berliner Journalisten und ehemaligen Wikimedia-Aktivisten Erik Möller, dem Debian-Autor Benjamin Mako Hill, von Mia Garlick (Creative Commons) und Angela Beesley von der Wikimedia Foundation.

Erik Möller erklärt für fspa.de die Probleme mit den Lizenzen und die Ziele des Projekts:

1) Warum besteht bei den Lizenzen Klärungsbedarf?

„Die Vielzahl von Lizenzen zum Beispiel unter dem Label `Creative Commons` verursacht Unklarheit darüber, welche Freiheiten dem Nutzer letztlich gewährt werden und steht im Konflikt mit einer großen und wachsenden Bewegung, die sich für ein Höchstmaß an intellektueller Freiheit engagiert.

Vielen Urhebern ist nicht bekannt, dass zum Beispiel NC- und ND-Lizenzen (Verbot kommerzieller Nutzung oder von Derivaten) in einem frei lizenzierten Werk wie Wikipedia nicht akzeptiert werden. Auch die rechtlichen und praktischen Inkompatibilitäten zwischen Lizenzen unterschiedlicher Restriktivität sind nicht intuitiv offensichtlich. In Bezug auf die NC-Lizenzen habe ich das in einem Artikel vor einiger Zeit ausführlich dargestellt.

Das ist - leider - ein bisschen das Ergebnis der `pragmatischen` Lizenzpolitik von Creative Commons. In der Welt der freien Software gibt es dagegen schon seit langem klare Standards: Weitergabe und Veränderungen sind erlaubt, kommerzielle Nutzung ist willkommen, alle Lizenznehmer werden gleich behandelt. Wir möchten sowohl Urhebern als auch Nutzern mit einem einzigen Piktogramm klar machen, wann sie es mit Lizenzen oder Werken zu tun haben, die ein ähnliches Maß an Freiheit erfüllen.

Langfristig erhoffen wir uns daraus, dass die gesamte Bewegung für in diesem Sinne freie Inhalte (freie Software, freie Kunst, freies Wissen, …) klarer als solche erkennbar wird und agiert, zum Beispiel auch in der Politik. Unser erstes Ziel ist es aber, diese Freiheiten zunächst konkret zu definieren, sowohl auf der Ebene eines Lizenzvertrags als auch auf der Ebene eines Werkes. Diese Definition soll unpolitisch in dem Sinne sein, dass alle Parteien (Creative Commons, FSF, Wikimedia usw.) sie anerkennen.“

2) Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen „Offenheit” und „Freiheit”?

„Beide Worte werden erst durch Definitionen mit Leben gefüllt. Die Definition von `Open Source` ist weitgehend mit der von ´Freie Software´ identisch, hier halte ich die Differenzierung für irrelevant. In letzter Zeit gab es allerdings eine Inflation der ´Open´-Begriffe, ´Open Access´, ´Open Content´, ´Open Knowledge´, die überwiegend schwammig definiert waren. Deshalb verwenden wir Begriffe wie ´Free Software´ und ´Free Content´, um den Aspekt der maximalen Freiheit hervorzuheben.“

3) Das Projekt ist als work in progress gedacht – bis wann soll es
ungefähr laufen bzw. plant Ihr, „Ergebnisse” vorzustellen?

„Zunächst mal ist jeder herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Neben den schwer verdaulichen inhaltlichen Diskussionen gibt es auch den Logo-Wettbewerb. Wir suchen ein Symbol mit Wiedererkennungswert, um freie Inhalte zu taggen. Wer mit dem Wiki nicht klarkommt, kann mir gerne eine Mail schicken.

Wir hoffen, im Juni eine 1.0 der Definition vorstellen zu können. Dann möchten wir sie in möglichst viele Sprachen übersetzen. Wir werden dafür nochmal ein bisschen Wind machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in dem Zusammenhang eine separate Website starten, um die Bewegung für freie Inhalte - mit der Definition als Grundlage - zu unterstützen. Ein Lizenzwahlsystem für freie Inhalte nach Creative-Commons-Vorbild wäre meiens Erachtens ebenfalls eine gute Idee.“

„Roadmap for ICT ecoysystems“, eine Roadmap für offene ICT Ökosysteme nennt sich ein neuer Führer über Open Source in der Wirtschaft vom Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University. ICT steht hier für Informations- und Kommunikationstechnologien, wobei auf 53 PDF-Seiten eingehend die Prinzipien von Open Source, sowie Fallbeispiele dargelegt erden. Die Roadmap soll ein „Führer für Politikmacher, Manager, Aktionäre aus der Industrie und die Bürgergesellschaft“ sein, der nutzerfreundlich und verständlich erklärt, warum „Offenheit“ bei den heutigen Technologien so wichtig ist: „Das Steuern auf eine Globalisierung schafft ein neues Set an einzigartigen Nachfragen an die Regierung, die Wirtschaft und unseren Alltag. Zunehmend richten Entscheider aus allen Bereichen ihre Augen auf die Technologie, die ihnen zu Lösungen und einem Antrieb zu erwünschten Veränderungen verhelfen soll, in dem sie lokale, nationale und globale Ressourcen auf innovative Weise vermischen.“

„Elephants Dream” ist eine Animation in 3D, die als „Open Source” veröffentlicht wurde. Das bedeutet, dass der komplette Film gemeinschaftliche finanziert und mit freier Software wie dem 3D-Tool Blender erstellt wurde. Da der Kurzfilm unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz steht, dürfen alle Rohdateien weiter gegeben und verarbeitet werden. Als Download stehen verschiedene Formate wie Quicktime, AVI oder mpeg4 zur Verfügung. Auch der Soundtrack ist zur kommerziellen Weiterverbreitung und -verwendung und zum Üben online erhältlich. Herunterladen lassen sich die Files mittels des Torrent-Netzwerks oder als direkter Download. Abspielen lässt sich die Animation mit dem VLC-Player oder dem MPlayer.

In Stuttgart fand letzte Woche die Verleihung des Animago statt, einem Design-Wettbewerb, der jährlich die besten Arbeiten in den Kategorien Animation, Interaktives Design, Still und Compositing verleiht. Zum zehnjährigen Bestehen wurde ein Publikumspreis ins Leben gerufen, bei dem die Animation „Trusted Computing“ als beste prämiert gewählt wurde: Der Studentenfilm von Benjamin Stephan und Lutz Vogel vereinfacht verständlich das Konzept von Trusted Computing auf eine einprägsame visuelle Weise und illustriert das beispielhaft mit Motion Graphics, einem Mix aus animierter Collage und Grafik Design.

Die Animation erklärt nämlich das Prinzip der nur scheinbaren Wahlfreiheit, wie es sich große Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM, HP oder AMD vorstellen, die sich zur Allianz der Trusted Computing Group (TCG) zusammen geschlossen haben. Die englische Wikipedia merkt zu diesem Begriff kritisch an, dass die Industrie mit „Vertrauen“ nicht zwingend auch „vertrauenswürdig“ aus der Anwender-Sicht meint. Der strittige Begriff des Trusted Computing bedeute einerseits, so die Wikipedia, dass dadurch die Nutzung des Rechners reibungsloser ablaufen würde und besser vor Viren geschützt wäre. Dagegen spricht, dass mit dieser Technologie die Entscheidungsmacht darüber, was für diverse Anwendungen auf einem Computer gestartet werden dürfen, allein bei den Entwicklern, Herstellern und Rechteinhabern liege und nicht beim Kunden. Auch ist dabei wohl keine Anonymität gewährleistet. Die Electronic Frontier Foundation beschreibt ihre Argumente gegen Trusted Computing, unter anderem wie folgt: „Zum einen sind bereits existierende Software-Designs grundlegend fehlerhaft, weil sie die Öffentlichkeit den neuen Risiken eines anti-konkurrenzfähigen und konsumentenunfreundlichen Verhaltens aussetzen. Zweitens könnte es vorkommen, dass diese Designs von Herstellern der besonders „vertrauenswürdigen“ [trusted] Computern und Komponenten im Geheimen nicht korrekt implementiert werden.“

Die Animation von Benjamin Stephan und Lutz Vogel verdeutlicht deshalb, wie Trusted Computing dem Endandwender keine Wahl mehr lässt, welche Programme er auf seinem Computer installieren und benutzen darf oder nicht. Den Clip kann man in verschiedenen Datei-Größen als Quicktime-Format bei Archive.org herunterladen. Alternativ ist der Film auch bei Lafkon in verschiedenen Kompressionsformaten wie Avi oder Xvid und mit Untertiteln in mehreren Sprachen zum Download erhältlich.

Die Stadt Nürnberg, die Universität in Erlangen-Nürnberg und einige Linux-Experten haben letzten Freitag den Verein Linux Business Campus zur Stärkung von Unternehmen gegründet, die Linux-Projekte entwickeln. „Open-Source-Lösungen zählen zu den Technologiefeldern mit deutlich überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial“, begründet die Stadt Nürnberg ihren spektakulären wie weitsichtigen Schritt, die lokale Wirtschaftskraft in diesem Bereich zu stärken. Der Verein Linux Business Campus hat die Gebäude des Maxtorhofs in Nürnberg als neues Gründerzentrum ausgewählt. Hier bieten sich noch genügend freie Räumlichkeiten, um Start-ups aufzunehmen.

Das gewerbliche Haus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Software-Unternehmens SuSE/Novell samt seinem angegliederten Porting und Migration Center. Dies soll Anreize für Innovation liefern und den Standort Nürnberg stärken. „Mit dem gesammelten Know-how der Campus Coaches wollen wir die jungen Firmen nicht nur bei der Entwicklung von Open-Source-Lösungen unterstützen, sondern sie auch konsequent an den Markt heranführen. Wir verfügen weltweit über Partner, und nichts ist wichtiger für innovative junge Unternehmen als internationale Vertriebskontakte, Marketing-Wissen und der direkte Zugang zu Wagniskapitalgebern”, erklärt der designierte Vereinsvorsitzende Richard Seibt, ehemals bei IBM, United Internet, SuSE und Novell in der Nürnberger Pressemitteilung.

Das Vorurteil, dass Open-Source-Programme natürlich keineswegs nur auf Linux-Systemen verwendbar sind, wurde schon lange widerlegt. Auf der neuen Opensource-CD in der Version 6.0 gibt es nun wieder über 200 Programme, die für den Gebrauch unter Windows zugeschnitten sind. Das sind 15 mehr als auf der letzten CD und erfreulicherweise sind darauf nun auch Freie Applikationen für Content Management Systeme vertreten: Neben dem populären Typo3 finden sich noch Apache Lenya und Plone, um Inhalte im Web einzupfelegen und zu verarbeiten. Selbstverständlich wurden viele Programme auf der Opensource-CD aktualisiert, außerdem wird die Kategorie Internet-Anonymität durch eine neue Software bereichert: Tor garantiert die Privatsphäre im Netz durch Verschleierung der IP-Adresse und mit der Überwachungssoftware Ethereal wird der Netz-Traffic transparenter.

Als Neuheit gibt es jetzt auch eine CD komplett mit Open-Source-Games: Games Version 1.0 bietet 30 Spiele für den Windows-User. Die Opensource-CD beziehungsweise die CD-Version Games kann kostenlos als Image-Datei herunter geladen werden. Sie muss danach allerdings aufgrund ihrer Größe als DVD gebrannt werden. Weiterhin ist es möglich, eine DVD-Version mitsamt OpenOffice.org online zu bestellen.

Kernel-Maintainer Andrew Morton sorgt sich um die Qualitätssicherung des Linux-Kernels. Der Chefentwickler bangte in seiner Keynote auf dem LinuxTag letzte Woche in Wiesbaden um die Zukunft von Linux Version 2.6. Zusammen mit Linus Thorvalds koordiniert Morton die Kernel-Entwicklung, bei ihm liegt am Ende auch die Entscheidung, welcher Code integriert wird oder nicht. Gut 9 200 Zeilen Code fliessen so jeden Tag in die Verbesserung des Kernels ein, so Morton. Jedoch würde dieser Code deshalb umso fehlerhafter, weil man bei der Beseitigung von Problemen gar nicht mehr nachkomme.

Seine Vermutung schloss Morton aus den Fehlerberichten, die ihm per E-Mail eingesandt wurden. Im schlimmsten Fall, nämlich einer zu hohen Fehlerquote, bleibe nur ein vorübergehendes Aussetzen der Entwicklung des Kernels, bis die Fehlerquellen behoben seien. Sein Fazit lautete klar: „Wir müssen vorsichtiger sein und mehr Zeit für die Fehlerbehebung aufbringen.” Daher steht nicht nur eine neue Version 2.7 noch in den Sternen. Auch eine reine Entwicklerversion des Kernel lehnt Morton ab: Wenn die Verbesserungen nur der Testversion zu Gute kämen, wäre den vielen Anwendern und Distributoren nicht geholfen, weil die schließlich bei der stabilen, bereits veröffentlichten Version bleiben. Die Qualität des Linux-Kernel sei vor allem der Test-Gemeinschaft zu verdanken, die mit Arbeitseifer gemeinschaftlich wie gemeinnützig durch ihre unermüdlichen Tests die Verbesserung vorantreibe.

Weltraumfahrer Mark Shuttleworth beehrte den LinuxTag vom 3. bis 6. Mai in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen. Die Eröffnungsrede des südafrikanischen Unternehmers und Gründers von Ubuntu wurde mit Spannung erwartet. Er gab bereits erste Details zur neuen Version Drapper Drake bekannt. Als wichtige Neuigkeit verkündete Shuttleworth aber auch, dass Canonical, seine Firma hinter Ubuntu, in Zukunft auch KDE-Entwickler einstellen will. Kein Wunder, denn in dem am 1. Juni erscheinenden Drapper Drake sollen die Anwender künftig zwischen drei Desktops auswählen können: KDE in Kubuntu, Gnome und Xfce in Xubuntu. Doch künftig wird sich eines nicht ändern: Laut Shuttleworth werden Ubuntu und seine Updates auch künftig nicht kostenpflichtig erhältlich sein. Die Einnahmen will sich der Entwickler allein durch den Support für Unternehmen sichern. Die kommende Version von Ubuntu namens „Edgy Eft“ ist für das zweite Halbjahr 2006 geplant und soll laut Shuttleworth zunächst einen experimentellen Status besitzen und viele Neuerungen wie XGL ausprobieren. Zum Thema DRM stellte er klar: „The 21st ce